Die Zukunft (außer in Deutschland)

Als die Pandemie partout nicht weggehen wollte, erwog FIDE-Chef Arkadi Dvorkovich, das abgebrochene Kandidatenturnier hybrid fortzusetzen: Die Spieler würden an verschiedenen Orten unter Schiedsrichteraufsicht am Brett sitzen, miteinander verbunden via Internet, und sie würden auf diese Weise ermitteln, wer Ende 2021 Magnus Carlsen zum WM-Match herausfordert.

Zu dieser Zeit liefen in Barcelona schon die Planungen, das erste große Hybrid-Open auszurichten, um dem Virus ein Schnippchen zu schlagen: Wenn wir uns nicht massenhaft unter einem Dach versammeln können, dann versammeln wir uns halt in überschaubaren Gruppen unter vielen Dächern. Veranstalter in aller Welt könnten Spielsäle anbieten, von denen aus die Spieler an der 25. Auflage des “Ciutat de Barcelona” teilnehmen würden.

Veranstalter in mehr als 30 Städten weltweit bekundeten Interesse, Teil dieses ersten globalen Opens im November 2020 zu sein. Dann kam die zweite Welle, sie bescherte allen Beteiligten wichtigere Herausforderungen als die Organisation eines Schachturniers. Die Veranstaltung wurde abgesagt.

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Barcelona, Oslo, Malmö, Bratislava

Dennoch sah die FIDE das Potenzial des Konzepts: Hybrid lässt sich Wettkampfschach am Brett mit klassischer Bedenkzeit fast so veranstalten, wie wir es seit einem Jahr vermissen – weitgehend cheatingsicher und obendrein umweltfreundlich wegen des wegfallenden oder stark reduzierten Reisebedarfs der Teilnehmer.

Anfang 2021 ergänzte der Weltverband sein Regelwerk: Hybrid-Turniere können jetzt für den Elo gewertet werden.

GM Tiger Hillarp Persson spielt beim “First Hybrid Cities Cup” am Spitzenbrett von Malmö gegen GM Romain Edouard aus Barcelona – der ihm nicht gegenüber, sondern in Barcelona sitzt. | Foto via Tepesigemanchess

Wenig später begann der erste Hybrid-Städtewettkampf. Barcelona, Oslo, Malmö, Bratislava. Vier Mannschaften, darunter die vom Club des Weltmeisters, mit jeweils vier Spielern, darunter elf Großmeister. Hauptschiedsrichter: Bernhard Riess aus Berlin. Nach drei Runden gewann das dreimal siegreiche Großmeisterquartett aus Barcelona. Das Turnier wurde elogewertet.

Die zweite Ausgabe des Städtewettkampfs ist schon geplant, Teams aus weiteren Städten wollen sich beteiligen. Es wäre nicht erstaunlich, würde aus diesen Hybrid-Wettkämpfen zwischen Städten die erste internationale Liga für klassisches Schach entstehen, bevor die Schachbundesliga und andere nationale Spitzenligen wieder an die Bretter gehen.

Je länger es dauert, bis obere und untere Ligen zumindest einen verlässlichen Fahrplan für alles Weitere präsentieren, je deutlicher sich Alternativen wie der Hybrid-Städtewettkampf aufdrängen, desto eher wird sich endlich jemand trauen, die seit einem Jahr überfälligen Fragen zu stellen: Sind unsere oberen, womöglich auch die unteren Ligen mit all ihrer Hin- und Herfahrerei obsolet? Sollten sie grundsätzlich reformiert und neu gedacht werden? Sollte es nicht zumindest eine Alternative geben?

Der Oberligaspieler IM Christof Sielecki vom SV Dinslaken würde diese Fragen bejahen, wahrscheinlich bei weitem nicht nur er. Leute aus der untersten Liga zum Beispiel, die keine Lust haben, am Sonntagmorgen eine Stunde vom Bodensee in den Schwarzwald zu fahren, um dort Hobbyschach zu spielen, würden sich Sielecki anschließen: Wir könnten uns ja auch am Bodensee treffen, um von hier aus gegen die Leute aus dem Schwarzwald zu spielen. Die gesparten zwei Stunden des sinnlosen Hin- und Herfahrens würden wir für ein wenig Geselligkeit nutzen.

