Der Fall Schulz

Tritt an diesem Wochenende der Vorstand der DSJ zurück? Zetteln mehrere Landesverbände eine Revolution an mit dem Ziel, das DSB-Präsidium zu kippen? Beide Drohungen stehen im Raum, beide sind ernst gemeint.

An der Freistellung und geplanten Kündigung von Jörg Schulz, der seit 1990 die Geschäfte der Schachjugend führt, droht das deutsche Schach zu zerbrechen. Schon am Sonntag könnte es ein Scherbenhaufen sein.

Wie es dazu kam:

Etwa ein Jahr ist es her, die Jordan-Affäre hatte gerade begonnen, da kündigte sich schon die nächste Affäre an. Die Führung des Deutschen Schachbunds bekam einen anonymen Brief ausgehändigt, dessen Verfasser die Integrität des DSJ-Geschäftsführers Jörg Schulz infrage stellte, ihm gar vorwarf, sich am Schach zu bereichern.

Als wir am Bodensee davon Wind bekamen, witterten wir sogleich eine Geschichte. Gibt es einen „Fall Schulz“, und ist der womöglich nur ein zweiter Komplex ein- und derselben Affäre? Verbindungen zwischen Schulz und Jordan liegen ja auf der Hand: Die Deutsche Schachjugend ist mit der Jordan-Firma „Euro Chess“ eng verbunden, unter anderem bezahlt sie jedes Jahr 6.000 Euro dafür, die Euro-Chess-Zeitschrift „Jugendschach“ als Forum in eigener Sache zu benutzen. Chefredakteur dieser Zeitschrift: Jörg Schulz.

Verfasser des anonymen Briefs bis heute unbekannt

Die Spekulation, da könnten krumme Sachen laufen, ließ sich nie manifestieren, im Gegenteil. Um im deutschen Schach jemanden zu finden, der Schlechtes über Jörg Schulz erzählt, bedarf es schon eines anonymen Briefschreibers. Ein Quer- und Sturkopf ist Schulz bestimmt, ein Berufsjugendlicher, der fürs Schach lebt, das auch. Jemand, der sich am Schach bereichert? „Nie im Leben“, sagte dazu ein Gesprächspartner nach dem anderen.

Die vermeintliche Schulz-Geschichte war keine und wurde deshalb nie geschrieben. Wer besagten anonymen Brief geschrieben hat, ist bis heute ungewiss.

In den Monaten danach poppten statt Schulz-Geschichten immer wieder Schulz-Episoden auf, stets mit demselben Gegenspieler: DSB-Geschäftsführer Marcus Fenner.

Diese beiden verbindet nicht nur die Abneigung, die sie für den jeweils anderen empfinden. Auch wie ambivalent sie von anderen wahrgenommen werden, ist ähnlich und doch grundverschieden. Als sie beim Youtube-Talk für die DSJ nebeneinander sitzen mussten, redete der neue DSB-Geschäftsführer eine halbe Stunde lang über Schach in den USA. Die Zuschauer fragten sich derweil, wer dieser Mann ist, was ihn antreibt und wohin er den Tanker DSB steuern will. Diese Fragen sind bis heute unbeantwortet.

Mal ging es darum, dass Schulz Hierarchien ignoriert und sich von niemandem reinreden lässt, wenn er sich im Recht wähnt. Mal ging es um Arbeitszeit. Schulz schlurft Tag für Tag zu einer unvorhersehbaren Zeit in sein DSJ-Büro. Für den stets geschniegelten Fenner ist das Tag für Tag schwer zu ertragen, und mag Schulz bis noch so spät in die Nacht an seinem Schreibtisch sitzen und für seine DSJ ackern.

Maximal mögliche Flegelhaftigkeit

Um Geld ging es auch, nicht um Untreue, sondern unter anderem um Schulz‘ Kassenführung. Die Deutsche Schachjugend führt eine Barkasse, Teile davon oft in Schulz‘ Hosentasche. Wenn Schulz findet, dass der Barbestand das Fassungsvermögen seiner Kasse übersteigt, zahlt er Bargeld auf das DSJ-Konto ein – nach Auffassung des Schachbunds stets viel zu spät.

Das geht seit Jahren so, Fenners Vorgänger haben es hingenommen. Sie wussten ja, was sie an Schulz haben, einen unermüdlichen Arbeiter für das Schach. Für so jemanden konnten sie darüber hinwegsehen, dass es formal nicht ganz korrekt zugeht. Fenner kann das nicht.

