Starthilfe und Sonderprüfung

Die 45.000 Euro Starthilfe für den Deutsche Schachjugend e.V. werden aus dem Vermögen des Deutschen Schachbunds bezahlt. Auf Antrag des zurückgetretenen Leistungssportreferenten Andreas Jagodzinsky wird ein Untersuchungsausschuss via Sonderprüfung die jüngsten Vorgänge im Leistungssport unter die Lupe nehmen. Das sind die beiden wesentlichen Ergebnisse des DSB-Hauptausschusses am Samstag.  

Mit 132:32 Stimmen bei 64 Enthaltungen haben die Delegierten für den Änderungsantrag des Berliner Verbands gestimmt, der vorsah, das Geld aus dem DSB-Vermögen zu nehmen. Zuvor hatten die Delegierten einen Kompromissvorschlag von DSB-Präsident Ullrich Krause und DSJ-Chef Malte Ibs (25.000 aus dem Vermögen, 20.000 von den Ländern) mit 213:8 Stimmen abgelehnt. Dem Antrag Jagodzinskys für eine Sonderprüfung stimmte der Hauptausschuss mit 199:2 Stimmen zu.

Befragt zum katastrophalen Bild, das unser Schachbund nach außen abgibt, sagte Präsident Ullrich Krause, der DSB wolle jetzt die Dienste einer Agentur in Anspruch nehmen, die in Sachen Öffentlichkeitsarbeit und Social Media helfen soll.

Im Präsidium des Schachbunds ist derweil offener Streit ausgebrochen. Der ist immer noch die Nachwirkung des Abgangs des heimlichen Steuermanns Klaus Deventer, der 2019 Olga Birkholz weichen musste, erste Frau in einem DSB-Präsidium in der Geschichte des Verbands.

“Moralisch abgewirtschaftet”

Beim Hauptausschuss 2019 musste sich Olga Birkholz von ihrem Präsidenten anhören, sie sei kein Teamplayer, die Zusammenarbeit mit ihr sei schwierig. Bis zum Kongress 2020 schien sich das erledigt zu haben, dieses Mal lobte Krause seine Vizepräsidenten inklusive Birkholz gleichermaßen, und Birkholz ließ eine Anfrage dieser Seite über ihren Status im Präsidium unbeantwortet. Aber nun beklagt sich die Vizepräsidentin Sport im Hauptausschuss 2020 erstmals öffentlich, dass sie außen vor ist und bei wichtigen Entscheidungen nicht einbezogen wird.

Ein erschütterndes Sittengemälde unserer Verbandsführung zeichnete der scheidende Leistungssportreferent Andreas Jagodzinsky, als er die Vorgänge schilderte, die zu seinem Rücktritt führten. „Moralisch abgewirtschaftet“ habe das Fenner/Krause-Präsidium, sagte Jagodzinsky unter anderem hinsichtlich seiner Erfahrungen der vergangenen Monate. Unserem Schachbund bescheinigte er „Führungslosigkeit“.

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