Größter Vorteil: die Welt retten

Jetzt soll ein Hybrid-Wettbewerb europäischen Spitzenspielern sogar ermöglichen, sich für den World Cup der FIDE im Juli zu qualifizieren. Eigentlich läuft die Qualifikation der 36 Europäer für den World Cup über die Europäische Einzelmeisterschaft. Die sollte im Mai in Reykjavik ausgetragen werden, ist aber in den August oder September verschoben worden.

Weil das Turnier damit als World-Cup-Qualifikation ausfällt, hat der Europäische Verband ECU die nationalen Verbände aufgerufen, Spielorte und Schiedsrichter anzubieten, damit vom 22. bis 30. Mai die europäische Qualifikation für den World Cup hybrid gespielt werden kann. 30.000 Euro Preisgeld stehen bereit.

Am Bodensee sind wir gespannt, was als Nächstes kommt. Dass etwas kommt, liegt auf der Hand. Hybrides Schach hat ja, zumal während einer Pandemie, zumal auf dem Profi-Level, ausschließlich Vorteile. Deren größter besteht darin, dass das Schach sich daran beteiligt, vom Planeten zu retten, was noch zu retten ist.

66 Online-Schiedsrichter gibt es in Europa. Einen aus Deutschland.
Den Schiri aus den eigenen Reihen, der vier Tage später den ersten internationalen Hybrid-Städte-Wettkampf leiten sollte, hatten die Fachleute fürs Verschieben von Spieltagen nicht eingeladen.

Gegen hybrides Schach spricht dieses: Das ist ja etwas ganz Neues. Sowas haben wir ja noch nie gemacht.

Im deutschen Schach ein gewichtiges Argument. Der Weiter-So-Angst-vor-Neuem-Effekt berührt zunehmend unseren Spielbetrieb, der seit einem Jahr stillsteht, ohne dass ein Ende abzusehen wäre. Während 4 Prozent der Vereinsspieler mit der DSOL eine Alternative haben, gucken 96 Prozent in die Röhre – und sehen an deren Ende kein Licht.

Haltung der Schachverwaltung zu diesem Thema: „Wir haben ja jetzt die DSOL, und ansonsten warten wir, bis wir weitermachen können wie immer.“

Eine „BundesSPIELkommission“ sollte angesichts dieser Gemengelage über die oben gestellten, überfälligen Fragen zumindest nachdenken. Und wenn ihr auf dem Silbertablett eine neue Spielform serviert wird, wenn der Hauptschiedsrichter eines ersten Einsatzes dieser neuen Spielform aus den eigenen Reihen kommt, dann wäre es angebracht, ihn zur Sitzung dieser Kommission einzuladen, damit er berichtet, wie er den Hybrid-Wettkampf vier Tage nach dieser Sitzung zu leiten gedenkt.

Obendrein wäre es angebracht ZU KOMMUNIZIEREN, damit sich die Sache herumspricht: „Liebe Länder, liebe Organisatoren, liebe Veranstalter, liebe Spieler. Habt Ihr schon gehört? Es gibt jetzt diese neue Spielform, abgesegnet von der FIDE, Elo-auswertbar und praktisch schon erprobt. Beschäftigt euch doch mal damit, vielleicht ist das ja eine Möglichkeit, an die Bretter zurückzukehren. Wollen wir nicht mal ausloten, ob wir einen Städtewettkampf auf nationaler Ebene hinbekommen? Vielleicht sogar eine DWZ- und Elo-gewertete Hybrid-Liga?”

Unter den versammelten Fachleuten in der Bundesspielverwaltungskommission geschah dieses:

“Interesse gering”? Ist klar. Ob das wohl daran liegt, dass niemand den Vereinen und den Ländern erklärt hat, was das ist, wie das geht und welche Chancen das birgt?

Die Frage, wie wir möglichst bald wieder an die Bretter kommen, stand nicht auf der Tagesordnung der Bundesspieltagsverschiebe- und Weiter-so-Kommission.

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Wolfgang Küchle
Wolfgang Küchle
10 Monate zuvor

Ich habe den Eindruck, man zerstört hier eine gute Idee, indem ihre glühendsten Anhänger sie gleich auf alle Ligen anwenden wollen. Bei der Altersstruktur in den unteren Ligen, braucht man dort (!) diesen Ansatz nicht ernsthaft weiter zu verfolgen. Wenn ich nur daran denke, wie schwer sich so mancher ältere Schachfreund mit der vergleichsweise harmlosen Umstellung von mechanischen auf elektronische Uhren tat. Diese Leute bekommt man nicht an den – ohnehin nicht vorhandenen – Laptop. Die Problematik der 2 erforderlichen Schiedsrichter ist in den unteren Ligen auch nicht so einfach lösbar. Wo wollen wir denn die vielen Schiedsrichter herbekommen? Man… Weiterlesen »

Harry
Harry
10 Monate zuvor

Sehr richtig, Wolfgang Küchle! Herr Schormann meint die Zukunft aus einer Glaskugel lesen zu können. Er sieht aber nicht, dass die Basis Schach als sozialen Sport sieht und nicht als PC-Spiel.

