Markus Kappe, das vergessene Supertalent: „Strategisch der Beste der Welt“

Jugend-WM 1977 an der französischen Mittelmeerküste. In der vierten von elf Runden wird Markus Kappe aus Oberkochen zu Garri Kasparow hochgelost. Mit 2,5 Punkten liegt der 16-jährige Deutsche einen halben Zähler hinter dem Russen, der bis dahin alle Partien gewonnen hatte. Garri startet als Nachziehender in seinem geliebten Königsinder vielversprechend. Nach einer frühen Ungenauigkeit Kappes steht er … Markus Kappe, das vergessene Supertalent: „Strategisch der Beste der Welt“ weiterlesen

Als Wolfram Bialas Boris Spasski vom Tennisspielen abhielt

Wolfram Bialas und seine Sindelfinger Mitspieler staunten nicht schlecht, als sie während der Schachbundesliga-Saison 1987/88 den Spielsaal in Solingen betraten. Ihnen begegnete ein gut gelaunter Boris Spasski, der kein Geheimnis aus seiner Absicht machte, an diesem Tag möglichst wenig Zeit am Schachbrett zu verbringen. Der Ex-Champion in Diensten der SG Solingen trug bereits seine Tennisklamotten. Am … Als Wolfram Bialas Boris Spasski vom Tennisspielen abhielt weiterlesen

„Wer verliert schon gerne gegen Kollegen?“: Matthias Wüllenweber über Onlineschach

Bis zu 6.000 Partien! Auf einer einzigen Diskette! Garry Kasparov erkannte sofort die Möglichkeiten, als ihm Matthias Wüllenweber 1986 in einem Baseler Hotelzimmer seine Erfindung zeigte: eine Datenbank für Schachpartien. Sogleich ließ sich Kasparov als erster ChessBase-Kunde registrieren. Wüllenwebers Entwicklung sei im Schach "die wichtigste Neuerung seit der Erfindung des Buchdrucks", sagte der Weltmeister. Kasparov … „Wer verliert schon gerne gegen Kollegen?“: Matthias Wüllenweber über Onlineschach weiterlesen

Ignatz Kolisch, Heinrich Jellissen und die Frage, ob wir nur überleben wollen

Aus einem glücklicherweise weder allzu bedeutenden noch verbreiteten Magazin schaute uns vor einiger Zeit der ehemalige DSB-Präsident an. Darunter stand in großen Buchstaben: "Schach braucht mehr Mäzene." Wenn das Schach eines nicht braucht, dann noch mehr Mäzene. Schach braucht Sponsoren, und um welche zu finden, steht das Schach in der Pflicht, sich attraktiv zu machen. … Ignatz Kolisch, Heinrich Jellissen und die Frage, ob wir nur überleben wollen weiterlesen

Lokalmatador besiegt Sowjet-Meister: „Ich hab‘ gedacht, wie toll und gut ich doch bin.“

Du bist ein schachbegeisterter 15-Jähriger und meldest dich im Verein an. Vier Jahre später wirst du Vereinsmeister und darfst fortan Brett eins in der Bezirksklasse hüten. Gleichzeitig wird dein Club 50 Jahre alt, schenkt sich selbst zum Geburtstag ein geschlossenes Topturnier mit fünf Großmeistern. Du bekommst einen Freiplatz - und dann besiegst du den amtierenden Co-Sieger … Lokalmatador besiegt Sowjet-Meister: „Ich hab‘ gedacht, wie toll und gut ich doch bin.“ weiterlesen

Auferstanden aus Ruinen: Als Günther Jauch die DDR-Flagge hissen ließ

Die Dissidenten feierten die Wende, und sie blieben nicht unter sich. Ein ehemaliger Stasi-Spion war eingeladen: Heinrich Burger. Der war ein Anhänger des Sozialismus geblieben. Aber als er nach seiner Freilassung im Westen im Arbeiter- und Bauernstaat lebte, entwickelte er eine "kritische Distanz" zu den Verhältnissen in der DDR. Und er baute vertrauensvolle Beziehungen zu … Auferstanden aus Ruinen: Als Günther Jauch die DDR-Flagge hissen ließ weiterlesen

