Klage gegen Carlsen: Hans Niemann will 100 Millionen Dollar (mindestens)

Hans Moke Niemann verklagt Magnus Carlsen, die Play-Magnus-Gruppe, chess.com, chess.com-Chef Daniel Rensch und Hikaru Nakamura auf nicht weniger als 100 Millionen Dollar Schadensersatz. In der am 20. Oktober beim Eastern Missouri District Court eingereichten Klage “Niemann v. Carlsen” steht, die Beklagten hätten sich abgesprochen, um ihn, Niemann, des Betrugs zu bezichtigen und ihn gemeinsam „auf eine schwarze Liste“ zu setzen. Der US-Großmeister, der sich zu dem Fall seit seiner emotionalen Verteidigungsrede Anfang September nicht mehr geäußert hatte, sieht sich als Opfer einer Verleumdungskampagne.

Der Schriftsatz listet auf, in welchem Maße Turnierorganisatoren Niemann gemieden haben, seitdem Magnus Carlsen verkündet hat, nicht mehr gegen ihn spielen zu wollen. Unter anderem die Verhandlungen mit den Organisatoren des Schachfestivals in Wijk an Zee für den Januar 2023 seien über der Affäre gescheitert. Mittlerweile könne Niemann nicht einmal mehr als Schachlehrer arbeiten.

In Prag sind Vincent Keymer und Hans Moke Niemann Mitte Juni aufeinandergetroffen. Später in diesem Jahr sollten sie in Deutschland einen vom DSB organisierten Wettkampf spielen. Dann erhob Magnus Carlsen Betrugsvorwürfe gegen Niemann, und Keymer sagte nach Niemanns Darstellung das Match ab.

Auch das deutsche Jahrhunderttalent Vincent Keymer und, indirekt, der Deutsche Schachbund kommen in Niemanns Schreiben vor. Der DSB wollte in diesem Jahr sein Vorhaben umsetzen, Keymer in Deutschland ein Match gegen einen Spieler der erweiterten Weltspitze zu organisieren. Ursprünglich war ein Vergleich mit der langjährigen englischen Nummer eins Michael Adams vorgesehen. Dann legten sich die Verantwortlichen des Verbands darauf fest, Keymer gegen den amerikanischen Aufsteiger Niemann in den Ring zu schicken. Aber wegen der Betrugsvorwürfe gegen Niemann habe Keymer jetzt das Match verweigert.

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Niemanns Klage betont die finanziellen Beziehungen zwischen den Beklagten. Nach seiner Darstellung arbeiten Carlsen und chess.com zusammen, eine Folge des geplanten (und derzeit infrage stehenden) Zusammenschlusses der Play-Magnus-Gruppe mit dem US-Unternehmen, der, so Niemann, zu einem Monopol führen werde. Carlsen wie chess.com bedienten sich des Schach-Influencers Nakamura, um die Vorwürfe zu verstärken. Nakamura habe „in Absprache mit Carlsen und Chess.com stundenlange Videos veröffentlicht, die Carlsens falsche Betrugsvorwürfe verstärken und untermauern sollen“.

Auch der 72-seitige “Hans-Niemann-Report” von chess.com zu Hans Niemann, veröffentlicht vor Beginn der US-Meisterschaft, kommt vor. Die Erkenntnisse von chess.com über das Ausmaß seines Betrugs seien falsch, heißt es. Vor allem aber richtet sich Niemanns juristisches Manöver gegen den Vorwurf Carlsens, bei der Partie zwischen den beiden während des Sinquefield Cups Anfang September habe Niemann betrogen.

Nach Darstellung von Niemanns Anwälten hat Niemanns spöttisches Interview nach seinem Sieg über Carlsen einen Ausraster Carlsens ausgelöst. „Ich konnte sehen, dass es ihm peinlich ist, gegen einen Idioten wie mich zu verlieren. Er tat mir leid“, hatte Niemann gesagt.

Im Video: Was die Anwälte von chess.com sagen, was Vincent Keymer damit zu tun hat und einige Highlights aus Hans Moke Niemanns Klageschrift.

