Die Superklatsche

Nach neun Kampagnentagen stand fest: Klettern und Surfen werden olympisch, Schach nicht. Leider hatte das beim DSB niemand mitbekommen. Nachdem die Olympia-Kampagne der FIDE gescheitert war, begann der Deutsche Schachbund, sie zu unterstützen. Der DSB machte Ullrich Krause zum Gesicht seines verspäteten Annäherungsversuchs an den Weltverband unter dessen neuen Chef Arkadi Dvorkovich. „Schach kann das Olympia-Publikum begeistern“, ließ der DSB seinen Präsidenten verkünden, als längst feststand, dass Olympia Schach nicht will.

Bei der FIDE haben sie diese Peinlichkeit nicht bemerkt oder geflissentlich übersehen. Einige Wochen später traf Krause Arkadi Dvorkovich tatsächlich. Und er hörte Erfreuliches. Dvorkovich war bereit, noch etwas anderes zu übersehen, den Umstand nämlich, dass die Deutschen bei der FIDE-Präsidentenwahl seinen Gegner unterstützt hatten. Zusammenarbeit mit dem deutschen Verband sei ihm wichtig, sagte Dvorkovich. Der Russe stellte in Aussicht, Turniere mit WM-Flair nach Deutschland zu vergeben.

Gedankenaustausch mit Dvorkovich! Zusammenarbeit mit der FIDE! Weltklasseturniere in Deutschland! Kurz vor der deutschen Präsidentenwahl zwischen Krause und seinem Herausforderer Uwe Pfenning waren Dvorkovichs Zusagen eine glänzende Gelegenheit, den DSB-Präsidenten zum Gesicht eines Erfolgs zu machen.

Anstatt Krause gut aussehen zu lassen, verschwieg der DSB die Begegnung seines Präsidenten mit dem Weltschach-Chef. Es bedurfte einer Anfrage dieser Seite, was denn bei dem Treffen mit Dvorkovich herausgekommen sei, um die frohe Botschaft ans Tageslicht zu befördern. In der DSB-Geschäftsstelle hatte niemand die Gelegenheit gesehen, geschweige denn etwas daraus gemacht.

Eineinhalb Jahre ist das jetzt her, längst hatte in dieser Geschäftsstelle Marcus Fenner die Zuständigkeit für alles Öffentliche an sich gerissen. Die Olympia-Peinlichkeit und die verpasste FIDE-Chance allein waren veritable Indizien, dass hier jemand für etwas zuständig ist, das er nicht kann. Nur war Ullrich Krause Mitte 2019 schon nicht mehr bereit, auch nur die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass Fenner etwas nicht kann, dass in der Geschäftsstelle ein Kompetenzvakuum zu füllen ist.

Die tragische Krause-Konstante

„Ein Glücksfall“ sei der neue Geschäftsführer sagte Krause im seitdem letzten Telefonat mit dem Schreiber dieser Zeilen nach dem Kongress 2019. Ein Gespräch über die Klagerufe aus der Geschäftsstelle oder darüber, wie sehr der neue Geschäftsführer die Meinungen spaltet, ließ Krause nicht zu. „Glücksfall“, Ende der Debatte.

Und so blieben die Olympia-Peinlichkeit und die verpasste FIDE-Chance keine Einzelfälle. Stattdessen zieht sich seit Anfang 2019 eine tragische Konstante durch die Krause-Präsidentschaft: Wenn dem DSB etwas gelungen ist, verpasst der Apparat mit dem Geschäftsführer an der Spitze die Chance, seinen Präsidenten zum Gesicht des Erfolgs zu machen. Stattdessen macht der Apparat seinen Präsidenten in schöner Regelmäßigkeit zum Gesicht von Peinlichkeiten.

Den vorläufigen Höhepunkt dieser Reihe haben am Dienstag einige zehntausend Spiegel-Leser gesehen. Deutschlands drittgrößte Nachrichtenseite (nach bild.de und focus.de) schreibt: „Schach scheint tatsächlich ein Gewinner der Krise zu sein – nur in Deutschland verschläft man den Boom, zumindest beim Verband. Der Deutsche Schachbund (DSB) ist mit sich selbst beschäftigt, Ärger in den eigenen Reihen sorgte in den vergangenen Monaten für mehrere Rücktritte von Funktionären.“

Ein Gesicht des „mit sich selbst beschäftigten, den Boom verschlafenden“ Verbands lieferte der Spiegel gleich mit:

Ausschnitt aus der Spiegel-Berichterstattung.

