Großmeister Smeets und die Suche nach Gegenspiel

Jan Smeets – Vincent Keymer, Tata Steel Chess Challengers 2020, vor dem 37. Zug von Weiß.

Wer würde hier nicht 37.h4? ziehen? Die Idee wäre, den h-Bauern bis h6 zu treiben, auf g7 einen Turm einzupflanzen und auf diese Weise Gegenspiel zu bekommen. So hat es Jan Smeets gestern in Wijk an Zee gegen Vincent Keymer gespielt – und stand bald auf Verlust.

Weiß muss in der Tat schleunigst Gegenspiel organisieren, aber dafür muss er auf seine Majorität am Damenflügel setzen, nicht auf den h-Bauern. Und er muss den Verteidiger der siebten Reihe eliminieren.

37.Tc3! war der einzige Zug, mit dem Weiß in der Partie bleibt, aber der ist wahrscheinlich extrem schwer zu spielen, zumal in Zeitnot, weil das schwarze Freibauernduo so bedrohlich aussieht. Trotzdem: Nach 37…Txc3 38.Kxc3 Txg2 39.Ta7 mischt Weiß munter mit, weil sein Trio am Damenflügel sehr bald Tempo aufnehmen wird.

Jan Smeets – Vincent Keymer vor dem 41. Zug von Weiß.

Mit dem verflixten 41. Zug muss Smeets zumindest durchziehen, was er im 37. Zug angefangen hat: 41.Txg2 Sxg2 42.Tg8 nebst 43.Tg7 und Weiß bewahrt sich Schummelchancen. Stattdessen zog er nach langem Nachdenken 41.Tc3?, aber nach 41…Txc3 42.Kxc3 Sd5+ nebst 43…f4 ist es sofort verloren.

Vincent nach einem 2,5/3-Zwischenspurt jetzt bei 4/8, schon wieder mit einem Eloplus und mit einem tollen Restprogramm: Ganguly, Mamedov, Grandelius, L’Ami, dazu das Duell gegen den 15-jährigen indischen Wunderknaben Nihal Sarin. Seien wir gespannt.

Roven Vogel rockt derweil weiter das Qualifiers, steht jetzt bei 3/3👍

Der niederländische Großmeister Jan Smeets in der gerade laufenden Auflage des Challenger-Turniers in Wijk an Zee. | Foto: Alina l’Ami/Tata Steel Chess

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