Episode folgte auf Episode – dann die Abmahnung. Schulz hatte wieder jemandem widersprochen, weil er sich im Recht wähnte, und in solchen Fällen, das wissen wir schon, interessiert ihn Hierarchiegepränge nicht. Nur hatte er dieses Mal dem Präsidenten widersprochen, öffentlich sogar, im Fennerschen Koordinatensystem wahrscheinlich die maximal mögliche Flegelhaftigkeit. Mit 3:2 stimmte das DSB-Präsidium dafür, Schulz abzumahnen.

Die Berliner Dauerbaustelle. (Foto: Schachbund)

Wer sich über Jörg Schulz erkundigt, der hört ambivalente Meinungen. Außer Frage steht sein mittlerweile fast 30-jähriger Einsatz für die Schachjugend, die wie keine andere Schachorganisation Begeisterung entfacht, Helfer hinter sich vereint und immer wieder neue Ideen entwickelt und umsetzt – in erheblichem Maße das Werk von Jörg Schulz. Dass er im Umgang nicht einfach ist, ist die andere Seite der Medaille. Jörg Schulz lässt sich nicht reinreden. Das gilt auch für Sachen, in denen er gut beraten wäre, sich beraten zu lassen.

Ein Glücksfall, der alles kann?

Schulz und Fenner verbindet neben der herzlichen Abneigung für den jeweils anderen, dass die Meinungen über den DSB-Geschäftsführer ebenso ambivalent sind. „Ein Glücksfall“ sei er für das deutsche Schach, sagt nicht nur DSB-Präsident Ullrich Krause, der sich im Licht der jüngsten Entwicklung auf Gedeih und Verderb an seinen Geschäftsführer gebunden hat.

Unter Fenner geht es beim Schach formal endlich mal korrekt zu, das gab es in 140 Jahren wahrscheinlich noch nie. Ein „Fall Jordan“ wäre unter jemandem wie Fenner nicht passiert. Die DSAM hat Fenner neu erfunden und aus dem Boden gestampft, den Gipfel organisiert, zwei Denkmäler, die seinem Umfeld Anlass geben anzunehmen, Fenner könne alles. Weil sie ihm so ergeben sind, sein Präsident allen voran, glaubt Fenner das mittlerweile wahrscheinlich selbst.

Beim Grand Prix der FIDE in Hamburg:: Marcus Fenner mit ChessBase-Redakteur André Schulz. (Foto: Fide)

Fenners Menschenführung ist ein Desaster, Fenners Fähigkeit, Teams zu formen und zu begeistern, nicht existent. Einen anderen Schluss lassen die traurigen Signale aus Berlin nicht zu. Die dort versammelte Schachtruppe ist derart bunt, dass soziale Kompetenz eine Schlüsselqualifikation fürs Amt des Geschäftsführers sein sollte.

Fenner mag es nicht, Verantwortung abzugeben und darauf zu vertrauen, dass andere die Sache schon regeln werden. Stattdessen reißt er an sich, neigt zum Kontrollieren. Damit schafft er ein Klima, in dem neben ihm keine anderen wachsen können.

Seit Dekaden auf träger Irrfahrt

Fachlich ist beim DSB das meiste, aber eben nicht alles Gold, was Schlips und Kragen trägt. Ursprünglich waren Fenner/Krause von der richtigen und wichtigen Vorstellung bewegt, den seit Dekaden auf träger Irrfahrt befindlichen Tanker DSB endlich mal durchzuregieren. Ullrich Krause war dafür der richtige Mann, anerkannt, beliebt und für DSB-Verhältnisse unerhört modern. So jemand hätte Leute mitnehmen und überzeugen können.

Um den Laden umzukrempeln, hätte er fürs Tagesgeschäft einen ebenso identitätsstiftenden Geschäftsführer gebraucht. Jemanden, den die Leute kennen, dem sie vertrauen, bei dem sie wissen, woher er kommt, wofür er steht, wohin er den Tanker steuern will.

Wir müssen hier gar nicht zum wiederholten Male die fortgesetzten, von Fenner verantworteten öffentlichen Pannen und verpassten Chancen des DSB aus der jüngeren Vergangenheit erzählen. Allein Fenners beharrliche Weigerung, seine Geschichte zu erzählen, zeigt, wie viel er von Öffentlichkeitsarbeit versteht: nicht viel.