Vor gut einem Jahr war die Empörung über den mit Krauses Segen kompromiss- und bedingungslos durchgezogenen Kulturkampf Fenner versus Schulz noch weitgehend in der Schachblase geblieben. Neulich beim Kongress, als Jörg Schulz längst Hausverbot hatte und trotzdem darüber gestritten wurde, wer auf der Toilette wem begegnet, nahm erstmals eine breitere Öffentlichkeit wahr, dass Ansehen und Verbreitung des Schachs beim Schachbund viel zu oft keine Rolle spielen.  

Jetzt fliegt Fenner und Krause ihr Missmanagement in der Leistungssportaffäre in einem Maße um die Ohren, wie sie das noch nicht erlebt haben: Der Spiegel, der Focus, die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, der Deutschlandfunk und so weiter. Sie alle haben den Trubel um und die letztliche Trennung von Rogozenco aufgegriffen, und hunderttausende Leser/Hörer/Zuschauer (wenn nicht mehr) haben wahrgenommen, dass im Schach der Haussegen schief hängt.

“… dann wechsele ich nach Uruguay”

Unmittelbar mit dieser medialen Superklatsche für unsere Schach-Doppelspitze sind vier Leute verbunden, teils ohne ihr Zutun:

Zum einen Georg Meier, den Spiegel und Süddeutsche als Initiator und Organisator des vereinten Boykotts der Nationalspieler identifiziert haben. Meier will erst einmal versuchen, die im DSB bestehenden Verhältnisse zum Besseren zu ändern. Nach Uruguay will er im nächsten Jahr nur wechseln, sollte er mit dem Versuch scheitern, in Deutschland ein Klima der Kooperation zu erzwingeneugen.    

Zum anderen Vincent Keymer, der mit weitem Abstand gewichtigste Name auf der Liste der zwölf, die unter Rogozenco nicht für Deutschland spielen wollten. Nach der überraschenden Erkenntnis, dass sich Alexander Naumann nicht beliebig herumschubsen lässt, dürfte auch dieser Name auf der Liste und die damit verbundene Resonanz unsere Doppelspitze überrascht haben. Hätte der angehende Weltklassespieler Keymer dort nicht gestanden, wahrscheinlich wäre Teil eins der Machtprobe heute noch nicht beendet.

Außerdem Jogi Löw. Wenn der Fußball-Bundestrainer wackelt, sind Redaktionen angesichts der Analogie viel eher bereit, den Entwicklungen rund um Bundestrainer in Randsportarten als notierenswertes Kuriosum nachzugehen.

Nicht zuletzt Stefan Löffler. Der betreut seit einigen Monaten die Schach-Sparte bei der Deutschen Presseagentur (dpa), die bis dahin eher nach Larifari-Maßstäben denn nach journalistischen geführt worden war. Löffler ist einer von der Handvoll Leute im deutschen Schach, die verstehen, was „Nachrichtenwert“ bedeutet, für die Aktualität ein Faktor ist.

Wenn Schach über den Ticker läuft, kommt es von ihm: Stefan Löffler. | Foto: Georgios Souleidis

Wenn jemand wie Löffler sieht, dass beim Schach zwölf Nationalspieler streiken, inklusive Keymer zumal, im Löw-Kontext zumal, dann sieht er eine Nachricht, die mit höchster Wahrscheinlichkeit erheblichen medialen Widerhall findet. Sofort schreibt Löffler eine Meldung für die dpa, die wenig später in Redaktionen landauf, landab über den Ticker läuft. Den Ticker wiederum bedienen Leute, denen, siehe oben, diese dpa-Schachmeldung als notierenswertes Kuriosum erscheint. Und dann, vom RTL-Videotext bis zum Hintertupfinger Anzeiger, ist landauf, landab der Konflikt um den Schach-Bundestrainer ein Thema.

