Deizisau zerstört das Nadelöhr

Durchmarsch von der zwölften Liga bis direkt zum Meistertitel? Dieses nie dagewesene Kunststück könnte in den Quarantäneligen am kommenden Donnerstag zur Aufführung gelangen. Es sei denn, die Schachfreunde Deizisau und ihre fünf Quarantäne-GM finden bei ihrem zwölften Liga-Auftritt doch noch ihren Meister. Den amtierenden Quarantäne-Regenten Hamburger SK zum Beispiel.

Der amtierende Meister Hamburger SK führt mittlerweile die ewige Quarantäneliga-Tabelle an. Als zweitbester deutscher Verein hat sich erstaunlicherweise der SK Ladenburg etabliert. Ob in Ladenburg noch jemand darauf kommt, die Vereinshomepage zu aktualisieren und der lokalen Zeitung von den anhaltenden Erfolgen der Ladenburger Schachmannschaft zu berichten?

Blübaum, Meier, Keymer, Kollars. Das wäre eine veritable deutsche Nationalmannschaft, ist aber das Spitzenquartett, mit dem die Schachfreunde Deizisau vergangene Woche in der dritten Quarantäneliga angetreten sind. Und wäre Deizisaus Alexander Donchenko nicht in Tschechien anderweitig beschäftigt gewesen, die neue deutsche Nummer eins hätten die Deizisauer für ihren Drittliga-Auftritt noch dazu aufstellen können.

Matthias Blübaum von den SF Deizisau. | Foto: Georgios Souleidis

Insbesondere die Quarantäne-Bundesliga wird immer internationaler. Immer mehr regionale oder gar nationale Auswahlen mischen mit, da wird es für den gemeinen deutschen Verein schwierig, nach ganz oben zu gelangen, geschweige denn, sich dort zu halten oder gar nach der Meisterschaft zu schielen. Aber Anfang Juni deutete sich an, dass zwei der stärksten deutschen Vereine demnächst dem mächtigen Hamburger SK in der Bundesliga Gesellschaft leisten könnten.

Deizisau und der SC Viernheim sind Anfang Juni in Liga 12 eingestiegen. Seitdem haben beide im Gleichschritt einen Aufstieg nach dem anderen hingelegt, allerdings Deizisau deutlich souveräner als Viernheim, was damit zusammenhängt, dass Deizisau meistens mit der in unteren Ligen übermächtigen Doppelspitze Donchenko/Keymer antrat. Nun in Liga drei trennten sich die Wege. Die Deizisauer zerstörten das an dieser Stelle mehrfach zitierte Nadelöhr, durch das immer nur ein Aufsteiger in Liga zwei schlüpfen kann. Viernheim blieb hängen.

Vergangenen Donnerstag zerstörten die Deizisauer das Nadelöhr dritte Liga, nun gewannen sie auch Liga zwei. Am kommenden Donnerstag treten sie erstmals in der Quarantäne-Bundesliga an.

Während Deizisau jetzt in Starbsetzung mit den fünf oben genannten GM die zweite Liga dominierte und am Donnerstag erstmals in der Bundesliga antreten wird, schaffte Viernheim im zweiten Versuch den Sprung in Liga zwei. Womöglich gesellt sich der Rhein-Neckar-Verein nach einem Aufstieg am Sonntag dazu.

Im zweiten Versuch durchgeschlüpft: Viernheim ließ die wackeren Sauerländer und Dinslakener hinter sich. Am Donnerstag geht es um den Erstligaaufstieg.

(Titelfoto: Grenke Chess/Youtube)

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