Was geschah am Strand von Miami? Magnus Carlsen wirft Hans Niemann Betrug vor

Hans Niemann habe mehr betrogen, als er öffentlich zugegeben hat, und er habe es in der jüngeren Vergangenheit getan. Das hat jetzt Magnus Carlsen in seiner mit Spannung erwarteten Erklärung mitgeteilt. Carlsen verwendet erstmals offen das Wort “Betrug”, bestätigt Vermutungen – und wirft neue Fragen auf, vor allem die, warum er nicht sagt, worauf seine Anklage basiert.

Magnus Carlsens Überzeugung, dass Hans Niemann auch in der jüngsten Vergangenheit betrogen hat, schließt die Partie ein, mit der alles begann: Die Begegnung der beiden in der dritten Runde des Sinquefield-Cups Anfang September: “Nach meinem Eindruck war er weder angespannt noch voll konzentriert, während er mich mit den schwarzen Steinen auf eine Weise überspielt, wie es nur eine Handvoll Menschen könnten.” Diese Partie habe zu seiner Sichtweise beigetragen, schreibt Carlsen – eine Überraschung.

Carlsen vs. Niemann, Sinquefield Cup 2022, dürfte mittlerweile die bestuntersuchte, meistanalysierte Schachpartie der Geschichte sein. Bislang hat sich niemand offenbart, der anhand dieser Partie Anhaltspunkte für Betrug sieht. Ausgerechnet diese beiderseits fernab der Perfektion geführte Begegnung ist nun die einzige, die Carlsen explizit nennt. Für den Weltmeister war die Niederlage gegen Niemann der Auslöser, sich aus dem Turnier zurückzuziehen. Generell sei Niemanns steigende Spielstärke am Brett “ungewöhnlich”, stellt Carlsen fest.

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Carlsen bestätigt, was unlängst Fabiano Caruana und Ian Nepomniachtchi zu Protokoll gegeben haben: Unter den Teilnehmern des Sinquefield-Cups hatte es rumort, seitdem feststand, Hans Niemann rutscht als Nachrücker für den verhinderten Richard Rapport ins Feld. “Ich habe stark erwogen, schon vor Turnierbeginn zurückzuziehen”, schreibt Carlsen. “Letztlich habe ich mich entschieden zu spielen.”

Unbemerkt von der Öffentlichkeit, muss Hans Niemann unmittelbar vor dem Sinquefield-Cup unter dringenden Verdacht Carlsens und wahrscheinlich anderer Elitespieler geraten sein. Noch Anfang/Mitte August während des “FTX Crypto Cups” schien das Verhältnis Carlsen-Niemann in Ordnung zu sein. Die beiden haben gemeinsame PR-Termine absolviert. Niemanns Abschneiden am (virtuellen) Brett kann keinen Anlass für Verdächtigungen gegeben haben: Der 19-Jährige wurde Letzter, Carlsen gewann das Turnier.

Friede, Freude Sandkuchen. Am 12. August war noch alles gut: Magnus Carlsen und Hans Niemann spielen Schach am Strand von Miami. Was danach geschah, führte zur gegenwärtigen Affäre, die begann, als Magnus Carlsen 5. September zur Partie gegen Niemann in St. Louis nicht antrat. | via @sabopasha/Twitter

Zwischen Crypto-Cup und Sinquefield-Cup müssen sich Carlsen Einsichten offenbart haben, die jetzt zu dieser auf Niemann gemünzten Aussage geführt haben: “Ich möchte nicht gegen Leute spielen, die in der Vergangenheit wiederholt betrogen haben, weil ich nicht weiß, was sie in Zukunft tun werden.”

Auch das Verhältnis zwischen Carlsens neuem Geschäftspartner chess.com und Hans Niemann hat sich in den Tagen vor dem Sinquefield-Cup offenbar rasant verdüstert. In seiner emotionalen Rechtfertigung während des Wettbewerbs in St. Louis hat Niemann darauf hingewiesen, er sei kurz zuvor in guten Gesprächen mit der chess.com-Chefetage gewesen. Nach Carlsens Rückzug vom Turnier sperrte chess.com Niemanns Account und strich ihn aus dem Teilnehmerfeld seiner siebenstellig dotierten “Global Championship”.

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Niemann sah sich als Ziel einer koordinierten Attacke – und fragte: “Wieso sagt mir der CEO von chess.com noch vor kurzem, wir freuen uns darauf, dich bei uns zu sehen, und direkt nachdem ich Magnus geschlagen habe, sperren sie meinen Account und schließen mich aus. Was soll das?”

Während der zweiten Runde des Sinquefield-Cups, als Hans Niemann Shakhriyar Mamedyarov schlug, schaute Carlsen schon kritisch.

Magnus Carlsen sagt, er würde gerne mehr mitteilen, womöglich auch, was zwischen ihm und Niemann in den Tagen zwischen Crypto- und Sinquefield-Cup passiert ist, aber er könne nicht. “Dafür brauche ich eine explizite Genehmigung von Niemann”, schreibt Carlsen – ein neues Rätsel. Er bezichtigt Niemann des Betrugs, aber kann nicht sagen, warum er das tut, ohne dass es ihm Niemann erlaubt? Diese Passage des Carlsen-Briefs zu entschlüsseln, ist bislang keinem Beobachter gelungen. Wahrscheinlich gehe es darum, eine Verleumdungsklage von Niemann zu vermeiden, heißt es. Aber gibt es dafür nicht längst Anlass und Handhabe?