Dazu heißt es nun: „Carlsen rächte sich bösartig und heimtückisch an Niemann, indem er ihn fälschlicherweise und ohne jeglichen Beweis beschuldigte, während ihrer persönlichen Partie betrogen zu haben.“ Carlsen habe verlangt, Niemann vom Sinquefield Cup auszuschließen. Als die Organisatoren dieser „korrupten und feigen“ Forderung nicht nachkamen, habe Carlsen selbst das Turnier verlassen. „Ein beispielloser Akt für einen Spitzenschachprofi, geschweige denn für den amtierenden Weltmeister.“

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Carlsen setzte seinen Mourinho-Tweet ab, gab in seiner Tour nach einem Zug gegen Niemann auf, veröffentlichte seine Erklärung, dazu die Dlugy-Andeutung. Hans Niemanns New Yorker Anwälte Terrence und Darren Oved sehen ihren Mandanten jetzt im Mittelpunkt des größten Schachskandals der Geschichte.

„Das ist kein Spiel“, erklärten die Juristen laut einem Bericht des Wall Street Journals. „Die Beklagten haben Niemanns Leben zerstört, nur weil er das Talent, die Hingabe und die Kühnheit hatte, den sogenannten König des Schachs zu besiegen. Wir werden die Angeklagten voll zur Rechenschaft ziehen und die Wahrheit aufdecken.“

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Mario Schmidt
Mario Schmidt
1 Monat zuvor

100 Mio.? Ist klar. Ich hoffe, es endet nicht in einem Vergleich, in dem Niemann dann als Multimillionär rausgeht, aber der Fall nicht weiter beleuchtet wird. Es soll am Ende des Tages schon die Wahrheit auf den Tisch kommen und wenn Niemann entgegen seinen Aussagen tatsächlich über 100 mal Online betrogen hat, dann ist das auch schon genug, damit seine Reputation am Boden ist. Nach meiner Einschätzung funktionieren die Anti-Cheating-Tools auf den Online-Plattformen recht gut, deshalb glaube ich Niemanns Version nicht.

CAPTN HIRNI
CAPTN HIRNI
1 Monat zuvor
Reply to  Mario Schmidt

“Entgegen seinen Aussagen 100 Mal betrogen …”. Dieses Missverständnis scheint sich hartnäckig zu halten. Niemann sprach von zwei Perioden, nicht von zwei Spielen. Und 100 Online-Games sind laut Jan Gustafsson, in Bezugnahme zu diesem Fall, locker in 1,5 Tagen vom Brett.

Micha
Micha
1 Monat zuvor
Reply to  CAPTN HIRNI

Und was sollen diese Relativierungen das schaffe man ja locker in 1,5 Tagen? Schafft man auch an einem Tag, wenn mans drauf anlegt. Was soll denn damit relativiert werden? Das es dann weniger schlimm ist, weil es nicht wirklich viel ist? Dass er online ja doch immerhin zu 90% ehrlich gespielt hat? Die 100 Spiele verteilen sich auf 11 Events, davon einige mit Preisgeld. Darum gehts. Wenn man diese zeitliche Relativierung auf andere verbotene Handlungen überträgt, wirds schnell absurd.

Friedrich Lehmann
Friedrich Lehmann
1 Monat zuvor
Reply to  Micha

Ken Regan hat keine Indizien für die Preisgeldturniere:

https://www.reddit.com/r/chess/comments/yadyhc/dr_regan_the_results_i_dont_agree_with_from_the/

Andere Leute haben auch inzwischen herausgesucht, dass Niemann in den fraglichen Turnieren kein Geld gewonnen hat.

Taktikfuchs2000
Taktikfuchs2000
1 Monat zuvor
Reply to  CAPTN HIRNI

Das war aber nicht in 1,5 Tagen, sondern über eine Periode von 6 Monaten.

acepoint
acepoint
1 Monat zuvor
Reply to  CAPTN HIRNI

«Niemann sprach von zwei Perioden, nicht von zwei Spielen.»

Niemann sprach auch davon, dass er nie online betrogen habe, wenn es um Preisgeld ging. So so…

Chris
Chris
1 Monat zuvor
Reply to  CAPTN HIRNI

Niemann sprach von zwei perioden , und hat die deutlich weiter eingeschränkt (keine Tuniere um geld, gewertete Spiele etc) was sich so ziemlich alles als Falsch dagestellt hat.

