Wesley Sos selbsterfüllende Prophezeiung

1.f3, eine Eröffnung, die die weiße Stellung nicht besser macht: Vernachlässigt die Entwicklung (behindert sie sogar), schwächt die Königsstellung. Mit diesem Patzerzug begann Magnus Carlsen am Dienstag sein Match gegen Wesley So, das Finale der chess24-Banterserie. Vor dem Match hatte der Weltmeister mit Freunden zusammengesessen, und die fragten, warum sie zuschauen sollen. „Ich wollte ihnen … Wesley Sos selbsterfüllende Prophezeiung weiterlesen

Peter Lekos Meisterklasse

Für den Beobachter war der WM-Kampf 2004 zwischen Titelverteidiger Vladimir Kramnik und Herausforderer Peto Leko ein Drama. Für die Beteiligten noch viel mehr. 6:7 lag der Russe vor der letzten Partie zurück. Gesundheitlich angeschlagen, gelang ihm dennoch der Kraftakt, diese letzte Must-Win-Partie tatsächlich zu gewinnen. Mit einem 7:7-Unentschieden verteidigte Kramnik gerade so seinen Titel. Die … Peter Lekos Meisterklasse weiterlesen

Der Großmeisterbesieger

Nie hat Benedikt Förch eine Turnierpartie gegen einen Titelträger verloren. Im Blitz hat er jetzt sogar einen 2700er geschlagen. Und doch sieht Benedikt Förch Schnellschach als seine Paradedisziplin. In der Verteidigung sei er zäh, in der Eröffnung schnell, obendrein profitiere er von seiner Intutition, die ihm erlaubt, wenig zu rechnen, sagt Förch. Die schachliche Wiege … Der Großmeisterbesieger weiterlesen

Corona, Kandidaten und drei Exweltmeister

Mit Exweltmeister Vladimir Kramnik hat nun ein weiteres Schwergewicht des Schachs kritisiert, dass die FIDE das Kandidatenturnier um jeden Preis durchziehen will. Kramnik war als Kommentator für chess24 vorgesehen. Aus Genf erreichte die Schachgemeinde am Tag der Eröffnung des Kandidatenturniers die kurzfristige Absage des Russen: Screenshot via chess24. Ein anderer Exweltmeister machte kurz vor Beginn … Corona, Kandidaten und drei Exweltmeister weiterlesen

Alles neu in Dortmund! (Und warum wir eine Deutsche Schachtour brauchen)

Neulich rief frühmorgens der Präsident eines Schach-Landesverbands am Bodensee an. Am Vortag hatte er in der "Schach" gelesen, das deutsche Schach sei schlecht vernetzt, die deutschen Schachmacher wurschtelten isoliert auf ihren Inseln vor sich hin. Er wusste nicht recht, ob er sich deswegen grämen soll, und am Ende einer schlaflosen Nacht griff er zum Hörer … Alles neu in Dortmund! (Und warum wir eine Deutsche Schachtour brauchen) weiterlesen

Der Angstgegner

Von Martin Hahn Im neuen Gedicht möchte ich die Perspektive wechseln und das lyrische Ich eher als unterlegenen Spieler darstellen. Wenn ich zum Beispiel im Bereich der Weltelite über diesen Begriff nachdenke, fällt mir dazu sofort die interessante Dreiecks-Konstellation Kasparow-Anand-Kramnik ein. Nachdem Kasparow zu Beginn des Auftauchens von Vishy in der Weltspitze von diesem zwei … Der Angstgegner weiterlesen

Der wertvollste Sekundant der Welt: Kazimdzhanov wird Niedersachse

Rustam Kazimdzhanov wird Leistungssportberater des Niedersächsischen Schachverbands. Anfang November trifft sich der Usbeke erstmals in Hannover mit Trainern und Spielern zu einem dreitägigen Workshop. Dafür hat er ein Curriculum erarbeitet, an dem sich demnächst die Schacharbeit in Niedersachsen orientieren soll. Im Hauptberuf ist Rustam Kazimdzhanov (am Brett) der Kopf des Teams von Fabiano Caruana (links). … Der wertvollste Sekundant der Welt: Kazimdzhanov wird Niedersachse weiterlesen

Vladimir Kramnik – eine Karriere (III): Wiedervereinigung und Sturz vom Thron

Das langersehnte WM-Match 2006 gegen Veselin Topalow in der kalmückischen Hauptstadt Elista sollte zu einem der skandalumwobensten der Schachgeschichte werden: „Toiletgate“ machte mehr Schlagzeilen als die Partien. Die Toilettendebatte begann, als nach vier Partien beim Stande von 3:1 für Kramnik Topalows Manager Silvio Danailow dagegen protestierte, dass Kramnik seiner Beobachtung nach auffällig häufig die Toilette … Vladimir Kramnik – eine Karriere (III): Wiedervereinigung und Sturz vom Thron weiterlesen

Vladimir Kramnik – eine Karriere (II): von Manila bis Toiletgate

Als die Russen 1992 ihre Mannschaft für die Olympiade in Manila zusammenstellten, war es Kasparow, der mit Macht darauf drängte, Kramnik mitzunehmen. Auch das keine Selbstverständlichkeit. Der bald 17-Jährige war noch nicht einmal Internationaler Meister und außerhalb Russlands unbekannt. Es bedurfte einiger Debatten, einige Widerstände waren zu überwinden, bis der russische Verband den jungen Fide-Meister … Vladimir Kramnik – eine Karriere (II): von Manila bis Toiletgate weiterlesen

Zwei Kurzsiege von Kramnik

Jahrelang galt Vladimir Kramnik in erster Linie als positioneller Filigranschachspieler. Nicht umsonst erlangte zu Beginn des Jahrhunderts die mehrteilige Buchreihe "1.Sf3 according to Kramnik" Bibelstatus unter Schachspielern. Die darin anhand von Kramniks Partien vorgestellten Eröffnungssysteme waren in der Mehrheit darauf ausgerichtet, den Gegner nach und nach zu überspielen, anstatt ihn mit Gewalt vom Tisch zu … Zwei Kurzsiege von Kramnik weiterlesen

Bye bye, Big Vlad

"Meine letzte Chance, nach dem Titel zu greifen", sagte Vladimir Kramnik vor dem Kandidatenturnier 2018, für das er einen Freiplatz bekommen hatte. Heute erscheint diese Aussage in einem anderen Licht. Wahrscheinlich reifte schon seinerzeit der Entschluss in ihm, das professionelle Schach an den Nagel zu hängen. Als Kramnik jetzt in Wijk an Zee diesen Entschluss … Bye bye, Big Vlad weiterlesen

Keymer, Carlsen, Kandidaten: Ein Rückblick auf das Schachjahr 2018

Schachland Österreich Küss die Hand, Herr Großmeister. In wahrscheinlich keinem Land der Welt sind die Leute so versessen auf Titel wie in Österreich – und in wahrscheinlich keinem anderen Land gibt es mehr davon, vergeben von Bund, Ländern, Bildungseinrichtungen, sogar von Privatunternehmen. Für den Großmeistertitel im Schach gelten in Österreich gleichwohl dieselben Bedingungen wie überall: … Keymer, Carlsen, Kandidaten: Ein Rückblick auf das Schachjahr 2018 weiterlesen