Identität stiftend seit 30 Jahren: Jörg Schulz. (Foto: Schachjugend)

Jetzt erleben Krause/Fennner, was passiert, wenn ein Unbekannter ohne Geschichte eine seit 30 Jahren Identität stiftende Figur wie Jörg Schulz feuern will. Der Schuss geht nach hinten los, das Volk tobt und begehrt auf, die Gremien ebenso. Formal bekommen sie ihn vielleicht gefeuert, aber ihr eigenes öffentliches Bild bekommen sie so bald nicht repariert.

Bitter aus Sicht des Beobachters: Der Fall Schulz und die heftigen Reaktionen darauf zeigen, welch enormes Engagement Schach zu generieren vermag. Wie gut stünde das Schach da, würde nur jemand dieses Engagement im Sinne unseres Spiels wecken und kanalisieren, anstatt die eigenen Eskapaden zum Aufreger zu machen.

Erstaunlich, welches Engagement Schach zu erzeugen vermag: Die Online-Petition gegen die Kündigung hatten nach wenigen Stunden fast 800 Leute unterzeichnet.

Die Hauptschuld an der gegenwärtigen Gemengelage tragen übrigens nicht die beiden Feuer- und Wasser-Darsteller aus der Geschäftsstelle, die sind viel zu gefangen in ihren Eigenarten. Beide, und das steht hier nicht zum ersten Mal, hätten einen Präsidenten gebraucht, der sie wachrüttelt. Eine schlechtere Zeit, um nicht vertrauensvoll miteinander umzugehen, hätten sich Ullrich Krause und Malte Ibs nicht aussuchen können. Miteinander abgestimmt, hätten sie ihre Geschäftsführer zur Ordnung rufen müssen.

„Eventuell strafrechtlich relevante Dinge“?

Es wäre an Krause gewesen, Fenner den Wert der DSJ und ihrer Dynamik zu verdeutlichen und ihm klarzumachen, dass er mit ein bisschen jugendlicher Anarchie leben muss. Es wäre an Ibs gewesen, Jörg Schulz so lange in den Hintern zu treten, bis er ordentliche Rechnungen schreibt und eine ordentliche Kasse führt, sodass die DSB-Buchhalter nicht Tag für Tag aufs Neue in Schnappatmung verfallen.

Ob mehr vorgefallen ist als Schlamperei und Widerborstigkeit? Ausschließen können wir das nicht, aber keiner der von dieser Seite befragten Schach-Insider konnte einen einzigen Vorfall benennen, der Anlass gäbe, Jörg Schulz nicht zu vertrauen.

Dass Ullrich Krause (links) und Malte Ibs (rechts) einander nicht direkt die Hand reichen können, ist ein Problem. Beide waren gefordert, die Wogen zwischen ihren jeweiligen Geschäftsführern zu glätten.

Der DSB hantiert derweil mit der Formulierung, es seien „eventuell strafrechtlich relevante Dinge“ vorgefallen. Diese vage Andeutung hörte das DSB-Schiedsgericht, das die DSJ unmittelbar angerufen hat.

Selbst wenn wir im Sinne des DSB annehmen, dass ein triftiger Grund für eine Kündigung vorliegt: Malte Ibs hätte frühzeitig eingebunden sein müssen, zumal wenige Tage nach einem Krisentreffen DSB-DSJ, bei dem sich die Beteiligten aufrichtigen Umgang miteinander zugesagt haben.

Ein Anschlag auf die Existenz der DSJ

Ibs hätte Vorsorge treffen können, weil die DSJ bis Freitag, 15.11., ihre Mittel für 2020 von der Deutschen Sportjugend beantragen muss, knapp 100.000 Euro. Diese Anträge zu schreiben, ist Schulz untersagt worden.

In dieser Sache ist die unmittelbare Dringlichkeit gemildert, die Sportjugend hat kurzfristig eine Fristverlängerung gewährt. Allerdings werden derartige Mittel nur an eigenständige Organisationen vergeben. Wenn der Eindruck entstehen sollte, die DSJ sei nicht eigenständig, weil sich ihr Geschäftsführer nur allzu leicht aus seinem Amt entfernen lässt, mögen diese öffentlichen Gelder nicht bewilligt werden.

Bei der DSB-Präsidiumssitzung am Freitag soll über die Entlassung Schulz‘ befunden werden. Tags darauf der Hauptausschuss, bei dem die Revolution droht. Das Duo Krause/Fenner muss an diesem Wochenende einen verdammt guten Grund aus dem Hut zaubern, damit die Angelegenheit nicht länger nach einem gezielten Anschlag auf die Existenz der DSJ aussieht.