Taktikfuchs2000
Taktikfuchs2000
1 Monat zuvor

Bis wir ein Ergebnis zu sehen kriegen, wird es vermutlich Jahre dauern. Interessant finde ich die teilweise evident falschen Behauptungen in der Klageschrift. Carlsen kommuniziere mit der Welt mittels eines von chesscom finanzierten Streams? Carlsen hat das letzte Mal im Dezember 2021 gestreamt und meines Wissens noch nie in seinem Leben ein Turnier auf chesscom. Immer nur Lichess oder Chess24. Ein Motiv für Carlsens Handeln sei: Durch die Niederlage gegen Niemann sei es für Carlsen unmöglich geworden, jemals 2900 zu erreichen. Ähm okay, warum? Carlsen werden beinahe rufmordend persönliche Eigenschaften unterstellt (Feigheit und Korruptheit). Weder gibt es einen Beleg für… Weiterlesen »

Daniel Hendrich
Daniel Hendrich
1 Monat zuvor

Was Carlsen da angezettelt hat, ist eine Rufmordkampagne erster Ordnung. Dass sich Niemann jetzt mit diesen Mitteln wehrt, ist sein gutes Recht.

Nils
Nils
1 Monat zuvor

Carlsen hat eine Rufmordkampagne angezettelt, weil er nicht gegen einen erwiesenen Cheater spielen will? Was für eine verquere Logik!? Die Rufmordkampagne hat Niemann gegen sich selbst angezettelt – in dem Moment als er gecheatet hat. Man muss halt auch mal Verantwortung für sein Handeln übernehmen.

Daniel Hendrich
Daniel Hendrich
1 Monat zuvor
Reply to  Nils

“Rufmordkampagne gegen sich selbst” – das ist allerdings der größte Bullshit, den ich bislang in dieser Woche gelesen habe. Aber naja, vielleicht steigern Sie sich bis morgen ja noch 😉

Nils
Nils
1 Monat zuvor

Wow, Sie scheinen ja ein sehr freundlicher Zeitgenosse zu sein.
Dass Sie nicht inhaltlich auf meinen Beitrag eingehen wollen, spricht wohl für sich.

Heinz W.
Heinz W.
1 Monat zuvor
Reply to  Nils

Keine Sorge, Nils. So war der Daniel schon immer, entweder man teilt seine Meinung oder er wird persönlich. Manche sagen, es läge an … (gelöscht, Anm. d. Red.). Einfach reden lassen, den Typen. Er spricht allerdings wohl für sich…

Daniel Hendrich
Daniel Hendrich
1 Monat zuvor
Reply to  Heinz W.

Ach guck, der rheinhessische Feigling pöbelt mal wieder aus der Anonymität. Süß 🙂

Ludger Keitlinghaus
Ludger Keitlinghaus
1 Monat zuvor
Reply to  Nils

Es geht wohl weniger um einstmalige Schweinereien aus dem Hause Niemann, sondern mehr um aktuell denkbare, mögliche, aber nicht nachgewiesene.
Nun besteht die Möglichkeit, auch weil sich diese Sache juristisch verhärtet, auch mit den Mitteln der Rechtspflege hier genau hinzuschauen.

Mir selbst sind, ich habe einige audiovisuelle Dokumente Niemanns zur Kenntnis genommen, einige Sachen unklar geblieben, Niemann übersieht einiges, ich weiß nicht warum.

Niclas Huschenbeth hat irgendwo dazu etwas gesagt, ich will da jetzt nicht nachschauen, auch andere sehr gute Schachspieler bleiben und sin kritisch,

Thomas Richter
Thomas Richter
1 Monat zuvor

Mich würden auch die Beweggründe von Keymer interessieren, wobei er sich dazu wohl nicht öffentlich äußern wird. Ich sehe drei Möglichkeiten: 1) Er glaubt oder befürchtet, dass Niemann tatsächlich auch am Brett schummelt. 2) Er will nicht _diese_, auch internationale Aufmerksamkeit für ein Trainingsmatch. 3) Er befürchtet Konsequenzen auch für sich, wenn er beim Boykott gegen Niemann nicht mitmacht und Niemann dadurch “legitimiert”. Für letzteres gibt es einen Präzedenzfall: Karjakins Sperre ist abgelaufen, danach spielte er ein (von westlichen Medien ignoriertes) Turnier in Moskau und andere Teilnehmer traf der Twitter-Bannstrahl des Carlsen-Lagers. IM Atle Gronn (wer auch immer das ist,… Weiterlesen »

Matthias Ruf
1 Monat zuvor

Erinnert mich an den Poker-Star Mike Postle, der eine Klage einreichte, um 330 Millionen Dollar wegen Verleumdung von anderen Spielern zu erhalten. Die Einschüchterung nützte allerdings nichts, denn am Ende ging der Betrüger mit dem Smartphone auf dem Schoß bankrott.