Dass ein Schachthema die Runde macht, fällt natürlich denen auf, die bei überregionalen Medien für Schach zuständig sind. Florian Pütz beim Spiegel zum Beispiel. Oder Johannes Aumüller bei der Süddeutschen Zeitung. Also nehmen diese beiden den Hörer in die Hand und fragen bei den Beteiligten nach, um ihren Lesern über die dpa-Meldung hinaus die ganze Geschichte erzählen zu können.

Florian Pütz (rechts) im Gespräch mit Ilya Merenzon. | Foto: WorldChess

Nachdem ihn am Tag zuvor der Spiegel zum Gesicht des mit sich selbst beschäftigten Verbands gemacht hatte, mochte Ullrich Krause nicht mit der Süddeutschen Zeitung sprechen. Er verwies Aumüller an seinen Geschäftsführer in Berlin; Geschäftsführer einer Organisation wohlgemerkt, die gerade noch ihre Jugend verpflichten wollte, alle Ausgaben jenseits von 500 Euro vorzulegen und genehmigen zu lassen.

Hinsichtlich der 4.000 Euro fürs Nisipeanu-Training haben Fenner und Krause allem Anschein nach den Job der von ihnen eingesetzten Kassenprüfer längst erledigt. Krause hat schon in seiner Mitteilung am 11. November erklärt, dass alles korrekt gelaufen ist, Fenner erklärt nun der SZ: „Wir haben geprüft“, nichts sei zu beanstanden gewesen. Außerdem beharrt er darauf, dass die Aufstellung der Frauen Sache des Bundestrainers ist. Auf der DSB-Website lässt sich die gegenteilige Vereinbarung nachlesen.


Interessiert sich Spiegel-Schachschreiber Florian Pütz nur für Skandale, oder versäumt das Schach, Gesichter und Geschichten zu produzieren, die Florian Pütz zu Berichterstattung veranlassen? Wir haben unlängst den Chef von Florian Pütz genau danach gefragt. Leider arbeitet beim Schachbund (und nicht nur da) niemand, der versteht, was für Pütz und seinen Chef eine Geschichte ist, und der darauf hinarbeitet, dass das Schach solche Geschichten produziert.

Während die Süddeutsche Zeitung spekuliert, ob „noch jemand Verantwortung übernehmen muss“, spekuliert der Spiegel, dass die DSB-Präsidentenwahl in einem halben Jahr Krause gezwungen habe zu reagieren.

Als ob jemand bereit stünde, in den Ring zu steigen, Krause abzulösen und den „moderierenden Führungsstil“ einzuführen, den Krause einst angekündigt hat. Wie unlängst berichtet, ist weit und breit kein Gegenkandidat in Sicht. Michael S. Langer und Andreas Jagodzinsky haben längst abgewunken. Das Gremium der Landespräsidenten verharrt im Tiefschlaf, zwar kurz aufgeweckt durch die DSJ-Umlage, aber in keiner Weise bewegt von der bizarren Kombination aus existenzieller Krise und Riesenchance für das Schach, der zu stellen sich die Schar unserer Funktionäre beharrlich weigert.

Und selbst wenn jemand im Stillen darüber nachdenkt, ob nicht DSB-Präsident ein Job für ihn oder sie wäre: Nicht nur Langer und Jagodzinsky wissen, dass sich jeder neuen DSB-Präsidentin ab dem Moment ihrer Wahl die Fenner-Frage stellen würde. Und die wäre mit der Herkulesaufgabe verbunden, den Geschäftsführer dazu zu bringen, Leute neben sich zuzulassen und seine Schaffenskraft auf seine Stärken zu fokussieren: Organisieren, die Bücher führen, bei wichtigen Leuten Eindruck machen.

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Fernando Offermann
10 Monate zuvor

Oh, Stefan Löffler macht jetzt die dpa-Nachrichten? Sehr gut, freut mich.

Ansonsten weiß ich nicht, ob es wirklich sinnvoll ist, Sauen durchs Dorf zu jagen. Dass sich die Nationalspieler durchgesetzt haben und sich das offenbar selbstgerechte Handeln des Bundestrainers nicht mehr gefallen lassen: prima.

