„Wenn die Leute Schachverband hören, sind sie skeptisch“: Paul Meyer-Dunker und was das Schach vom eSport lernen kann

Mitgliedsbeiträge wie beim Schach hatten sie beim eSport nicht. Mäzene, in deren Schoß sie sich ausruhen konnten, auch nicht. „Es musste Geld reinkommen, und es kam Geld rein“, sagt Paul Meyer-Dunker. Er findet, dass das Schach davon eine Menge lernen kann.

Paul Meyer-Dunker (28), eSportler und Schachspieler, kennt beide Welten, die angestaubt-analoge des Schachs ebenso wie die glitzernd-digitale des eSports. Als Vizepräsident des Berliner Schachverbands will er nun helfen, den beim Schach überfälligen Lernprozess mitanzustoßen und voranzutreiben. Damit, dass das nicht jedem gefällt, rechnet er durchaus. „Aber das Überwinden von Widerständen ist mir nicht ganz fremd“, sagt Meyer-Dunker angesichts seines jahrelangen kommunalpolitischen Engagements.

Wir haben mit Paul Meyer-Dunker über erste Pläne und Projekte für das Schach gesprochen. Und wir haben uns erklären lassen, wie eSport funktioniert und was denn, bitteschön, die eSportler so viel besser machen als wir Schachspieler.

Der Berliner Pokalsieger Paul Meyer-Dunker am Brett. | Foto: Frank Hoppe

Paul, ich habe nach Verbindungen zwischen Schach und eSport gesucht – und dich gefunden: Mitglied im Schachclub, der TSG Oberschöneweide, und Mitglied im eSport-Club, beim 1. Berliner eSport-Club.

Beides Breitensportvereine, wie sie sich im eSport gerade erst entwickeln. Beim eSport gibt es den Club um die Ecke noch kaum, die Breitensportstruktur des eSports entsteht gerade erst. Bald eröffnet unser eSport-Club sein eigenes Vereinsheim, darauf freue ich mich schon.

Im „League of Legends“ seist du nicht ganz schlecht, sagst du. Aber du spielst nicht für deinen Verein.

Ich habe das Team gewechselt, jetzt spiele ich zweite Division in Deutschland …

… zweite Liga?

Dritte. Über der ersten Division, da habe ich auch schon gespielt, gibt es noch die Profidivision. Stell es dir wie eine Pyramide vor. Oben die Profidivision, darunter die erste, darunter zwei zweite. Darunter gibt es schon 14 dritte Divisionen, 28 vierte und so weiter bis hinunter zur sechsten Division. In der ersten und zweiten Division findest du eine Melange aus semiprofessionellen Teams und reinen Amateurteams. Mein Team ist eher ein Amateurteam, bei uns bekommt niemand etwas. Bei anderen sind durchaus ein paar hundert Euro im Monat drin …

… wer dritte Liga League of Legends spielt, bekommt Geld dafür?

Ja, klar. Bei der Hälfte der Teams etwa.

Von wem bekommen die Spieler das? Und wofür?

Von ihrer Organisation. Dafür, dass du für sie spielst, Training machst, sichtbar bist.

Organisation?

Davon gibt es im eSport viele, etablierte wie TSM zum Beispiel, die gerade Hikaru Nakamura verpflichtet haben, oder ganz Neue, die erst versuchen, etwas aufzubauen. In Deutschland haben wir allein etwa 100 im eSport-Bund Deutschland organisierte eSport-Organisationen und noch viele weitere, die dort bisher kein Mitglied sind.

Wie generiert die Organisation Einnahmen?

Über Sponsoring. Da gibt es viele Möglichkeiten. Eine der größten europäischen Organisationen, G2 Esports, hat zum Beispiel für den eSport typische Partner wie Firmen, die Gaming Gear und Monitore verkaufen, aber auch Unternehmen, die man im eSport nicht sofort vermuten würde, wie BMW, Phillips und Pringles, eine breite Palette.