Jonathan Fischer
1 Monat zuvor
Reply to  Matthias Ruf

Sie erinnern mich an den Autofahrer, der im Radio von einem geisterfahrer hört und sich denkt: “Ein geisterfahrer? Hunderte!” Fairerweise sind sie dadurch ein grandioser Indikator für unentschlossene, denn so kann schonmal eine Position als offensichtlich falsch ausgeschlossen werden. Denn wie ich ihrem entlarvenden blog entnehmen konnte, in dem sie kein AFD-Thema auslassen und selbst diese teilweise rechts und an Irrationalität überholen, dürften sie sich das sprichwörtliche Geisterfahren zum lebensinhalt gemacht haben. Bleibt die Frage, woher eigentlich die Korrelation zwischen Realitsverweigerung und CarlsenFanboy/NiemannAnklägern kommt, sie sind da ja nicht der erste? Der Wusnch nach Einfachen Erklärungen, die Verweigerung, dass nicht… Weiterlesen »

Matthias Ruf
1 Monat zuvor

Meine Erinnerung an einen anderen Geisterfahrer: Auf einer Brücke in den USA wendete sich ein Geisterfahrer gegen den Verkehr. Der Autofahrer stoppte, stieg aus und begann wild zu gestikulieren. Als das nichts half, erklomm er sogar hüpfend das Dach seines Wagens. Ein Verrückter, dachten sich die Berufstätigen, die wie gewohnt in den nebligen Morgenstunden schnell zu ihrem Arbeitsplatz gelangen wollten. Irgendwann hielt dann doch ein zweiter Pendler an, fragte nach und fing prompt an, dasselbe zu tun. Der Verkehr kam zum Erliegen. Was war geschehen? Die Brücke war in zwei Teile gestürzt und die Autofahrer, die sich nicht warnen lassen… Weiterlesen »

Jonathan
Jonathan
1 Monat zuvor
Reply to  Matthias Ruf

Mit Querdenkern diskutieren ist wie mit einer Taube Schach zu spielen. Letztlich sind sie nicht an Fakten interessiert, sondern glauben was ihnen gerade gefällt und wem sie halt gerade glauben wollen, immerhin ist Carlsen ein Fortschritt zum wendler, soviel positive Entwicklung sei ihnen zugestanden. Übrigens insistieren sie aus versehen das Carlsen ein Chester ist, denn das Thema ist hier ja nicht Schach sondern cheating im Schach, und wenn der Weltmeister davon am meisten versteht… Grundsätzlich diskreditieren sie sich selber, ich weise nur darauf hin. Und jeder der einmal auf ihren Blog klickt, weiß, woran er ist, da ist von kindermord… Weiterlesen »

Friedrich Lehmann
Friedrich Lehmann
1 Monat zuvor
Reply to  Jonathan

Die “Impfungschips” werden in erster Linie vom Mainstream dazu benutzt, um Gegner zu diskreditieren. Die wirkliche Geschichte sind “Impftattoos” (MIT, Rice Universität), die den Impfpass auf die menschliche Haut auslagern:

https://news.rice.edu/news/2019/quantum-dot-tattoos-hold-vaccination-record

Das sind zwar keine Chips, aber die Sache ist abstoßend genug. Wie wir sehen, enthalten “Verschwörungstheorien” oft einen erhebliche Kern von Wahrheit.

(Das in Frage stehende Blog kenne ich nicht und es interessiert mich nicht, ich reagiere hier nur auf eine typische Unterstellung. Sozusagen ein “fact check”.)

Jonathan Fischer
1 Monat zuvor

Unterstellen sie Hier etwa dem Querlenker Ruf, dass er vom Mainstream gesteuert wurde?
Denn die Person mit der Ich rede veröffentlicht wirklich Texte zum Thema Impfchips auf seinem Blog.

