Acht deutsche Vereine im Europacup

Acht deutsche Mannschaften nehmen am erstmals ausgetragenen Online-Europacup der Vereine teil, eine führt gar die Setzliste der 91 Mannschaften an: Der Deutsche Meister OSG Baden-Baden, stärkste Vereinsmannschaft der Welt, greift nach einem europäischen Titel. Maxime Vachier-Lagrave, Richard Rapport, Etienne Bacrot, Alexei Shirov und Arkadij Naiditsch bringen als Favorit einen Eloschnitt von 2722 auf die Waage. Haushoher Favorit sind sie damit allerdings nicht. Die Spitzenteams aus Tschechien, Russland, England, Frankreich oder Aserbaidschan entsenden nominell kaum weniger starke Teams.

Die Premiere des “European Online Chess Club Cup” wird vom 27. bis 31. März auf der Tornelo-Plattform gespielt. Der Wettbewerb des Europäischen Schachverbands ECU war offen für alle europäischen Vereinsmannschaften, die 250 Euro Startgeld entrichten. Gespielt wird Schnellschach 15+5 mit Vorrunde, Playoffs und Endrunde.

Pähtz fürs Finale vorqualifiziert

In der Vorrunde werden die 91 Mannschaften in möglichst gleichstarke Gruppen von 8 bis 10 Teams eingeteilt. Jede Vorrundengruppe spielt zwei Tage lang ein Rundenturnier. Mindestens zwei Mannschaften pro Gruppe qualifizieren sich für die Playoffs am 29. März. Aus den Playoffs werden neun Mannschaften furs Finale hervorgehen. Dieses Finale wird am 30. und 31. März als Rundenturnier gespielt.

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Eine zehnte Mannschaft, besser: Frauschaft, ist vorab fürs Finale gesetzt: Cercle d’Echecs de Monte Carlo, Gewinner des Frauen-Europacups der Vereine, wird das Feld bereichern – eine Geste an den Schachclub Monte Carlo, der das Turnier zusammen mit der ECU unter der Schirmherrschaft von Prinz Albert II. organisiert. Eine Spielerin der Frauschaft aus Monte Carlo ist Elisabeth Pähtz, die damit schon vor Beginn des Wettbewerbs als deutsche Teilnehmerin des Finales feststeht.

Apropos Frauschaft: Auf Rang 39 der Setzliste, vor den Schachbundesligisten Werder Bremen, SF Berlin und SK Doppelbauer Kiel, finden wir den Frauenbundesligisten SK Schwäbisch Hall mit einem veritablen Eloschnitt von 2459 an den ersten vier Brettern.

Um in die Playoffs oder sogar in die Endrunde zu kommen, müsste es in einem Feld dieser Klasse für Schwäbisch Hall extrem gut laufen. Die besseren Aussichten haben aller Voraussicht nach die SF Deizisau, der SV Hockenheim und der Hamburger SK.

Die Deizisauer Mannschaft mit ihrem 2646er-Schnitt an den ersten vier Brettern ginge auch als deutsche Nationalmannschaft durch: Matthias Blübaum, Alexander Donchenko, Georg Meier, Andreas Heimann, Vincent Keymer, Dmitrij Kollars. Der SV Hockenheim (2606) und der Hamburger SK (2591) sind nominell davon nicht allzu weit entfernt.

Live werden die Partien voraussichtlich auf allen gängigen Plattformen zu sehen sein. Ob es einen Live-Stream mit Kommentar gibt, hat die ECU noch nicht bekanntgegeben. Wenn es ihn gibt, dann wahrscheinlich auf den ECU-Twitch-Kanal.

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