Absage vom DSB, Naiditsch geschockt: “Verbieten einem Deutschen, unter deutscher Flagge zu spielen. Was soll das?”

Eisig war die Reaktion, als Arkadij Naiditsch jetzt seinen Wechsel von der aserbaidschanischen Föderation zurück zur deutschen anbahnen wollte. Nach einigen Telefonaten und am Ende eines etwa zweimonatigen E-Mail-Austauschs teilte DSB-Präsident Ullrich Krause dem Träger der Goldenen DSB-Ehrennadel Naiditsch mit, das DSB-Präsidium lehne seinen Wechsel nach Deutschland ab.

Arkadij Naiditsch, geboren 1985 in Riga, lebte ab 1996 mit seiner Familie in Dortmund, seiner ersten schachlichen Heimat. Dort bekam das mit Abstand größte Talent auf deutschem Boden auf lokaler Ebene die Förderung, zu der sich der Schachbund mit seinem gespaltenen Verhältnis zum Leistungssport nicht durchringen konnte. “Der Verband behandelt unseren Sport wie ein Hobby”, klagte Schachprofi Naiditsch vor einigen Jahren. Später zog Naiditsch von Dortmund nach Baden-Baden, seiner zweiten schachlichen Heimat, von wo aus jetzt Schachorganisator Sven Noppes versucht hatte, den Wechsel zurück anzustoßen.

Mit 15 wurde Naiditsch Großmeister, der jüngste, den es jemals in Deutschland gegeben hatte. Mit 24 stand er zum ersten Mal bei 2700 Elo; bis heute ist Naiditsch der einzige deutsche Schachmeister, dem das jemals gelungen ist. Nachdem Naiditsch bei der Schacholympiade 2006 und 2008 am ersten Brett der Nationalmannschaft gespielt hatte, gipfelte seine wachsende Unzufriedenheit mit den Verhältnissen im DSB-Leistungssport vor der Schacholympiade 2010 in einem offenen Brief und seiner Absage.

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“Naiditsch wollte nicht einsehen, dass der Schachbund seinen besten Spieler deutlich geringer entlohnte als einen Hauptamtlichen”, berichtete die FAZ später. 2011 zur EM war Naiditsch zu verbesserten Konditionen wieder dabei, Deutschland wurde Europameister. Wenig später strichen ihn die Funktionäre aus dem Kader. Naditsch hatte nicht aufgehört zu kritisieren, dass der Bundestrainer sich aufs freundliche Begleiten beschränkt, anstatt sportlich zu helfen. 2012 in der Tükei war Naiditsch wieder im Team, ebenso 2014 in Norwegen, wo er im Match gegen den Gastgeber am ersten Brett Weltmeister Magnus Carlsen besiegte.

2015 der Wechsel nach Aserbaidschan nach einem Angebot, das laut FAZ “zu gut war, um es abzulehnen”. Nun wollte er zurückkommen – und bekam in dürren Worten mitgeteilt, das sei nicht erwünscht. “Eine Begründung hat Ullrich Krause mir nicht genannt”, sagt Naiditsch, dem nicht einleuchtet, “warum ein deutscher Staatsbürger nicht unter deutscher Flagge spielen sollte”.

Auf Anfrage dieser Seite beim DSB, was der Grund sei, ließ Krause mitteilen: “Wir haben im Präsidium über den Antrag beraten und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass wir in einer Gesamtschau der sportlichen und persönlichen Bewertungskriterien dem Wunsch von Arkadij Naiditsch nicht entsprechen. Das Ergebnis wurde ihm danach mitgeteilt. Wir haben eine starke Nationalmannschaft.”

Diese Aussage kannte Naiditsch noch nicht, als wir das folgende Gespräch geführt haben.


Das Gerücht, Arkadij Naiditsch wolle wieder für Deutschland spielen, kursiert seit Monaten.

Das war aber nur ein Gerücht. Natürlich habe ich insgeheim darüber nachgedacht, aber nichts in die Wege geleitet. Erst im November habe ich mit dem aserbaidschanischen Verband gesprochen, danach ging es mit dem DSB los …

… der dir jetzt mitgeteilt hat, er will dich nicht.

Ullrich Krause hat mir das mitgeteilt.

Warum sollst du nicht wieder für Deutschland spielen?

Eine Begründung hat mir Ullrich Krause nicht genannt.

Sven Noppes. | Foto: Grenke Bank

Kam die Absage überraschend?

Naja, es ging schon komisch los. Anfangs waren mit Sven Noppes, der den angestrebten Verbandwechsel angestoßen hat, neben Präsident Krause auch noch Marcus Fenner und Andreas Jagodzinsky im Verteiler. Aber Krause wollte zunächst gar nicht mit mir sprechen. Erst sollte ich mich erklären, warum ich wieder für Deutschland spielen möchte. Ich meine, ist das als deutscher Staatsbürger denn nicht normal, unter deutscher Flagge spielen zu wollen?!

Vielleicht ging es um Geld.

Vor fünf Jahren hat der DSB 30.000 Euro Wechselgebühr für mich bekommen. Jetzt beim Wechsel zurück war allen Beteiligten von Anfang an bekannt, dass Aserbaidschan auf die 30.000 Euro Gebühr für den Föderationswechsel verzichten würde. Für Krause war dies gar die Voraussetzung, damit er das Thema bei der digitalen DSB-Präsidiumssitzung überhaupt einbringt, wie er mir in einer Nachricht von seinem privaten Mail-Account aus schrieb. Es standen lediglich die normalen und unumgänglichen FIDE-Gebühren im Raum, ein Betrag zwischen 3.750 und 5.250 Euro, also eigentlich nicht der Rede wert für einen Verband, der so viel Geld hat. Wobei er in einer anderen Mail davon berichtete, dass das entscheidende DSB-Präsidium gar keine Budgetverantwortung hätte, er mich überdies aber nicht mit Verbandsformalitäten langweilen wolle. Ich schrieb ihm daraufhin, dass ich diesbezüglich voll und ganz auf seine langjährige Erfahrung vertraue. Vielleicht war dies ein Fehler?

