Ein class act: Glückwunsch, Boris!

Enttäuscht sei er nicht, sagte Boris Spassky, nachdem er das WM-Match 1972 gegen Bobby Fischer verloren hatte. Vielleicht war er sogar erleichtert? Das sagt Spassky nicht, aber zwischen den Zeilen schwingt es mit.

Warum er verloren hat? Spassky könnte angesichts Fischers Eskapaden jede Menge Ausflüchte anbringen. Stattdessen sagt er: „Fischer ist der bessere Spieler.“

Und er entschuldigt sich für sein „schlechtes“ Englisch, das in Wirklichkeit geschmeidig und erstaunlich gut daherkommt – insbesondere für jemanden, der sein Leben jenseits des eisernen Vorhangs verbracht hat.

Für den englischen Begriff „class act“ gibt es kaum eine treffende Übersetzung. Boris Spassky ist ein class act, ein Gentleman, untadeliger Sportsmann und einer der ganz Großen des Schachs.

Heute feiert Boris Spassky seinen 83. Geburtstag. Wir gratulieren!

Ein Kommentar zu „Ein class act: Glückwunsch, Boris!

  1. Herzliche Glückwünsche,

    sehr schade, dass der Interviewer nicht nachhakte, als Boris Spasski erwähnt, dass er viele Dinge für das Schach tun musste, die nicht gut für ihn waren. Durch diese offene Tür hätte man als Journalist durch durchgehen müssen …

    Vielen Dank für den Beitrag und happy birthday!

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