Fragt sich nur, wie man jetzt mit dem zurückgetretenen Personal umgeht und der Kaderfrage. Wenn das Tischtuch noch nicht zerschnitten ist, könnte man ja einen Neustart erwägen?

Stefan
Stefan
10 Monate zuvor

Neustart? Ich bin mir sicher, dass das auf jeden Fall klappen kann bei so vielen kompetenten Leuten auf einem Haufen. hohoho hahaha

Peter Kalkowski
Peter Kalkowski
10 Monate zuvor

Ha,ha die Sau wird weiter durch das Dorf gejagt. Neuer Artikel inhaltlich gleiche Kommentare.
Auch ohne die genannten potenziellen Kandidaten wird irgendwo in irgendeinem LV ein Kandidat bereitstehen, das steht doch schon fest. Er wird schon ganz nervös vor Vorfreude sein. Und wenn es zur Neuwahl kommen sollte Herr Dr. Marcus Fenner ist Festangestellt. Das wird eine ganz teure Trennung.
Der nächste Präsident wird sicher Ü 60 sein dann freu ich mich schon auf die geforderten dynamischen Reformen.

Klaus Zachmann
Klaus Zachmann
10 Monate zuvor

Ich finde den Artikel gut. Umfassend und mit sehr vielen verlinkten Quellen.
Ihr Kommentar zeigt, dass Sie sich mit dem Arbeitsrecht überhaupt nicht auskennen.
Aber das ist nicht mein Problem. 🙂

Peter Kalkowski
Peter Kalkowski
10 Monate zuvor
Reply to  Klaus Zachmann

Ich glaub das es hier nicht um Arbeitsrecht geht , eher um beweise wie Inkompetent in Augen einiger das Präsidium arbeitet.

“Die Superklatsche” ich habe auf diesen Artikel reagiert und weiss nicht wo ich was finden sollte wo ich jetzt über Arbeitsrecht referieren sollte, das machen andere ich konsumiere nur und trage meine Gedanken (über Arbeitsrecht) nicht in die Öffentlichkeit. Um Arbeitsrecht hat sich in meiner Firma meine Personalchefin gekümmert.

Klaus Zachmann
Klaus Zachmann
10 Monate zuvor

Ich hatte mich bezüglich Arbeitsrecht ausdrücklich auf Ihren Kommentar bezogen.
Ich zitiere aus Ihrem Kommentar: “Festangestellt. Das wird eine ganz teure Trennung.”
Was meinen Sie damit denn sonst?

Peter Kalkowski
Peter Kalkowski
10 Monate zuvor
Reply to  Klaus Zachmann

Und wird sie nicht teuer(zumindestens die Freistellung vom Kündigungstag bis zum letzten Arbeitstag ) oder soll ich meine P-Chefin mal fragen. Oder reicht ein Schreiben vielen Dank für ihre Mitarbeit und wünschen ihnen auf ihren weiteren Weg viel Erfolg, oder wie. Tatsächlich kenne ich mich im Arbeitsrecht für Angestellte weniger aus ich beschäftige Handwerker. Aber ich kann mir vorstellen wie das K-Schreiben anfängt z.B Sehr geehrter Herr Dr. X wir sind leider gezwungen sie fristlos wegen äußerer Einflüsse (Kommentatoren von Perlen v. Bodensee) zu entlassen. Bitte zeigen sie Verständnis die Kommentatoren fordern ihren Kopf.

Klaus Zachmann
Klaus Zachmann
10 Monate zuvor

Wenn man die Sache richtig macht, wird es nicht teuer. 🙂

Gerhard Meiwald
Gerhard Meiwald
10 Monate zuvor

Lieber Herr Kalkowski,

ich finde den Artikel von Conrad Schormann gut geschrieben und informativ. Wie schnell man daraus auf Verantwortlichkeiten und mögliche Kündigungsszenarien kommt finde ich schon erstaunlich, Sie dürfen aber sicher sein, dass Herr Dr.Fenner sich mit allen arbeitsrechtlichen Regularien auskennt, da er sich schon zu Beginn seiner vormals kommissarischen Geschäftsführung mit der Kündigung und Freistellung einer sehr langjährigen Mitarbeiterin der DSB Geschäftsstelle intensiv befasst hat.
Er wäre im Gegensatz zu dieser ehemaligen Mitarbeiterin zumindest gut vorbereitet.