„League of Legends spiele ich nicht ganz schlecht“: Der eSportler Paul Meyer-Dunker beim Finale des Vereinspokals 2020 des eSport-Bunds Deutschland. | Foto: ESBD/Manneck

Und die Organisation unterhält Teams und Spieler, um über bekannte Gesichter und sportliche Erfolge Reichweite und Engagement zu erzeugen, was wiederum Sponsoren anzieht?

Genau. Streamer zum Beispiel treten als Mitglied dieser Organisation auf – so wie Hikaru.

Bei Schachvereinen, die auf Profi-Level spielen, ist eher der Mäzen die Regel, der Geld versenkt, ohne etwas dafür zu bekommen. Gibt’s das beim eSport auch?

Das ist die Ausnahme, aber es kommt vor. In der deutschen League-of-Legends-Szene spielt ein Team einer Organisation, die einem Privatier gehört, der sie als Hobby betreibt. Der zahlt hohe Summen an seine Spieler, einfach weil er darauf Lust hat. Die spielen nicht einmal Pro Division, und die Spieler bekommen vierstellige Gehälter im Monat. Nachhaltig ist das natürlich nicht.

Aber genau das Schachmodell. Jemand hält sich eine Mannschaft als Hobby, um damit die Ligen emporzuklettern. Und wenn er irgendwann weg ist, ist die Mannschaft auch weg, und der Effekt fürs Schach war Null.

Beim eSport werden Leute schräg angeschaut, wenn sie einfach nur Geld verbrennen. Beim Schach nicht, da ist es ja eher die Regel als die Ausnahme.

Erzähl mir vom Schachspieler Paul Meyer-Dunker.

Der hat als Siebenjähriger beim SK Johanneum Eppendorf in Hamburg angefangen, damals betreut von Hendrik Schüler, heute Spielleiter in Hamburg, den ich mir mit seiner verbindenden, aber auch verbindlichen Art sehr gut als neuen Präsidenten des Hamburger Schachverbandes vorstellen könnte. Ich hab‘ damals in Hamburg vor mich hingespielt, bis 1800 bin ich gekommen. Mit dem studienbedingten Umzug nach Berlin ist der schachliche Ehrgeiz noch einmal erwacht. Erst habe ich allein trainiert, mittlerweile arbeite ich mit Steve Berger an meinem Schach und habe meine DWZ in die Nähe von 2200 gebracht. Jetzt habe ich sogar zum ersten Mal in meinem Leben etwas gewonnen: den Berliner Pokal.

„Den könnte ich mir gut als Präsident des Hamburger Verbands vorstellen“: Die Hamburger Jugend- und Schulschach-Institution Hendrik Schüler (2.v.l.) bei der Ehrung der Hamburger Schachlehrer des Jahres 2017. | Foto: Hamburger Schachverband

Und du bist Funktionär geworden, Vizepräsident des Berliner Schachverbands.

Es war klar, dass Carsten Schmidt nach 27-jähriger ehrenamtlicher Arbeit für den Verband, davon 10 Jahre als Präsident, aufhören würde. Christian Kuhn als Nachfolger zeichnete sich früh ab. Schon ein Jahr vor der Wahl fragte Christian, ob ich mir vorstellen könnte, sein Vize zu werden. Das hat mich überrascht. Anfangs habe ich abgelehnt, weil ich keine konkrete Vorstellung hatte, was ich mit dem Amt anfangen würde. Aber natürlich fängt man anschließend an, über sowas nachzudenken. Fortan habe ich genauer hingeschaut, mich gefragt, was das Schach besser machen könnte und was sich in so einer Position bewegen ließe. Zwei Wochen vor der Wahl habe ich in Magdeburg Christian und Carsten getroffen. Die beiden waren beim Kongress, ich war dort als Berliner Pokalsieger. Beide haben nochmal intensiv mit mir geredet, ich hatte in der Zwischenzeit Vorstellungen entwickelt. Und so habe ich letztlich zugesagt.

Hilft dir deine politische Erfahrung bei der Schacharbeit?

