Sechstligaspieler Magnus Carlsen

Wird Magnus Carlsen spielen? Und wenn ja, bekomme ich ihn vor die Flinte? Diese Frage stellen sich gleich mehrere Mitglieder deutscher Clubs vor dem 109. Spieltag der Quarantäneligen am heutigen Donnerstag.

Keine Ahnung, wer „Blitzkoenig“ aus Greifswald ist. Jedenfalls kam er gestern in der Quarantäneliga in den überraschenden Genuss, gegen Magnus Carlsen zu spielen.

Gepostet von Perlen vom Bodensee am Sonntag, 7. März 2021

Die Quarantäne-Bundesliga, bestehend aus mittlerweile 53 Ligen, wächst unverändert weiter. An die 7.000 Spieler gehen zwei Mal wöchentlich für ihren Club oder für ihr Lichess-Team an den Start. Seit vergangener Woche ist Magnus Carlsen einer derjenigen, die mitmachen. Der Weltmeister spielt für seinen Club Offerspill SK, der in der sechsten Liga antritt, genauer: in Liga 6A der dreigeteilten sechsten Liga.

Anfang März hat der Carlsen-Club seine eigene Online-Liga gegründet, um seinen Mitgliedern ein kontinuierliches Angebot machen zu können – inklusive Anreizen sich zu beteiligen: vom Ranking in der Gesamtwertung bis zu Preisen, die zu gewinnen sind. Carlsen höchstselbst ist mit im Boot, um die Online-Liga seines Vereins mit anzuschieben.

Carlsen spielt bei diesen Turnieren mit – und eben in der Quarantäneliga, an der sich Offerspill unverändert beteiligt. Dort ist er laut Liga-Organisator Jens Hirneise am vergangenen Spieltag zum ersten Mal aufgetaucht (siehe Facebook-Eintrag oben).

Und so ist es nicht ganz unwahrscheinlich, dass heute eines oder gleich mehrere Mitglieder der Karlsruher Schachfreunde, des LSV/Turm Lippstadt oder des SK Tarrasch 1945 München in der Liga 6A in den Genuss einer Partie gegen den Weltmeister kommen. Außerdem die Schachfreunde aus Sontheim, denen zwar ausgerechnet jetzt ihre Homepage in die Knie gegangen ist, die aber angesichts dieser Perspektive sogleich die lokale Presse informiert haben:

Wer die erste Liga anschaut, stellt fest, dass die Quarantäneligen mittlerweile so stark sind, dass dort kein deutsches Team mehr zu finden ist. Das mag sich allerdings zum 110. Spieltag ändern. Ein Blick auf die zweite Liga offenbart dieses:

Dort finden wir mit dem Hamburger SK, dem HSK Lister Turm, dem Münchner SC 36, dem SK Ladenburg und den SF Deizisau gleich fünf deutsche Vereine. Dazu ein Team, das demonstriert, in welchem Maße das Schach im Umbruch ist. Vor einem halben Jahr gab es „Lockdownchess“ noch nicht, heute hat das Team von Felix Meißner und Luis Engel mehr als 1.000 Mitglieder.

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