Steht womöglich noch der Vorwurf im Raum, du habest vor dem Wechsel nach Aserbaidschan absichtlich deine Zahl unter 2700 gedrückt, damit nur 30.000 statt 50.000 Euro fällig werden?

Ach. Damals ist einiger Unsinn verbreitet und viel geredet worden. Tatsächlich hatte ich eine schlechte Phase, in der ich unglücklich gespielt habe, sodass meine Zahl unter 2700 gefallen ist. Fakt ist, sie haben 30.000 für mich bekommen, und jetzt käme ich zurück, ohne dass diese Gebühr in die umgekehrte Richtung fällig wird. Eine Verstärkung für das deutsche Schach wäre ich bestimmt.

Auch für die Nationalmannschaft?

Dafür haben wir im Schach ja ein ganz objektives Kriterium. Wäre ich gut genug, warum nicht? Und wenn ich nicht gut genug bin, habe ich in der Nationalmannschaft nichts zu suchen. Aber dieses Thema spielt für mich keine große Rolle. Mit der schwarz-rot-goldenen Flagge hinter meinem Namen würde ich Deutschland überall repräsentieren, wo ich spiele. Und das soll mir, einem Deutschen, jetzt verweigert werden. Ich bin immer noch geschockt und frage mich ernsthaft wie so etwas sein kann?!

Deutschland, Europameister 2011 mit (v.l.) Arkadij Naiditsch, Georg Meier, Daniel Fridman, Jan Gustafsson und Bundestrainer Uwe Bönsch (stehend). | Foto: DSB

Vielleicht spielt deine öffentliche Funktionärsschelte vor zehn Jahren eine Rolle?

Das ist lange her, damit habe ich meinen Frieden gemacht. Und es stand damals ja nichts Falsches drin, nur, was ich im deutschen Schach erlebte.

Du bist verklagt worden und hast verloren.

Ich hatte nicht gewusst, dass ein Richter seine Arbeitszeit nicht nachweisen und erfassen muss. Dafür habe ich bezahlt. Mich amüsiert noch im Nachhinein, dass ein renommierter Jurist es nötig hat, ein Gericht anzurufen, um sich gegenüber einem Schachspieler bestätigen zu lassen, dass er seine Arbeit nicht vernachlässigt. Okay, geschenkt.

Und jetzt? Eine neue Konfrontation?

Den Schachbund und seine Funktionäre bin ich nie persönlich angegangen, obwohl es da vielleicht auch einiges zu erzählen gegeben hätte. Damals habe ich nur die aus Spielersicht schwer erträglichen Verhältnisse im deutschen Schachsport dargestellt. Und wie man die letzten Monate so liest und was mir befreundete Spieler hinter vorgehaltener Hand erzählen, so hat sich da prinzipiell ja anscheinend nicht viel verändert. Nur die unzufriedenen Spieler sind heute andere. Zudem hatte und habe ich an Politik oder gar einer Schlammschlacht nicht das geringste Interesse, das habe ich Präsident Krause so auch versichert! Ganz sicher aber werde ich mit meiner Enttäuschung und meinem Unverständnis nicht hinterm Berg halten.

Der Verbandwechsel ist abgelehnt, du bist am Zug. Wie geht es weiter?

Mein erster Zug ist dieses Gespräch. Vielleicht fragt sich ja der eine oder andere Leser, was der Schachbund Gutes für den deutschen Schachsport tut – oder ob er dem Schachsport nicht sogar schadet. Ullrich Krause und der geheimnisvolle Dr. Marcus Fenner liegen ja schon im Streit mit einer ganzen Reihe von Kaderspielern. Und jetzt verbieten sie sogar einem Deutschen, der keinerlei Forderungen stellt, einem Deutschen, der selbst nach einer sportlichen Krise auf Anhieb die nationale Nummer vier wäre, unter deutscher Flagge zu spielen. Was soll das?

Furchtbares 2019: Arkadij Naiditschs Elo-Entwicklung. | Screenshot via FIDE

Was war 2019 mit dir los? Du bist innerhalb eines Jahres von 2740 Elo auf 2620 abgestürzt.

2019 war ein hartes Jahr, alles lief furchtbar. Ich hatte mich von meiner Frau getrennt, das arbeitete lange in mir. Auch für meine Firma lief es zeitweise nicht gut. Sich unter solchen Umständen auf Schach konzentrieren, das geht nicht. Wahrscheinlich hätte ich das akzeptieren und ein paar Monate aussetzen sollen. Ich habe aber gespielt, wie immer jede Partie ausgekämpft – und das ist nach hinten losgegangen. Mein derzeitiger Elo von 2649 entspricht bestimmt nicht meiner Spielstärke. Ich habe ja nicht das Schachspielen verlernt.

Das hast du in der Bundesliga-Meisterschaftsrunde angedeutet: plus 30 Elo.

Ich bin wieder okay, es geht aufwärts. Bis 2700 müsste ich normalerweise kommen. Darüber hinaus – mal schauen. Über 2700 wird die Luft dünn. Leider gibt es gerade kaum Turniere, bei denen ich mich beweisen könnte.