Gerhard Meiwald

Peter Kalkowski
Peter Kalkowski
10 Monate zuvor

Lieber Herr Maiwald,
die Szenarien find ich tatsächlich nicht im Artikel, sondern von einigen Kommentatoren die das versteckt schreiben.
Hier nur ein Zitat stellvertretend von vielen auf div. Artikel.

Lieber Conrad,
ist es Gott gegeben, dass Professor Doktor Fenner auf Ewigkeit Geschäftsführer des DSB bleibt? Jemand, der so viel falsch gemacht hat, wie du so schön dokumentierst, ist meiner Meinung eine totale Fehlbesetzung und muss ersetzt werden.

Peter Kalkowski

Klaus Zachmann
Klaus Zachmann
10 Monate zuvor

Wie man so etwas vollkommen falsch macht, konnte man bei der überhasteten Vorgehensweise bezüglich des DSJ-Geschäftsführers sehen. Dieser wurde freigestellt, sodass dessen Gehalt nicht mehr gefördert wurde und somit vollumfänglich vom DSB, bzw. von den Beitragsgeldern der Vereine bezahlt werden musste. Wegen der ca. 30jährigen Betriebszugehörigkeit war in diesem Fall die Kündigungsfrist deutlich länger. Aber offensichtlich gibt es dennoch Krause-Fans die solche Vollandiewandfahren-Aktionen beklatschen. Oder hat man mittlerweile einen Weg gefunden, wie man das Gehalt eines freigestellten Geschäftsführers gefördert bekommt? Und wie ist das jetzt mit der Entlassung des Trainers? Wie lange wird dieser ohne Gegenleistung bezahlt? Dagegen sind die… Weiterlesen »

Peter Kalkowski
Peter Kalkowski
10 Monate zuvor
Reply to  Klaus Zachmann

Persönlich finde ich schade das in einigen Dingen die Transparenz fehlt, aber von allen Seiten.
Denke wenn es was zu beanstanden gibt stehen genug Anwärter und Allianzen die sich stellen werden. Demokratie/Satzung halt.
Des weiteren wird es eine Kongressbroschüre mit den Berichten geben .
Es geht sicher auch nicht um Klatschen man wird die Sache im Kongress klären da bin ich sicher. Klatschen werde ich auch aber nur dem Sportdirektor und Team der sich traut die Reformation der 1+ 2 BL im Sinne von Förderung des nationalen Schachsport an zu gehen.

Frank Bicker
10 Monate zuvor
Reply to  Klaus Zachmann

Auch wenn ich kein Jurist bin, so musste ich lernen, dass das die gesetzliche Kündigungsfrist sich nach der Zahl der fest angestellten Mitarbeiter bemisst. Nach meinem Kenntnisstand gilt das Kündigungsschutzgesetz nicht für Kleinbetriebe – bis 10 Mitarbeitern in Vollzeit. Details siehe https://www.gesetze-im-internet.de/kschg/__23.html Wenn der DSB-Vorstand nichts anderes in die Arbeitsverträge hineingeschrieben hat, dann ist eine ordentliche Kündigung ohne viel Trubel möglich – es gibt auch keine Abfindung, es sei denn der Arbeitsvertrag sieht es vor. Die fristlose Kündigung von Herrn Schulz (ehemals DSJ) durch den DSB-Vorstand hatte die formalen Voraussetzungen nicht erfüllt. Es kam, wie es kommen musste. Schlimm ist,… Weiterlesen »

peters
peters
10 Monate zuvor
Reply to  Frank Bicker

“Die fristlose Kündigung von Herrn Schulz (ehemals DSJ) durch den DSB-Vorstand hatte die formalen Voraussetzungen nicht erfüllt.” Woher weißt du das? Das wäre ja diletantisch, bzw grob fahrlässig.
Übrigens: leitende Angestellte haben deutlich weniger Rechte (Kündigung/Abberufung/Freistellung) als “normale” Angestellte. Geschäftsführer/Nationaltrainer sind ganz bestimmt “leitend”. Das sind Angelegenheiten für Anwälte, und das macht die Sache kostspielig. Also wem es an Sozialkompetenz fehlt und seine Konflikte nicht verantwortungsvoll lösen kann, der muss eben teuer bezahlen. Bzw. der Verband.