Eine Bitte dieser Seite an beide Herren, ihre Sicht der Dinge darzulegen, wurde nicht beantwortet.

15 Kommentare zu „Der Fall Schulz

  1. An sich ein recht ausgewogener Bericht zu einer traurigen Sache.

    Eindeutig falsch ist aber, Marcus Fenner für die Organisation des Meisterschaftsgipfels und eine „Neuorganisation“ der DSAM zu loben. Der Gipfel war bereits von Dr.Jordan vororganisiert und das Konzept der DSAM wurde einfach von Jordan übernommen. Wie die Organisationsfähigkeit von Fenner/Krause wirklich ist, hat man jüngst beim nicht praktisch nicht statt gefundenen Beiprogramm zum FIDE-Grand-Prix in Hamburg gesehen.

    Auch die Formulierung „seine Menschenführung ist ein Disaster“ ist doch sehr diplomatisch. Es gibt mittlerweile zahlreiche Berichte darüber, dass Fenners Umgang mit verdienten Menschen und Mitgliedern des DSB fies,zynisch und link ist. Es bleibt zu hoffen, dass Ullrich Krause noch herausfindet welchen Geschäftsführer er wirklich entlassen muss. Sonst muss er leider selbst gehen.

    1. Yep,das mit dem traurigen Beiprogramm beim Hamburger Fide Turnier kann ich bestätigen.Hatte so etwas aber schon irgendwie erwartet.Leider Null Atmosphäre für sehr teuren Eintritt.Tragisch wenn Menschen wie Herr Fenner am Ende als Gewinner bleibt und die Verlierer unsere deutsche Schachjugend ist.

  2. Warum zahlt die DSJ jährlich 6000 EUR an die Zeitschrift „Jugendschach“? Werden daraus eventuell Autorenhonorare – also auch für Schulz – finanziert? Das hätte in der Tat wenigstens ein „Geschmäckle“.

    Ein Arbeitnehmer, der seinem Arbeitgeber öffentlich widerspricht, wird anderswo sofort gefeuert; mit einer bloßen Abmahnung war Schulz also noch gut bedient.

    1. Bevor man über »Geschmäckle« schreibt, kann man auch kurz recherchieren, auch wenn’s unmodern ist. Das DSJ-Forum hat 2018 5.374,38 Euro gekostet, davon sind 4.000 Euro von der Deutschen Sportjugend bezahlt worden. Neben dem Ausgabenposten im Finanzplan steht als Verwendungszweck »Druck,- Portokosten DSJ Mitteilungsblatt als Beilage JugendSchach«. Der Finanzplan wurde von den Kassenprüfern der DSJ und auch vom DSB geprüft.

      Zum zweiten Absatz sage ich lieber nichts.

  3. Man mag über Jörg Schulz denken, wie man wolle. Diese Art der „Verabschiedung“ ist unter aller Würde und auch zu einem (wahrscheinlich gewollten) Zeitpunkt passiert. Ich bin gespannt, was JS nun tatsächlich vorgeworfen wird!

