Die Netflix-Sensation „Das Damengambit“

Auf Anhieb in den Top 10 der Netflix-Seriencharts, in den USA sogar auf Platz 1. Die siebenteilige Miniserie „Das Damengambit“ (original: „The Queen’s Gambit“) ist knapp eine Woche nach Erscheinen bereits eine der erfolgreichsten Produktionen mit Schachbezug überhaupt. Wir haben uns die Serie für euch angesehen. Die neunjährige Elizabeth „Beth“ Harmon (gespielt von Anya Taylor-Joy) … Die Netflix-Sensation „Das Damengambit“ weiterlesen

Der Tag, an dem mich Alexander Aljechin bestraft hat

Mit den Partien von Alexander Aljechin setzte ich mich schon immer weniger gern auseinander als mit denen anderer Legenden wie Nimzowitsch oder Petrosjan. Trotzdem bin ich natürlich auch „sein“ Kapitel in Garri Kasparows Band 2 von „Meine großen Vorkämpfer“ durchgegangen. Als „Genie der Schachkombinationen“ wurde Aljechin gemäß Kasparow schon zu Lebzeiten bezeichnet, von vielen Weltmeistern … Der Tag, an dem mich Alexander Aljechin bestraft hat weiterlesen

Meister der kontrollierten Offensive

Der war ein Schachverrückter durch und durch. Er war Taxifahrer und hat in der Wartezeit immer trainiert und analysiert“, eröffnet Dieter Migl unser Gespräch über den vor zehn Jahren gestorbenen internationalen Meister Dieter Mohrlok, seinen langjährigen Mannschaftskameraden bei den Stuttgarter Schachfreunden.  Außer für die Schachfreunde spielte Mohrlok noch für SK Bad Cannstatt und VfL Sindelfingen. … Meister der kontrollierten Offensive weiterlesen

Der attraktive Dieter

Mit 3:1 schlug die Mannschaft der Bundesrepublik bei der Schacholympiade 1964 in Tel Aviv die Sowjets, eine Sensation. Die Schlappe gegen Unzicker, Schmid, Pfleger & Co. war die zweite Niederlage des Seriensiegers UdSSR bei Schacholympiaden überhaupt. Natürlich gewannen die weltmeisterlich besetzten Sowjets (Petrosian, Botwinik, Keres, Spasski, Bronstein) das Turnier damals trotzdem. Die Amateure aus Deutschland … Der attraktive Dieter weiterlesen

6,5 Stunden bei einem kleinen Pils und die feierliche Verbrennung der Mitgliedsausweise: eine Klubgeschichte

Es donnerte am 3. Mai 1978 im Frankfurter Westend. Es goss. Aber wie! Die Menschen an den vier belegten Tischen des Cafés in der Niedenau 51, eines prachtvollen Patrizierhauses, das schon längst – hätten unter anderem die Anwesenden es nicht besetzt – abgerissen hätte sein sollen, diskutierten ihre Pläne. Allen hier war klar, dass zehn … 6,5 Stunden bei einem kleinen Pils und die feierliche Verbrennung der Mitgliedsausweise: eine Klubgeschichte weiterlesen

Kaffee, Zigaretten und ein Schäferhund: Besuch von Friedrich Sämisch

Nach einem Simultan in Stuttgart ist Friedrich Sämisch spontan bei Familie Mohrlok im Stadtteil Wangen zu Gast geblieben. Er soll dem talentierten Sohn Schachtraining geben, darf dafür umsonst übernachten und wird verköstigt – mit Kaffee und Zigaretten in erster Linie, die beiden Hauptnahrungsmittel der Berliner Schachlegende. Wochenlang darf er seinem Bohémien-Lebensstil frönen, bis nachmittags schlafen … Kaffee, Zigaretten und ein Schäferhund: Besuch von Friedrich Sämisch weiterlesen