Der naheliegenden Vermutung, Carlsen habe in den Tagen vor dem Sinquefield-Cup Cheating-Daten von chess.com gesehen, hat chess.com-Chef Daniel Rensch auf Reddit widersprochen: Weder habe Carlsen die (sagenumwobene, offenbar recht lange und mit prominenten Namen gefüllte) Liste von erwischten cheatenden Titelträgern auf chess.com gesehen noch einen Einblick in den Anti-Cheating-Algorithmus bekommen. Ebenfalls auf Reddit hat chess.com-CEO Erik Allebest angekündigt, bald Konkretes zu benennen. Bislang hat auch chess.com nur angedeutet, es sei mehr vorgefallen, ohne zu quantifizieren oder zeitlich einzuordnen.

Bis mehr kommt, bleibt es dabei, dass Carlsen Niemann auf Grundlage einer Hypothese verurteilt, nicht auf der Grundlage von Fakten. Die will er aber weiterhin nicht auf den Tisch legen. Der Weltmeister dreht die Angelegenheit mit Verweis auf eine erforderliche Genehmigung Niemanns so, dass nun nach seiner Lesart Niemann am Zug ist.

Bei der Fahndung nach aussagekräftigen Unregelmäßigkeiten in Niemanns Schach am Brett fokussiert sich die Szene derweil auf eine Analyse der französischen FM Yosha Iglesias, die Niemann-Partien von 2019 bis 2022 unter die Lupe genommen hat.

“The most incriminating evidence against Hans Niemann”?

Iglesias stützt sich auf ein mehr als zehn Jahre altes Tool, das seit der Veröffentlichung ihres Videos am 25. September zu erstaunlicher Popularität gekommen ist: die “Let’s Check”-Analyse von ChessBase, die eine Partie anhand in der Cloud gespeichterter Stellungsbewertungen und von verschiedenen Engines ermittelten besten Zügen durchleuchtet. Am Ende einer Let’s-Check-Analyse bekommt jeder der beiden Spieler einen Prozentwert zugeordnet, dem sich entnehmen lässt, in welchem Maße seine gespielten Züge mit dem übereinstimmen, was Maschinen gezogen hätten.

Ein 100-Prozent-Wert ist extrem selten. ChessBase schrieb anlässlich der Einführung von “Let’s Check” vor zehn Jahren: “Der aktuelle Rekord für die höchste Korrelation (13.10.2011) liegt bei 98 Prozent in der Partie Feller-Sethuraman, Paris 2010. Diese Präzision zeigt sich auch in Fellers weiteren Partien dieses Turniers und resultiert in einer Elo-Leistung von 2859, die ihn zum klaren Gewinner machte.” Sébastien Feller, der für einen der bekanntesten Cheatingfälle im Schach steht, hat bei seinen 98 Prozent höchstwahrscheinlich betrogen.

Hans Niemann hat 2019 bis 22 in einer Reihe von Partien die unwahrscheinlichen Let’s-Check-100 Prozent erreicht, und das sieht, vorbehaltlich weiterer Analysen, nach einem Unikum aus. Als am Montagabend Magnus Carlsen seine Erklärung veröffentlichte, nahm Hikaru Nakamura in einem direkt danach veröffentlichten Video sogleich die von Carlsen hervorgehobene Partie Carlsen-Niemann vom Sinquefield-Cup per Let’s Check unter die Lupe:

43 Prozent für Carlsen: Hikaru Nakamura untersucht Carlsen-Niemann mit “Let’s Check”.

Etwas Außergewöhnliches fand er nicht, eher eine Bestätigung, dass Carlsen diese Partie für seine Verhältnisse schlecht gespielt hat – so schlecht sogar, dass Nakamura bereit ist, Geld darauf zu wetten, dass sich unter Carlsen-Turnierpartien der jüngeren Vergangenheit keine schlechtere findet.

Die Fahndung und das Durchleuchten von Niemann-Partien und -Ergebnissen wird weitergehen. Wer von den direkt Beteiligten abseits der Bretter den nächsten Zug macht, wird spannend zu sehen sein. Am Brett wird Niemann aller Voraussicht nach schon ab der kommenden Woche weiterspielen: Am 4. Oktober beginnt in St. Louis die mit 250.000 Dollar dotierte US-Meisterschaft, 14 Spieler, extrem stark besetzt.

Hans Moke Niemann ist, Stand jetzt, Teil des Felds. Sollte er spielen, ist damit einer weiteren Nicht-Partie mit Magnus Carlsen vorgebeugt. Das nächste Turnier der Carlsen-Tour vom 14. bis 22. Oktober, für das er qualifiziert wäre, müsste Niemann auslassen, wenn er in Saint Louis spielt (Vincent Keymer spielt wahrscheinlich mit, wie er jetzt der Sportschau sagte).

Den Bundesliga-Saisonauftakt seines SK Doppelbauer Turm Kiel mit zwei Heimspielen am 22./23. Oktober könnte er knapp schaffen. Die US-Meisterschaft endet am 20. Oktober.