Alex Schmidt
Alex Schmidt
10 Monate zuvor
Reply to  Harry

Und was ist die Alternative? Wir lassen das Schachspielen einfach ganz sein?
Statt bedingungslos vor Covid-19 zu kapitulieren, sollten wir alle (und ich meine wirklich alle, alle Altersklassen) für neue Ideen offen sein!
Zudem würde es helfen, die jüngeren Spieler weiter an die Vereine zu binden. Die Jüngeren wandern sonst komplett in die Online-Welt ab und werden die Vereine zunehmend als entbehrlich ansehen.
Also liebe Leute, wacht auf und unterstützt die Senioren beim Umgang mit Laptop und Internet!

Ilja Rosmann
Ilja Rosmann
10 Monate zuvor

Für Liga-Betrieb (8er-Mannschaften), auf jeden Fall ab Oberliga abwärts, sind Hybrid-Turniere keine Lösung. Die meisten Vereine werden an den technischen Voraussetzungen scheitern (Anschaffung von DGT-Brettern, Laptops, WLAN am Spielort, die damit verbundene Betreuung des Equipments, etc) bzw. diese nicht mittragen wollen.

Die Ausbildung der Online-Schiedsrichter ist sicherlich auch ein Prozess, der einige Jahre in Anspruch nimmt, u.a. auch deswegen, weil wir neues Personal bräuchten.

Nicht zuletzt haben persönliche Begegnungen mit dem Gegener ihren Reitz.
Menschen zu sehen, die man lange nicht gesehen hat. Das ist 1 Stunde Anreise wert.

Tim
Tim
10 Monate zuvor
Reply to  Ilja Rosmann

Ich stimme dem zu, aber ich glaube niemand möchte den klassischen Spielbetrieb in seiner jetzigen Form ersetzen. Sich aber nicht mit neuen Möglichkeiten, die sogar von der Fide autorisiert und gefördert werden, auseinanderzusetzen ist einfach nur fahrlässig. Man sollte das zumindest mal in irgendeiner Form ausprobieren, dann kann man immer noch urteilen.

Tim
Tim
10 Monate zuvor

Sehr richtig. Ich sehe schon, dass wir das als Vereine einfach alleine organisieren, ist zwar aufwendiger, aber es wird wenigstens gemacht. Es ist aber schwer sich zu vernetzten, wenn die übergeordnete Plattform fehlt, das dürfte momentan das größte Problem sein: Vereine die Wollen kommen nicht zusammen.

Ilja Rosmann
Ilja Rosmann
10 Monate zuvor

Um jetzt Missverständnisse zu vermeiden – ich stehe neuen Ansätzen absolut offen gegenüber.

Die Mannschaftsstärke zu reduzieren, z.B. auf 4 Spieler – bin ich dafür, Gesamtspielzeit auf z.B. etwa 3 Stunden pro Partie zu kürzen – ebenfalls. Neue Spielformen (Hybrid) in einem kleinen Rahmen auszuprobieren – Klasse.

Aber gleich 90.000 Vereinsspieler “von oben” mit etwas zu “beglücken”, was viele gar nicht wollen bzw. können – ist nicht sinnvoll. Alleine schon die Vorstellung, jeder hätte in Deutschland ein Laptop – ist realitätsfremd.