Seit ich 17 Jahre alt bin, engagiere ich mich parteipolitisch. Ich habe schon hauptberuflich im Abgeordnetenhaus gearbeitet, habe auch schon bei Wahlen kandidiert und werde voraussichtlich wieder bei den nächsten Kommunalwahlen kandidieren. Dieser Hintergrund hilft mir, mich in Vorstandsämtern und Verbandsstrukturen zurechtzufinden. Und das Überwinden von Widerständen ist mir auch nicht ganz fremd.

Im politischen Raum in Deutschland betreibt eSport Überzeugungsarbeit, um als „richtiger“ Sport anerkannt zu werden.

2017 hat die große Koalition die Absicht erklärt, eSport als Sport anzuerkennen und gemeinnützig zu machen. Letzteres ist der Grund, warum die eSportler so um ihre Anerkennung kämpfen: Gemeinnützigkeit ist wichtig. Solange die nicht gegeben ist, haben die Breitensportvereine mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit ein Riesenproblem, mein Berliner Club zum Beispiel. Stell dir einen Schachverein vor, der nicht gemeinnützig ist. Auch beim eSport holen die Breitensportvereine junge Leute ab, geben ihnen eine Gemeinschaft, eine Struktur. Unser Berliner Club plant im Vereinsheim offene Abende, er könnte auch Anlaufstelle für Eltern sein. Derartige Jugendarbeit muss doch unterstützt werden. Aber letztlich ist die große Koalition davon zurückgetreten …

… auf Druck des DOSB?

Der war ein Faktor, aber es gab auch innerhalb der Parteien Strömungen gegen die Anerkennung. Interessant ist, dass sich die Fachpolitiker parteiübergreifend weitgehend einig sind: eSport sollte gemeinnützig werden. Aber abseits der Fachleute ist es nicht so klar.

International sind die eSportler deutlich weiter, in vielen Ländern schon Teil der regulären Sportorganisationen. Warum ist das in Deutschland so schwierig?

Vielleicht eine Mentalitätsfrage? Mir fehlt der internationale Überblick, um das im Detail zu beantworten. Aber ich kann Beispiele aufzeigen. Nehmen wir Dänemark. Dort gibt es eines der besten Counterstrike-Teams, das für die Organisation Astralis spielt. Die ist derart etabliert, dass sogar der Ministerpräsident ins Gaming House kommt und mit denen zockt. Und dann auch noch Shooter.

Killerspiele! Ist das immer noch ein Thema in Deutschland?

Ab und zu holt ein Anachronist diesen Begriff aus der Mottenkiste, aber wir haben diesen alten Hut weitgehend überwunden. Die Killerspiel-Debatte war eine sehr deutsche, anderswo gibt es nicht einmal so einen Begriff.

Wenn ich auf Twitter eSport-Debatten sehe, dann sehe ich oft eSportler, die mit dem Finger aufs Schach zeigen und sagen: „Die sind doch auch Sport, warum wir nicht?“ Warum versucht der eSport nicht, Schach in sein Boot zu holen, anstatt mit dem Finger darauf zu zeigen?

Nochmal: Die Sport-Anerkennung ist nicht mehr so wichtig, es geht um die Gemeinnützigkeit. Die hat das Schach, deswegen der Zeigefinger. Als organisierter Sport ist eSport mittlerweile so groß und so wichtig, dass niemanden juckt, was zum Beispiel der DOSB davon hält. Die eSportler können längst davon ausgehen, dass ihnen der DOSB langfristig von sich aus hinterherrennen wird, auch wenn das beim DOSB noch kaum jemand gemerkt hat.

Here we go again: Die Frage, warum Schach ein Sport ist, scheint eSportler stark zu bewegen. Paul Meyer-Dunker bewegt sie weniger.

Die Frage ließe sich auch umdrehen. Angesichts der Größe, Dynamik und der Finanzstärke des eSports: Warum versucht das Schach nicht, dort einen Fuß in die Tür zu bekommen? Zumal jetzt, wo viele eSportler Schach entdeckt haben, wo sich neben dem traditionellen Schach das Bildschirmschach als neue Sparte entwickelt hat?