Friedrich Lehmann
Friedrich Lehmann
1 Monat zuvor

Dann sollte er das korrigieren! Unabhängig von diesem Blog ist die Situation doch so:

Die Hälfte der Bevölkerung hat einen IQ unter 100. Die lesen den “Quantum-Tattoo” Artikel, die Sache wird halb verstanden und aus den Tattoos werden eben RFID Chips (die ja im übrigen eine ähnliche Funktion haben!).

Die Frage ist, warum man die Bevölkerung nicht mal ein paar Jahre mit neuen überflüssigen Technologien in Ruhe lässt, dann hören auch die wilden Theorien auf.

Friedrich Lehmann
Friedrich Lehmann
1 Monat zuvor

Eine kurze Suche ergibt, dass zwar nicht Microsoft, aber ein schwedischer Startup genau die RFID Lösung propagiert:

https://www.reuters.com/article/factcheck-microsoft-microchip-implants-idUSL1N2U023G

“There is no evidence to support claims that Microsoft is releasing an implantable COVID-19 passport. Swedish start-up Epicenter, however, is developing COVID-19 vaccine passport microchip implants.”

joschi
joschi
1 Monat zuvor
Reply to  Matthias Ruf

Hey Bro, ich möchte nicht unhöflich sein, aber findest Du es tatsächlich sinnvoll, auf chessbase.de und hier den nahezu gleichen Kommentar abzuliefern?

Matthias Ruf
1 Monat zuvor
Reply to  joschi

Guten Morgen Joschi, ich hatte nicht vor, Dich zu langweilen oder zu nerven. Aber ja, ich finde was ich abliefere sehr sinnvoll und sogar geistreich, im Gegensatz dazu, was teilweise sonst für Kommentare abgegeben werden. Ich habe auch kein Problem damit, folgende Anmerkung auf chessbase.com hier zusätzlich in Deutsch wiederzugeben, mit dem Weisheitsanspruch, dass Geschichte sich oft wiederholt: Diese ganze Klage kann für Hans nach hinten losgehen. Im Fall von Mike Postle wurden die Pokerspieler Veronica Brill und Todd Witteless aktiv und verklagten den Betrüger. Anschließend gewannen sie ihren Anti-SLAPP-Antrag. Was Niemann betrifft, so hat er sich mit Daniel Rensch… Weiterlesen »

Ludger Keitlinghaus
Ludger Keitlinghaus
1 Monat zuvor
Reply to  Matthias Ruf

Nicht ganz richtig, Kommentatorenfreund Matthias Ruf, darf ich Sie bei Ihrem alten Nick-Name “Fasanenhof”-Ruf nennen? — Es ist schon so, dass sich “Apostle” in den wie gemeinten Cash-Games fett gemacht hat, Betrügerei liegt wohl vor, ich bin vielen diesbezüglichen Analysen gefolgt, habe viele seiner Hände auch selbst geprüft. Dennoch gibt dieser Mann (nur) an nicht mehr zahlungsfähig zu sein, sofern diese Angabe überhaupt stimmt. Ein strafrechtlch bearbeiter Vorgang liegt nicht vor. — Betrug im Poker ähnelt ein wenig dem Betrug im Schach, wenn auf das Online-Poker geschaut wird, in dem die Spieler auf sogenannte Solver, nicht zu verwechseln mit sog.… Weiterlesen »

Matthias Ruf
1 Monat zuvor

Zunächst einmal freut es mich sehr, dass ein erfahrener Großmeister hier in den Kommentaren sein Wissen einbringt, von dem ich mich gerne korrigieren lasse. Wohl möglich haben sich Anfang der 90er Jahre unsere Wege in der Bundesliga und sonst wo am Schachbrett gekreuzt. Da habe ich allerdings für den Münchner Schachclub 1836 gespielt. Lieber Ludger, Du darfst gerne beim Du bleiben. Sollte ich Dich einmal in unfairer Weise über die Zeit gezogen haben, erfolgt hiermit eine späte Entschuldigung. Aus dem Fasanenhof bin ich schon seit Jahrzehnten weggezogen, und aktuell spiele ich für die zweite Mannschaft von den Schachfreunden Deizisau. Insofern… Weiterlesen »

Frank
Frank
1 Monat zuvor

Glaube nicht, dass Niemann damit was erreicht. Was interessant sein könnte für die Schachgemeinde ist vielleicht ein genauerer Einblick in das Geschäftsgebaren von chess.com und PlayMagnus und auch die Geschichte mit den “klaren Beweisen”, die chess.com gegen Niemann haben will bezüglich erweitertem Cheating. Damit sind Rensch und Co. bisher noch nicht herausgerückt. Am Ende wird Hans vermutlich kein Geld bekommen, aber die Allgemeinheit eine Liste von Titelträgern, die auch gecheated haben.

