Carlsen-Tour: Keymer ausgeschieden

Der Start war stark, der Endspurt auch. Vincent Keymer hat es diesmal trotzdem nicht geschafft, sich für die K.o.-Endrunde eines Turniers der Carlsen-Tour zu qualifizieren. Beim Aimchess Rapid beendete der 17-Jährige die Endrunde als Zehnter knapp hinter den acht Qualifikationsplätzen. Das K.o.-Finale der besten Acht beginnt am heutigen Dienstag um 18 Uhr.

Vincent Keymer war in der dritten Runde ganz nahe dran, seinen ersten Sieg über Magnus Carlsen zu verbuchen. Er hätte nur einen der Elfmeter, die ihm der Norweger auflegte, verwandeln müssen.

Während Keymer der dritte Turniertag mit vier Niederlagen am Stück gründlich missriet, schrieb der indische Teenager Gukesh Schachgeschichte. Als jüngster Spieler jemals sollte es ihm gelingen, den Weltmeister Magnus Carlsen zu besiegen – nicht dessen erste Null gegen einen Vertreter der neuen indischen Schachgeneration. Zwei Tage zuvor hatte er gegen den 19-jährigen Arjun Erigaisi den Kürzeren gezogen.

Gukesh war am Tag seines Sieges laut chess24 16 Jahre, 4 Monate und 20 Tage alt. Damit übertrumpfte er seinen Landsmann Praggnanandhaa, der im Februar beim Airthings Masters 39 Züge benötigt hatte, um Carlsen zu bezwingen. “Pragg” war als seinerzeit jüngster Weltmeister-Carlsen-Besieger 16 Jahre, 6 Monate und 10 Tage alt gewesen.

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Die Vorrunde gewonnen hat der polnische WM-Kandidat Jan-Krzystof Duda mit 28 Punkten und einem Punkt Vorsprung auf Gukesh, Shakhriyar Mamedyarov und Arjun Erigaisi. Gastgeber Magnus Carlsen gelang es nicht, an seine dominanten Vorstellungen zuletzt anzuknüpfen. Als Fünfter ist er dennoch für die K.o.-Endrunde qualifiziert.

Wie kräftig beim Schach die Initiative sein kann, zeigte Keymer in seiner Vorrundenpartie gegen Shakhriyar Mamedyarov, der weite Teile der Partie damit zubringen musste, die Drohungen des Deutschen abzuwehren.

Vincent Keymer muss zuschauen, eine Folge des dritten Turniertags, an dem er alle vier Partien verlor. Woran es genau lag, vermochte Keymer nicht zu diagnostizieren. Im Gespräch mit Moderatorin Kaja Snare stellte er lediglich fest, er habe einen Tag erwischt, an dem er sich nicht perfekt fühlte. Und wer sich gegen derart starke Gegner Schwächen erlaube, müsse damit rechnen, dass diese Schwächen ausgenutzt werden.

Von der theoretischen Chance, sich mit drei abschließenden Siegen doch noch ins K.o.-Finale zu kämpfen, wollte Keymer nach dem dritten Tag nichts hören. Er sei quasi ausgeschieden, sagte er. Das Ziel für den vierten Tag: gutes Schach spielen, bessere Ergebnisse erzielen.

Gegen Magnus Carlsen hatte Gukesh am Tag zuvor gewonnen. Gegen Vincent Keymer stand er mit Weiß schon nach sechs Zügen signifikant schlechter.

Beides gelang. Nach einem Sieg gegen Gukesh in der 13. Runde reichte es in Runde 14 gegen Vidit zu einem Remis. Damit war die theoretische Chance fürs Weiterkommen dahin. Trotzdem schloss Keymer den Wettbewerb mit einem vollen Punkt gegen Schnellschach-Weltmeister Nodirbek Abdusattorov ab.

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Mit 19 Punkten fehlten Keymer am Ende zwei Zähler auf den Qualifikationsrang acht, den sich der Inder Vidit sicherte.

Endstand der Vorrunde. Die besten acht qualifizieren sich für die K.o.Endrunde.
Im Viertelfinale wiederholt sich das Finale des vergangenen Turniers: Magnus Carlsen trifft auf Erjun Erigaisi.

Das Aimchess Rapid ist das letzte reguläre Turnier der Saison 2022 der Meltwater Champions Chess Tour. Das Saisonfinale beginnt am 14. November.

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