Hallo, Krefeld?! Runter vom Sofa, rein in die Quarantäneliga!

Der Krefelder Schachclub Turm 1851 ist eine der besten Adressen des deutschen Schachs. Das Engagement und die Verdienste der Krefelder für und um unser Spiel sind von höchster Stelle ausgezeichnet. Auch nach außen sind die Krefelder rührig. Wer sich in den Sozialen Medien nach deutschem Schach umguckt, wird ihnen früher oder später begegnen – kein Wunder, ist doch der Referent für Öffentlichkeitsarbeit beim Deutschen Schachbund Thomas Cieslik Mitglied dieses Vereins.

Jetzt machen die Krefelder sogar sportlich von sich reden. Drei Mal am Stück sind sie in den Quarantäneligen aufgestiegen. Nun sind sie in der fünften Liga angekommen, und es ist abzusehen, dass die Luft dünner wird. Wir schließen uns an dieser Stelle dem Appell des Krefelder Webmasters an die Spieler der ersten und zweiten Krefelder Mannschaft an: runter vom Sofa, ran an den Bildschirm! Wenn die Reise noch weiter gehen soll, dann müsst ihr jetzt helfen.

Wattenscheid, keine Gurkentruppe.

Einige Kilometer weiter beim SV Wattenscheid 1930 haben sie derlei Probleme nicht. Anstatt den Recken aus ihrer ersten Mannschaft nachlaufen zu müssen, laufen den Wattenscheidern die Recken nach. Schon ohne Unterstützung ist die Wattenscheider Mannschaft in der NRW-Oberliga alles andere als eine Gurkentruppe, und doch verblasst sie gegen das, was Wattenscheid jetzt in der zweiten Quarantäneliga aufgefahren hat: Angeführt von den Großmeister Evgeni Najer, Alexander Rustemov und Florian Handke, die einst in der Offline-Bundesliga für Wattenscheid gespielt haben, gelang dem SV jetzt der Sprung in die Quarantäne-Bundesliga.

Einmal Wattenscheid, immer Wattenscheid: Beim World Cup 2019 zwang Evgeni Najer Anish Giri ins Armageddon, in der zweiten Quarantäneliga half er jetzt den Wattenscheidern beim Aufstieg in die Bundesliga. | Foto: FIDE

Allerdings mussten sie dem Team des House Discord Servers den Vortritt lassen. Bei der internationalen Reddit-Schachgruppe spielte nämlich wieder der schnelle Andrew mit, und das ist beim Drei-Minuten-Blitz jeglicher Konkurrenz gegenüber unfair, so lange sie nicht einen Carlsen, Nakamura oder Firouzja im Team hat. Und so ist der international besetzte Ex-Meister und Bundesliga-Stammgast wieder im Oberhaus angekommen.

Dort erlebten Beteiligte und Zuschauer dieses Mal ein Herzschlagfinale. Lange hatte der Hamburger SK um Rasmus Svane und Nils Grandelius geführt, stets das galizische Team im Nacken. Dessen Namen zu übersetzen, haben wir in der vergangenen Woche versucht, das versuchen wir nicht weiter. Jedenfalls gelang es Galiziern in letzter Sekunde, sich knapp vom Hamburger SK abzusetzen.

Bemerkenswert in der Bundesliga außerdem: Platz drei für den ohne Schachpromis/-profis auflaufenden (so weit wir das sehen) SC Grunbach noch vor dem Bundesligisten Mülheim um Nationalspieler ledinavelosipede alias Daniel Fridman. Bester Spieler der Liga war ein französischer Legionär in Schweizer Diensten: PierrotDeCastelnau alias GM Christian Bauer legte für die Schweizer Schulschachprofis eine 2800-Performance hin.

Ein Turbo für den Denkprozess: Christian Bauer über Kandidatenzüge.
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