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Anonym
Anonym
2 Monate zuvor

Cheating ist der äquivalent zum Doping. Hi, ich hab so gut wie überhaupt keine Ahnung vom Schach und verfolge deine Youtube Chanel weil du das Spiel so spannend erklärst. Ich spiele nur ab und zu mal auf lichess vielleicht alle 2-3 Wochen mal. Also absolute ahnungslos wenn es um Schach geht Ich bin Thaibox und Box Trainer in Köln und hab selbst als Profi wettkämpfe bestritten… aktuell trainiere ich Profis und amateure in Boxen. Ich kann dir sagen mindestens 70-80% alle Kämpfe in der Top 50 sind gedopt… das ist keine verrückte Behauptung, sondern leider eine Tatsache. Zum Beispiel kann… Weiterlesen »

Boxer?!
Boxer?!
2 Monate zuvor
Reply to  Anonym

Und hier ist denke ich ein entscheidender Missglaube, der unter Hobbyspielern verbreitet ist. Cheating im Schach ist nicht wie Doping in anderen Sportarten, sondern wesentlich gravierender. Warum? Ich selbst bin ein durchschnittlicher Vereinsspieler mit etwa 2200 Fide-Elo. Wenn man einem Spieler wie mir mit ausreichend Vorbereitungszeit einen starken Computer zur Hand gibt, wird ein 2200er jeden Wettkampf gegen jeden Spieler ohne entsprechende Unterstützung gewinnen. Logischerweise, den der Computer alleine gewinnt auch gegen jeden Spieler. Das ist genau der Unterschied. Wenn ich heute anfange zu dopen und im Boxen ein ähnliches Niveau hätte wie im Schach (also Lichtjahre von irgend einer… Weiterlesen »

Anonym
Anonym
2 Monate zuvor
Reply to  Boxer?!

Das ist ein guter Punkt, natürlich muss man eine solide Grundlage und viel Talent haben sonst hilft Doping überhaupt nicht da hast du schon recht. Allerdings je nachdem wie man betrügt und welche Mittel/Ressourcen jemand zu Verfügung hat macht ein großer Unterschied… zb ist es ein sehr großer unterschied, wenn du genug geld hast und 3 Ärzte deine blutwerte ständig beobachtet und die Medikamente dem entsprechend anpassen als jemand der sich das nicht leisten kann und ab und an zum Blutspenden geht und sich da irgendwie durchmoget. Blutspenden ist übrigens verbreitet unter Doping sünde. Ich denke das selbe geht auch… Weiterlesen »

Chris
Chris
2 Monate zuvor
Reply to  Anonym

Blutspende ist übrigens legal für leistungssportler, die Plasmaspende (und Thrombozyten) bei der das Blut zurück in dem Körper geleitet wird nicht da hier Blutbestandteile zurückgeleitet werden – und das mit Paragraphen kollidiert die eigenblut Doping verbieten. Leistungssteigernd ist es nicht, und spontan finde ich auch keine Fälle bei denen es verurteilt wurde – also massiv scheint das Problem nicht zu sein. Ich würde zumindest in diesen Fall nicht die Thrombozythen spender, als Leute dastellen die damit Dopen aber kein Geld haben, auch die machen dies eher da sie anderen Helfen wollen und nicht sich selbst. An richtige Dopingmittel ranzukommen, würde… Weiterlesen »

eisenherz
eisenherz
2 Monate zuvor
Reply to  Anonym

Leider nur halb richtig, Doping, in welcher Sportart auch immer, mag stark verbreitet sein. Aber Doping vermuten, bei einem Gegner, Schachspieler, mechanische Manipulation am Sportgerät, chemische Substanzen muss immer auch bewiesen werden, mit der nachfolgenden Strafe. Und somit bleibt hier die Frage, hat Carlsen konkrete Beweise elektronischer, mechanischer Art vorgelegt, um Niemann zu Recht des Betruges zu bezichtigen? Hat er nicht. Und in jeder anderen Sportart, zumal beim Spitzensport, wo es teilweise um viel Geld geht, muss immer der derjenige, der öffentlich eine Person des Dopings bezichtigt, dafür auch Beweise vorlegen. Ansonsten muss er mit einer Verleumdungsklage rechnen, so auch… Weiterlesen »

Kai
Kai
2 Monate zuvor

Mittlerweile bekommt das ganze reinen “Clickbaiting”-Charakter. Nix wirklich Neues und jedes Mal ein neuer Cliffhanger. Die enorme Aufmerksamkeit, die Schach plötzlich bekommt, ist natürlich eine Menge Geld wert. So lange keine neuen Fakten auf den Tisch kommen, ist das Thema für mich erstmal auserzählt.

Micha
Micha
2 Monate zuvor

Zur nebulösen Aussage, dass er die explizite Genehmigung von Niemann braucht, um mehr sagen zu können….. Meine Theorie dazu: Natürlich hochspekulativ, aber ich finde sie total schlüssig. Er will den Ball Niemann zuspielen und ihn zu einer Aussage verleiten. Team Carlsen schickt ihm eine Anfrage ob er bereit wäre sich vor den nächsten Partien unter ärztlicher Aufsicht einem kompletten Körperscan zu unterziehen, um 100% auszuschließen, dass irgendwo ein Hilfsmittel am oder im Körper versteckt ist, das ein normaler Metalldetektor nicht aufspüren kann (z.B. nichtmagnetische Metalle wie Titan werden normalerweise nicht detektiert). Wenn Niemann zusagt und nix gefunden wird, dann kann… Weiterlesen »

Last edited 2 Monate zuvor by Micha
Ingo Althöfer
Ingo Althöfer
2 Monate zuvor

Das mit der meistanalysierten Partie bezweifle ich stark. Es gab zum Beispiel 1997 eine Partie Deep Blue vs Kasparow (Partie 2 des Revanche-Matches), die von Deep Blue gewonnen wurde. Nach der Partie glaubte Kasparow, dass ein kritischer Zug nicht vom Computer sein könne, sondern von einem eingrei-fenden menschlichen Spieler. Die Stellung wurde wirklich sehr stark analysiert, inclusive einer Detail-Untersuchung des Logfiles von Deep Blue. Ergebnis am Ende (nach mehr als einem Jahr): Sehr wahrscheinlich gab es keine “human intervention”. Das Foto von den beiden jungen Männern, die am Strand Schach spielen, ist hübsch. Spekulation: Vielleicht meint Carlsen, dass er die… Weiterlesen »

