Stefan Kindermann: „Ich wollte damals nichts anderes machen, als professionell Schach zu spielen“

Als Stefan Kindermann 1997 zur K.o.-Weltmeisterschaft in Groningen antrat, war er kein Vollprofi mehr. Und doch gelang es ihm, einen der Mitfavoriten aus dem Turnier zu kegeln - ein Karrierehöhepunkt in einer Phase, in der sich der Münchner Großmeister, vielfache deutsche Nationalspieler und gebürtige Österreicher schon neu orientierte. Heute ist Stefan Kindermann Geschäftsführer der Münchener … Stefan Kindermann: „Ich wollte damals nichts anderes machen, als professionell Schach zu spielen“ weiterlesen

Wie mir Nigel Short und Peter Heine Nielsen erklärten, warum Wladimir Kramnik aufgegeben hat

Animiert von einem Tweet, beschäftigte sich Nigel Short kürzlich mit dem Ende seiner Partie gegen Wladimir Kramnik vom Max-Euwe-Memorial 1993 in Amsterdam. Kramnik hatte diese Partie verfrüht aufgegeben. Nur verfrüht oder gar zu unrecht, weil er gar nicht auf Verlust stand? In der Zeitschrift New in Chess hatte Short damals geschrieben, die Stellung sei bei beiderseits bestem Spiel wahrscheinlich für ihn gewonnen. 28 Jahre danach … Wie mir Nigel Short und Peter Heine Nielsen erklärten, warum Wladimir Kramnik aufgegeben hat weiterlesen

Play Anish?

Pünktlich zur Wiederaufnahme des Kandidatenturniers ist Anish Giri in Top-Verfassung. Die Formkurve von Weltmeister Magnus Carlsen zeigt derweil steil nach unten. Aufschwung des einen und Niedergang des anderen hängen unmittelbar mit einem überraschenden Personalwechsel zusammen. Der einstige Carlsen-Coach Peter Heine Nielsen ist vom norwegischen ins niederländische Lager gewechselt. Obendrein steht Carlsens Play-Magnus-Gruppe vor einer feindlichen Übernahme. … Play Anish? weiterlesen

Supertalent Markus Kappe und seine Wegbegleiter: „Er war unser Maßstab“

Gestützt auf eine gute Jugendarbeit, wurde der Schachverein Oberkochen zu einer Schachhochburg in Ostwürttemberg. Mehrere Nachwuchsspieler gehörten zum Stammpersonal der ersten Mannschaft, die 1977 in die Verbandsliga aufstieg, die dritthöchste Spielklasse. Markus Kappe (16) spielte sogar an Brett eins. Nicht bloß auf eigene Talente setzte man, auch ins benachbarte Bayern wurden die Fühler ausgestreckt. Dieter Migl erinnert … Supertalent Markus Kappe und seine Wegbegleiter: „Er war unser Maßstab“ weiterlesen

Grischuk zum Kandidatenturnier: „Völlig unklar, ob das jemals beendet wird.“

Warum Maxime Vachier Lagrave sich in Wijk an Zee so schwer tut? Weil ihn das Kandidatenturnier beschäftigt. Zur Halbzeit führt der Franzose beim Ringen der WM-Kandidaten und hat damit beste Aussichten, Magnus Carlsens nächster Herausforderer beim gerade angekündigten WM-Match zu werden. Aber nun frage sich MVL, ob der Wettbewerb jemals beendet wird. Das ist eine … Grischuk zum Kandidatenturnier: „Völlig unklar, ob das jemals beendet wird.“ weiterlesen

Markus Kappe, das vergessene Supertalent: „Strategisch der Beste der Welt“

Jugend-WM 1977 an der französischen Mittelmeerküste. In der vierten von elf Runden wird Markus Kappe aus Oberkochen zu Garri Kasparow hochgelost. Mit 2,5 Punkten liegt der 16-jährige Deutsche einen halben Zähler hinter dem Russen, der bis dahin alle Partien gewonnen hatte. Garri startet als Nachziehender in seinem geliebten Königsinder vielversprechend. Nach einer frühen Ungenauigkeit Kappes steht er … Markus Kappe, das vergessene Supertalent: „Strategisch der Beste der Welt“ weiterlesen

Kinderschach

Reykjavik 2004, Weltklasse-Schnellschach. Mittendrin ein 13-Jähriger. Ihm gegenüber: Garri Kasparow, kopfschüttelnd, Grimassen schneidend. Nachdem er die Eröffnung oberflächlich behandelt hat, wird der Weltranglistenerste von seinem jungen Gegner überspielt. Seiner großen Erfahrung verdankt Kasparow, dass er sich im Endspiel mit Minusbauer noch ins Unentschieden rettet. Als hinterher ein Reporter Carlsen fragt, ob er sich über das Sensationsremis freut, verneint … Kinderschach weiterlesen

