Zwischen Baerbock und Boateng

11 gegen 11, zwei Mal 45 Minuten. Zwei Tore, zwei Strafräume, eine Mittellinie. Abseits, Freistoß, Eckball, Einwurf. Es ist dasselbe Spiel. Trotzdem heißt „Fußball“ anders, wenn Frauen spielen. Dann wird es „Frauenfußball“ genannt. Sinn ergibt das nicht, im Gegenteil, der Begriff suggeriert, dass Frauen ein anderes Spiel spielen. Jetzt hat sich mit Sandra Schwedler erstmals … Zwischen Baerbock und Boateng weiterlesen

Fragestunde mit Garry Kasparow

Frag mich alles, "Ask me anything" (AMA), heißt eines der bekanntesten Formate auf Reddit. Jetzt hat sich Garry Kasparov den Fragen der Reddit-User gestellt - die sich in erster Linie um Künstliche Intelligenz, Datensicherheit und Politisches drehten. Aber natürlich spielte auch das Schach eine zentrale Rolle, teils im Zusammenhang mit den drei vorgenannten Komplexen. Kasparovs … Fragestunde mit Garry Kasparow weiterlesen

Richtig sitzen, eine Wissenschaft

Vor dem Fischer-Spassky-Match 1972 traten Sitzmöbel in der Schachgeschichte kaum einmal in Erscheinung, spezielle Sitz-Präferenzen von Schachspielern waren nicht bekannt. Fotos von früher zeigen die alten Meister unseres Spiels in aller Regel auf einfachen hölzernen Stühlen. Wie sie saßen und worauf, hat die Steinitzs, Tarraschs und Laskers nicht weiter interessiert – was auch damit zu … Richtig sitzen, eine Wissenschaft weiterlesen

Bobby Fischer und sein Drehstuhl

Mehr ein halbes Dutzend Stühle hatten die Organisatoren des Kandidatenfinales 1971 auf der Bühne des Theaters in Buenos Aires bereitgestellt. Bobby Fischer testete einen nach dem anderen. Fischer ging von Stuhl zu Stuhl, nahm Platz, erhob sich, schüttelte den Kopf. Würde das Match scheitern, weil sich keine passende Sitzgelegenheit für Fischer findet? Colonel Edmund Edmondson, … Bobby Fischer und sein Drehstuhl weiterlesen

Stefan Kindermann: „Ich wollte damals nichts anderes machen, als professionell Schach zu spielen“

Als Stefan Kindermann 1997 zur K.o.-Weltmeisterschaft in Groningen antrat, war er kein Vollprofi mehr. Und doch gelang es ihm, einen der Mitfavoriten aus dem Turnier zu kegeln - ein Karrierehöhepunkt in einer Phase, in der sich der Münchner Großmeister, vielfache deutsche Nationalspieler und gebürtige Österreicher schon neu orientierte. Heute ist Stefan Kindermann Geschäftsführer der Münchener … Stefan Kindermann: „Ich wollte damals nichts anderes machen, als professionell Schach zu spielen“ weiterlesen

Gukesh, Sarin, Pragg – und Keymer

Vincent Keymer ist auf Augenhöhe mit den besten Jungs seiner Generation. Dieser Schluss lässt sich aus der jetzt beendeten Polgar-Challenge ziehen. Trotz eines Durchhängers am zweiten von vier Turniertagen hätte Keymer mit einem Sieg in der letzten Runde Zweiter werden können. Wahrscheinlich übertrieb er die Gewinnversuche ein wenig, sodass am Ende eine "Null" und Platz … Gukesh, Sarin, Pragg – und Keymer weiterlesen

Play Anish?