Die Briten, die Deutschen und das Schachbuch des Jahres 2020

Lang ist die Liste von bemerkenswerten Briten, die einflussreiche Werke über Schach verfasst haben. Weil die Briten etwas von Schachbüchern verstehen, ist die jährliche Kür des Buchs des Jahres des Englischen Verbands ECF von besonderem Interesse. 2020 hat es erstaunlicherweise kein Autor aus dem Vereinigten Königreich unter die Nominierten geschafft. Stattdessen eine Reihe von deutschen. … Die Briten, die Deutschen und das Schachbuch des Jahres 2020 weiterlesen

Von der Stasi-Putzfrau bis zur Fahrt im goldenen Mercedes – der Schach spielende Spion Heinrich Burger

Pressesprecher der SPD, Journalist, verheiratet, eine Tochter. Klubmeister bei Lasker-Steglitz und Bundesligaspieler. Als die Mitglieder des Berliner Schachverbands im April 1974 aus ihrem Mitteilungsblatt erfuhren, dass sie nun einen neuen Vorsitzenden haben, deutete nichts darauf hin, dass dieser sein Amt bald würde abgeben müssen, weil er unter Spionageverdacht im Gefängnis sitzt. Wie 1968 aus dem … Von der Stasi-Putzfrau bis zur Fahrt im goldenen Mercedes – der Schach spielende Spion Heinrich Burger weiterlesen

Die Netflix-Sensation „Das Damengambit“

Auf Anhieb in den Top 10 der Netflix-Seriencharts, in den USA sogar auf Platz 1. Die siebenteilige Miniserie „Das Damengambit“ (original: „The Queen’s Gambit“) ist knapp eine Woche nach Erscheinen bereits eine der erfolgreichsten Produktionen mit Schachbezug überhaupt. Wir haben uns die Serie für euch angesehen. Die neunjährige Elizabeth „Beth“ Harmon (gespielt von Anya Taylor-Joy) … Die Netflix-Sensation „Das Damengambit“ weiterlesen

Der Tag, an dem mich Alexander Aljechin bestraft hat

Mit den Partien von Alexander Aljechin setzte ich mich schon immer weniger gern auseinander als mit denen anderer Legenden wie Nimzowitsch oder Petrosjan. Trotzdem bin ich natürlich auch „sein“ Kapitel in Garri Kasparows Band 2 von „Meine großen Vorkämpfer“ durchgegangen. Als „Genie der Schachkombinationen“ wurde Aljechin gemäß Kasparow schon zu Lebzeiten bezeichnet, von vielen Weltmeistern … Der Tag, an dem mich Alexander Aljechin bestraft hat weiterlesen

Meister der kontrollierten Offensive

Der war ein Schachverrückter durch und durch. Er war Taxifahrer und hat in der Wartezeit immer trainiert und analysiert“, eröffnet Dieter Migl unser Gespräch über den vor zehn Jahren gestorbenen internationalen Meister Dieter Mohrlok, seinen langjährigen Mannschaftskameraden bei den Stuttgarter Schachfreunden.  Außer für die Schachfreunde spielte Mohrlok noch für SK Bad Cannstatt und VfL Sindelfingen. … Meister der kontrollierten Offensive weiterlesen

Der attraktive Dieter

Mit 3:1 schlug die Mannschaft der Bundesrepublik bei der Schacholympiade 1964 in Tel Aviv die Sowjets, eine Sensation. Die Schlappe gegen Unzicker, Schmid, Pfleger & Co. war die zweite Niederlage des Seriensiegers UdSSR bei Schacholympiaden überhaupt. Natürlich gewannen die weltmeisterlich besetzten Sowjets (Petrosian, Botwinik, Keres, Spasski, Bronstein) das Turnier damals trotzdem. Die Amateure aus Deutschland … Der attraktive Dieter weiterlesen

6,5 Stunden bei einem kleinen Pils und die feierliche Verbrennung der Mitgliedsausweise: eine Klubgeschichte

Es donnerte am 3. Mai 1978 im Frankfurter Westend. Es goss. Aber wie! Die Menschen an den vier belegten Tischen des Cafés in der Niedenau 51, eines prachtvollen Patrizierhauses, das schon längst – hätten unter anderem die Anwesenden es nicht besetzt – abgerissen hätte sein sollen, diskutierten ihre Pläne. Allen hier war klar, dass zehn … 6,5 Stunden bei einem kleinen Pils und die feierliche Verbrennung der Mitgliedsausweise: eine Klubgeschichte weiterlesen