  4. Der Vorgang ist ja nur der Gipfel des Eisberges, der sich da seit dem Antritt des gewissen Herrn Krause aus Lübeck vollzieht. Im Schlepptau von Herrn Deventer wurde der kommissarische Geschäftsführer Herr Fenner aus dem Hut gezaubert. Vorgeschichte nahezu unbekannt. Angeblich bereits tausende Turniere in den USA organisiert. Wer die Fide Vita eines Organisators oder Arbiters
    verfolgt, findet davon nichts.
    In meiner Amtszeit als Seniorenreferent wurde 2017 von jetzt auf gleich eine seit 17 Jahren beschäftigte Mitarbeiterin entfernt. Genauere Abläufe liegen mir in schriftlicher Form vor. Meine
    daraus resultierende Aufforderung an Krause und Deventer sie mögen bitte umgehend ihre Ämter
    aufgeben und zur Verfügung stellen, weil sie als Führungspersonal untragbar seien. Meine jahrzehntelange berufliche Vergangenheit als hauptamtlicher Gewerkschafter gestattete mir sehr wohl eine arbeitsrechtliche Bewertung dieser Vorgänge.
    Da sich fast zeitgleich die Causa um Dirk Jordan ereignete, wurde verschiedentlich meine persönliche
    Bewertung des Personalvorganges in der DSB Geschäftsstelle in der Öffentlichkeit miteinander vermischt.
    Das ich auch zur Beurteilung des Präsidiums beim Umgang mit Dirk Jordan eine dezidiert andere Meinung hatte, wurde zum Anlass genommen, die Ausrichtung der Deutschen Senioreneinzelmeisterschaft 2019 in Radebeul auf schäbigste Weise zu behindern.
    Nur das funktionierende gute Netzwerk in der Seniorencommunity verhinderte einen Ausfall. Die Teilnehmerzahl hat trotzdem gelitten.
    Wegen dieser Vorgänge hatte ich bereits vor dem DSB Kongress erklärt, wenn Krause und Deventer wiedergewählt würden, stünde ich für das Amt des Seniorenreferenten nicht mehr zur Verfügung.
    Die Ablösung des wiederkehrenden Geschäftsführer und Sportdirektors Uwe Bönsch, wurde augenscheinlich zufriedenstellend auf finanzielle Weise gelöst. Sie diente aber ausschließlich der endgültigen Implementierung des Geschäftsführers Herrn Fenner. Zu gegebener Zeit kann man hier sicher auch bei Uwe Bönsch nachfragen.
    Der Artikel von Herrn Schormann gibt sicher nur in Ansätzen, das Klima in der Geschäftsstelle
    des DSB wieder. Als verantwortlicher Funktionär erwarte ich von meinem Führungspersonal einen
    respektvollen und jederzeit nachvollziehbaren Umgang. Der Vorgang um Jörg Schulz beweist leider
    jetzt erneut, dass dieser Präsident und sein Geschäftsführer denkbar ungeeignet sind ihre Aufgaben zu erfüllen. Der DSB braucht dringend einen Neuanfang.

    Gerhard Meiwald

  5. Herr Meiwald ist ein Fürsprecher und Gehilfe des Herrn Dr. Jordan, hatte ihm aus unbekannten Gründen die Hotelbuchungen anlässlich der Deutschen Seniorenmeisterschaft 2018 in Hamburg-Bergedorf übertragen und auf diese Weise Provisionen zuschanzen wollen. Verständlich, dass Meiwald einen „Brass“ auf Ullrich Krause hat, der diesem unsäglichen Treiben ein Ende bereitet hat. Dass Meiwald als Seniorenreferent des DSB nicht mehr tragbar war, hat er selbst erkannt und von einer Kandidatur zur Wiederwahl abgesehen, was ihn aber nicht daran hindert, wie hier auf übelste Weise nachzutreten.

  6. Zitat Meiwald:
    „Im Schlepptau von Herrn Deventer wurde der kommissarische Geschäftsführer Herr Fenner aus dem Hut gezaubert. Vorgeschichte nahezu unbekannt. Angeblich bereits tausende Turniere in den USA organisiert. Wer die Fide Vita eines Organisators oder Arbiters
    verfolgt, findet davon nichts.“

    Die FIDE-Karteikarte von Fenner, Marcus ist öffentlich einsehbar:

    https://ratings.fide.com/profile/2060388/arbiter_organizer

    Man sieht dort hunderte Einträge als Arbiter und als Organizer.

    Was Meiwald hier betreibt, grenzt an Üble Nachrede. Herr Meiwald ist der Allerletzte, dem es zusteht, einen „respektvollen und jederzeit nachvollziehbaren Umgang“ einzufordern. Gut, dass dem DSB ein Neuanfang ohne Herrn Meiwald gelungen ist.

  7. In der Tat, der DSB muss eine sehr überzeugende Begründung vorweisen können, wenn man einen langjährigen Mitarbeiter auf diese Weise feuert. Obwohl ich sicherlich kein Fan des DSB bin, würde ich aber dessen Statement abwarten wollen, bevor ich einen Offenen Brief unterschreibe, in dem die bedingungslose Wiedereinsetzung gefordert wird. Sollte Herr Schulz (was ich nicht hoffe) mit der Hand in der Keksdose erwischt worden sein, könnte sowas schnell nach hinten losgehen und man täte auch dem Betroffenen keinen Gefallen damit.

  8. „Bei der DSB-Präsidiumssitzung am Freitag soll über die Entlassung Schulz‘ befunden werden.“
    Jertzt ist Sonnabendmorgen. Die Geier krächzen durch die Stille der Nacht, durch keinerlei Berliner Meldung unterbrochen, denn die Fenner & Weiner im Dunkeln sieht man nicht …Ist wohl alles nicht so wichtig, die paar hunderttausend, kann man ja ausbuchen.

