In den Publikumsmedien hat Schach lange kaum eine Rolle gespielt, abgesehen von wenigen Ausnahmen, der "Zeit" etwa, wo Ulrich Stock regelmäßig über wichtige Turniere berichtet und Dr. Helmut Pfleger unermüdlich seine Schachecke fortsetzt. Ein zehnminütiger Schachbeitrag in der Sportschau? Noch vor Monaten wäre das undenkbar gewesen, obwohl der Altersschnitt der ARD/ZDF-Zuschauer oft dem von typischen … Griechisch-preußisches Phil-Collins-Double mit Pott-Hintergrund weiterlesen
Schlagwort: Siegbert Tarrasch
München und die Schach-WM 2023: “Ernsthaftes Interesse”
1908 gelingt es Münchens Bürgermeister Wilhelm von Borscht, Mittel aufzutreiben, die den WM-Kampf zwischen Emanuel Lasker und Siegbert Tarrasch möglich machen. 12 der 16 Partien dieses Matches (10,5:5.5 für Lasker) werden in München gespielt. 1934 spielen Alexander Aljechin und Efim Bogoljubow ein Match um den höchsten Titel im Schach. Ihre 26 Partien bis zum 15,5:10,5 … München und die Schach-WM 2023: “Ernsthaftes Interesse” weiterlesen
Beinahe Weltklasse: Rudolf Swiderski aus Leipzig – eine Spurensuche
30. Juli 1906, es läuft die 7. Runde beim 15. DSB-Kongress in Nürnberg. Da die Deutsche Meisterschaft vor dem Ersten Weltkrieg meist als internationales Turnier ausgespielt wurde, sitzen in der Frankenmetropole Größen des Weltschachs wie Carl Schlechter, Oldřich Duras, Michail Tschigorin oder der spätere Turniersieger Frank Marshall mit an den Brettern. Dazu die besten Deutschen … Beinahe Weltklasse: Rudolf Swiderski aus Leipzig – eine Spurensuche weiterlesen
Paul Tarrasch 1892-1912
Kann Eltern etwas Schlimmeres widerfahren, als den Tod des eigenen Kindes zu erleben? Der große Siegbert Tarrasch hat drei dieser Schicksalsschläge hinnehmen müssen. Aus erster Ehe hatte er zwei Töchter und drei Söhne, Friedrich Max, Hans-Richard und Paul. Alle drei starben binnen fünf Jahren von 1912 bis bis 1916. Sein jüngster Sohn Paul, geboren am … Paul Tarrasch 1892-1912 weiterlesen
Bayerns ältester Sportverein: der Münchner SC 1836 will in die Bundesliga
Deutsch-deutsches WM-Match 1908, Lasker gegen Tarrasch. Die ersten vier Partien im Düsseldorfer Seeklima liefen schlecht für Tarrasch, danach zogen die Herren und ihr WM-Kampf nach München um. Als Tarrasch in der bayerischen Hauptstadt endlich besser ins Match fand, lag er schon 1,5:5,5 zurück. Nach 16 Partien hatte Lasker die benötigten acht Siege unter Dach und … Bayerns ältester Sportverein: der Münchner SC 1836 will in die Bundesliga weiterlesen
Leitsätze, Kochrezepte und Strukturtransformationsfragen (Trainingsfrage 109)
Großmeister Jan Gustafsson beschreibt Schach als einen fortwährenden Konflikt zwischen seinem Verlangen, nicht zu denken, und dem, nicht zu verlieren. Natürlich meint er das augenzwinkernd. Schach ist so ein großartiges Spiel, eben weil es uns zwingt zu denken. Schach führt jeden von uns, ob Elo 800, 1800 oder 2800, an die Grenzen seines Denkvermögens. Das … Leitsätze, Kochrezepte und Strukturtransformationsfragen (Trainingsfrage 109) weiterlesen
Hätte er doch die Spannung gehalten
Da haben wir dem jungen Mann aus Villingen-Schwenningen Unrecht getan. "Bescheiden" haben wir seinen Elo von gut 1.500 genannt, ohne zu würdigen, dass er überhaupt ein internationales Rating hat. Das hat er nämlich nur, weil er sich aus eigenem Antrieb regelmäßig von der Schachwüste Bodensee zur Schachoase in Baden-Baden begibt, um sich dort bei starken … Hätte er doch die Spannung gehalten weiterlesen
Nimzowitschs Pirouetten
Wer anderen Leuten Dinge erklärt, dem sollte es ein Anliegen sein, verstanden zu werden. Gedankliche und sprachliche Klarheit des Lehrenden helfen dem Schüler. Ein Lehrtext, gespickt mit Fachbegriffen und Abschweifungen, verfehlt sein Ziel. Klarheit war nicht das Anliegen von Aaron Nimzowitsch. Schrieb der Meister über Schach, ergoss sich eine Flut von neu geprägten Fachbegriffen über … Nimzowitschs Pirouetten weiterlesen