Siehst du dich in erster Linie als Schachprofi? Als Unternehmer? Als Coach/Streamer?

Wahrscheinlich werde ich nie mehr im Leben etwas so gut können wie Schachspielen. Und ich spiele unheimlich gerne, jede einzelne Partie bereitet mir große Freude, ich genieße das. Nur gibt es halt gerade kaum Turniere, deswegen steht aktuell meine Firma im Vordergrund. Dazu habe ich angefangen, auf Twitch präsent zu sein, jetzt habe ich Zeit dafür, und diese Präsenz hilft meiner Firma ‚Chess Evolution‘ ein wenig. Wahrscheinlich werde ich dieses Engagement drosseln, wenn es wieder Turniere gibt. Außerdem habe ich damit begonnen Online-Seminare und Coachings zu geben. Auch eine YouTube-Serie ist zeitnah geplant.

Du lebst in Thessaloniki. Was verschlägt dich dahin?

Corona. Die Pandemie habe ich kommen sehen, mir war klar, dass wir für längere Zeit zu Hause sitzen müssen. Also habe ich mich gefragt, wo der beste Ort Europas ist, um diese Phase so angenehm wie möglich zu gestalten. Am Ende hat es sich zwischen San Sebastian und Thessaloniki entschieden. Infrastruktur und Lebensstandard sind sehr ordentlich hier, das Wetter ist super, und nach einer kurzen Fahrt mit dem Auto siehst du wunderbare Strände vor dir.

In Deutschland bist du unverändert eng mit Baden-Baden verbunden.

Natürlich, diese Verbindung besteht ja schon seit vielen Jahren. So lange ich gut genug bin, spiele ich für die OSG Baden-Baden. Aber auch das sehe ich nicht romantisch. Ich spiele dort, um Punkte zu bringen. Sollte ich dafür irgendwann nicht mehr gut genug sein, gibt es für die Mannschaft keinen Grund, mich einzusetzen. Ich hoffe allerdings, dass wir so weit noch lange nicht sind. Zuletzt in der Bundesliga habe ich ja wieder gezeigt, was ich kann, und maßgeblich zum Gewinn der Mannschaftsmeisterschaft beigetragen.

Arkadij Naiditsch bei der Bundesliga-Meisterschaftsrunde 2020, wo der langjährige Baden-Badener Stammspieler maßgeblichen Anteil an der neuerlichen Baden-Badener Meisterschaft hatte. | Foto: Christian Bossert/Schachzentrum Baden-Baden.

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Bernd Schneider
Bernd Schneider
9 Monate zuvor

Was will die Deutsche Nationalmannschaft mit einem reinen Schachsöldner, der sich daran orientiert, bei welchem Verband es das meiste Geld zu verdienen gibt? Wenn der Söldner dann noch Sympathiewerte aufweist, die im Vergleich unterhalb der Beliebtheit von Mesut Özil liegen, findet die Entscheidung des Deutschen Schachbundes eine breite Zustimmung der Basis. Arroganz und Überheblichkeit sind auch anderswo keine guten Bewerbungsaspekte. Und seit wann muss Jogi Löw begründen, weshalb er einen Ex-Nationalspieler nicht mehr in den Kader der Nationalmannschaft beruft? Niemand im Ruhrgebiet erwartete, dass Naiditsch auf seinem Nationaltrikot den deutschen Adler küsst. Geküsst haben wird er mutmaßlich den Gehaltsscheck. Insofern… Weiterlesen »

Daniel Hendrich
Daniel Hendrich
9 Monate zuvor

Der mit Abstand beste Kommentar zu diesem Artikel, vielen Dank Herr Schneider!

Klaus Zachmann
Klaus Zachmann
9 Monate zuvor

Ja, insbesondere der Vergleich mit dem Bundestrainer. 🙂
Ein entlassener Bundestrainer muss tatsächlich nichts mehr begründen.

Jens Bosbach
Jens Bosbach
9 Monate zuvor

Den Kommentar kann ich nicht nachvollziehen. Mir ist kein Name eines Fußballers bekannt, bei dem Jogi Löw begründen müsste oder entschieden hätte, unter welcher Flagge dieser Fußballer geführt wird. Insofern ein recht krummer Vergleich und der Restkommentar neidgetrieben. Und dass der Deutsche Schachbund anscheinend in dem Fall weiter die beleidigte Leberwurst gibt und alte Rechnungen meint begleichen zu müssen, zeigt mir mal wieder das fehlende charakterliche Format der dort Handelnden. Unabhängig von meiner persönlichen Sympathie oder Antipathie zum Spieler Naiditsch scheinen mir die letzten Monate zu zeigen, dass er mit seiner früheren Kritik am Verband wohl nicht allzu falsch lag.… Weiterlesen »

Florian Röder
Florian Röder
9 Monate zuvor
Reply to  Jens Bosbach

Das Problem war nicht die Kritik von Herrn Naiditsch sondern die Art und Weise wie er sie geäußert hat. Nach seiner eigenen Rechnung (20 Jahre Topniveau) ist er als Profispieler eher auf dem absteigenden Ast. Und sein Vertrag wurde ja auch nicht verlängert. Warum sollte sich der DSB einen potentiellen Störenfried unter diesen Umständen an Bord holen wollen? Er kann ja weiter spielen, aber hier hat der DSB ganz klar seinen Ermessensspielraum genutzt.

