Laskerpreis nach Löberitz

Im „Laskerjahr“ 2018 war es nicht ganz einfach, keinen „Lasker“ zu gewinnen. Nach dem Gießkannenprinzip hat die „Emanuel Lasker Gesellschaft“ (ELG) alle üblichen Verdächtigen aus der Schachblase mit ihrem Preis ausgezeichnet, dem „Lasker“, der „herausragende Verdienste zur Förderung des Schachs als Kultur- und Bildungsgut“ würdigen soll. Alle üblichen Verdächtigen? Nein, zwei fehlten, Vlastimil Hort und … Laskerpreis nach Löberitz weiterlesen

Aufnahme aufgetaucht: Emanuel Lasker hat jetzt wieder eine Stimme

Alle sind erstaunt, dass ich so gut auf Holländisch geredet habe, auch die Leute vom Radio“, schrieb Emanuel Lasker noch in der Nacht des 5. November 1935 seiner Frau Martha. Am Abend hatte er dem niederländischen Rundfunk ein Interview zum laufenden WM-Match zwischen Max Euwe und Alexander Aljechin gegeben – und das in der Landessprache. … Aufnahme aufgetaucht: Emanuel Lasker hat jetzt wieder eine Stimme weiterlesen

Warum Lasker in Münster sitzt

Zuletzt war die Wanderausstellung „Zwischen Erfolg und Verfolgung“ über jüdische Sportler bis 1933 und danach im November 2020 in Bochum zu sehen. Jetzt, nach mehr als einem halben Jahr, ist sie wieder da. Bis zum 27. Juli finden Emanuel Lasker (1868-1941) und 16 weitere jüdische Sportler aus Deutschland auf dem Überwasserkirchplatz in Münster eine vorübergehende … Warum Lasker in Münster sitzt weiterlesen

Du kennst dich im Schach aus? Quiz 17/26

Man muss sich gar nicht über die Partien dem Schach nähern. Die Vielzahl schillernder Charaktere und bewegter Lebensgeschichten machen den Sport und das Spiel zu einem Ozean, in den sich eintauchen lässt, ohne spielen zu können. Was wiederum nicht für Michael Negele, Elo 2150, gilt. Spielen kann der promovierte Chemiker durchaus, aber er hat nach … Du kennst dich im Schach aus? Quiz 17/26 weiterlesen

96.935 und die 1,15-Promille-Nische

Der Deutsche Schachbund zählt zum 1. Januar 2026 so viele Vereinsmitglieder wie seit 20 Jahren nicht. 96.935 Menschen sind in einem Schachverein organisiert, die höchste Zahl seit 2006. Das geht aus der neuen Statistik hervor, die der Schachverband Schleswig-Holstein jetzt veröffentlicht hat. Die Mitgliederzahl steigt, die Zahl der Vereine nicht. 2.246 Vereine zählt der DSB … 96.935 und die 1,15-Promille-Nische weiterlesen

Hastings ins Geldnot

Während im Profischach immer neue, hochdotierte Formate entstehen, steht ein zentrales Element der Schachgeschichte auf wackligen Beinen. Das Turnier von Hastings, 1895 zum ersten Mal gespielt, soll Ende 2026 zum 100. Mal ausgetragen werden. Allein, es fehlt ein Sponsor, um die Jubiläumsausgabe zu finanzieren. Das berichtet jetzt Leonard Barden in der Financial Times. Der langjährige … Hastings ins Geldnot weiterlesen

Ein Land im Schachfieber und ein wackelnder Weltmeister: Das Superturnier Moskau 1925

Als sich am 9. November 1925 im Haus der Gewerkschaften nahe des Roten Platzes die Türen öffnen, ist Schach plötzlich Staatsangelegenheit. Redner, Funktionäre, volle Reihen. Am nächsten Tag ziehen die Besten der Welt im prachtvollen Brunnen-Saal des „Zweiten Hauses der Sowjets“ die Figuren, Auftakt eines 21-rundigen Turniers, das als eines der bedeutendsten der Schachgeschichte gilt. … Ein Land im Schachfieber und ein wackelnder Weltmeister: Das Superturnier Moskau 1925 weiterlesen

Jeden Tag eine Schachpartie: Ministerpräsident Mario Voigt (DWZ 1981)

