Über die Perlen vom Bodensee

Sollte eine Seite, auf der es um Schach geht, nicht einen Namen tragen, der nach Schach klingt?

Ende 2017 ging das Trainings- und Lehrblog des SC Überlingen unter dem Namen Perlen vom Bodensee online. Wäre abzusehen gewesen, was sich daraus entwickelt, es hätte anders geheißen. Aber der Schreiber dieser Zeilen, ostwestfälischer Neuzugang des am Bodensee beheimateten SC Überlingen, hatte nie die Absicht, in der deutschsprachigen Schach-Medienlandschaft eine Marke zu etablieren. Der einzige Plan war, den neuen Mannschaftskameraden in der Bodenseeliga und dem Nachwuchs des kleinen Vereins anhand der von ihnen produzierten PerlenPartien fundamentales Schachwissen zu vermitteln. Daher der Name.

Ein Fundus von mittlerweile mehr als 200 Essays, Trainingsaufgaben und ausführlich erläuterten Lösungen ist seit damals herangewachsen. Bis heute bilden diese Beiträge den inhaltlichen Grundstock dieser Seite, mehrheitlich basierend auf Partien, die am Bodensee in den Tiefen des badischen Schachspielbetriebs ausgefochten worden sind. Wer den Mauszeiger oben rechts auf das Wort “Schachschule” fährt, findet, was damals entstanden ist: Ein Grund- und Aufbaukurs in Schachstrategie für Anfänger und leicht Fortgeschrittene.

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Und der wurde gelesen! Anfangs ein paar dutzend, später ein paar hundert Leser schauten regelmäßig vorbei, gelegentlich quengelten Ungeduldige, wo denn, bitteschön, die nächsten Trainingsaufgaben blieben. Sogar zwei Anfragen, daraus ein Buch zu machen, gab es. – Schmeichelhaft, aber nein. Das Material buchtauglich neu aufzubereiten, wäre zu viel Aufwand. Unter “Schachschule” bei den Perlen vom Bodensee steht es genau richtig, und dort wird es frei zugänglich bleiben.

Schachsport aus der Fan-Perspektive

Eine Art zweite Geburt erlebten die Perlen vom Bodensee im Spätsommer 2018. Bei der Schacholympiade ritt die deutsche Nationalmannschaft auf einer Erfolgswelle, sie blieb als einzige im Turnierverlauf ungeschlagen. Berichterstattung darüber gab es kaum, und wenn, dann verspätet und im Stil amtlicher Mitteilungen. Bei der Gelegenheit fiel auf, dass gar kein Schachmedium konsequent unsere besten Spieler und Spielerinnen durch Höhen und Tiefen begleitet, erst recht nicht so, dass die Lektüre Spaß macht.

Eine Lücke, die wir jetzt füllen: Schachsport-Berichterstattung aus der nicht abzustreifenden Fan-Perspektive mit einem unbedingten Fokus auf diejenigen, die in den deutschen Ranglisten oben stehen oder nach oben streben. Dazu der gelegentliche Blick hinter die Kulissen ihrer Verbände. Kopien von Pressemitteilungen wären schnell gemacht, aber es gibt sie hier nicht. Aus Prinzip. Perlen-Leser können sich darauf verlassen, dass wir nachfragen, einordnen, aufdecken, anstatt offizielle Verlautbarungen wiederzugeben.

Historisches und die Twitch-Szene

Seit Beginn der Pandemie sind der Sport und das Spiel im Wandel, sie erleben eine bizarre Kombination aus Boom und Krise. Wir begleiten und analysieren beide Entwicklungen. Hinsichtlich der Krise des organisierten Schachs stellen wir immer wieder Vereine vor, die die Chance in der Krise nutzen. Wir treiben Entwicklungen und Debatten voran, mahnen zum Aufbruch und verabscheuen Stillstand.

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Ein Markenzeichen dieser Seite sind ihre exzellenten Autoren, deren Schar im Lauf der Jahre kontinuierlich gewachsen ist. Genannt seien Martin Hahn, der sich unter dem Perlen-Dach zu einem der renommiertesten deutschsprachigen Schachhistorien-Schreiber entwickelt hat, und Dr. Franz Jürgen Schell, der die rasant wachsende Schach-Twitch-Szene begleitet und deren herausragende Figuren pfiffig porträtiert.

Anfang 2021 kam der YouTube-Kanal dazu. Eingerichtet ist der schon seit 2018, aber passiert war dort wenig. Seit einem Jahr nutzen wir verstärkt YouTube, um Partien aus aktuellen Turnieren zu zeigen und diese Videos in die Berichterstattung einzubinden. Außerdem gibt es dort die wichtigsten Nachrichten auch in Video-Form für Leute, die lieber zuhören und -schauen als lesen.

Uns steht ein aufregendes Schachjahr 2022 bevor. Der Grand Prix in Berlin mit Vincent Keymer wird ein Highlight sein, auch die Schacholympiade (so die Pandemie will), die eigentliche Mannschafts-WM, bei der die deutschen Herren und Damen hoffnungsvolle, junge Teams in den Wettkampf mit den Weltbesten entsenden werden. Dazu kommt, ein internationales Highlight, das Kandidatenturnier, die WM-Vorstufe. Seien wir gespannt.

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