Bernd Schneider
Bernd Schneider
9 Monate zuvor
Reply to  Jens Bosbach

Natürlich ist mein Kommentar neidgetrieben, hätte ich doch auch gerne einen 5-Jahres-Vertrag in Aserbaidschan für deren Senoirenantionalmannschaft haben wollen. Leider wurde ich aber als zu schlecht befunden, weshalb der Neid wohl erlaubt sein darf. Der Deutsche Schachbund möchte also alte Rechnungen begleichen? Wer ist das denn, der Deutsche Schachbund? Im Jahr 2015, als Naiditsch dem Deutschen Schachbund im Streit den Rücken kehrte, war Herbert Bastian Präsident, als Verantwortlicher für den Leistungssport fungierte Klaus Deventer, Bundestrainer war Uwe Bönsch. Weitere Vizepräsidenten waren Ralf Chadt-Rausch und Uwe Pfennig. Ebenso waren Anfang 2015 noch Joachim Gries, Michael Woltmann und Michael Langer im Vorstand… Weiterlesen »

Daniel Hendrich
Daniel Hendrich
9 Monate zuvor

Meine erste Antwort ist leider der Zensur zum Opfer gefallen, naja… Sie haben natürlich völlig Recht Herr Schneider. Das “Argument” mit den alten Rechnungen ist natürlich alleine schon deshalb Schwachsinn, weil von den damals Handelnden keiner mehr in Amt und Würden ist. Das ist in manchen Fällen sehr schade (Bastian, Deventer, Gries), in anderen wiederum sehr gut (Pfennig, Langer).

H. Edelwein
H. Edelwein
9 Monate zuvor

Absolute Zustimmung! Mit einem Präsidenten Herbert Bastian wäre so ein Chaos, wie es heute im Schachbund herrscht, nie vorgekommen.

Daniel Hendrich
Daniel Hendrich
9 Monate zuvor
Reply to  H. Edelwein

Naja, die Frage, welchen Anteil “der Schachbund” an den ganzen Vorgängen hat, ist ja nicht unumstritten. Ich sehe ihn deutlich geringer als zB. der Betreiber dieser Seite hier. Herrn Krause kenne ich nicht persönlich, aber so wie ich Herbert immer erlebt habe, kann ich mir durchaus vorstellen, dass er einige der Themen durch etwas rascheres und diplomatischeres Eingreifen erst gar nicht hätte eskalieren lassen.

Jens Bosbach
Jens Bosbach
9 Monate zuvor

Na wenn der DSB 2015 sich so deutlich vom DSB 2021 unterscheidet, dass keine Kontinuität vorhanden ist, erscheint es mir umso unverständlicher, weshalb der DSB-Präsident meint, so ein kleines Karo spielen zu müssen. Der Volksmund hätte geraten, dass der Klügere nachgeben möge; der geneigte deutsche Schachspieler kramt nochmal die gesamte Vergangenheit hoch…

Walter Rädler
Walter Rädler
9 Monate zuvor

Einem deutschen Schachprofi Geldgier vorzuwerfen, wenn er für die Nationalmannschaft spielt, ist eine gewagte Hypothese. Jemand, der für Aserbaidschan Schach spielt, könnte ein Schachsöldner sein, aber jemand, der für Deutschland spielt, ist das garantiert nicht.

Oliver Calm
Oliver Calm
9 Monate zuvor

Sehr geehrter Herr Schneider, Ihre Einlassung trifft meiner Meinung nach nicht den Kern des Artikels: Die Frage, warum ein deutscher Staatsbürger nicht für den deutschen Verband spielen darf, halte ich für berechtigt – Dissenzen hin oder her. Obgleich seine Kritik am DSB sicherlich nicht frei von Polemik war, traf sie durchaus den Kern der Sache. Weiterhin spricht für Naiditschs korrekte Einschätzung der damaligen Situation, dass sich offenkundig innerhalb des DSBs nichts verbessert hat. (Siehe zahlreiche Artikel nicht nur auf dieser Seite) Objektiv hat auch Herr Naitisch das Recht, unter der deutschen Flagge zu spielen. Das Recht, für die Nationalmannschaft zu… Weiterlesen »

Wolfgang Küchle
Wolfgang Küchle
9 Monate zuvor

Die Begründung des DSB ist sicherlich sehr dürr und unbefriedigend. Auf der anderen Seite erwarte ich von einem Schachspieler, dass er zu Entscheidungen, die er selbst getroffen hat auch steht. Herr Naiditsch wurde 2019 ja nicht des Verbands verwiesen, sondern hat aus eigener Motivation heraus den Verbandswechsel durchgeführt. Die Frage nach den Motiven seiner Meinungsänderung nach nur 2 Jahren, bleibt in diesem Artikel leider offen. Die “3750 bis 5250 Euro” würde ich auch nicht einfach so vom Tisch wischen wollen. Es gibt am DSB sicher viel zu kritisieren, das Thema Naiditsch ist für mich diesbezüglich aber eher nachrangig und aus… Weiterlesen »

Klaus Zachmann
Klaus Zachmann
9 Monate zuvor

Von der Bedeutung her sehe ich dieses Thema auch eher als nachrangig.
Es zeigt aber, das der Weg des schlechten Umgangs fortgesetzt wird und das wird auch wieder wichtige Themen betreffen.
Wir brauchen eine neue Umgangs- und Entscheidungskultur.
Wir brauchen Führungskräfte, die in der Lage sind frei von Emotionen Entscheidungen zu treffen und diese sachlich und nachvollziehbar begründen können.
Die DSB-Präsidiums-Entscheidung sieht nach einer beleidigten Leberwurst-Entscheidung aus. An die Führungsabteilung eines bundesweiten Dachverbandes habe ich eigentlich deutlich höhere Erwartungen.