eisenherz
eisenherz
2 Monate zuvor

Der Vorgang ist trotz dieser Erklärung, auch Statement genannt, juristisch interessant. Wenn Carlsen weiter behauptet, nur mit seinem Gefühl argumentiert und keine konkreten Beweise vorlegt, dann ist es durchaus denkbar, dass Niemann und seine Berater Juristen aus den USA einschalten, welche versuchen werden Carlsen zu verklagen. Die dann den persönlichen und finanziellen Schaden für Niemann gegenwärtig und in die Zukunft hochrechnen und, wie aus den USA bekannt, dann den Streitwert über vielen Millionen Dollar in ihrer Anklageschrift festlegen, die vor einem Gericht erstreiten wollen. Eine Schachpartie abbrechen, bei den Gewinnsummen um die bei solchen Turnieren gespielt wird, dann öffentlich dem… Weiterlesen »

Chris
Chris
2 Monate zuvor
Reply to  eisenherz

Denke auch das die Nennung der Beweise eher an was anderen scheitert als der Verleudmungsklage, für die wie du festgestellt hast ja der Vorwurf reicht – der wenn er ausreichend begründet wird ja durchaus gemacht werden kann. Zu dem Millionensummen in dem USA möchte ich aber erwähnen, dass diese dort nicht immer so hoch sind sondern der Eindruck dadurch entsteht das ein Strafschadensersatz anhand des Unternehmensumsatzes erstritten wird (ähnlich wie bei uns die Tagessätze). Wenn also McDo trotz vorherigen Beschwerden weiterhin dem Kaffee deutlich heißer als üblich aufkocht, und dann was passiert … Dann geht man nicht wie in Deutschland… Weiterlesen »

Friedrich Lehmann
Friedrich Lehmann
2 Monate zuvor

Die Strandaufnahmen in Miami sind ein PR Video. Caruana gibt hier einen Überblick über die Zeitlinie:

https://www.youtube.com/watch?v=CCFB_rNGTaw

27:35 => “Why things happened in the order that they did.”

29:40 => “Magnus had a problem [in Miami] as soon as he heard that Niemann was invited to the Sinquefield Cup. It predates the game that he lost to Niemann [in Miami].”

Matthias
Matthias
2 Monate zuvor

Nicht nur Niemann, sondern auch niemand in der heutigen Schachszene möchte Magnus Carlsen zum Feind haben. Sollte Hans Niemann gegen Magnus Carlsen betrogen haben, dann hat er sich zumindest außerordentlich dumm verhalten. Mit Schwarz gegen DEN Geldgeber der Profi Schachszene, der viele Fäden in der Hand hält zu gewinnen, und dabei zu betrügen, wäre wirklich extrem blöd. Es wären blöd und extrem auffällig. Gegen Carlsen braf zu verlieren, und gegen die anderen hier und da ein wenig zu cheaten wäre wohl wahrscheinlicher. “Anonym” schrieb hier: “Cheating ist das Äquivalent zum Doping”. Recht hat er. Und was lernen wir daraus? Beispiel… Weiterlesen »

Chris
Chris
2 Monate zuvor
Reply to  Matthias

Niemann ist nicht so schlecht das er nicht gegen Carlson gewinnen kann, und ein Sieg gegen ihn ist mehr Wert sowohl was die Medien Aufmerksamkeit angeht als auch allgemein dem eigenen Renommee – und für sowas schummelt man ja Geld und Ruhm und da ist dezentes Schummeln gegen Carlson legitim (hier hat er ja nicht unter dem Augen der Öffentlichkeit eine Computerpartie auf Brett gebracht – wäre er hier massiv schlechter wäre das zudem auch auffälliger) Ich sehe da keinen Grund das ausgerechnet gegen Magnus nicht zu machen, zumal wenn er es macht er davon ausgeht das er nicht erwischt… Weiterlesen »

Matthias
Matthias
2 Monate zuvor
Reply to  Chris

Hallo Chris,
ich schrieb: “Sollte Hans Niemann gegen Magnus Carlsen betrogen haben, dann hat er sich zumindest außerordentlich dumm verhalten.”
LG Matthias

Chris
Chris
2 Monate zuvor
Reply to  Matthias

Und ich vertrete da eher dem Standpunkt, wenn er cheated ware es dumm es dort zu lassen. Ich denke wenn er schummelt schummelt er regelmäßig, und ist deshalb deutlich besser als er eigentlich da steht (also vielleicht 2500 statt 2700 – so mies wie er in einigen interviews rüberkommt wird er nicht sein). Er hätte sich dann in die riege der super gm geschummelt (und sicher auch die Geldtöpfe), wenn er dann aber gerade bei dem spielen gegen die Prominenz deutlich schlechter ist und sich vielleicht anders verhält da er keine Infos bekommt ware das imho auffällig. Das Carlson einen… Weiterlesen »

acepoint
acepoint
2 Monate zuvor

Ich weiß nicht mehr, wo ich es gelesen oder gesehen habe, aber in der Strandszene hat Carlsen wohl verschiedene ungewöhnliche Eröffnungen gezeigt, um Niemanns Schachverständnis zu „testen“. Und dieser Test soll anscheinend nicht unbedingt zugunsten Niemanns ausgefallen sein.

Zu den Tools und den immer wieder hervorgebrachten Argumenten, in Partie xyz sei doch einfach erklärbar, wieso die Fehlerrate so niedrig sei:

Let‘s check ist ja eher eine Blaxkbox, aber Tools wie pgn-spy können nachvollziehbar statistische „Anomalitäten“ aufzeigen. Ich habe mir die Videos von Yosha angeschaut. Die Zahlen für 100-200 Partien sind schon recht eindeutig, und sprechen eher gegen Niemann.