Karsten Hoffmann
Karsten Hoffmann
10 Monate zuvor

Zitat: “jeder hat ein Laptop, Internet gibts überall” Das ist leider nicht die bundesdeutsche Wirklichkeit 2021. Mal abgesehen, davon dass ersteres die gleiche weltfremde Anmaßung ist, die unsere Kultusminister für das online-Lernen bei Schülern voraussetzen, ist Internet garantiert nicht in jedem Vereinslokal vorhanden. Und ob dann jemand sein persönliches mobiles Datenvolumen für den Schachmannschaftskampf opfert, nun ja da wird es sicherlich einige geben, aber stillschweigend voraussetzen darf man es mMn nicht. Momentan scheitern solche Konzepte sowieso noch daran, dass viele Vereinsräume/Sportstätten pandemiebedingt einfach noch nicht wieder offen sind und auch Ausweichmöglichkeiten (Gastronomie etc.) wegfallen. Von den Regeln, wieviele Personen sich… Weiterlesen »

Jörg Becker
Jörg Becker
10 Monate zuvor

Ich sehe nicht, wie Leute mit diesem “Mindset” in die Vereine finden sollten. Selbstverständlich muss man als Verein in Pandemiezeiten ein attraktives Onlineangebot bieten. Aber Leute die über “Queen’s Gambit” etc. in den Verein finden sehen später keinen zusätzlichen Nutzen, sich einem Verein anzuschließen, wenn sie das gleiche Angebot kostenlos auf diversen Plattformen (Lichess, chess24 usw.) bekommen können. Wo sollte der Vorteil einer Vereinszugehörigkeit liegen, wenn man auch einfach mit Freunden ein Lichess Team bilden kann und dort Mannschaftskämpfe spielt? Antwort: In den oben geschmähten Auswärtsfahrten mit persönlichem Kontakt Übrigens ist auch der Umweltgedanke nicht 1:1 korrekt. Auch Rechnerleistung und… Weiterlesen »

Tim
Tim
10 Monate zuvor

Also bei uns im Verein hat niemand nachgefragt, wir hätten Interesse 🙂

Harry
Harry
10 Monate zuvor
Reply to  Tim

Bei der Bundesspielkommission hat Herr Schormann nicht nachgefragt.

Thomas Schumacher
Thomas Schumacher
10 Monate zuvor

Ich halte es nicht für die Aufgabe des Deutschen Schachbundes, Interessen von Splittergruppen zu fördern. Der Anteil von Teilnehmern an der DSOL ist in Relation zur Gesamtmitgliederzahl schon verschwindend gering, wie wenige erst werden sich dann an Hybrid-Veranstaltungen beteiligen? Die Annahme, man komme bei diesem Format ohne Schiedsrichter aus, ist eher Wunschdenken als Realität. Kritikern zu unterstellen, sie seien grundsätzlich gegen alles Neue, ist genauso unanständig wie andere Verbalinjurien in den hiesigen Kommentaren. Die Masse der organisierten Schachspieler bevorzugt eben den Kampf “face to face” mit anschließender gemeinsamer Analyse.

Alex Schmidt
Alex Schmidt
10 Monate zuvor

Im Moment finden keine Präsenzturniere statt, das dürfte inzwischen jeder Vereinsspieler festgestellt haben. An anderer Stelle in diesem Thread habe ich das bereits (rhetorisch) gefragt: wollen wir das Schachspielen dann einfach sein lassen? Es gibt doch schlicht und einfach gar keine Alternative zu anderen Formen wie Hybrid- oder reinem Online-Schach.
Ich verstehe diese Abwehrhaltung daher einfach nicht. Einfach zuhause einschließen und warten, bis Corona vorbeizieht – das kann es doch nicht sein!

Stefan Meyer
Stefan Meyer
10 Monate zuvor

“lllusorisch”, “Keine Lösung” – man könnte meinen, dass manche Schachfreunde auch im richtigen Leben nur Schwarz oder Weiß kennen und dass ihnen Zwischentöne völlig fremd sind. Hallo, aufwachen! Es geht hier nicht darum, nie wieder einem Gegner gegenübersitzen zu dürfen, sondern um eine zusätzliche Option, ein neues Werkzeug sozusagen, das man sich in seine Kiste legt. Die ganzen Hinweise wann, warum und wieso das nicht funktioniert sind genauso hilfreich wie ein Kommentar, dass man mit einem Schraubendreher schlecht einen Nagel in die Wand schlagen kann (um im Bild zu bleiben). In Pandemie-Zeiten kann der Ansatz “Hybrid-Turniere” nützlich sein, aber nicht… Weiterlesen »

Daniel Hendrich
Daniel Hendrich
10 Monate zuvor

Da fehlt es aber eindeutig am Verständnis, wofür die Bundesspielkommission zuständig ist. Einfach mal die Ordnungen studieren. Aber die sind für Sie vermutlich nicht so wichtig, wenn es um plakative Beschimpfungen geht.