Als Wolfram Bialas Boris Spasski vom Tennisspielen abhielt

Wolfram Bialas und seine Sindelfinger Mitspieler staunten nicht schlecht, als sie während der Schachbundesliga-Saison 1987/88 den Spielsaal in Solingen betraten. Ihnen begegnete ein gut gelaunter Boris Spasski, der kein Geheimnis aus seiner Absicht machte, an diesem Tag möglichst wenig Zeit am Schachbrett zu verbringen. Der Ex-Champion in Diensten der SG Solingen trug bereits seine Tennisklamotten. Am … Als Wolfram Bialas Boris Spasski vom Tennisspielen abhielt weiterlesen

Zwanzigzwanzig

Seltsam geht das Jahr zu Ende -Tausendfältig wusch man Hände,Blieb auf Abstand, war für sich,Traf sich oft bloß fernmündlich,Saß mit Laptop in der Stube,Mästete die Magengrube;Lockdowns gab’s und Geisterspiele,Eingeschränkte Ausflugsziele, Urlaub ohne Reisepläne,Maske, Abstand, Plan-Hygiene:Allen hängt’s zum Hals heraus!Mancher sitzt allein zuhaus,Ist von Angst und Not umgeben,Ringt nach Luft, ums Überleben,Um das Haus, die Existenz,Ist … Zwanzigzwanzig weiterlesen

Lokalmatador besiegt Sowjet-Meister: „Ich hab‘ gedacht, wie toll und gut ich doch bin.“

Du bist ein schachbegeisterter 15-Jähriger und meldest dich im Verein an. Vier Jahre später wirst du Vereinsmeister und darfst fortan Brett eins in der Bezirksklasse hüten. Gleichzeitig wird dein Club 50 Jahre alt, schenkt sich selbst zum Geburtstag ein geschlossenes Topturnier mit fünf Großmeistern. Du bekommst einen Freiplatz - und dann besiegst du den amtierenden Co-Sieger … Lokalmatador besiegt Sowjet-Meister: „Ich hab‘ gedacht, wie toll und gut ich doch bin.“ weiterlesen

Der Tag, an dem mich Alexander Aljechin bestraft hat

Mit den Partien von Alexander Aljechin setzte ich mich schon immer weniger gern auseinander als mit denen anderer Legenden wie Nimzowitsch oder Petrosjan. Trotzdem bin ich natürlich auch „sein“ Kapitel in Garri Kasparows Band 2 von „Meine großen Vorkämpfer“ durchgegangen. Als „Genie der Schachkombinationen“ wurde Aljechin gemäß Kasparow schon zu Lebzeiten bezeichnet, von vielen Weltmeistern … Der Tag, an dem mich Alexander Aljechin bestraft hat weiterlesen

Meister der kontrollierten Offensive

Der war ein Schachverrückter durch und durch. Er war Taxifahrer und hat in der Wartezeit immer trainiert und analysiert“, eröffnet Dieter Migl unser Gespräch über den vor zehn Jahren gestorbenen internationalen Meister Dieter Mohrlok, seinen langjährigen Mannschaftskameraden bei den Stuttgarter Schachfreunden.  Außer für die Schachfreunde spielte Mohrlok noch für SK Bad Cannstatt und VfL Sindelfingen. … Meister der kontrollierten Offensive weiterlesen

Der attraktive Dieter

Mit 3:1 schlug die Mannschaft der Bundesrepublik bei der Schacholympiade 1964 in Tel Aviv die Sowjets, eine Sensation. Die Schlappe gegen Unzicker, Schmid, Pfleger & Co. war die zweite Niederlage des Seriensiegers UdSSR bei Schacholympiaden überhaupt. Natürlich gewannen die weltmeisterlich besetzten Sowjets (Petrosian, Botwinik, Keres, Spasski, Bronstein) das Turnier damals trotzdem. Die Amateure aus Deutschland … Der attraktive Dieter weiterlesen

Kaffee, Zigaretten und ein Schäferhund: Besuch von Friedrich Sämisch

Nach einem Simultan in Stuttgart ist Friedrich Sämisch spontan bei Familie Mohrlok im Stadtteil Wangen zu Gast geblieben. Er soll dem talentierten Sohn Schachtraining geben, darf dafür umsonst übernachten und wird verköstigt – mit Kaffee und Zigaretten in erster Linie, die beiden Hauptnahrungsmittel der Berliner Schachlegende. Wochenlang darf er seinem Bohémien-Lebensstil frönen, bis nachmittags schlafen … Kaffee, Zigaretten und ein Schäferhund: Besuch von Friedrich Sämisch weiterlesen