Corona, Kandidaten und drei Exweltmeister

Mit Exweltmeister Vladimir Kramnik hat nun ein weiteres Schwergewicht des Schachs kritisiert, dass die FIDE das Kandidatenturnier um jeden Preis durchziehen will. Kramnik war als Kommentator für chess24 vorgesehen. Aus Genf erreichte die Schachgemeinde am Tag der Eröffnung des Kandidatenturniers die kurzfristige Absage des Russen:

Screenshot via chess24.

Ein anderer Exweltmeister machte kurz vor Beginn der Partien die Erfahrung eines verweigerten Handschlags:

Video via @olimpiuurcan

Ein dritter Exweltmeister ist derweil in Deutschland gestrandet. Visvanathan Anand sollte in der Bundesliga für seine Baden-Badener unter anderem gegen Aachen das erste Brett hüten, danach wollte er nach Indien zu Frau und Kind fliegen.

Anand allein zu Haus

Die Bundesligarunde fiel aus, Reisebeschränkungen traten in Kraft, und Anand sitzt nun allein zu Haus in Bad Soden. „Das erste Mal in meinem Leben finde ich mich in Isolation wieder“, sagte Anand der Times of India. Zwar vertrete er sich gelegentlich draußen die Füße, „aber von Menschen halte ich Abstand“. Höhepunkt jedes Tages sei das tägliche Skype-Telefonat mit seiner Frau und seinem Sohn.

Anand scheint das Kandidatenturnier weniger kritisch zu sehen als sein einstiger WM-Gegner Kramnik. Er hat sich von chess.com verpflichten lassen, die Partien der Kandidaten live zu kommentieren. Dort war er während der ersten Runde in illustrer GM-Gesellschaft zu sehen.

Die Spieler nahmen an dieser Eröffnungsfeier nicht teil. Die FIDE hatte das Foto kurz auf ihrem Flickr-Account hochgeladen, es dann aber ganz schnell aus dem Netz genommen. Auch in Russland gilt die Empfehlung, sich nicht auf engem Raum zu ballen. | Foto: Lennart Ootes/FIDE
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