Und wenn der Terminkalender noch so voll ist, die eine tägliche Blitzpartie muss sein. Ein paar Minuten nur, dann ist die Sache entschieden – mal per Angriff, mal dank sicherer Defensive. Festlegen mag sich Mario Voigt da nicht: „Wer nur angreift, riskiert alles. Wer nur verteidigt, kommt nie voran. Ich finde kontrolliertes Risiko gut“, sagt … Jeden Tag eine Schachpartie: Ministerpräsident Mario Voigt (DWZ 1981) weiterlesen

Die Szach-Olimpjade von Landsberg 1946

In Landsberg am Lech verfasste Adolf Hitler 1924 „Mein Kampf“. In den Jahren danach wurde die oberbayerische Gemeinde zu einem Wallfahrtsort der NS-Propaganda. Landsberg vermarktete sich als „Hitlerstadt“, als „Geburtsstätte des Nationalsozialismus“. Hier, am Ursprungsort des Holocaust, hier, wo die Nazis ihre Ideologie und ihren Führer verherrlichten, wo ab 1935 am Stadttor ein Banner verkündete: … Die Szach-Olimpjade von Landsberg 1946 weiterlesen

Lauterbach oder Meyer-Dunker? / Kongress des Deutschen Schachbunds 2025

Ton- und Videodokumente, historische Partieformulare, Artefakte, persönliche Briefe von Schachlegenden. Im neuen digitalen FIDE-Museum kann jeder im reichen Schatz der internationalen Schachgeschichte stöbern. Zum 100-jährigen Jubiläum hat der Verband jetzt dieses „Open Chess Museum“ eröffnet. Sogar kommentierte Partien sämtlicher Weltmeister lassen sich dort nachspielen. Den Bestand will die FIDE laufend erweitern. Sammler, Vereine und nationale … Lauterbach oder Meyer-Dunker? / Kongress des Deutschen Schachbunds 2025 weiterlesen

Schachspieler und Bahnchef: Richard Lutz über Krisenstrategie und Konzentration

Früher, beim Schach in Miesenbach, nannten sie ihn „Ricky“. Heute, als Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG, firmiert er als Dr. Richard. Wie im Schach, sagt Richard Lutz, gehe es in der aktuellen Bahnkrise darum „zu analysieren, welche Probleme man hat, was die Ursachen sind und wie Lösungswege aussehen können“. Das deutsche Schienennetz sei „seit vielen … Schachspieler und Bahnchef: Richard Lutz über Krisenstrategie und Konzentration weiterlesen

WM-Gegner an einem Tisch?

Zwei WM-Kontrahenten sitzen nach dem Match nebeneinander, besprechen ihre Weltmeisterschaftspartien, erinnern sich an Stellungen, Versäumnisse, Gefühle am Brett – und tun das öffentlich, live im Stream. So etwas hat es in der knapp 150-jährigen Geschichte des Schachs nicht gegeben. Bis jetzt. Stellen wir uns das vor: Emanuel Lasker und Siegbert Tarrasch, nebeneinander, diskutierend über ihr … WM-Gegner an einem Tisch? weiterlesen

Der Revoluzzer: Aaron Nimzowitsch

Aaron Nimzowitsch war ein Kind der romantischen Schachschule. Er liebte wilde Angriffe und opferreiche Kombinationen, wie es die großen Meister des 19. Jahrhunderts vorgemacht hatten. Doch mit der Zeit stellte er fest, dass Angreifen und Kombinieren nur erfolgreich funktioniert, wenn die Stellung einen Angriff rechtfertigt, ein klassisches Steinitz-Prinzip, das Nimzowitsch übernahm – und doch neue … Der Revoluzzer: Aaron Nimzowitsch weiterlesen

Schach per Telegraf: Wie eine Frivolität zur transatlantischen Tradition wurde

Als Samuel Morse erfuhr, dass sein elektrischer Telegraf für die Übertragung von Schachzügen genutzt wurde, reagierte er empört. Seine revolutionäre Erfindung sah er als neues Kommunikationsmittel von weltweiter Bedeutung. Sie sollte nicht für ein Brettspiel verschwendet werden. „Frivol“ nannte es Morse, dass die neue, wichtige Technik für ein Freizeitvergnügen zweckentfremdet wurde. Vor 180 Jahren, am … Schach per Telegraf: Wie eine Frivolität zur transatlantischen Tradition wurde weiterlesen