  9. Egal was letztendlich rauskommt, das DSB-Präsidium wird seiner Verantwortung nicht gerecht.
    Das sind nur 6 Mit/Gegen-Arbeiter, da sollte doch eine vernünftige Kommunikation möglich sein.

  10. Lieber Herr Berger,

    die zahlreichen Mitglieder unseres Schachbundes, welche einen Brass auf Herrn Fenner haben, haben diesen vor allem deswegen, weil er nicht für ein schachfreundliches gemeinsames Miteinander steht. sondern für den fiesen und zynischen Umgang mit Mitgliedern unseres Verbandes.

    Zu Ihrer Anmerkung bezüglich der Vergangenheit von Marcus Fenner: Er wurde auf der Website des DSB mit den Worten vorgestellt:“Er nahm erfolgreich an Lehrgängen zum Internationalen Schiedsricheter und internationalen Organisator teil“. So groß kann der Erfolg nicht gewesen sein. Denn laut der FIDE-Card auf die sie verweisen ist er weder IA noch IO. Die zahlreichen Turnier auf die sie verweisen waren teils kleine Blitzturnierchen, wie sie wohl jeder von uns in seinem Klub schon mal organisiert hat.

  11. „… droht das deutsche Schach zu zerbrechen. Schon am Sonntag könnte es ein Scherbenhaufen sein. Die Führung des Deutschen Schachbunds bekam einen a n o n y m e n Brief ausgehändigt, dessen Verfasser die Integrität des DSJ-Geschäftsführers Jörg Schulz infrage stellte, ihm gar vorwarf, sich am Schach zu bereichern. … Gibt es einen „Fall Schulz“, und ist der womöglich nur ein zweiter Komplex ein- und derselben Affäre? Verbindungen zwischen Schulz und Jordan liegen ja auf der Hand: Die Deutsche Schachjugend ist mit der Jordan-Firma „Euro Chess“ eng verbunden, unter anderem bezahlt sie jedes Jahr 6.000 Euro dafür, die Euro-Chess-Zeitschrift „Jugendschach“ als Forum in eigener Sache zu benutzen. Chefredakteur dieser Zeitschrift: Jörg Schulz.
    • Verfasser des anonymen Briefs bis heute unbekannt
    • Die Spekulation, da könnten krumme Sachen laufen, ließ sich nie manifestieren …“

    Inzwischen ist es später Abend am Sonntag, Totensonntag. Weder die DSJ noch der DSB haben die versprochenen Stellungnahmen geliefert, auch aus der Tagung des Hauptausschusses ist bisher kein Sterbenswörtchen bekannt geworden.
    Es ist völlig klar, dass in Anbetracht dieses seltsamen Schweigens die öffentlichen Gerüchte – oder sind es logische Schlussfolgerungen? – um sich greifen. Natürlich hat der DSB damit einen gewissen karnevalesken Unterhaltungswert, die Session hat ja auch begonnen, aber das Ziel vor noch drei, vier Tagen dürfte ein anderes gewesen sein. Insgesamt sieht das Verhalten ziemlich dilettantisch aus.

    Der Schachjugend kann man das nicht vorwerfen; entgegen ihres Selbstverständnisses aind die Kinder und Jugendlichen eben n i c h t s e l b s t ä n d i g (wie sonst könnte der DSB deren Geschf entlassen?) und sie wird vom DSB und seiner Gliederungen im Hauptteil je nach Gusto und Kassenlage gut auskömmlich finanziert.

    In der DSJ, die sich jährlich ein riesiges Turnier leistet (auch darum ranken sich mittlerweile pure Mutmaßungen eines Modus nach „Methode Jordan“), sind neben dem (nun wohl ehemaligen) Geschf noch zwei weitere Hauptamtliche tätig. Dass also das Fehlen des Geschf und des (selbstverständlich irgendwann auch mal urlaubenden, ehrenamtlichen) Vorsitzers den sofortigen Zusammenbruch des Betriebs nach sich ziehen könnte, ist mindestens überraschend.
    Der Stil des DSB, der wohl den Gepflogenheiten des amerikanischen „hire and fire“ angelehnt ist, überrascht in einem eben auch sozialen Verband allerdings nicht minder. Sofern der Hauptausschuss darüber noch nicht räsoniert hat, sollte die nächst anstehende Mitgliederversammlung die Ablösung des jetzigen DSB-Vorstandes und erst recht seines Geschäftsführers in die Wege leiten.

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