Stefan Meyer
Stefan Meyer
10 Monate zuvor

Danke, lieber Schachfreund, dass Sie das Dilemma auf den Punkt bringen. Es gibt irgendwo ein Problem oder einen Verbessersungsvorschlag und dann sind die ersten Fragen “Bin ich zuständig?” und “Was sagen denn die Paragraphen dazu, für die ich mir in endlosen Sitzungen den Hintern platt gesessen habe?” Nehmen Sie bitte zur Kenntnis, dass nicht jeder mit dieser Ärmelschonerträger-Mentalität einverstanden ist. Ich wünsche mir stattdessen Menschen an der Spitze des DSB, die in Helmut Schmidt Manier lösungsorientiert denken und handeln und für die Zuständigkeiten niemals ein Grund sind, ein Problem nicht anzupacken. Ich kann keine Beschimpfung darin erkennen, dies auszusprechen. Ob… Weiterlesen »

Daniel Hendrich
Daniel Hendrich
10 Monate zuvor
Reply to  Stefan Meyer

Das ist doch grober Unfug, mit Verlaub. Die Bundesspielkommission kann nicht einfach mal irgendwelche Hybridturniere einführen, nur weil Herr Schormann das für eine gute Idee hält. Das geht weit an jeglicher Realität vorbei. Ich will ja gar nicht ausschließen, dass es solche Turniere in der Zukunft auch in D mal geben wird. Aber doch wohl kaum für die breite Masse (?) Ich war selbst acht Jahre lang Mitglied der BSK und habe in dieser Zeit dort niemanden mit Ärmelschonern gesehen. Sie werden in Ihrem nächsten Beitrag aber sicher fundierte Vorschläge machen können, wie man solche Hybridturniere aufziehen könnte und wer… Weiterlesen »

Thomas Richter
Thomas Richter
10 Monate zuvor

Diese Weltcup-Qualifikation wird aber recht klar als Notlösung bezeichnet – verbunden mit der Erwartung, der Hoffnung, dem Traum dass einige Monate später wieder eine EM am Brett in Reykjavik stattfinden kann und wird. Sobald/sofern es geht kann ein teilnehmender Verein auch in der DSOL hybrid spielen, d.h. gemeinsam an einem Ort – sei es das wieder vorhandene Spiellokal, sei es irgendwo privat (mit genug Platz für vier Personen an vier Laptops). Das würde wohl weiterhin Maskenplicht im Spiellokal bedeuten – zumindest in Bayern FFP2-Masken (auf Dauer unangenehmer oder einschränkender als “Alltagsmasken”). Und jedenfalls in meinem Verein gibt es offenbar Spieler,… Weiterlesen »

Last edited 10 Monate zuvor by Thomas Richter
Thomas Richter
Thomas Richter
10 Monate zuvor

Warum haben nur 4% der Vereinsspieler mit der DSOL eine Alternative? Wohl weil das Interesse an Schach im Internet anderswo nicht ausreichend vorhanden ist – vielleicht bei einzelnen, aber eine Mannschaft kommt nicht zustande. Mein Verein spielt seit einiger Zeit Quarantäneliga, +- regelmäßig dabei sind 5, maximal 10 Spieler, vor Corona hatten wir 5 Mannschaften am Brett. Ähnlich ist es bei Turnieren, auch mit Preisgeld aus derzeit eingesparter Saalmiete. Hybrides Format wäre zwar gemeinsam an einem Ort, dabei immer noch am Computer und nicht am Brett mit echten Figuren. Den gemeinsamen Ort muss man erst einmal haben, derzeit hätten wir… Weiterlesen »

Tim
Tim
10 Monate zuvor
Reply to  Thomas Richter

Man kann im Hybriden Format auch an einem Brett spielen. Momentan ist das tatsächlich noch nicht erlaubt, wird aber sicher schneller erlaubt sein als der klassische Spielbetrieb.