Ich stimme zu, dass die beiden einander nicht ausschließen oder dass es keine Trennlinie geben sollte. Dafür ist Schach online zu präsent. Aber die Szenen verbinden? Ich weiß nicht. Mir ist vor allem wichtig, dass Schach die gleichen Möglichkeiten nutzen kann und sollte wie eSport. Beim Schach sollten mehr Leute verstehen, dass man vom eSport viel lernen und abschauen kann.

Was?

Wie eSport vermarktet wird. Wie Twitch als Plattform genutzt wird. Warum werden Schachturniere nicht professionell vermarktet? Wieso hat das deutsche Schach keinen Verbandskanal auf Twitch? Warum macht der Schachbund alles über ChessBase und alles im Schlafwagenformat? Warum wird nicht versucht, sich neue Zielgruppen zu erschließen? Das erscheinen mir die wesentlichen Fragen zu sein. Ob Schach jetzt eSport ist oder nicht, das ist egal.

ChessBase hat unlängst Twitch entdeckt.

Ja, und es gibt dort altehrwürdige Kommentatoren, die Schach toll erklären können. Aber es wird nicht verstanden, dass wer auf Twitch neue Zielgruppen erreichen will, mehr über Unterhaltung arbeiten muss, nicht über sachliche Präsentation.

„Warum ignorieren wir die deutschen Teilnehmer?“: Weder der Schachbund noch der Mäzen der Baden-Badener Bundesligamannschaft interessierten sich dafür, dass die „Baden-Baden Snowballs“ um Alexander Donchenko (links) und Georg Meier (sitzend) in der Pro Chess League Grund zum Jubeln hatten. | Foto: chess.com

Bei chess.com ist es seit Gründung der Pro Chess League erklärtes Ziel, Onlineschach wie einen eSport zu entwickeln.

Und was die machen, sieht sehr gut aus, während wir im Berliner Schachverband und DSB bislang verschlafen haben, das deutsche Team, die Germany Bears, als Vehikel für das Schach zu nutzen. Die Pro Chess League ist eine spannende Turnierform, viele Leute gucken das, warum ignorieren wir den deutschen Teilnehmer?

Lass mich weiter nach Wegen suchen, die beiden Welten zu verbinden. Könnte nicht ein Breitensportverein wie dein Berliner eSport-Club eine Schachabteilung aufmachen? Oder ein Schachclub eine eSport-Abteilung?

Der Berliner eSport-Club wird in der nahen Zukunft wahrscheinlich keine Schachabteilung aufmachen. Aber wir haben auf unserem Twitch-Kanal schon Schach gestreamt. Und die ersten deutschen Sportvereine, keine Schachvereine allerdings, haben längst eSport-Abteilungen gegründet, bemerkenswerte Initiativen. Die Vereine haben erkannt, dass sie eSport abbilden müssen, wenn sie für junge Leute attraktiv sein und Nachwuchs an sich binden wollen. In diesen Abteilungen ergeben sich lebendige Mischungen aus Leuten, die wegen eSport neu in den Verein kommen, und solchen, die schon lange dabei sind und nun auch beim eSport mitmachen wollen. Solche Vereine wandeln aber auf einem schmalen Grat, weil ihnen die Aberkennung der Gemeinnützigkeit droht. Wäre nicht für jeden Verein, der sich in diese Richtung bewegen will, eine gewaltige rechtliche Hürde zu überwinden, würden die Dinge viel schneller zusammenwachsen. Aber Schachvereine bieten sich als Vorreiter meines Erachtens eher nicht an. ESport bedarf einer sehr jungen Altersstruktur der Mitglieder, und die ist beim Schach in den meisten Vereinen nicht gegeben.

Schach und eSport: Wahrscheinlich werden die Welten nicht zusammenwachsen. Aber die Schnittmengen und Gemeinsamkeiten sind nicht zu übersehen – zum Beispiel beim TSV Burgdorf (bei Hannover), dessen Schachabteilung jetzt gemeinsam mit der eSport-Abteilung ein Schachtraining organisiert hat.

Was lernt der Berliner Schachverband vom eSport?

