Radjabov ist raus, MVL drin / Sollte die FIDE das Kandidatenturnier verschieben?

Teimour Radjabov spielt nicht im Kandidatenturnier. Statt seiner rückt der Franzose Maxime Vachier-Lagrave nach. MVL sei schon informiert und habe seine Teilnahme zugesagt, meldet die FIDE.

„Dann haben sie mich gestrichen“: Radjabov raus, MVL drin. | Foto: FIDE

Der aserbaidschanische Großmeister hat nach Angaben der FIDE „persönliche Gründe“ für seinen vermeintlichen Rückzug angeführt. Dem widersprach Radjabov vehement. Er habe angesichts der sich in Europa ausbreitenden und kaum zu beherrschenden Viruskrise vorgeschlagen, das Kandidatenturnier zu verschieben. Die FIDE habe diesen Vorschlag abgelehnt, ihn aus dem Feld gestrichen und durch MVL ersetzt. Radjabov sagt in seiner Erklärung nichts dazu, ob er trotz seiner Bedenken bereit wäre zu spielen.

Was passiert, wenn jemand krank wird?

In der Zwischenzeit hat auch Wang Hao dafür plädiert, das Kandidatenturnier zu verschieben. Radjabovs Rückzug halte er für richtig, sagte der Chinese der Schachseite chess.com: „Was passiert, wenn während des Turniers ein Spieler oder ein Sekundant erkrankt? Wenn jemand hustet? Wenn jemand anreist, in dessen Flugzeug ein Infizierter saß?“ Wang Hao wie Radjabov stellen fest, dass es für solche Fälle keine Regelungen gebe. Der Chinese kritisiert außerdem die Entscheidung, die Senioren-Mannschafts-WM in Prag stattfinden zu lassen, siehe unser Bericht gestern.

Zu Radjabovs Ausscheiden und der Formel „persönliche Gründe“ hat sich FIDE-Vize Emil Sutovsky geäußert:

Anish Giri wünscht sich derweil, dass ihm jemand sagt, dass alles gut ist.

https://twitter.com/FIDE_chess/status/1235870645793275904

Um Radjabovs Teilnahme war vor dem Kandidatenturnier lange spekuliert worden, weil die Nummer neun der Weltrangliste sich allenfalls noch als Semi-Profi versteht. Nachdem er sich per World Cup für das Kandidatenturnier qualifiziert hatte, sagte Radjabov, er wisse noch nicht, ob er mitspiele. Das korrigierte er bald und bekundete seine Absicht zu spielen. Nun die Kehrtwende.

Auch MVLs Nichtteilnahme war Gegenstand ausführlichen Lamentierens unter Schachfans. Der Franzose hatte 2020 wie 2018 denkbar knapp die Qualifikation für das Kandidatenturnier verpasst. Nun rückt er dank seines hohen Ratings nach.

Die Geschichte entwickelt sich, chess.com aktualisiert die Berichterstattung fortlaufend:

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