Kein Grenke, kein Karpov

Das für die Ostertage geplante Grenke Open 2021 fällt pandemiebedingt aus. Auf der Website des Turniers steht jetzt die offizielle Absage. Auch das für Ende April geplante TePe-Sigeman-Turnier, bei dem Exweltmeister Anatoli Karpov (69) noch einmal seinen Hut in den Ring werfen wollte, fällt aus.

Gleiches gilt wahrscheinlich für das Grenke Classic, aber eine offizielle Aussage dazu gibt es nicht. Auf der Classic-Website steht seit einem Jahr unverändert, das Team hoffe, das Turnier Ostern 2021 auszurichten. Die wiederholte Anfrage dieser Seite nach dem Stand der Dinge in Sachen Classic und Open bei Organisator Sven Noppes ist unbeantwortet geblieben.

Dem Vernehmen nach haben die Baden-Badener und Karlsruher Schachmacher lange erwogen, die Turniere ans Jahresende zu verschieben. Diese Option ist nun vom Tisch: „Momentan ist für uns und unsere Partner kein Ersatztermin in diesem Jahr absehbar“, teilt Noppes auf der Open-Website mit. Bei der Absage 2020 hatten die Organisatoren bereits bezahlte Startgelder als Startgeld für 2021 einbehalten, sofern die betreffenden Spieler damit einverstanden waren. Was einbehalten worden ist, werde in den kommenden Tagen erstattet.

Ein schachlicher Leckerbissen wäre das für Ende April in Malmö geplante TePe Sigeman wesen. Altmeister Karpov und der sich dieser Kategorie nähernde Alexei Shirov (48) wären in diesen Rundenturnier unter anderen auf Wijk-Gewinner Jorden van Foreest und den indischen Wunderknaben Nihal Sarin getroffen. Im Fall des schwedischen Turniers ist eine Verlegung später ins Jahr möglich. Turnierdirektor Johan Berntsen teilt mit, man sei auf der Suche nach einem passenden Zeitfenster zwischen August und Oktober.

Der internationale Turnierkalender für die erste Jahreshälfte 2021 ist damit ausgedünnt, aber keinesfalls leer. Am 19. April, und das erscheint sicher, beginnt in Jekaterinburg die zweite Hälfte des Kandidatenturniers, an deren Ende feststehen wird, wer Ende 2021 Magnus Carlsen zum Match um den Weltmeistertitel fordert.

Das Kandidatenturnier wird sich mit dem fünften Turnier der Meltwater Champions Chess Tour überschneiden, bei dem vom 24. April bis 2. Mai 16 Teilnehmer um ein möglichst großes Stück vom 100.000-Dollar-Preisgeldkuchen wetteifern. Dieses Turnier wiederum überscheidet sich mit der traditionell stark besetzten russischen Mannschaftsmeisterschaft, die am 30. April in Sotschi beginnen und am 11. Mai ebensort enden soll.

Vorher schon, am 9. Mai, hatte im norwegischen Stavanger das Altibox Norway Chess beginnen sollen, das nach der reduzierten 2020er-Auflage wieder ein Rundenturnier mit zehn Spielern sein soll – und ähnlich stark besetzt wie das Kandidatenturnier: Carlsen, Caruana, Ding Liren, MVL, Aronian und so weiter. Allerdings ist das Turnier jetzt in den September verschoben worden.

Weiter geht das internationale Schachprogramm am 22. Mai mit dem Hybrid-Qualifikationsturnier, um die 36 europäischen Teilnehmer für den im Juli geplanten World Cup zu bestimmen. Die Kandidaten jeder Föderation werden unter Schiedsrichteraufsicht an einem zentralen Ort in ihrem Heimatland spielen. Der europäische Schachverband ECU hat jetzt mitgeteilt, dass das Qualifikationsturnier im World-Cup-Modus mit K.o.-Matches gespielt wird, bis jene 36 übrigbleiben, die weiterkommen.

Der Wettbewerb ist auf Spieler jenseits der 2550 Elo beschränkt. Wer aus Deutschland teilnimmt und wo gespielt wird, steht noch nicht fest. Wie berichtet, will der DSB diese Entscheidung abhängig von der Covid-Lage kurzfristig treffen. Möglich ist zuvor ein internes Qualifikationsturnier für die potenziellen deutschen Teilnehmer.

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