Kai Henne
Kai Henne
1 Monat zuvor
Reply to  Frank

Da wird schon eine warme Mahlzeit bei rausspringen. Die Klage ist nicht völlig unbegründet und hier haben tatsächlich drei Goliaths auf einen David eingeprügelt (ob er es verdient hatte oder nicht).

Kai Henne
Kai Henne
1 Monat zuvor

Jedenfalls ist für die nächsten beiden Jahre für Unterhaltungswert gesorgt. Hat jemand eine Idee, warum er Rensch verklagt und nicht chess.com? Weiß man schon, wer die Klage finanziert?

Last edited 1 Monat zuvor by Kai Henne
Kai Henne
Kai Henne
1 Monat zuvor

Es haben sich mittlerweile mehrere amerikanische Anwälte ziemlich ähnlich zu der Klage geäußert. Die Zuständigkeit des angerufenen Gerichts wird bezweifelt. Die Klage sei über weite Strecken zu unsubstantiiert.
Hikaru durfte sich wohl so äußern, wie er es getan hat. Magnus bekommt vielleicht ein Problem, vielleicht auch nicht. Chess.com hat die schlechteste Position aller Beklagten, weil Sie sich sehr ausführlich und anscheinend ohne anwaltliche Beratung geäußert haben.

Thomas Richter
Thomas Richter
1 Monat zuvor
Reply to  Kai Henne

Chess.com wurde wohl schon auch juristisch beraten, aber Juristen können unterschiedlicher Meinung sein. Wenn diese Klage inhaltlich keine Substanz hat, was bräuchte man dann? Vielleicht ist dieses Gericht nicht zuständig, aber welches Gericht ware dann zuständig – für eine weitgehend im Internet geführte Kampagne gegen Niemann?

Kai Henne
Kai Henne
1 Monat zuvor
Reply to  Thomas Richter

Ich habe das auch noch nicht verstanden und auch noch keinen passenden Artikel gefunden. Vermutlich haben sie Missouri gewählt, weil da der erste Vorfall war. Keiner der Beteiligten wohnt da. Es ist ja noch eine New Yorker Kanzlei beteiligt, wo Niemann anscheinend “wohnt”. Ich hätte eher für naheliegend gehalten, dass man dort die Klage einreicht.

Thomas Richter
Thomas Richter
1 Monat zuvor
Reply to  Kai Henne

Der erste Vorfall war eben in Saint Louis, Missouri. Da stellen sich schon Fragen: Wenn es in Wijk aan Zee angefangen hätte, wäre dann ein niederländisches Gericht zuständig? Wenn es auf chess24 angefangen hätte, der Firmensitz von chess24 (Gibraltar?) oder der Mutterfirma PlayMagnus (Norwegen?).

Es kann dabei aus meiner Sicht nicht sein, dass Niemann keine Mittel hat, sich juristisch zu wehren, weil kein Gericht zuständig ist. FIDE ist auch zuständig und ermittelt, wobei man davon nichts mehr hört. die andere Seite braucht keine juristischen Mittel, sie hat (weltweit) andere Mittel.