Wolfgang Küchle
Wolfgang Küchle
9 Monate zuvor
Reply to  Klaus Zachmann

Ich würde den Entscheidern keinen bösen Willen unterstellen wollen. Man muss sich ja darüber im klaren sein, dass jede kommunizierte Begründung ggf. auch juristisch anfechtbar ist. Eine nachvollziehbare Begründung wie “wir sind nicht bereit das Geld in die Hand zu nehmen, da wir sportlich auf junge Nachwuchsspieler setzen wollen und Hr. Naiditsch daher keine Rolle mehr in der weiteren Planung der Nationalmannschaft spielt” wäre vielleicht problematisch (Altersdiskriminierung ?). Da ich kein Jurist bin, kann ich das nicht beurteilen. Man muss auch eventuelle Folgekosten bzw. Folgeentscheidungen, wie z.B. Kaderzugehörigkeit von Hr. Naiditsch mit berücksichtigen. Die Entscheidung als solche ist für mich… Weiterlesen »

Klaus Zachmann
Klaus Zachmann
9 Monate zuvor

Einen bösen Willen würde ich auch nicht unterstellen wollen, dazu fehlen die Fähigkeiten. 🙂

Manuela Mekus
Manuela Mekus
9 Monate zuvor

Das ist doch Quatsch, Herr Naiditsch hat ja wohl ein recht, zuerfahren, warum man nicht nöchte, das ein so starker deutscher Spieler, nicht mehr unter deutscher Flagge spielen darf. Sehen wir es doch mal richtig, wie steht denn der deutsche Schach da, kaum einer der mithalten kann, da kommt dann die ehemalige Nr. 1 an, ablösefrei und man sagt ihm, das man ihn nicht haben möchte. Und man sagt ihm keinen Grund? Mir tut dies vom Herzen Leid, das Hr. Naiditsch nicht mehr für Deutschland spielen darf. Ich sehe den Grund so, man ist immer noch Beleidigt das er für… Weiterlesen »

Spieler
Spieler
9 Monate zuvor
Reply to  Manuela Mekus

Wenn es für einen deutschen Spieler so selbstverständlich ist, unter deutscher Flagge zu spielen, frage ich mich, warum er dann für Aserbaidschan gespielt hat? Ist wohl doch nur solange “selbstverständlich” wie es einem in den Kram passt.

Klaus Zachmann
Klaus Zachmann
9 Monate zuvor

Ein Wechsel ist deswegen möglich, weil eine Mehrheit der Mitglieder das so beschlossen hat.
Im vorliegenden Fall hat neben Naiditsch nicht nur die FIDE damit Geld verdient, sondern auch der DSB.

Thomas Richter
Thomas Richter
9 Monate zuvor

Ich würde Verbandswechsel nicht kategorisch ausschliessen: Wenn man dauerhaft in einem Land lebt, will man dieses Land vielleicht auch dann repräsentieren, wenn man Kriterien für Einbürgerung (noch) nicht erfüllt oder aus irgendwelchen durchaus plausiblen Gründen seine ursprüngliche Staatsbürgerschaft nicht abgeben will.

Bei Naiditsch, potentiell bei Aronian, aus meiner Sicht auch bei Caruana war allerdings der Verbandswechsel Grund für den Umzug statt umgekehrt. Derlei will FIDE zwar nicht verhindern, aber doch erschweren – und auch das ist aus meiner Sicht sinnvoll.

Silvio
Silvio
9 Monate zuvor

Nachfragen …

In dem Interview fehlt mir die deutliche Nachfrage, warum N. denn nun wieder “für Deutschland” spielen will.
Das, diese Frage I, hatte ich von diesem Interview erwartet.

Die FIDE-Regeln machen das häufige Wechseln möglich.
Aber warum ist der Kontrakt mit AZ nicht verlängert worden?
Vermutlich ging das von AZ aus, wenn sie jetzt auf eine Ablöse verzichten.
Auch diese Frage II hätte ich mir von dem Interview erwartet.

Zumal ja die Perlen und ihr Verfasser bei anderen Gelegenheiten durchaus bewiesen haben, dass sie Interviews gelernt haben und nachfragen können.

Kommt da vielleicht noch ein nächstes Interview?

Coach Jaxx
Coach Jaxx
9 Monate zuvor

Ich empfinde das leicht nickelige Nachhaken von Silvio zur Frage-/Antwort-Struktur des Interviews als durchaus berechtigt. Die Botschaften, die von diesem Gerüst getragen und vermittelt werden (sollen?!), sind nämlich nicht so ganz deckungsgleich bzw. hinreichend stimmig zu der Bilderflut, die das ehemalige Enfant terrible Arkadij Naditsch gestern Nachmittag in seiner Sondersendung „Ich gegen DSB“ gestreamt hat. Ich bin ehrlich gesagt auch etwas enttäuscht, dass du nach diesem für das Deutsche Schach nachrichtenwertlich durchaus bedeutsamen Event, dir heute(!) als Sidechick auf Youtube dazu gar kein Reaction-Video angelacht hast 🙁 Verfolgt hast du den Stream jedenfalls genauso wie Christian Kuhn und dessen knackige… Weiterlesen »

Aristoteles.jpg
Sven
Sven
9 Monate zuvor

Der DSB hat 30000 Euro kassiert beim Wechsel und nicht mal die Sekundanten bezahlt bei der EM 2011.

Thomas Schumacher
Thomas Schumacher
9 Monate zuvor
Reply to  Sven

Mich wundert, dass dieser Darstellung noch niemand widersprochen hat, “denn zum einen wurden die Honorare der Akteure dank des neuen Sponsors UKA spürbar angehoben, daneben bekamen die Naiditsch & Co. mit Rustam Kasimdshanow den geforderten hochkarätigen Theorietrainer zur Seite gestellt – dessen Anteil am Erfolg im Nachklang immer wieder betont wurde.” (SCHACH 12/2011, S. 3). Die 2015 erhaltene Wechselgebühr stand zur Finanzierung der EM 2011 noch nicht zur Verfügung.

