Regiums neuester Coup

Seit der Erfindung von ChessBase hat kein Schachprodukt weltweit so eine Aufmerksamkeit, ja, Aufregung generiert wie das Wunderbrett von Regium. Nur hatte die Sache einen Haken. Das Wunderbrett gibt es nicht. Bis heute haben seine vermeintlichen Macher trotz mehrfacher Bitten niemandem die Prototypen vorgeführt, die in den Regium-Videos angeblich zu sehen sind.

Das getürkte Wunderbrett war und ist mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit ein Coup mit dem Ziel, gutgläubigen Leuten Geld aus der Tasche zu ziehen. Nachdem der erste Crowdfunding-Versuch auf Kickstarter gescheitert ist, organisiert Regium das Crowdfunding nun selbst. Dieses Mal könnte es funktionieren, weil kein Mittler dazwischengeschaltet ist, der der Kampagne den Saft abdrehen kann.

Sieht aus wie eine Kickstarter-Kampagne, ist keine: Die neue Regium-Website.

Vor zwei Wochen versandte Regium einen Newsletter, in dem von einer angeblich erfolgreichen Kampagne in Japan berichtet wird. Was erstaunlich ist, weil in Japan kaum jemand Schach spielt. Shogi ist dort weitaus populärer, ein Markt für elektronische Schachbretter dürfte in Japan nicht existent sein.

Jetzt mit eigener Crowdfunding-Plattform

Gleichwohl, hieß es, solle die Kampagne nach ihrem erfolgreichen Start in Japan nun global ausgerollt werden. Wer ein Wunderbrett haben möchte, möge sich auf die Regium-Website begeben und von Vorzugspreisen für frühe Unterstützer profitieren.

Tatsächlich erweckt die Regium-Website den Eindruck, dort laufe eine Kampagne. Die Regium-Macher haben sich vom Anbieter Thrinacia eine eigene Crowdfunding-Plattform gekauft und diese auf ihrer Seite installiert. Dort lassen sie die Kampagne exakt so aussehen wie jene auf Kickstarter. Der Unterschied: Wer dort Geld lässt, gibt es nicht einem vertrauenswürdigen Mittler, sondern direkt den Erfindern des Wunderbretts.

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