Eröffnungstraining?

„Ich muss was an meinen Eröffnungen machen“, klagen die Kameraden mit schöner Regelmäßigkeit, wenn wieder eine Partie verloren gegangen ist (und das stets aus Gründen, die mit der Eröffnung nichts zu tun haben).

„Musst Du nicht“, möchten wir den Klagenden zurufen, sie anschreien gar, würden wir zur Aggression neigen. „Hör lieber auf, Figuren einzustellen, dann gewinnst du!“

Für Amateure ist Eröffnungsstudium Zeitverschwendung, insbesondere dann, wenn der Amateur Zugfolgen auswendig lernt, anstatt zu versuchen, Strukturen und die dazugehörigen Pläne zu verstehen.

Die Eröffnung zu spielen, ist ja ganz einfach: Figuren entwickeln, König in Sicherheit bringen, Zentrum beherrschen und zwischendurch immer mal dem Gegner dazwischenfunken, damit der sich nicht harmonisch aufstellen kann. Wer das beherzigt, ist auf der sicheren Seite, in der Bodenseeliga allemal.

Einerseits.

Andererseits fällt auf, dass die Überlinger Jugendlichen in drei von vier Partien dieselbe, seit Jahrhunderten bekannte und tief erforschte Stellung auf dem Brett haben. Fast immer beginnt die Partie mit 1.e2-e4 e7-e5 2.Sg1-f3 Sb8-c6 3.Lf1-c4, und dann steht es so:

Italienisch1.jpg

Neulich bei Konstantinos (Weiß) ging es weiter mit 3…Sg8-f6 4.c2-c3, und dann stand es so:

Italienisch2.jpg

Neulich bei Dominik (Schwarz) ging es weiter mit 3…Lf8-c5 4.c2-c3 d7-d6, und dann stand es so:

Italienisch3.jpg

Als Konstantinos neulich beim Training diese Stellung sah:

italienisch4.jpg

sagte er: „Klar, kenn ich, da schlägt Weiß auf f7.“

Frage 25

Brauchen die Jungs ausnahmsweise eine kleine Einheit Eröffnungstraining?

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