Last edited 9 Monate zuvor by Thomas Schumacher
Daniel Hendrich
Daniel Hendrich
9 Monate zuvor

Richtige Entscheidung des DSB, diesen Quertreiber nicht wieder zurückzuholen. Was damals passiert ist, würde sich früher oder später eh wiederholen. Im Übrigen würde dann genau hier wieder der Vorwurf erhoben werden, dass der DSB seinen Laden nicht im Griff hat. Mal davon abgesehen gehen die Entscheidungsgründe des DSB zu Herrn Naiditsch nur diesen selbst etwas an, aber nicht uns. Allein deshalb ist das schon ein völlig unnötiger Artikel, der wieder nur den Zweck verfolgt, die DSB-Spitze in den Dreck zu ziehen. Völlig verquer ist ja auch Naidtischs Begründung, warum er wieder zurückwechseln will. Aus seiner persönlichen Sicht habe sich an… Weiterlesen »

Last edited 9 Monate zuvor by Daniel Hendrich
Sven
Sven
9 Monate zuvor

Entschuldigung, aber Sie machen es sich sehr einfach, ein bisschen mehr Empathie!

Peter Kalkowski
Peter Kalkowski
9 Monate zuvor

Grundsätzlich stehe ich einen Verbandswechsel kritisch gegenüber. Dass die FIDE das zulässt ist Reformbedürftig. Aber keiner hat ihm den Pass entzogen er ist weiter deutscher Staatsbürger und kann wohnen und leben wo er will. Er kann weiter in Vereinsmannschaften spielen und an jedem Open wie gewohnt teilnehmen. Selbst im Fußballzirkus ist ein Verbandswechsel kaum möglich. Wer den Weg geht muss auch damit rechnen das sich sein Ex-Verband neu aufstellt. Das ist jetzt jammern auf hohem Niveau. Von daher Hut ab vor unserem Präsidium nicht Hurra komm zurück zu rufen. Lieber unsere neuen Talente fördern und einsetzten man muss eben Schwerpunkte… Weiterlesen »

Krennwurzn
Krennwurzn
9 Monate zuvor

Überspitzt gesagt: Exfreundinnen haben auch kein Rückkehrrecht 😉

aber eigentlich geht es hier um Professionalität und nicht um Emotionen und gekränkte Eitelkeiten.

@Wechselgebühren sollte der Verband vorfinanzieren und AN dann abarbeiten durch Spielen und/oder Training zu vernünftigen Konditionen. Ungeschoren würde ich AN auch nicht davonkommen lassen wollen.

Klaus Zachmann
Klaus Zachmann
9 Monate zuvor
Reply to  Krennwurzn

Das wäre eine Entscheidungsvariante gewesen, die sicherlich viel Zuspruch gefunden hätte.
Man hätte aber auch einfach bei den Landesverbänden nachfragen können, ob es da weitere Ideen gibt. Dann hätte man über die Ideen einfach abgestimmt.
Falls die Ideen etwas komplexer gewesen wären, hätte man diese auch in einer kurzen Telefonkonferenz kombinieren und abstimmen können.
Das DSB-Präsidium hätte dann eine abgestimmte und gut begründete Lösung präsentieren können. Das nennt man dann professionelle Entscheidungsfindung und die DSB-Spitze hätte sich gut präsentiert.
Warum bekommt man so einfache Dinge eigentlich nicht gebacken?

Last edited 9 Monate zuvor by Klaus Zachmann
Grubengeist
Grubengeist
9 Monate zuvor

Das beim Deutschen Schachbund einiges reformbedürftig ist und die personelle Besetzung der Spitzenämter durchaus professioneller gestaltet werden könnte ist unbestritten, aber um das herauszufinden brauchen wir keinen Söldner, der demokratisch gewählte Vertreter persönlich und sexistisch übel beschimpft bis hin zur justitiablen Beleidigung und übler Nachrede. Vor diesem Hintergrund kann ich die Entscheidung des Präsidiums nur begrüßen, aus welchen Motiven auch immer sie getroffen wurde.

Thomas Richter
Thomas Richter
9 Monate zuvor

In Artikel und Interview stimmt übrigens einiges so nicht: “„Der Verband behandelt unseren Sport wie ein Hobby“, klagte Schachprofi Naiditsch vor einigen Jahren. Später zog Naiditsch von Dortmund nach Baden-Baden, seiner zweiten schachlichen Heimat” Das verlinkte Interview war anlässlich des Verbandswechsels, also kurz vor, “während” oder nach dem Umzug von Baden-Baden nach Baku. Der Umzug von Dortmund nach Baden-Baden war wohl einige Jahre zuvor. Dabei stimmt allerdings, dass Naiditsch schon vor 2015 klagte, meckerte und Streit suchte (der Verbandswechsel kam ja nicht aus heiterem Himmel), vielleicht auch schon vor dem Umzug von Dortmund nach Baden-Baden. “Das hast du in der Bundesliga-Meisterschaftsrunde angedeutet: plus… Weiterlesen »

Thomas Schumacher
Thomas Schumacher
9 Monate zuvor

Meiner Meinung nach müsste man den Föderationenwechsel und die Zugehörigkeit zum Nationalkader gedanklich strikt voneinander trennen. Wenn der Föderationenwechsel für den DSB kostenneutral verlaufen könnte, sähe ich keine Rechtfertigung dafür, Naiditsch den Wechsel zu verwehren. Wenn es im DSB-Haushalt kein Budget für die FIDE-Wechselgebühren von bis zu ca. 5.000 EUR gibt, darf das Präsidium eine solche Ausgabe gar nicht tätigen. Naiditsch könnte aber an den nächsten DSB-Kongress den Antrag richten, dass der DSB die Kosten übernehmen soll.