Thomas Richter
Thomas Richter
2 Monate zuvor
Reply to  acepoint

Wann wurde das behauptet, direkt danach oder Wochen später als (konstruierte) Rechtfertigung für Carlsens späteres Verhalten? Wann sagte Carlsen, dass er schon vor Sinquefield Cup Niemann verdächtigte, vor dem Turnier oder erst nach seinem Kurzauftritt? Selbst direkt danach war es womöglich eher Anekdote: Ich tue mich jedenfalls im Blitz (und am Strand waren es wohl Bedingungen einer Blitzpartie) schwer gegen Lettisches Gambit, anfangs – bevor ich es mir angeschaut habe – auch gegen Stafford-Gambit (1.e4 e5 2.Sf3 Sf6 3.Sxe5 Sc6?) – das sagt wenig über meine generelle Spielstärke. Das Video von FM Iglesias ist für mich wenig aussagekräftig und im… Weiterlesen »

acepoint
acepoint
2 Monate zuvor
Reply to  Thomas Richter

«Wann sagte Carlsen, dass er schon vor Sinquefield Cup Niemann verdächtigte, vor dem Turnier oder erst nach seinem Kurzauftritt?» Vor dem Turnier. Das hat unter anderem Caruana in einem Podcast erwähnt. Steht übrigens auch oben im Originaltext von Conrad. Es ist echt ermüdend, immer auf Foristen reagieren zu müssen, die zwar viel schreiben, aber offenbar nur wenig lesen. «Ich tue mich jedenfalls im Blitz…das sagt wenig über meine generelle Spielstärke.» Und genau das macht den Unterschied zwischen uns Patzern von etwa 1600 – 2300 ELO und einem Supergroßmeister oder Carlsen aus. «Wahrscheinlichkeiten von ROI-Werten einzelner Turniere multiplizieren ergibt ja nur… Weiterlesen »

Last edited 2 Monate zuvor by acepoint
Thomas Richter
Thomas Richter
2 Monate zuvor
Reply to  acepoint

Wenn nach dem Turnier gesagt wird “schon vor dem Turnier …”, dann muss das nicht unbedingt stimmen. Auch dass Spitzenspieler nun tendenziell Carlsen unterstützen bedeutet nicht allzu viel: vielleicht wollen sie es sich nur nicht mit ihm verderben und damit z.B. zukünftige Internet-Einladungen riskieren. Carlsen spielte dann jedenfalls doch, damit gibt es jedenfalls diese “was wäre wenn”-Szenarien: Was, wenn er gegen Niemann jedenfalls nicht verloren hätte? Wäre die Welt dann in Ordnung? Was, wenn er – weil es die Auslosung so wollte – erst in der letzten Runde gegen Niemann gespielt und verloren hätte? Dann hätte er nicht “auf diese… Weiterlesen »

acepoint
acepoint
2 Monate zuvor
Reply to  Thomas Richter

Ziemlich viele Spekulationen Deinerseits für eine sehr bestimmt formulierte Meinung. Und wieder viel Text für wenig Fakten. Unabhängig davon zeigt dieser Thread – und auch andere – eigentlich nur eines: dass eine öffentliche, *sachliche* Diskussion über Cheating dringend notwendig ist. Auch damit so manche von ihrem Elfenbeinturm runterkommen, die immer noch den Standpunkt vertreten, dass Betrug nur dann nachgewiesen ist, wenn jemand mit heruntergelassenen Hosen auf der Toilette fotografiert wird.

Friedrich Lehmann
Friedrich Lehmann
2 Monate zuvor
Reply to  acepoint

Wenn sich nicht mehr Mathematiker für das Thema interessieren, wird es keine sachliche Diskussion geben. Übrigens ist die Situation, dass viele den chess.com Algorithmen vetrauen, ohne diese jemals gesehen zu haben, komplett unwissenschaftlich. Ich finde einige Spiele von Niemann auch merkwürdig. Es könnte aber Zwischenlösungen geben. FIDE könnte einen Spieler als “statistisch auffällig” deklarieren und dessen Gegnern im Fall eines Verlusts keine ELO Punkte abziehen. Was ist die Gefahr der Statistikgläubigkeit? Spieler werden es nicht mehr wagen, kühne Varianten zu spielen. Wir sind ja jetzt schon in der Situation, dass Erigaisi im Julius Baer Cup relativ schlecht gegen Carlsen gespielt… Weiterlesen »

Obst
Obst
2 Monate zuvor

Eine wirklich enigmatische Stellungnahme. Wozu braucht er Niemanns Einverständnis? Ist er nebenberuflich Niemanns Arzt oder Rechtsanwalt, dass er der Schweigepflicht unterliegt? Ich persönlich vertraue Dr. Ken Regan mehr als “Let’s check!”. Ich habe gestern ein paar Partien von mir untersucht, und komme auch mehrfach über 70 % (Elo 2100). Selbst in grausamen Verlustpartien, in denen ich eben die ganze Zeit nur erzwungene Züge mache. Auf der jetzigen Basis Niemann zu verurteilen oder Carlsens Verhalten zu rechtfertigen, wäre so, als ob man Usain Bolt nachträglich wegen Doping seine Titel aberkennt. “Wieso, habt Ihr EPO gefunden?” “Nein, aber Du bist einfach zu… Weiterlesen »

th_gci
th_gci
2 Monate zuvor
Reply to  Obst

Ich habe schon vor langer Zeit mal gelesen, dass in der Leichtathletk alle Topsprinter gedopt sind. Quelle weiss ich leider nicht mehr. Das wuerde dann auch Usain Bolt einschliessen, auch wenn ihm nichts nachgewiesen ist.