Pünktlich zur Wiederaufnahme des Kandidatenturniers ist Anish Giri in Top-Verfassung. Die Formkurve von Weltmeister Magnus Carlsen zeigt derweil steil nach unten. Aufschwung des einen und Niedergang des anderen hängen unmittelbar mit einem überraschenden Personalwechsel zusammen. Der einstige Carlsen-Coach Peter Heine Nielsen ist vom norwegischen ins niederländische Lager gewechselt. Obendrein steht Carlsens Play-Magnus-Gruppe vor einer feindlichen Übernahme. … Play Anish? weiterlesen

Schach ohne Rochade – neues, altes Spiel

Sollte das Dortmunder Schachfestival im Juli stattfinden, wird es Schauplatz eines Wettkampfs im rochadefreien Schach zwischen menschlichen Meistern sein. Organisationschef Carsten Hensel hat jetzt im Schachgeflüster-Podcast angekündigt, dass er der neuen, alten Schachvariante einen Platz im Programm geben möchte, einen Platz „auf der Bühne“ gar. Namen nannte Hensel nicht, gleichwohl ist leicht zu erraten, wer … Schach ohne Rochade – neues, altes Spiel weiterlesen

Beth Harmon – und danach?

Zeitlich hätte das prima gepasst. Vor dem Weihnachtsfest schauen wir uns "Das Damengambit" an, dann Feiertage und Silvester, und zum Beginn des neuen Jahres begeben wir uns ins Kino, wo mit der "Schachnovelle" gleich die nächste Schach-Hochglanzproduktion anläuft. Aber deren Start, ursprünglich geplant für Januar, ist jetzt in den September 2021 verschoben worden. Also warten … Beth Harmon – und danach? weiterlesen

Als Jana Schneider Eröffnungstheorie schrieb und sie niemand verstand

Eine Stellung aus der Zweispringer-Variante der Caro-Kann-Verteidigung. Weiß am Zug, was würdest du ziehen? 9.hxg3? Damit bist du in guter Gesellschaft. Weltmeister Magnus Carlsen hat so gespielt, WM-Kandidat Alexander Grischuk und Weltklasse-Coach Rustam Kazimdzhanov ebenso. Wir schlagen Richtung Zentrum, logisch. In seinem (ansonsten) exzellenten Caro-Kann-Repertoire erwähnt Marco Baldauf die Alternative nicht einmal. 9.hxg3 sieht ja … Als Jana Schneider Eröffnungstheorie schrieb und sie niemand verstand weiterlesen

Legenden in Leiden

Sein letztes Schachturnier spielte Exweltmeister Mikhail Botvinik 1970 in Leiden/Niederlande. Die dort ansässige Leiden Chess Society feierte ihr 75-jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass hatte sie vier der ganz Großen unseres Spiels zu einem Jubiläumsturnier eingeladen: Boris Spassky, Bent Larsen, Hein Donner und eben Mikhail Botvinik. Mikhail Botvinik. Im Jahr zuvor wäre es in den Niederlanden … Legenden in Leiden weiterlesen

Ein class act: Glückwunsch, Boris!

Enttäuscht sei er nicht, sagte Boris Spassky, nachdem er das WM-Match 1972 gegen Bobby Fischer verloren hatte. Vielleicht war er sogar erleichtert? Das sagt Spassky nicht, aber zwischen den Zeilen schwingt es mit. Warum er verloren hat? Spassky könnte angesichts Fischers Eskapaden jede Menge Ausflüchte anbringen. Stattdessen sagt er: "Fischer ist der bessere Spieler." Und … Ein class act: Glückwunsch, Boris! weiterlesen

Blitzschach: Segen oder Sünde?

Noch um die Jahrhundertwende war das Votum eindeutig: Blitzschach sei bestenfalls ausschließlich ein Spaß, bringe dem eigenen Schach aber gar nichts, sagten Trainer und Schachmeister. Als reguläre Disziplin war Blitzschach kaum anerkannt, Turniere wie manche Grand-Chess-Tour-Veranstaltung, die Blitz einbeziehen, gab es nicht. Einen Blitz-Tiebreak, der potenziell sogar ein Match um die Weltmeisterschaft entscheidet, mochte sich … Blitzschach: Segen oder Sünde? weiterlesen

Gens una sumus? Nicht im Schach960

Am Brett hat Hans-Walter Schmitt, Elo 2071, selten für Aufsehen gesorgt. Und doch ist er einer der besten Köpfe des deutschen Schachs, der beste womöglich. Ob WM-Kampf, Großmeisterturnier oder Kindertraining: Was Schmitt organisiert, das funktioniert, und wen er fördert, der gewinnt. In fast drei Dekaden als Schach-Macher lag Schmitt nur ein Mal daneben. Nicht in … Gens una sumus? Nicht im Schach960 weiterlesen