Torsten
Torsten
9 Monate zuvor

Doch die gibt es im Haushalt.

Krennwurzn
Krennwurzn
9 Monate zuvor

Um auf die Wechselbremse zu treten, sollte von der FIDE regeltechnisch ein Rückwechsel ausgeschlossen werden. Wechseln darf man dann solange es noch freie Föderationen gibt 😉

Last edited 9 Monate zuvor by Krennwurzn
Frank Martin
Frank Martin
9 Monate zuvor

Völlig nachvollziehbare Entscheidung! Herr Naiditsch will den Verband nach Gutdünken wechseln, wie es ihm gerade in den Kram passt. Warum sollte sich der DSB dafür hergeben? Naiditsch wollte gehen, Naiditsch ist gegangen – er wollte nicht mehr Deutschland repräsentieren! Sich jetzt hinzustellen und zu jammern, er dürfe Deutschland nicht repräsentieren, ist einfach lächerlich! Tschüss, Söldner!

Gerd Euler
Gerd Euler
9 Monate zuvor

Ich schätze Bernd Schneider sehr, habe aber eine andere Meinung. “Der Weg zum Herzen eines Schachspielers (aka Profis) führt über seine Brieftasche” war ein mir bekanntes Zitat aus dem Dunstkreis er deutschen Spitzenspieler Lobron, Hickl, Bischoff etc., wer es damals gesagt hat ist ne Preisfrage, Vasik Rajlich hat zu mir gesagt “Warum sollte Dich jemand dafür bezahlen, weil Du Schach spielst?” (sinngemäß, falls meine Übersetzung aus dem Englischem korrekt ist) bevor er Rybka programmiert hat. Ich hatte gesagt “Was soll das für einen Sinn haben eine besseres Schachprogramm zu schreiben, wenn die derzeitigen sowieso bereits besser sind als alle Schachspieler?”… Weiterlesen »

Klaus Zachmann
Klaus Zachmann
9 Monate zuvor
Reply to  Gerd Euler

Sie haben das richtig erkannt, dazu braucht man fähige Leute und eine ergebnisoffene Kommunikation. Beides kann man von der aktuellen DSB-Spitze nicht erwarten. Es wäre sinnvoll gewesen, wenn man für Arkadij Naiditsch Bedingungen genannt hätte, die einzuhalten sind, wenn er unbedingt wieder für Deutschland spielen will. Diese hätte man dann mit ihm besprechen können und sehen ob man sich einigen kann. Dann hätte es an Arkadij Naiditsch gelegen anzunehmen oder abzulehnen. So lehnt man einfach schnöde ab ohne die Chancen auszuloten. Eine intelligente und umsichtige Schachbundführung sieht auf jeden Fall vollkommen anders aus. Nach der Erfahrung der letzten beiden Jahren… Weiterlesen »

Torsten
Torsten
9 Monate zuvor
Reply to  Klaus Zachmann

@Klaus Zachmann.
Sie probieren noch beim zehnten Mal einem Starrkopf Bedingungen zu stellen, auch wenn er davor diese bereits neun Mal gebrochen hat. Es ist wie in der Kindererziehung, Herrn Naiditsch muss man die Grenzen aufzeigen.

Bernd Schneider
Bernd Schneider
9 Monate zuvor
Reply to  Gerd Euler

Lieber Schachfreund Euler, vielen Dank für die freundlichen Worte. Eine andere Meinung zu haben, ist absolut legitim. Auch kann ich die Überlegungen durchaus nachvollziehen. Eine Anmerkung habe ich trotzdem: In Deutschland gibt es zahlreiche, hochqualifizierte (ausgebildete) Trainer, die deutschen Talenten bei der Vervollkommnung helfen könnten. GM Naiditsch hat seinen Lebensmittelpunkt in Griechenland. Er ist (wenn ich mich nicht irre) bislang nicht als Schachtrainer in Erscheinung getreten. Vermutlich hat er auch keine Trainerausbildung absolviert, wie die in Deutschland lebenden Kollegen. Ist es da wirklich ratsam, einen “Fremdenlegionär”, der in Griechenland lebt, mit der Maßgabe vom DSB zu engagieren, dass er die… Weiterlesen »

Thomas Richter
Thomas Richter
9 Monate zuvor

Franz Jittenmeier hat sich per Kommentar auf dem Schachticker recht eindeutig geäußert:
Wenn ich auch vieles beim DSB kritisiert habe, im Falle Arkadij Naiditsch kann ich die Entscheidung des DSB nachvollziehen. Naiditsch hat im zwischenmenschlichen Bereich erhebliche Defizite.”
Ich habe bei ihm privat nachgefragt und kenne die Hintergründe, öffentlich nur das was er später auch selbst schrieb: “Naiditsch ist jemand der Andere auf das Schlimmste beleidigen kann. Ich selber habe das erfahren müssen.”
Auch ich wurde von Naiditsch mal beleidigt, wenn auch nicht “auf das Schlimmste” – und, wie Franz andeutet, viele andere ebenfalls.