Werner Berger
Werner Berger
10 Monate zuvor
Reply to  peters

Ungeachtet der hochtrabenden Bezeichnung “Geschäftsführer” war Schulz war weder Leitender Angestellter noch Geschäftsführer im gesellschaftsrechtlichen Sinne, der Mann war stinknormaler Angestellter und ist außerdem auch nicht fristlos gekündigt worden. Davon dass Schulz einen Anwalt beauftragt hätte, den noch dazu der DSB hätte bezahlen sollen, ist mir nichts bekannt.

Last edited 10 Monate zuvor by Werner Berger
peters
peters
10 Monate zuvor
Reply to  Werner Berger

“Ungeachtet der hochtrabenden Bezeichnung „Geschäftsführer“ war Schulz war weder Leitender Angestellter noch Geschäftsführer im gesellschaftsrechtlichen Sinne, der Mann war stinknormaler Angestellter..” du klingst so wie jemand, der tausende Euros für Anwälte und Gerichtskosten riskiert, um so eine Frage zu beantworten, selbst bei minimalen Erfolgsaussichten. Weil man aus Mangel an Sozialkompetenz Konflikte nicht einvernemlich regeln kann. Sei es drum: stehst du eigentlich in Lohn und Brot beim DSB? Oder in einer wirtschaftlichen Beziehung? Dann könnte ich deinen Eifer besser nachvollziehen. Und du scheinst ein richtiger Insider (“nicht fristlos gegündigt”) zu sein, der aber nur das wahrnimmt und von seinem Wissen preisgibt,… Weiterlesen »

Klaus Zachmann
Klaus Zachmann
10 Monate zuvor
Reply to  Werner Berger

Zitat: “Ungeachtet der hochtrabenden Bezeichnung „Geschäftsführer“ war Schulz war weder Leitender Angestellter noch Geschäftsführer im gesellschaftsrechtlichen Sinne, der Mann war stinknormaler Angestellter …”

Genau das gilt auch für den DSB-Geschäftsführer.

Klaus Zachmann
Klaus Zachmann
10 Monate zuvor
Reply to  peters

Das ist nicht richtig, wie man das auch beim DSJ-Geschäftsführer gesehen hat. Was das Arbeitsgesetz angeht, so ist der DSB ein Kleinbetrieb und die Kündigung von Arbeitnehmern ist recht unproblematisch. Nur bei langjähriger Beschäftigung sind die Kündigungsfristen etwas länger, mehr aber nicht.
Eine Kündigung ist aber nur dann sinnvoll, wenn man einen Ersatz hat.

Frank Bicker
10 Monate zuvor
Reply to  peters

Es gibt ein extrem kurzes Zeitfenster zum Aussprechen einer fristlosen Kündigung. Wie man den Medien entnehmen konnte, war zwischen dem Anlass und dem Aussprechen der fristlosen Kündigung zu viel Zeit vergangen. Außerdem ist die Messlatte für die fristlose Kündigung sehr hoch, um nicht durch das Arbeitsgericht kassiert zu werden.

Werner Berger
Werner Berger
10 Monate zuvor
Reply to  Frank Bicker

Eine fristlose Kündigung hat es nicht gegeben. Wann werden Sie das endlich begreifen??

Klaus Zachmann
Klaus Zachmann
10 Monate zuvor
Reply to  Frank Bicker

Sie vermischen “Kündigungsfrist” mit “Kündigungsschutz”.
Die Kündigungsfrist gilt für alle Arbeitgeber unabhängig von der Betriebsgröße.
Ab 20 Jahre Betriebszugehörigkeit liegt die Kündigungsfrist bei 7 Monate. Da der Arbeitnehmer zusätzlich freigestellt wurde, konnten hierfür auch keine Zuschüsse beantragt werden.
D. h. da wurde richtig Beitrags-Geld verbrannt.

