Berlin will den Gipfel

Der Schachgipfel 2024 soll in Berlin stattfinden. Als einziger der 17 Landesverbände (soweit bekannt) hat der Berliner Schachverband beim DSB jetzt ein Angebot eines Kongresshotels eingereicht. Das steht im Protokoll der jüngsten Präsidiumssitzung des Deutschen Schachbunds, das dieser Seite in Auszügen vorliegt.

Auf Seiten des DSB gilt es jetzt zu klären, ob sich auf der Grundlage des vorliegenden Angebots ein Gipfel in Berlin im Juli/August 2024 finanzieren lässt. “Das Präsidium steht dem Angebot offen gegenüber”, heißt es im Protokoll. Aber für die Finanzierung fehlt noch ein mittlerer fünfstelliger Betrag. Der muss in den kommenden Wochen aufgetrieben werden, möglichst bis Ende September 2023.

Paul Meyer Dunker, Präsident des Berliner Schachverbands. | Foto: Arne Jachmann/DSB

Das Angebot, das die Berliner mit dem zentral gelegenen Hotel ausgehandelt haben, bewertet Paul Meyer-Dunker, Präsident des Berliner Verbands, als “sehr gut, besser als in den Vorjahren”. Die mit DSB-Mitteln, Sponsoren- und/oder Fördergeld zu füllende Lücke sei kleiner als in der jüngeren Vergangenheit, erklärt Meyer-Dunker auf Anfrage dieser Seite.

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Der Schachgipfel 2022 soll 115.000 Euro gekostet haben (vorbehaltlich des Ermittlungsergebnisses des Finanzuntersuchungsausschuss’). 2023 wäre nach dem Abzug aller Einnahmen ein externer Finanzierungsbedarf von 100.000 bis 120.000 Euro aufzubringen gewesen. 2024 soll nun etwa die Hälfte davon fällig werden. “Und das unter erschwerten Bedingungen”, betont Meyer-Dunker. Trotzdem bleibe der Haken, dass die Einnahmen nicht die Ausgaben decken.

Jetzt müssen Sponsoren und/oder Fördermittel her – oder, nach Möglichkeit, Mittel des Ausrichters DSB. In Berlin etwa gibt es “Sportförderung für Großveranstaltungen“. Der Antrag für eine solche Förderung sei auf dem Weg, ein Ergebnis noch nicht absehbar. Auch hinsichtlich möglicher Sponsoren laufe die Suche. 2021 hat DSB-Sponsor UKA mit einer kurzfristigen fünfstelligen Gabe den Gipfel vor dem Scheitern bewahrt – und die DSB-Führung auf Anfrage dieser Seite dennoch ein “Loch in der Gipfelkasse” vehement bestritten.

2021 fehlte plötzlich Geld, um den Gipfel auszurichten. DSB-Sponsor UKA sprang ein.

Der Berliner Verband mit seinen gut 3.000 Mitgliedern und seinem überschaubaren Budget wird finanziell nicht aushelfen können. Aber nun, da es ein Angebot ausgehandelt und vorgelegt habe, stehe das Berliner Team natürlich bereit, den Gipfel tatkräftig zu unterstützen.

Die Bereitschaft, den Gipfel 2024 auszurichten, sei seiner Wahrnehmung nach in den Ländern nicht allzu ausgeprägt gewesen, sagt Meyer-Dunker. “Also haben wir bei uns Verhandlungen mit Hotels gesucht. Ein Gipfel in Berlin wäre fürs deutsche Schach und auch für uns eine tolle Sache.”

Für den Schachgipfel 2026 hat schon der Schachverband Sachsen sein Interesse bekundet (siehe dieser Bericht). 2027 wird der Jubiläumsgipfel zum 150-jährigen Bestehen des Deutschen Schachbunds sein.

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Mulde
Mulde
9 Monate zuvor

Spaßig. Sozusagen gestern schien der DSB durch die Machenschaften dreier DSBler noch knapp vor der Auflösung zu stehen, jetzt soll die FIDE – der es wohl nicht besser geht – ein nich völlig unwichtiges Turnier ausgerechnet nach Berlin vergeben.