Neandertaler
Neandertaler
2 Monate zuvor
Reply to  th_gci

Wo Leistungen erbracht werden, wird es immer Menschen geben, die diese Leistungen nicht nachvollziehen können.

Ich glaube, es gibt nur eine Sache, derer ich mich sicherer bin als der, dass irgendein Top-Springer gedopt sein wird: Nämlich der, dass auch irgendeiner es nicht sein wird.

Generalverdächtigungen ganzer Sportarten heraus sind sehr bequem: Aus der pseudosouveränen Pose des abgeklärten Kenners wird ein Urteil über Menschen gesprochen, die man gar nicht kennt. Sprinter, Radsportler, demnächst Schachspieler.

Für mich ist das eine Form des Zynismus, der ich nichts abgewinnen kann – und die auch die Welt kein Stück weit voran bringt.

Gerhard Lorscheid
Gerhard Lorscheid
2 Monate zuvor

Ich habe ein paar der 100% Partien nachgespielt. Typisches Beispiel: Ein wohl abgesprochenes Remis. Total langweiliges Remis. Oder Gegner stellt Partie ein bevor Theorie zu Ende. Die kommen bei Magnus natürlich nicht vor. Yosha, das ist peinlich!

Micha
Micha
2 Monate zuvor

Daran musste ich auch denken.
Bei den 100% Partien fehlt der wichtige Hinweis wie viel Züge in den jeweiligen Partien gespielt wurden.
Kurzremisen, bei denen lustlos Theorievarianten abgespult wurden, treiben die Quote nach oben. Wie viele 100% Partien davon betroffen waren, konnte ich nirgends lesen.

Neandertaler
Neandertaler
2 Monate zuvor
Reply to  Micha

Ob wohl auch Niemanns Sieg gegen Magnus im 2. Zug in die “Analyse” eingeflossen ist? Der war auch bei 100%, denke ich. Wenn es mal nur peinlich wäre. Das Problem ist doch, dass in unserer Zeit, in der Informationen mit einem Klick weiterverbreitet werden, auch Desinformationen mit einem Klick weiterverbreitet werden. Aus meiner Sicht, die zugegebenermaßen die eines Ahnungslosen ist, gibt es noch keine nicht von Vorangenommenheit geprägte und aufs gewünschte, weil Aufmerksamkeit generierende und/oder die eigene Agenda stützende Ziel hin ausgeführte Analyse von Niemanns Partien. Und immer Tausende und Abertausende sich selbst als kritische Geister empfindende Menschen, die alles,… Weiterlesen »

Chris
Chris
2 Monate zuvor
Reply to  Micha

Ich habe bisher noch nicht das Remis gesehen aber Siege über 38 und 45 Züge und weitere die über die Eröffnung hinaus gehen.

Auch haben abgesprochene Remis Partien selbst wenn sie wie hier unterstellt sind, keine 100% genauigkeit wenn du dich eh absprichst wieso so kompliziert und alle Züge auswendig lernen absprechen. Mal davon ab, das man dann eh vielleicht abweicht um eine Stellung zu erreichen die nach Remis aussieht. Anstatt random remis in einer offenen Stellung nach perfekten spiel zu geben.

Chris
Chris
2 Monate zuvor

Welches war denn das Remis, bin gerade übergeflogen hab das spiel in Phily nicht zuordnen können ansonsten waren es meines erachtens 9 Siege – wenn ich da nichts verwechselt hab.

Matthias Ruf
2 Monate zuvor

Hallo Gerhard, bitte nimm mir als früherer württembergischer Mannschaftskamerad die folgenden Zeilen nicht übel. Dr. Ken Regan, sein Algorithmus oder andere Kommentatoren finden eher nichts Verdächtiges im vielleicht größten Skandal der Schachgeschichte. Dabei wurde gerade entdeckt, dass ein Spieler 45 oder 38 Computerzüge (nicht Theoriezüge) am Stück macht und mit einer Engine-Correlation von 100 % gewinnt. Als Programmierer schätzt Du sicher diese deutsche Wertarbeit. An dieser Stelle ein großer Dank an Dich für RChess, welches ich jahrelang benutzt habe. Bei der Anwendung von Let’s Check in ChessBase findest Du eben nicht bei Magnus oder anderen Schachweltmeistern, dass sie genauso gut… Weiterlesen »

Gerhard Lorscheid
Gerhard Lorscheid
2 Monate zuvor
Reply to  Matthias Ruf

Hallo Matthias,

bitte nimm es mir nicht übel, aber wenn ich Partien der von mir beschriebenen Art nachspiele und Du dich hier selbstherrlich hinstellst und behauptest, es könne nicht sein, dann ist das schlicht lächerlich.

Markus Schirmbeck
2 Monate zuvor

Mir reicht das alles nicht, was Magnus Carlsen da vorbringt. Sein Gefühl in allen Ehren, aber dieses und auch Anti-Cheating Algorithmen sind alles andere als perfekt. Sie mögen bei schwächeren Spielern noch ganz brauchbare Urteile abgeben, je stärker die Spieler werden, desto mehr false positives gibt es. Auf dieser Grundlage und seines persönlichen Gefühls Anschuldigungen zu erheben, wie Carlsen das tut, ist überheblich und falsch. Ich weiß nicht, ob und in welchem Maße Niemann über das Maß hinaus schuldig ist, welches er selbst zugegeben hat. Was derzeit angezettelt von Carlsen mit ihm passiert, schadet aber dem Schachsport. Ich will nicht… Weiterlesen »