Werner Berger
Werner Berger
10 Monate zuvor

Für einen ehemaligen Gewerkschafter ist jeder, der enen Arbeitnehmer kündigt, ein “Unhold”. Vor diesem Hintergrund sind die Ausführungen des Herrn Meiwald zu bewerten.

Kleingeist
Kleingeist
10 Monate zuvor
Reply to  Werner Berger

Wenn für jemanden im Vorhinein feststeht, dass jede Aktion des U. Krause souverän ist und jedes Stillhalten richtig, legt man sich Accounts wie “Bayersmann” (Schachfeld) und “Werner Berger” an. Dann übt man alle erdenklichen Verrenkungen um stets die vorgegebene Schlussfolgerung bedienen zu können. Kohärenz bei der Argumentation bleibt dabei als Erstes auf der Strecke.

Stefan
Stefan
10 Monate zuvor
Reply to  Kleingeist

weiß doch sowieso jeder das dahinter ossi steckt.

Klaus Zachmann
Klaus Zachmann
10 Monate zuvor
Reply to  Werner Berger

Demnach ist Krause ein Unhold? 🙂

Jörg Sonnenberger
Jörg Sonnenberger
10 Monate zuvor

Schach ist eine vom IOC anerkannte Sportart, auch wenn sie nicht im Rahmen der Olympischen Sommer- oder Winterspiele ausgetragen wird. Dies ist z.B. der Grund, warum es im Schach Dopingtests gibt. Deshalb ist es unglücklich bis kontroproduktiv davon zu sprechen, dass Schach nicht olympisch ist. Zumindest als Schachjournalist muss man den DOSB bei seinem regelmäßigen Feldzug ja nicht noch unterstützen.

Werner Berger
Werner Berger
10 Monate zuvor

Ist hier irgendwo ein “Schachjournalist” unterwegs?

Klaus Zachmann
Klaus Zachmann
10 Monate zuvor

Der Journalismus hat die Aufgabe Fakten zu benennen und nicht zu filtern.
Und aktuell ist es die DSB-Spitze, die Anti-Schachwerbung macht.
Dass man bei der Olympia-Kampagne der FIDE gepennt hat, sehe ich aktuell als untergeordnetes Problem, sollte aber nicht verschwiegen werden.
Von gleichgeschalteten Journalismus halte ich nicht besonders viel, von daher ist es gut, dass hier möglichst umfassend berichtet wird.
Wem das nicht passt, der ist ja nicht gezwungen hier zu lesen. 🙂

Klaus Zachmann
Klaus Zachmann
10 Monate zuvor

Ein sehr guter Artikel, ich kann fast überall einen zustimmenden Haken dran machen.
Was die Sache mit dem DSB-Kader auf der DSB-Homepage angeht (Bericht vom 09.12.2019), da habe ich mir mal eine PDF-Kopie gemacht. Sicher ist sicher. 🙂
Wie kann man das missverstehen?
Vielleicht klärt uns da der “unbekannte” Pressesprecher der DSB-Führung auf.
Und nochmals ein Lob an die jungen Kaderspieler, die sich diesen respektlosen Umgang nicht mehr haben gefallen lassen und die DSB-Spitze nun zur Handlung gezwungen haben. Einsicht sieht aber anders aus. 🙂

Last edited 10 Monate zuvor by Klaus Zachmann
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Klaus Zachmann
Klaus Zachmann
10 Monate zuvor

Offensichtlich hat man gelernt: Bericht Videokonferenz
Besser spät als nie. Ich hoffe, dass das auch mal anhält.
Vielleicht hat man auch meine Ratschläge gelesen und nimmt sich diese nun zu Herzen. 🙂

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[…] tagte die Kommission Leistungssport, von der im Kontext des jüngsten Leistungssportdesasters noch zu berichten sein wird (dem Vernehmen nach haben wir ab 2021 vier statt wie bisher zwei […]