Bernd Schneider
Bernd Schneider
9 Monate zuvor
Reply to  Thomas Richter

Vielen Dank, Schachfreund Richter! Da war ich mal wieder nicht aufmerksam genug. Es ist aber gut zu wissen, dass Franz Jittenmeier sich dazu bereits geäußert hat. Alle diejenigen, die hier für Naiditsch Partei ergreifen und den DSB für seine Entscheidung kritisieren, sollte sich den Kommentar von Franz Jittenmeier zu Gemüte führen. Aber am wichtigsten sind die Aussagen vom Meister höchstselbst.

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Manfred Grosse
Manfred Grosse
9 Monate zuvor

Man kann nicht einfach Verbände oder Teams wechseln , Profi oder Amateur und dann wieder zurück , es ist eine Entscheidung die gut durchdacht sein muss und dann ist es endgültig ohne Wiederkehr .
Das der deutsche Schachbund durch und durch reformbedürftig ist weiss man seit den frühen 80er und es sollten endlich Leute diesen führen die nicht solche Fehlentscheidungen Treffen wie Sie kontinuierlich passieren .

mit Freundlichen Grüssen Manfred Grosse

Stefan Meyer
Stefan Meyer
9 Monate zuvor
Reply to  Manfred Grosse

Man kann nicht einfach Verbände oder Teams wechseln… Leider kann man das schon. Die derzeitigen Regeln geben das her. Aber ich bin Ihrer Meinung, dass der DSB hier richtig handelt. Im Fußball gibt es auch deutsche Staatsbürger, die nie für die deutsche Nationalmannschaft spielen dürfen weil sie schon einmal z.B. für die türkische Nationalmannschaft gespielt haben – und umgekehrt ebenso. Richtig wäre, dass jeder grundsätzlich für den Verband des Landes spielt, dessen Pass er besitzt. Schachspieler mit mehrfacher Staatsangehörigkeit müssen sich nach Erreichen der Volljährigkeit einmal und dann endgültig entscheiden.Keine Regel ohne Ausnahme: Schachfreund Firouzja wäre so eine, aber der… Weiterlesen »

Gerd Euler
Gerd Euler
9 Monate zuvor

Egal, Arkadij Naiditsch wieder rein. Warum nicht? Das grundsätzliche Problem beim DSB ist halt, daß Schach Breitensport und nicht Spitzensport sein soll. Das geht mir auch auf den Senkel. Wär ok für mich wenn 4 russischstämmige Deutsche die Schacholympiade für Deutschland gewinnen. Und ich bin deutscher Deutscher. Wenn ich besser bin werde ich nominiert. Bin ich leider nicht. Wenn Meier oder Blühbaum besser sind werden die nominiert. Und die sind net schlecht. Scheint bessere und schlechtere Deutsche zu geben. Man sollte es allerdings wie beim Fußball machen, entscheide Dich einmal für eine Nationalmannschaft, danach ist Sense. Fertig.

Ekpah
Ekpah
9 Monate zuvor

Absurdes Verhalten des DSB. In der Schachwelt sind solche Verbandswechsel Usus. Hat der DSB das mal grundsätzlich kritisiert und entsprechende Anträge auf FIDE-Ebene dagegen gestellt? Solange das nicht der Fall ist, gibt es keinen Grund, Naiditsch den Wechsel zu verweigern. Er fordert doch nichts. Immerhin: nach einem Wechsel an der Verbandsspitze kann er seinen Wunsch ja noch einmal vortragen.

flachspieler
flachspieler
9 Monate zuvor
Reply to  Ekpah

Arkadij Naiditsch ist ein begnadeter Schachspieler. Ich liebe seinen Spielstil (Loek van Wely ist für mich in der gleichen Kategorie) und schaue gerne durch seine Partien. Er ist ein Individualist, aber nicht unbedingt ein Teamplayer. Interessant zu wissen wäre, ob es damals, bei seinem Wechsel in den Verband von Aserbeidschan, irgendwelche Verabredungen mit dem DSB über eine mögliche spätere Rückkehr gab. Den Wechsel damals empfand ich als Win-Win-Win-Lösung: Naiditsch war zufrieden, Aserbeidschan war zufrieden, und grosse Teile der deutschen Schachszene auch. Insbesondere bliebe er durch sein Engagement bei Grenke ja der Bundesliga erhalten. Sollte er nach D zurückkehren und auch… Weiterlesen »

Thomas Richter
Thomas Richter
9 Monate zuvor
Reply to  flachspieler

“Verabredungen mit dem DSB über eine mögliche spätere Rückkehr” wären zum damaligen Zeitpunkt wie Scheidung einreichen mit der Option, eventuell später erneut zu heiraten. Das gab es in meinem Bekanntenkreis, ist vielleicht kein Einzelfall, aber wohl nicht von Anfang an vorgesehen. Verbandswechsel rückwärts gab es schon mehrfach: Sokolov aus den Niederlanden nach Bosnien und zurück, Shirov Spanien-Lettland-Spanien, auch Caruana USA-Italien-USA und Aronian Armenien-Deutschland-Armenien. Jeweils lag es an besseren Bedingungen in der alten Heimat, und/oder nicht erfüllten Erwartungen bzw. nicht eingehaltener Zusagen der vorübergehenden neuen Heimat. Bei Naiditsch ist quasi das Zweite der Fall, wobei er vor allem Erwartungen von Aserbaidschan… Weiterlesen »

Claus Seyfried
9 Monate zuvor

Für mich keine Frage, dass man den Naiditsch natürlich wieder nimmt. Zum Teil wird hier ja argumentiert, wie bei Ehescheidungsdiskussionen.

Claus Seyfried
9 Monate zuvor
Reply to  Claus Seyfried

Bevor er Österreicher, Luxemburger oder Grieche wird!