Chris
Chris
30 Tage zuvor
Reply to  Kai Henne

Das ist eine gute Frage, da ich gerade einen Stream von Anwalt darüber gesehen habe … Möchte ich etwas davon weitergeben, um Klagen zu können brauch es Personal Jurisdication – das wird vermutlich dazu führen das die Klagen gegen Rensch und Hikaru fallen gelassen werden (ausser sie besuchen dem Staat sehr regelmäßig). Es ist aber eine kleine Chance an Magnus Carlson dran zu kommen, da man darüber argumentieren kann das es schon ‘rufmord’ war was Magnus gemacht hat. Chess.com und PlayMagnus sind vermutlich groß genug, dass er sich dem Gerichtsstand aussuchen kann. Aber Hans muss als öffentliche Person nachweisen, das… Weiterlesen »

Ludger Keitlinghaus
Ludger Keitlinghaus
1 Monat zuvor

Mir ist nicht klar, was an Calsens Aussagen und Verhalten einen derartigen Prozess erfolgsversprechend machen könnte; in den Staaten wird das Recht auf freie Meinungsäußerung sehr hoch gehalten, anders als anderswo, und Magnus Carlsen hat wohl gegen Niemann agitiert, aber er hielt sich wohl hinreichend bedeckt, so dass eine Schadensersatzklage ganz vermutlich nicht erfolgreich sein wird. Ansonsten sind in den Staaten Anwälte oft am Klage-Erfolg prozentual beteiligt, insofern wird es wohl weiter gehen, es geht ja auch ums Renommee, das der Anwälte und um das von Hans Moke Niemann. Vielen Dank für die Berichterstattung. Ich finde es gut, dass dieser… Weiterlesen »

trackback

[…] davon. Als „dumm“ bezeichnete Rechtsanwalt Gretarsson gegenüber dem norwegischen Rundfunk die Klage von Hans Niemann gegen unter anderem Magnus Carlsen. Die Summe von 100 Millionen Dollar, die […]

Carlo
Carlo
1 Monat zuvor

Auch der Automobilkonzern VW hat betrogen. Sogar mit Folgen für Umwelt und Klima. Warum sperrt man seine Produkte nicht lebenslänglich vom Straßenverkehr aus? Warum heißt es hier nicht: ‘Wer einmal lügt…’? Ich finde gut, dass ein Gericht, das möglichst wenig Ahnung vom Schach hat, sich unvoreingenommen dieser Sache annimmt und nicht in Ehrfurcht vor Carlsen in Demut erstarrt und ebenso Niemann umfassend durchprüft. Damit muss Niemann ja nun rechnen, dass unabhängige, neutrale Gutachter sämtliches Partien-Material untersuchen und ein Eigentor wird er nicht schießen wollen. Jedenfalls gefällt mir, dass Schach nach dem ‘Damengambit’ wieder den Weg in die bürgerliche Presse gefunden… Weiterlesen »

Matthias
Matthias
1 Monat zuvor

Es ist Nicht-Schachspielern nicht einfach zu vermitteln, warum im Schach online schummeln nicht so schlimm ist. Und hier hat Nieman den Betrug ja bereits zugegeben. Eine Sperre – online wie offline wäre normal. Der Fide ist das aber wurscht, und daher befinden wir uns in der Lage, in der wir jetzt sind. Großmeister mit hoher Twitch Fangemeinde relativieren den Betrug mit der Aussage, dass es ja eine Menge anderer Großmeister gäbe, die auch nicht besser wären… Carlsen hat ja selbst gar nicht viel getan. Er ist von einem Turnier zurückgetreten, er hat eine Online Partie nach 2 Zügen aufgegeben, er… Weiterlesen »

Klaus Zachmann
Klaus Zachmann
1 Monat zuvor

Ich würde sagen, einfach abwarten, jetzt hat die Justiz das Wort.

Peter Kalkowski
Peter Kalkowski
1 Monat zuvor

Sportindustrie, Lebensmittelindustrie, PKW-Industrie, Bauunternehmen, Pharmaindustrie, Pflegedienste, Schönheitschirurgen, Anlagenberater, Olympia(Zerstörung Flora und Fauna mit den Sportstättenbau),Städteplaner, Apotheken, Schlachtbetriebe/Fleischindustrie, Politiker und alle die Rechnungen schreiben verklagen, den falschen trieft man nicht man muss nur den richtigen Richter oder Richterin antreffen.