Neandertaler
Neandertaler
2 Monate zuvor

Ich sehe es genauso. Carlsen fußt seine Verdächtigungen auf eine einzige am Brett gespielte Partie, und in der haben Menschen, die etwas davon verstehen, keine Anzeichen von Betrug gefunden. Und selbst Anzeichen würden nicht reichen, es bräuchte Beweise, oder zumindest eine hinreichende Menge von Indizien, um Carlsens Verhalten zumindest ansatzweise zu rechtfertigen. Mir ist Betrug zuwider. Allerdings sind mir ohne ausreichende Begründung vorgebrachte Anschuldigungen noch erheblich mehr zuwider. Darüber hinaus stelle ich fest, dass der einzig sichere Weg, um Betrugsorwürfen aus dem Weg zu gehen zu sein scheint, wenig bis gar nicht zu gewinnen. Diesen Weg gehe ich seit jeher… Weiterlesen »

Chris
Chris
2 Monate zuvor
Reply to  Neandertaler

“Ich sehe es genauso. Carlsen fußt seine Verdächtigungen auf eine einzige am Brett gespielte Partie,” Nein tut er nicht, in diese Partie ist er ja laut eigener Angabe schon mit einen komischen Gefühl gegangen – und war dann irritiert von seiner Konzentration(?) (was sicher nur schwer greifbar und wenn dann ein schwaches Indiz ist) Es gibt aber durchaus verdächtige Momente in Neumann jüngerer Vergangenheit, was nicht unbedingt heißt das Carlson richtig handelt und Moke sicher cheated (oder nicht) … Aber zumindest Carlsons bauchgefühl ist zu einen gewissen grad nachvollziehbar, was sein Verhalten imho aber nicht rechtfertigt. Die genannten 100% spiele… Weiterlesen »

th_gci
th_gci
2 Monate zuvor
Reply to  Neandertaler

Ich bin mir sicher, Carlsen hat mehr Indizien als die eine Partie.

Aber es wird Zeit, dass er die mal auf den Tisch legt.

Chris
Chris
2 Monate zuvor

Ich denke schon das die Cheat tools das leistungsniveau des Spielers mit einbeziehen, dass sie ständig beim Cheaten erwischt werden halte ich für ein Gerücht. Keine Ahnung ob die Tools anschlagen wenn wir WM partien online in Blitz nachspielen. Die 100% spiele sind aber bei Supergroßmeistern super super selten, Niemann hat mehrere davon das ist schon ein starkes Indiz … (die wenigsten haben überhaupt eins) Zudem hat er (?in jugendlichen leichtsinn?) bereits betrogen, war auf einer Schule von einen der aufgeflogen ist … Hat danach ohne Trainer eine beispielose Entwicklung auf Brett gebracht. Dazu die komischen Interviews (nicht existierendes Spiel… Weiterlesen »

Friedrich Lehmann
Friedrich Lehmann
2 Monate zuvor

Vielleicht wird der Großinquisitor chess.com uns bald alle Details mitteilen! chess.com geht sehr großzügig mit privaten Informationen um:

https://www.vice.com/en/article/z34qz8/chess-grandmaster-maxim-dlugy-admitted-to-cheating-on-chesscom-emails-show

“The emails, which were provided to Motherboard by Chess.com, is the latest shoe to drop in the discussion about cheating […]”

Matthias Ruf
2 Monate zuvor

Großinquisition? Ein milder Richter vergibt Jugendsünden, selbst wenn mehr da waren als zugegeben. Ich teile jedoch die Zweifel von GM Nakamura an der Glaubwürdigkeit von zwanghaften Lügnern und Mehrfachbetrügern. Siehe dazu auch sein neues YouTube Video zu den E-Mail-Enthüllungen “Hans Niemann’s Coach is a CONFESSED CHEATER”. Wie bereits Magnus Carlsen nicht ohne Hintergedanken erwähnte, hat Hans Niemann in Maxim Dlugy aus New York einen guten Mentor. Der teure Trainer und Online-Cheater behauptete in seinen kürzlich enthüllten E-Mails zu seiner Verteidigung an chess.com, dass ein Schüler ihm bei seinen beiden Siegen an den Dienstagsturnieren die Computerzüge gab, ohne zu wissen, dass… Weiterlesen »

Friedrich Lehmann
Friedrich Lehmann
2 Monate zuvor
Reply to  Matthias Ruf

Die Methoden sind die gleichen: Wenn man seine Sünden zugibt, verspricht chess.com einen neuen Account, und die Sache geheimzuhalten. Letzteres Versprechen wurde bei Dlugy nun “im öffentlichen Interesse” gebrochen. Ich weise nochmals auf GDPR Auskunftsersuchen hin, gefolgt von der Accountlöschung. Wenn Cheating-Daten an Dritte weitergegeben wurden, GDPR Strafe (Google hat jüngst 4 Billiarden bezahlt). Weshalb sollten sich europäische Talente einer typischen Silicon Valley Willkürherrschaft unterwerfen? Ich habe gar nichts gegen die Rückzüge von Carlsen, aber chess.com sollte sich da nach der “Play Magnus” Übernahme heraushalten. Es ist auch auffällig, dass immer mehr GMs, die zunächst kategorisch für Niemann waren, jetzt… Weiterlesen »