Gegner am Brett, Nachbarn im Grabe: der erste WM-Kampf 1834
Die Partien der alten Meister studieren, diesen Hinweis hören Schachschüler immer wieder. Und das zu Recht. Das Studium mit den Partien der Meister von heute zu beginnen, würde den Novizen nicht weiterbringen. Zu schwierig. Wer Physik studiert, der steigt ja auch nicht bei Heisenberg ein, sondern wird sich erst einmal damit befassen, was Galilei und … Gegner am Brett, Nachbarn im Grabe: der erste WM-Kampf 1834 weiterlesen
Wie Marshalls Angriff an Capablanca abprallte
Frank James Marshall hat mehr Eröffnungsideen seinen Namen geliehen als jeder andere Schachmeister. Im Nachhinein wäre der Amerikaner damit wahrscheinlich gar nicht einmal glücklich, weil heute viel Dubioses oder übermäßig Zweischneidiges nach ihm benannt ist. Zumindest namentlich stehen die zweifelhafte "Marshall-Variante" im Französischen oder die minderwertige "Marshall-Verteidigung" neben dem "Marshall-Angriff" im Spanischen, seit 100 Jahren … Wie Marshalls Angriff an Capablanca abprallte weiterlesen
Vorteil Raumvorteil? Über Außenstürmer beim Schach
Unser Faible für Siegbert Tarrasch ist Dir wahrscheinlich längst aufgefallen. Dem deutschen Schach-Lehrmeister verdanken wir Weisheiten, die bis heute bei jedem Schachturnier zu hören sind: "Türme gehören hinter die Freibauern" etwa oder "Springer am Rande...". Eben weil Tarrasch sich zum Schach-Lehrmeister berufen fühlte (und das zu Recht als Nummer zwei der Welt um die Jahrhundertwende), versuchte … Vorteil Raumvorteil? Über Außenstürmer beim Schach weiterlesen
Von der Romantik bis heute: der ewige Kampf ums Zentrum
Die frühen Schachmeister Anfang des 19. Jahrhunderts gelten heute als Vertreter der "romantischen Schule". Seinerzeit ging es beim Schach darum, sich unmittelbar mit allen Kräften auf den gegnerischen König zu stürzen, diesen ins Freie zu zerren und zu erlegen. Wilhelm Steinitz (1836-1900), der erste Weltmeister, hatte als Romantiker angefangen, ganz Kind seiner Zeit. Später räumte … Von der Romantik bis heute: der ewige Kampf ums Zentrum weiterlesen
Siegbert Tarrasch: die Helene Fischer der Schachpublizisten
Anderswo erfahren Meister ihres Fachs Respekt und Anerkennung. Nur die Deutschen erfreuen sich daran, Landsleute zu verspotten, die ihr Handwerk, ihr Geschäft und/oder ihre Kunst meisterhaft beherrschen und damit Erfolg haben. Siegbert Tarrasch war Weltklasse, in mancher Hinsicht seiner Zeit voraus und hat obendrein instruktive Lehrbücher geschrieben, in denen er seine Erkenntnisse teilte. Aber der … Siegbert Tarrasch: die Helene Fischer der Schachpublizisten weiterlesen
Tarrasch und sein Lieblingsfeind
Den Beinamen "Praeceptor Germaniae" (Lehrmeister Deutschlands) hat sich Dr. Siegbert Tarrasch (1862-1934) redlich verdient. Ein Leben lang hat er schachlich publiziert und mit seinem Lehrbüchern Generationen von Schachjüngern in die Feinheiten unseres Spiel eingeweiht. Nur sein Lieblingsfeind Aaron Nimzowitsch wollte die Lehren des Doktors partout nicht annehmen. Nimzowitsch, Vertreter der "Hypermoderne", hielt Tarraschs klassische Sicht der Dinge für … Tarrasch und sein Lieblingsfeind weiterlesen
Tarrasch und sein Lieblingsfeind II
Antwort 19 Jürgern Lerner - Michael Hein, November 2017 Das Zentrum ist der wichtigste, zentrale Teil des Schlachtfeldes Schachbrett. Wer im Zentrum die Oberhand hat, der steht in der Regel besser. So weit waren sich Tarrasch und Nimzowitsch einig. Aber während Tarrasch gemäß der Lehren des ersten Schachweltmeisters Wilhelm Steinitz (1836-1900) das Zentrum möglichst besetzen wollte, … Tarrasch und sein Lieblingsfeind II weiterlesen