Simon
Simon
10 Monate zuvor
Reply to  Tim

Ich dachte normaler Spielbetrieb wäre wieder möglich ab 22.3 ? In der Öffnungstabelle steht bei werten von über 50 wird nur ein tagesaktueller Schnelltest benötigt. Und Schach ist ja wohl keine Kontaktsportart ?

acepoint
acepoint
10 Monate zuvor
Reply to  Simon

Beglaubigter Test (vermute ich). Und der kostet je nach Anlaufstelle nicht nur zwischen € 25,- und € 50,-. Er muss auch, wie Du schreibst, tagesaktuell sein. Was bedeutet, dass Du ihn aktuell in einem Testcenter – wenn es denn schon welche gibt – oder der Apotheke/des Hausarzts Deines Vertrauens – wenn sie ihn überhaupt anbieten – machen musst. Viel Spaß dabei an Samstagen und Sonntagen. Das Theater/der Wirrwarr mit den Schnelltests – kostenpflichtig/kostenlos – beglaubigt/Selbsttest – Testcenter/Apotheke/Aldi/DM – wird uns noch viel Spaß machen. Ich weiß, wovon ich rede, meine Lebenspartnerin arbeitet sich gerade durch den Kram. Und egal, wen… Weiterlesen »

Last edited 10 Monate zuvor by acepoint
Thomas Richter
Thomas Richter
10 Monate zuvor
Reply to  Simon

Vielleicht wird Schach doch als Kontaktsport eingestuft: Es gibt zwar keinen direkten Körperkontakt, aber bei welcher anderen Sportart sitzt man sich stundenlang direkt gegenüber und kann 1,50m Abstand eher nicht einhalten Gut, improvisiert geht es: die Leiterin des Altenservicezentrums, in dem wir spielen, hatte diagonal gegenüber an Tischecken vorgeschlagen – das wären genau 1,50m. Plexiglas-Trennscheiben geht auch – mein Verein hat sie, nicht jeder Verein hat sie. Inzidenz bleibt ein Thema: Gestern schrieb ich “in München 48”, und heute ist es 52. So ähnlich ist es wohl auch an einigen anderen Orten, und so kann man momentan Donnerstag oder auch… Weiterlesen »

Daniel Hendrich
Daniel Hendrich
10 Monate zuvor
Reply to  Thomas Richter

Beim ersten Lockdown galt Schach als Kontaktsport. Wüsste nicht, warum sich das geändert haben sollte.

Simon
Simon
10 Monate zuvor

Schach ist kein Kontaktsport !
Zitat aus dem Duden “Sport, dessen Regeln gegenseitigen Körperkontakt unter den beteiligten Wettkämpfern, Spielern o. Ä. fordern oder erlauben (z. B. Boxen, Ringen, Fußball)

Und im Schach findet kein Körperkontakt statt wenn man auf das Händeschütteln verzichtet !

Thomas Richter
Thomas Richter
10 Monate zuvor

Nach Corona-Regeln ist man Kontaktperson, wenn man über längere Zeit 1,50m Abstand nicht einhält – unabhängig davon, ob und welche Masken getragen werden und auch wenn man z.B. 80cm Abstand durchgehend einhält.

Man ist wohl auch Kontaktperson, wenn man sich – bei weitgehend oder durchgehend mindestens 1,50m Abstand – längere Zeit im selben Raum drinnen aufhält. Das wäre bei hybridem Schach der Fall.

Auch kontaktfreier Sport geht derzeit nur draußen, wenn überhaupt: meine Münchner Laufgruppe geht heute nicht, neueste Inzidenz 54.

HansMaulwurf
HansMaulwurf
10 Monate zuvor
Reply to  Thomas Richter

Ich gehöre zu den 96%. Mein Problem mit der DSOL ist allerdings die kurze Zeitkontrolle. Blitz- und Schnellschach kann ich auch anderswo spielen, da brauche ich keine DSOL. Da gibt es haufenweise Angebote. Hybrid (oder nur Online) mit der üblichen langen Ligazeitkontrolle würde ich wieder sehr gut finden. Andere bei uns im Verein haben ein z.B. Problem mit der Startzeit abends. Die Ursachen warum nicht gespielt sind, sind doch sehr vielfältig. Fehlende Laptops sind aber nie das Problem.

Klaus Zachmann
10 Monate zuvor
Reply to  HansMaulwurf

45 Minuten + 15sec/Zug ist ganz sicher kein Schnellschach.
Ich hätte auch gerne bei der DSOL mitgespielt, leider haben es die angesprochenen Vereine nicht auf die Reihe bekommen.
Jetzt bin ich zum Turnverein gewechselt, die sind etwas schlauer. 🙂
Bewegung hält nicht nur den Körper fit, sondern auch den Geist. 🙂

Alex Schmidt
Alex Schmidt
10 Monate zuvor
Reply to  Thomas Richter

Mein Verein hat zur DSOL drei Mannschaften gemeldet. Das sind – ohne Ersatzspieler – bereits 12 Mitglieder. Der Verein tritt in der Verbandsrunde mit 4 Mannschaften und 38 Stammspielern (2 Mannschaften mit 8 Spielern, 2 Mannschaften mit 6 Spielern) an. Damit ist ein knappes Drittel aller Spieler in der DSOL engagiert. Klar, die Spieler unter 25 Jahre sind praktisch alle dabei, aber auch Rentner spielen in der DSOL mit.
Von Minderheiten-Schach kann zumindest in unserem Verein mit bunter demografischer Aufstellung nicht die Rede sein!

