Der neue Anti-Cheating-Standard? Live-Screening von Partien am Brett

Der Schach-Weltverband FIDE plant eine Screenigstelle, die laufende, live übertragene Partien automatisch auf Verdachtsmomente für Cheating prüfen soll. Das hat jetzt Yuri Garrett von der Fair-Play-Kommission der FIDE im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung gesagt (Printausgabe vom 23. Oktober).

https://youtu.be/aDkUMRb-gN4
Verdeckte Ermittler im Live-Publikum, automatisiertes Live-Screening seitens der FIDE: Wie sich Betrug vorbeugen lässt – eines der Themen im samstäglichen Schachgespräch auf Sportradio Deutschland, unter anderem erörtert anhand der gerade laufenden 960-WM.

Offenbar will der Weltverband vor dem Hintergrund der Debatte um Magnus Carlsen und Hans Niemann das Thema Betrugsprävention jetzt verstärkt angehen, ein Thema, das laut Garret so komplex ist, “dass es nicht einmal zehn Leute in der Welt verstehen”. Damit sich diese Zahl erhöht, sind Fortbildungen zum Fair-Play-Beauftragten geplant.

Yuri Garrett. | via FIDE

Mit der Screeningstelle soll sich die Prävention bei Wettbewerben unterhalb des Weltklasselevels verbessern, solchen etwa, bei denen Hans Niemann in den Monaten seines rasanten Aufstiegs 2020 und 2021 verdächtige Partien gespielt hat. Indem sich die FIDE neben Scannern und Zeitverzögerung eines statistischen Verfahrens bedient, ähnlich dem von Online-Schachseiten, könnte sie Verdachtsmomenten gezielt und unmittelbar nachgehen. Garret sagt, bei Auffälligkeiten solle der oder die Fair-Play-Beauftragte/r des Wettbewerbs verständigt werden, um den oder die Spieler/in genauer zu beobachten und gegebenenfalls zu kontrollieren.

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Garrett erwartet, dass dieses Vorgehen der neue Standard bei Schachturnieren wird: ein Screening der laufenden Partien, ausgebildete Fair-Play-Beauftragte, Metallscanner und zusätzliche Kontrollen: „Veranstalter, die das nicht liefern, wird der Markt bestrafen,“ erklärte er der FAS.

Schach, Betrug und Kontrolle im der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

“Unmenschliche Züge” in der FAZ vom August 2013.

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Gerhard Lorscheid
Gerhard Lorscheid
1 Jahr zuvor

Aktionismus kreiert aus Hilflosigkeit nennt man so etwas wohl. Dabei ist gar nicht klar ob Cheating im Offlineschach ein wirkliches Problem ist. Ich spiele relativ viel und glaube es nicht. Die unangenehme Folge dieses Hypes ist nun dass man guten Schachspielern nie mehr auf die Finger schauen darf. Spitzenschach wird in hermetisch abgesicherte Hinterzimmer verdrängt. Was hat es für einen Spaß gemacht den Interzonen und Kandidatenturnieren (Biel, Brüssel, Groningen) live zuzuschauen. Schach leidet an LongCovid. Leider kenne ich kein Medikament. Ich habe übrigend gegen einen 2500er auf Lichess eine Partie mit 98% Genauigkeit gewonnen. Anstatt stolz zu sein, habe ich… Weiterlesen »

Ludger Keitlinghaus
Ludger Keitlinghaus
1 Jahr zuvor

Sehr interessant.

Hab mir diesen “Youtube”-Channel “gebookmarkt” :
-> https://www.youtube.com/c/PerlenvomBodensee

KA, ob kaum “zehn Leutz” so verstehen, klingt aber vollmundig und vielversprechend, werde da demnächst intensiv reinschauen, das Thema, dieses Thema ist ja offensichtlich wichtig.

Mit freundlichen Grüßen und weiterhin viel Erfolg
Ludger Keitlinghaus

eisenherz
eisenherz
1 Jahr zuvor

Betrug beim Schach. Wer als ersten Betrug ruft, der hat recht? Das kann es nicht sein. Mal die große Menge der Amateurspieler oder die, welche mehr oder weniger aus Spaß an der Freude in den Schachvereinen organisiert sind, die mal ausgeklammert. Dann bezieht sich der Betrug beim Schach auf die Schachturniere mit hohen Gewinnsummen, mit Werbung, TV, gleich wie bei anderen Sportveranstaltungen wie beim Tennis, Fußball, Boxen und andere, mit allen bekannten Begleiterscheinungen wie bei allen anderen hoch bezahlten Sportarten. Der Betrug online ist sicher schwer zu unterbinden, wenn eine geballte kriminelle Energie mit am Werk ist. Aber Carlson/ Niemann,… Weiterlesen »

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