Mal schauen, wir fangen ja gerade erst an. Als Beispiel könnte ich jetzt schon die Online-Blitz-Einzelmeisterschaft nennen, die die ausgefallene Blitz-Einzelmeisterschaft ersetzt. Die Qualifikationen und das Finalturnier werden über Twitch laufen. Dafür haben wir Steve Berger ins Boot geholt, wir lassen das über seinen Kanal laufen, dem schon 1500 Leute folgen. Wir haben allerdings die Hoffnung, dass es bald einen gemeinsamen Kanal der Landesverbände und des DSB geben wird, ein offizieller deutscher Schachkanal, wenn du so willst, über den so etwas laufen könnte.

Auf der langen Liste der Dinge, die unser DSB
falsch oder gar nicht macht, steht auch der Youtube-
Kanal. Wer einen Kanal groß machen und
von der Reichweite profitieren will, der braucht
Kontinutität. Würden sich die Landesverbände
und der DSB mit all ihren Spielern und Trainern
zusammenschließen und einen „offiziellen“
deutschen Schachkanal betreiben, ließe sich Kon-
tinuität leicht herstellen, der Kanal würde
schnell wachsen und alle Beteiligten profitieren.
Bei Übertragungen des Masters zum Beispiel
wäre der DSB fortan nicht mehr auf seinen
Partner ChessBase angewiesen, der ohnehin
kaum Reichweite hat, weil er Soziale Medien
weder versteht noch zielführend nutzt.

Und über den Einnahmen generiert werden sollen?

Ja, definitiv. Bei der Sponsorenakquise ist eSport sicher ein Vorbild. ESport kam aus dem Nichts und war auf Anhieb in der Lage, auf allen Ebenen signifikant Sponsorengelder einzuwerben. Mein Berliner Club hat jetzt eine fünfstellige Summe von einer Berliner Wohnungsbaugesellschaft bekommen. Mit dem Geld statten wir unter anderem unser Vereinsheim mit Rechnern aus. Die Wohnungsbaugesellschaft tritt dafür als Partner des Vereins auf, ein übersichtlicher Verein mit 150 Mitgliedern wohlgemerkt.

Und das würde auch im Schach funktionieren?

Ich bin optimistisch. Der Unterschied zum Schach war, dass eSport darauf angewiesen war, Mittel aufzutreiben. Es gab ja kaum Mitgliedsbeiträge wie im Schach, keine Mäzene, in deren Schoß man sich ausruhen konnte. Es musste Geld reinkommen – und es kam Geld rein. Wenn die das schaffen, warum sollten wir das nicht schaffen? Und ich will gar nicht ausschließlich auf den eSport verweisen. Jeder Fußball-Kreisligist hat mehr Sponsoren als jeder Schachverband geschweige denn Schachverein. Aber es ist im Schach ein gewaltiges Umdenken erforderlich, um in diese Richtung etwas zu bewegen.

Auf Vereinsebene gibt es ja schon die eine oder andere Entwicklung. Aber ist es auf Verbandsebene nicht wahrscheinlicher, dass deine Rufe ohne Effekt verhallen? Es reicht ja zum Überleben, und das seit 150 Jahren.

Neulich habe ich mir die Mühe gemacht, mir anzuschauen, wer beim Schach in Bund und Ländern Ämter besetzt. Das ist schon bemerkenswert. Leute unter 50 findest du fast gar nicht, du siehst in den Schachgremien eine festgefügte Alters- und Sozialstruktur, fast ohne Frauen. So etwas macht Innovation nicht unbedingt einfacher. Zumindest in unserem neuen Berliner Präsidium sieht es anders aus: 2 von 5 Leuten sind unter 30, einer ist 34. Unser Präsident ist zwar nicht ganz so jung wie wir, aber trotzdem nicht minder gewillt, neue Wege zu gehen, und immer offen für neue Ideen.Trotzdem müssen wir erstmal ein Imageproblem überwinden. Wenn ich in Berlin als Funktionär Leute anspreche, ob wir nicht gemeinsam etwas auf die Beine stellen wollen, dann sind sie erstmal skeptisch, wenn sie „Schachverband“ hören. Damit assoziieren sie verkrustete Unbeweglichkeit und Bürokratismus.

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