Thomas Richter
Thomas Richter
10 Monate zuvor
Reply to  Alex Schmidt

4% ist ja ein Durchschnittswert. Es gibt sicher Vereine mit 30%, vielleicht auch noch mehr – 100% wohl nie, es bleibt eine andere Welt die einigen gar nicht zusagt. Aber eben auch (offenbar viele) Vereine mit 2% oder 0%. Es liegt vielleicht auch am Überangebot im Internet. Mein Verein spielt Quarantäneliga, zweimal wöchentlich reicht? Das wurde übrigens schon während dem ersten Lockdown angeregt – damals kam es dann nicht zustande, nun im Januar kam es zustande. Nun haben wir vielleicht eine Art Luxusproblem: wir sind so oft aufgestiegen, dass es für schwächere Spieler zu anstrengend oder zu frustrierend wird –… Weiterlesen »

Nein kein Name
Nein kein Name
10 Monate zuvor

Von den technischen Schwierigkeiten wie z.B. Bei dem Spiel von Johan Sebastian wird leider hier nicht berichtet. Es ist ein neues Konzept, hat aber auch Schwächen und auch Nachteile für die Topspieler (anders, als hier erwähnt). Ich habe selber mit Teilnehmern gesprochen und hatten eher gemischte Gefühle, zumal ein ELO Verlust für Profis mehr bedeutet, als für einen Hobbyspieler..

acepoint
acepoint
10 Monate zuvor

Ehrlich gesagt: ich kann die Reichsbedenkenträger beim Schach – auch hier in den Kommentarspalten – nicht mehr lesen und hören. Bei allem, was neu ist, wird erst einmal herausgekramt, was nicht geklappt hat oder nicht funktionieren könnte. Was ist das? Angst vor Technik? Furcht, das einem etwas «weggenommen» werden könnte? Sind organisierte Schachspieler bzw. deren Funktionsträger und Verwalter im wahrsten Sinne des Wortes so erzkonservativ? Wir tragen aktuell eine offene Stadtmeisterschaft (30-min Schnellschach auf Lichess, parallel Discordserver) mit 46 Teilnehmern aus. Was genau hindern Bezirk, Verband oder Landesebene daran, ihre Infrastrukturen und (Kontakt)Daten zu nutzen und ebenfalls auf ihren Ebenen… Weiterlesen »

Last edited 10 Monate zuvor by acepoint
Jörg Becker
Jörg Becker
10 Monate zuvor

Ich muss leider zustimmen, dass spätestens ab der 4.Liga Hybrid Schach illusorisch ist.

Unabhängig davon, dass die Gefahr des Cheatings viel zu hoch ist (sollen in der Kreisklasse bei jedem Mannschaftskampf zwei Schiedsrichter daneben sitzen?) ist es gerade im Amateurbereich das Erlebnis, andere Vereine zu besuchen und persönliche Kontakte zu knüpfen, was den Reiz ausmacht. Wenn das alles nur noch Online stattfindet, wird sich das organisierte (!) Schach in Deutschland im Hobbybereich abschaffen.

acepoint
acepoint
10 Monate zuvor
Reply to  Jörg Becker

Die 4. Liga ist bei uns die NRW-Liga, Schiedsrichter Pflicht. Weiteste Anreise über 200 km. Die 5. Liga NRW-Klasse, dito. Da kann ich mir Hybridschach sehr gut vorstellen.

Die Verbandsebene umfasst bei uns drei Ligen, die Bezirksebene trotz Zusammenschluss zweier Bezirke (!) aufgrund von Vereinssterben nur noch zwei Ligen mit je einer Gruppe A. u. B.

Wenn es so weiter geht, wird das Schach an sich ab der 8. Liga illusorisch, da brauchst Du Dir über Kontakte knüpfen und gemeinsames Analysieren keine Gedanken mehr machen.