Wesley Sos selbsterfüllende Prophezeiung

1.f3, eine Eröffnung, die die weiße Stellung nicht besser macht: Vernachlässigt die Entwicklung (behindert sie sogar), schwächt die Königsstellung. Mit diesem Patzerzug begann Magnus Carlsen am Dienstag sein Match gegen Wesley So, das Finale der chess24-Banterserie. Vor dem Match hatte der Weltmeister mit Freunden zusammengesessen, und die fragten, warum sie zuschauen sollen. „Ich wollte ihnen … Wesley Sos selbsterfüllende Prophezeiung weiterlesen

Wolfgang Uhlmann (1935-2020)

Vor einiger Zeit hat die FIDE einen Unterstützungsfonds für verdiente Schachmeister im fortgeschrittenen Alter aufgelegt. Unter denen, die daraus Mittel beziehen sollten, war Wolfgang Uhlmann. Der deutsche Großmeister lehnte ab. Uhlmann bat den Weltverband, jemanden zu finden, der das Geld dringender braucht als er. Diese Episode erzählte jetzt FIDE-Direktor Emil Sutovsky auf seinem Facebook-Account, nachdem … Wolfgang Uhlmann (1935-2020) weiterlesen

Der indische Schach-Motor: Wie Sagar Shah seinen Traum wahr machte

Vor sechs Jahren war der indische Schachmeister Sagar Shah darauf fokussiert, Großmeister zu werden. Aber ein Besuch in der ChessBase-Zentrale in Hamburg änderte das. Jetzt führt er gemeinsam mit seiner Frau Amruta Mokal den indischen ChessBase-Ableger, und der ist einer der Motoren des Schachbooms in Indien. In den Sozialen Medien führen die beiden ein Lehrstück … Der indische Schach-Motor: Wie Sagar Shah seinen Traum wahr machte weiterlesen

Madrid 1575 – das erste Superturnier (III)

Zum Turnier waren die italienischen Meister mit großer Ehrerbietung am Madrider Königshof empfangen worden. Giovanni da Cutri traf zum Einstieg auf einen alten Bekannten, Ruy López, gegen den er bisher nie gewonnen hatte. Er war ihm, wie im zweiten Teil beschrieben, im Jahr 1560 in Rom unterlegen, außerdem wurde er wahrscheinlich auch 1573 bei López´zweiter Romreise besiegt. (Ganz … Madrid 1575 – das erste Superturnier (III) weiterlesen

Das erste Superturnier: Madrid 1575 (II)

Den spanischen Priester Ruy López haben wir im ersten Teil dieses Turnierberichts kennengelernt, die Personifizierung der spanischen Schach-Herrschaft. 1560 und 1573 hatte der Priester bei Besuchen in Rom die besten Spieler Italiens besiegt. Nun sollten eben diese besten Spieler Italiens 1575 nach Madrid reisen, um Revanche zu nehmen und den Spaniern ihre Stellung als führende … Das erste Superturnier: Madrid 1575 (II) weiterlesen

Madrid 1575: das erste Superturnier

Zwei Spitzenspieler ringen die Besten der bis dahin führenden Schachnation nieder, sie machen ihr Land zur neuen Nummer eins im Schach, der Beginn einer Ära. Fortan sind beide Teil der gehobenen Gesellschaft, sie werden von Päpsten und Königen empfangen, um mit diesen Schach zu spielen. Nebenbei schlagen sie sich mit Seeräubern herum. Beide sterben früh, … Madrid 1575: das erste Superturnier weiterlesen

Die FIDE im Fokus

Sieben Deutsche in FIDE-Kommissionen berufen", meldet der Deutsche Schachbund, eine erstaunliche Zahl - und noch untertrieben. Wenn nicht Arkadij Naiditsch klammheimlich die Nationalität gewechselt hat, sind in den Kommissionen des Weltschachverbands sogar acht Deutsche vertreten. Bislang waren es vier. Wenn wir noch genauer hingucken, sind seit Anfang Juli sogar neun Deutsche in FIDE-Kommissionen vertreten. Der neunte im Bunde ist Ralph Alt, einstiger Bundesturnierdirektor, Richter, Staatsanwalt.