CAPTN HIRNI
CAPTN HIRNI
1 Monat zuvor

Ich drücke Niemann die Daumen. Dennoch befürchte ich, dass er sich mit dieser Aktion, so berechtigt sie sein mag, zu weit aus dem Fenster gelehnt hat und ihm das irgendwann auf die Füße fällt. Er hätte nicht gleich noch Nakamura & Co. mitverklagen müssen. Das war des Guten zu viel. Da wird das Imperium zurückschlagen. Auch die Entschädigungssummen sind weit überzogen und die reißerische, bisweilen unseriöse Sprache der Anklageschrift macht es auch nicht besser. Es bleib der Wunsch offen, dass Carlsen mit seinen unsportlichen Aktionen nicht ohne weiteres davonkommt, nur weil er der „König“ ist. Es bleibt spannend.

eisenherz
eisenherz
1 Monat zuvor

Niemann, ein US-amerikanischer Staatsbürger, der wird von US-Bürgern, von ausländischen Personen und juristischen Vereinigungen, ohne einen Beweis, des Betruges bezichtigt. Warum soll die Klage von Niemann nicht vor einem US-Gericht zugelassen und verhandelt werden können? Ausländische Konzerne wie z.b. VW und andere sind auch von US-Gerichten zu vielen Milliaden Dollar verklagt und verurteilt worden. Und jeder Anklagepunkt, mit jeweils 100 Milliarden, wird am Ende mit einem Vergleich enden, vielleicht 20 Millionen Dollar. Verdient haben dann beide, die Anwälte von Niemann und Niemann selber und Tourniere weiterspielen kann Niemann trotz alledem. Denn welcher Veranstalter wird es wagen, unbegründet Niemann nicht zuzulassen?… Weiterlesen »

Meter
Meter
1 Monat zuvor
Reply to  eisenherz

Denn welcher Veranstalter wird es wagen, unbegründet Niemann nicht zuzulassen?

Wieso zulassen? Die meisten der großen, renommierten und finanziell interessanten Turniere sind private Einladungsturniere. Niemand muss zugelassen werden. Nichts muss begründet werden. Er wird einfach nicht eingeladen. Ich teile Ihren Optimismus nicht. Diese Klage könnte für Niemann leicht zum Selbstmatt auf vielen Ebenen werden.

Last edited 1 Monat zuvor by Meter
eisenherz
eisenherz
1 Monat zuvor
Reply to  Meter

Ich berichtige mich.
Veranstalter, die es geradezu darauf anlegen Niemann mit anderen Großmeistern, mit hohen Preisgeldern einzuladen, die wird es schon deshalb geben, wegen des medialen Spektakels und den damit verbundene Werbeeinnahmen.

So wie es ist, hat sich Schach zu einem Standbein der Unterhaltungsindustrie (Video, Hollywood, die Presse) gemausert, wie Fußball oder Tennis und erlebt alle möglichen fragwürdigen Absprachen und Grabenkämpfe wie dort überall wo es um viel Geld geht

Obst
Obst
1 Monat zuvor

Ich jedenfalls drücke Niemann die Daumen. Eric Hansen hätte er gleich mitverklagen sollen, er hat das mit den Analperlen aufgebracht. Seitdem heißt Niemann in den Bild-Überschriften “Der Analperlenbetrüger”. Es ist schlimm, was manch einer, sei es besoffen oder bekifft, so streamt.

Aljechina
Aljechina
1 Monat zuvor

Hurra, das Imperium schlägt zurück! Übrigens spricht nichts dagegen, gegen Taube oder Tauben Schach zu spielen, ich tu das erklecklich oft, hab da aber nicht gern Weiß (auf dem Kopf). Hänschen’s Lesart ist zufälligerweise auch genau meine, Magnus war wegen des Sieger-Interviews angepisst (und neidet ihm vermutlich obendrein noch die Jugend und die Wuschelhaare und dass er kein unübles Kinn hat …) und den Rest kennen wir! Ich finde, der Noch-Weltmeister hätte lieber einen dieser Kriegstreiberjungs mobben sollen. Zumal online dem Betrug (insbesondere bei allem was kein Blitzschach ist) eh Tür und Tor geöffnet ist. Wie naiv kann man sein,… Weiterlesen »

Chris
Chris
1 Monat zuvor
Reply to  Aljechina

Klaust du auch wenn irgendow was fremdes rumliegt ist ja einfach, und unterstreicht nur deinen tollen Charakter … Und wehe jemand lädt dich nicht mehr ein, nachdem du seine Freunde bestohlen hast. Und noch schlimmer, sagt das du dauernd gestohlen hat öffentlich, und äußert bedenken das du es wieder tun könntest und das viele sachen auffällig sind.