Ludger Keitlinghaus
Ludger Keitlinghaus
2 Monate zuvor

Aja, danke für diesen informativen Text, es geht also weiter, die Geschichte findet eine Fortsetzung. Nur eine Idee von mir, wenn sich die beiden kennen, wohl auch längere Zeit miteinander geredet haben, zudem steht von Hans Moke Niemann audiovisuelles Material im Web bereit, könnte es dann sein, dass Magnus Carlsen zu der Überzeugung gekommen ist, es -dezent formuliert- nicht mit einem annähernd gleichwertigen Gegner zu tun zu haben? So dass er erst dann anfing weiter zu forschen? Die Frage nach der Erlaubnis von Niemann zu weiterer Spekulation, Anderes liegt ja nicht vor, wenn nicht direkt “der Staatsanwalt” oder FIDE-Instanzen bemüht… Weiterlesen »

trackback

[…] die Carlsen-Niemann Affäre nun den Rechtsweg einschlägt, hatte sich schon am Montag mit Magnus Carlsens juristisch anmutender Erklärung angedeutet, speziell mit dem vielinterpretierten Passus, er, Carlsen, könne nur mehr sagen, wenn […]

trackback

[…] Monday Carlsen gave one more extensive explanation in which he accuses Niemann of having cheated more than twice. In this context, he also mentioned […]

Matthias Ruf
2 Monate zuvor

Es ist gut möglich, dass es trotzdem zu einer Verleumdungsklage kommt. In einem Gericht, bei dem zwei Parteien sich streiten, findet neben der Beweisaufnahme meist eine Befragung statt. Der Richter hört sich zunächst die unterschiedlichen Standpunkte an. Es ist ja klar, dass in einem Rechtsstreit jeder Beteiligte in egoistischer Weise auf den eigenen Vorteil bedacht sein wird. Eine große Rolle bei der Befragung spielt die Glaubwürdigkeit von Personen. Als Synonyme können Integrität, Ehrlichkeit, Redlichkeit, Zuverlässigkeit, Authentizität, Plausibilität oder Reputation verwendet werden. Ich empfehle jedem Leser einmal selbst, einen Vergleich der Schachprotagonisten anzustellen. Bei der Beurteilung und dem Vergleich der Persönlichkeit… Weiterlesen »

Neandertaler
Neandertaler
2 Monate zuvor
Reply to  Matthias Ruf

Es geht doch hier nicht um “Wahrscheinlichkeitsrechner”. Es geht schlicht um die Unschuldsvermutung, die übrigens ja eben nicht beinhaltet, dass man von der Unschuld des Beschuldigten überzeugt sein muss. Deinen Vergleich zu Keymer finde ich, ich verwende das Wort nicht leichtfertig, faschistoid. Weil Niemann anders auf dich wirkt als der 17-Jährige 1,7er-Abiturient (was auch immer das aussagen soll), macht ihn das auch schon verdächtig? Ja, du nennst auch noch seine Unbeholfenheit in Interviews, die tatsächlich ein Indiz sein kann, aber alles darüber hinaus ist doch wirklich seine Sache und grenzwertig, es ihm vorzuwerfen. Da fehlt nur noch eine Verweis auf… Weiterlesen »

Matthias Ruf
2 Monate zuvor
Reply to  Neandertaler

Es geht schlicht um die Unschuldsvermutung? GM Nakamura hat dazu aktuell ein schönes Video gedreht. 45 gerade Computerzüge am Stück und eine 100 % Engine-Correlation in 8 Partien. Kein anderer Mensch bringt dies fertig, und es werden auch keine Beispiele gefunden. Ein mehrfacher Cheater mit Wutausbrüchen im Stream, ungesitteter Sprache bis hin zu “bow down” Befehlen oder das schreiende Unschuldslamm nach der Onlinesperre. Wer überschreitet hier Grenzen? Und nun finden Sie den Vergleich mit einem sauberen, für unsere Jugend und unser Land vorbildlichen Helden am Schachbrett als recht ekelhaft oder faschistoid? Dann sind wir tatsächlich wieder im Neandertal angekommen.

Neandertaler
Neandertaler
2 Monate zuvor
Reply to  Matthias Ruf

Ich möchte mich nicht mit Menschen unterhalten, die einen 17-Jährigen Schachspieler (der mir sehr sympathisch ist) zum

 sauberen, für unsere Jugend und unser Land vorbildlichen Helden am Schachbrett

überhöhen. Das ist ja absurd.

(Und nein, Aufmerksamkeitshure Nakamura bekommt genau diese Aufmerksamkeit von mir nicht.)

Nebenbei gemerkt: Sie haben das mit der Unschuldsvermutung schlicht nicht verstanden. Oder wollen es nicht verstehen.

Nachtrag: O.K. Ich habe mal auf Ihren Namen geklickt und Ihr Blog besucht. Ich habe keine weiteren Fragen, sie sind alle bereits beantwortet.

Last edited 2 Monate zuvor by Neandertaler
Chris
Chris
2 Monate zuvor
Reply to  Matthias Ruf

Verleudmungsklage kann ich mir nicht vorstellen hier geht es eher um verletzung eines geschützten Bereichs.

Wenn ich dir was schreibe, und du das dann groß ohne meine Zustimmung veröffentlichst halte ich das für rechtlich Heikel (auch wenn hier nach deutschen Recht öffentliches Intresse)

Verleumdung ist es ja jetzt schon, vorausgesetzt Niemann war ehrlich … Verleumdung ist für mich aber eher sachen die man ohne Fakten rüberbringt und nicht das man sie deshalb nicht bringen darf sondern ihn einfach nur die Tat unterstellt.

Matthias Ruf
2 Monate zuvor
Reply to  Chris

Danke für Deine Gedanken Chris. Der Pleite gegangene Pokerbetrüger Mike Postle verklagte etliche Gesichter der Pokercommunity um 330 Millionen USD und versuchte sie damit einzuschüchtern. Das Rechtssystem in den USA ist bei Schadensersatzforderungen großzügiger. Dies erklärt die Zurückhaltung von Magnus Carlsen.