Last edited 10 Monate zuvor by acepoint
Bernhard Riess
Bernhard Riess
9 Monate zuvor

Es ist ja nicht so, daß gar nichts passiert. Und auch Hybrid-Veranstaltungen laufen nicht völlig problemlos. Das ist aber auch kein Wunder, denn man steht mit Hybrid noch in der Anfangsphase. Die größte Hürde ist zu Zeit, daß, man auch für Hybrid-Schach momentan Genehmigungen der Behörden benötigt – und diese sind nicht so einfach zu bekommen. Aber in Berlin haben wir es geschafft und am Samstag wird ein Hybrid-Städtewettkampf an vier Brettern zwischen Berlin und Wien ausgetragen! Wir freuen uns darauf!

Bernhard Riess
Bernhard Riess
9 Monate zuvor

Ja, ich werde am Samstag auch Schiedsrichter sein..

acepoint
acepoint
10 Monate zuvor

Letzte Woche Sonntag hat das NRW-Präsidium berichtet und stand danach für Fragen zur Verfügung (https://www.rochade-emsdetten.de/2021/02/online-sitzung-nrw/), leider wusste ich zu dem Zeitpunkt von der Hybridoffensive nichts.

Unabhängig davon war der Tenor der Veranstaltung/des Präsidiums: wir verschieben weiterhin alles und warten, bis die Regelungen einen wie früher gekannten Spielbetrieb erlauben. Wir begrüßen die Initiativen einiger Vereine, einen Onlinebetrieb zu etablieren. Aber selbst werden wir nichts machen oder in die Wege leiten.

Peter Kalkowski
Peter Kalkowski
10 Monate zuvor
Reply to  acepoint

Dass NRW nichts macht ist doch klar, kostetet Geld und Einsatz. Allerdings das Aussitzen der Pandemie könnte unliebsame folgen nach sich ziehen. Der Klassische Verein in NRW hat eine Mitgliederschaft von durchschnittlich 55- 62 + Jahren. Und etwa 2000 – 5000 € in der Vereinskasse. Es wird schwer die 60 + Spieler nach der Pandemie wieder an das Brett zu bringen. Es wird auch schwer für die Vereine und Bezirke seinen Mitgliedern zu Vermitteln warum die oberen Verbände für 0 Leistung 100% Beitrag fordern. Allein diese Kleinigkeit an Flexibilität ist für NRW nicht zu Stemmen. Das Geld liegt auf der… Weiterlesen »

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[…] Wertungskommission des Deutschen Schachbunds bereitet sich darauf vor, eine DWZ-Auswertung von hybrid gespielten Wettkämpfe möglich zu machen. Die Bundesspielkommission hat diese Möglichkeit in […]

Dr. F. Jürgen Schell
Dr. F. Jürgen Schell
10 Monate zuvor

Warum sollte der Schachbund sich vom Bild der Regierung und den Behörden unterscheiden? Überall Bedenken, bürokratische Regelungen statt Lösungen, eine Generelle Aversion gegen alles Digitale und im Zweifelsfall ist Stilllegen immer die sicherste und vielleicht deutscheste Lösung. Dann belassen wir es halt dabei. Ich selbst hatte 1982 zuletzt Turnierschach gespielt und im Januar letzten Jahres wieder angefangen und musste nach 3 Monaten ins online Schach wechseln, habe es aber inzwischen schätzen gelernt, einschließlich Quarantäneliga, bei der ich verschiedene Ligen zur Auswahl habe. Wenn es dabei bleibt, auch gut. Und sollte in den nächsten Jahren doch wieder OTB Schach in Deutschland… Weiterlesen »

Harry
Harry
10 Monate zuvor

Die Zukunft in Deutschland ist Ullrich Krause als Präsident.

Schachfreund
Schachfreund
10 Monate zuvor
Reply to  Harry

Also das war jetzt wirklich bissig und gemein. :-))

Peter Kalkowski
Peter Kalkowski
10 Monate zuvor
Reply to  Harry

Die Zukunft aller Vereine ist die Umstrukturierung vom Mono-Verein in
einem Verein mit Angeboten an die Mitglieder. Gymnastikgruppen, Schwimmen, Wandern, Skat, Hallenfußball, Kochkurs, Kurzreisen, ect. könnte eine neue Vereinsidee sein. Natürlich kann man das für alle Altersklassen spezifizieren. Der reine Schachverein mit einem inaktiven Vorstand (Verwalten)wird nicht überleben.