Legenden in Leiden

Sein letztes Schachturnier spielte Exweltmeister Mikhail Botvinik 1970 in Leiden/Niederlande. Die dort ansässige Leiden Chess Society feierte ihr 75-jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass hatte sie vier der ganz Großen unseres Spiels zu einem Jubiläumsturnier eingeladen: Boris Spassky, Bent Larsen, Hein Donner und eben Mikhail Botvinik.

Mikhail Botvinik.

Im Jahr zuvor wäre es in den Niederlanden beinahe zu einem Wettkampf zwischen Botvinik und Bobby Fischer gekommen. Der Russe wollte spielen, Sponsoren standen bereit, aber letztlich scheiterte der Vergleich an Fischers Forderung, dass derjenige das Match gewinnen solle, der als erster sechs Partien gewonnen hat. Das lehnte der 1911 geborene Botvinik mit einem Verweis auf sein Alter ab. Er wollte das Match auf 18 Partien begrenzen. „Fischer hätte viel von mir lernen können“, sagte Botvinik, nachdem das Match gescheitert war.

1970 spielte er ein letztes Mal bei besagtem Turnier in Leiden, danach widmete er sich dem Training des sowjetischen Nachwuchs‘ (siehe auch unser Interview mit Artur Jussupow). Außerdem arbeitete er an seinem Schachprogramm „Pionier“, das bis zu seinem Tod 1995 in Moskau nie fertig wurde.

Robert Hübner, mit 71 Jahren der Nestor in Leiden. | Foto: Lennart Ootes/chess.com

Zum 125-jährigen Jubiläum 2020 ließen die Leidener Schachfreunde die Idee wieder aufleben, vier Legenden einzuladen. Dieses Mal am Brett: Anatoli Karpow, Robert Hübner, Jan Timman und Predrag Nikolic.

Nikolic, mit 59 Jahren das Nesthäkchen des Turniers, triumphierte. Und doch war Karpow der Star, der vor jeder Partie seinen Auftritt zelebrierte. Gegen Hübner gelang ihm ein hübsches Finish:

Bericht inklusive Partien über das „Old Masters Rapid“ bei chess.com:

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