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[…] unsere Verwaltung in ihrer beinahe 150-jährigen Geschichte jemals in derartiger Verbreitung derart schlechte Presse gehabt? Und das auch noch selbstgemacht und […]

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[…] Die Superklatsche […]

Stefan
Stefan
10 Monate zuvor

Nach dem ganzen Theater fragen sich noch tatsächlich Leute, warum Schach so schlecht darsteht in den Medien? Sagt mal geht’s noch? Das ganze Kindertheater, was wir Jahr für Jahr ansehen müssen ist doch Antwort genug. Zu lustig

Daniel Hendrich
Daniel Hendrich
10 Monate zuvor

Immer diese Heuchelei…
Wenn Herr Krause im Vorfeld des DSB-Kongresses Werbung mit seinem Treffen mit dem FIDE-Präsidenten gemacht hätte, wären Sie doch der erste gewesen, der ihm das als “billiges Wahlkampfmanöver” vorgehalten hätte. Man man man….

Walter Rädler
Walter Rädler
10 Monate zuvor

Lieber Conrad,
ist es Gott gegeben, dass Professor Doktor Fenner auf Ewigkeit Geschäftsführer des DSB bleibt? Jemand, der so viel falsch gemacht hat, wie du so schön dokumentierst, ist meiner Meinung eine totale Fehlbesetzung und muss ersetzt werden.

Walter Rädler
Walter Rädler
10 Monate zuvor

Öffentlichkeitsarbeit – Fiasko
Teamgeist – Fiasko
Zusammenarbeit mit Referenten – Fiasko
Arbeitsklima in Berlin – Fiasko
Zusammenarbeit mit Senioren – Fiasko
Zusammenarbeit mit Frauen – Fiasko
Sportdirektorentum – Fiasko

Die Leistung bei der DSAM war in Ordnung.

Peter Kalkowski
Peter Kalkowski
10 Monate zuvor
Reply to  Walter Rädler

Hauptsache es wird weiter Schach gespielt.;-).
Wie weit ist unser neuer Verband DSJ e.V gibt es schon fortschritte in der Suche eines Nachfolger von Jörg Schulz.

Klaus Zachmann
Klaus Zachmann
10 Monate zuvor
Reply to  Walter Rädler

Alles wird nicht falsch gemacht, da kann ich zustimmen.
Aber solange die Mehrheit der LV hinter der DSB-Spitze steht und diese im nächsten Jahr eventuell nochmals wählt, muss man das hinnehmen.
Ich sehe die Sache entspannt, da ich unter den Fehlentscheidungen nicht leiden muss. 🙂

r.meier@
r.meier@
10 Monate zuvor

Grenke-Grenkeleasing-Grenkebank-Korruption und Bilanzfälschung-Schach, positives Markenbild-BB Meistertitel, Schachzentrum BB-Deizisau-Geldwäsche-Enthüllung-Aktienuntergang. Und es kann viel schlimmer für Grenke&Co kommen. Der positive Ruf ist wichtiger als je und die Schachszene ist ein wichtiger Teil der Gesamtstrategie. Die jahrelange Investition zählt sich aus und die braven Schachspieler sind Gold wert. Die meisten waren ja schon immer bereit die eigene Seele zu verkaufen, anstatt am Brett für die sportliche Leistung zu kämpfen (z.B. die Marionetten G.Meier und Klek in BB, oder Keymers Unterschrift gegen den ungehorsamen Bundestrainer). Demnächst folgt die Partnerschaft mit dem DSB und Naiditschs Rückkehr, um Grenkes Puppentruppe zu vervollständigen. Es wird sich zeigen,… Weiterlesen »

Claus Seyfried
10 Monate zuvor
Reply to  r.meier@

Und was für ‘ne Art Marionette sind Sie?

Stefan
Stefan
10 Monate zuvor

Hahahahhah die lächerlichen Versager liegen sich ständig in den Haaren. Was ist nur mit diesen Intelligenbestien los? Wurden die in zwei Zügen matt gesetzt oder was? Ganz ehrlich eine Schande für die Schachwelt.

Stefan
Stefan
10 Monate zuvor
Reply to  Stefan

Danke für die Dislikes! Vielen Dank!