GM Elisabeth Pähtz

GM Elisabeth Pähtz. Der FIDE-Rat (“FIDE Council”) hat jetzt während seiner Sitzung am Rande der Mannschaftsweltmeisterschaft in Ostjerusalem beschlossen, der 37-Jährigen den Großmeistertitel zu verleihen, das Ende einer mehr als ein Jahr währenden Hängepartie. Pähtz ist die 40. Frau in der Geschichte des Schachs, die den Titel verliehen bekommt.

Auszug aus den aktuellen FIDE-Entscheidungen. Hinter den “Empfehlungen der Qualification Commission” verbergen sich wahrscheinlich neue Regeln, die verhindern sollen, dass sich eine Hängepartie wie diese wiederholt. Würden Normen sogleich auf ihre Gültigkeit geprüft und nicht erst, wenn ein Titelantrag vorliegt, würde nach knappen Ergebnissen niemand über Jahre hinweg im Unklaren gelassen.

Im November 2021 hatte Pähtz in Riga ihre vermeintlich dritte und letzte für die Verleihung notwendige GM-Norm erzielt. In den allgemeinen Jubel über die erste Deutsche mit Großmeistertitel mischte sich bald Ernüchterung. Die Frage, ob ihre zweite Norm, erzielt bei der Europameisterschaft 2016, gültig ist, war seinerzeit breit diskutiert, aber nie offiziell beantwortet worden. Die FIDE prüft die Gültigkeit von Normen erst, wenn ein Titelantrag vorliegt.

Nach einigen Verhandlungen hinter den Kulissen beantragte im Februar schließlich der Deutsche Schachbund den Titel für seine Nummer eins der Frauen beim Weltverband FIDE. Die dort zuständige Kommission, die “Qualification Commission”, urteilte, Pähtz’ Ergebnis von 2016 sei nicht gut genug für eine GM-Norm. Unter ihren Gegnerinnen seien nur zwei statt drei GM gewesen, wie es das Reglement vorsieht. Die Kommission empfahl daher, den Titel nicht zu verleihen.

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Abseits der Formalitäten hat die FIDE im Lauf des Verfahrens mehrfach eine unglückliche Figur abgegeben. Das begann mit einer Bestätigung 2016, die Norm sei gültig, als der DSB nachgefragt hatte, und das setzte sich 2021 fort, als der Weltverband Pähtz’ voreilig zur Großmeisterin ausrief, obwohl die Frage nach ihrer Norm von 2016 weiterhin im Raum stand.

Endlich Großmeister: Elisabeth Pähtz. | Foto: Stev Bonhage/FIDE

Mittlerweile sind sich alle Beteiligten einig, dass Pähtz formal nicht die GM-Voraussetzungen erfüllt. Einigkeit besteht aber auch darüber, dass die FIDE ihr fünf Jahre lang falsche Tatsachen vorgegaukelt hat. Angesichts dieses Dilemmas sagte FIDE-Präsident Arkady Dvorkovich bei der FIDE-Generalversammlung im August: “Spieler sollten nicht für Fehler von Offiziellen verantwortlich gemacht werden.” Er schlug vor, ihr den Titel ungeachtet einer ungültigen Norm zu verleihen. Das ist jetzt offenbar passiert.

Abgezeichnet hatte es sich schon im August. Jetzt ist der Titel verliehen.
Derzeit ist Pähtz mehr als Autorin denn als Schachspielerin unterwegs.

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Kommentator
Kommentator
1 Monat zuvor

Der DSB hat schon 2016 gewusst, dass die angebliche Norm die Titelvoraussetzungen nicht erfüllt hat, wie Deventers damalige dezidierte Nachfrage klar belegt. Es trifft auch nicht zu, dass hier ein Spieler für den Fehler eines Offiziellen “verantwortlich” gemacht worden sei. Ohne den Fehler hätte sie die Norm ja auch nicht erzielt gehabt. Dass Frau Pähtz in all ihren Profijahren die GM-Norm nicht in der erforderlichen Anzahl erzielen konnte, zeigt, dass sie den Titel wahrlich nicht verdient hat, ungeachtet aller Sympathien, die man ihr entgegenbringen mag. Ein noch dazu von einem Russen geschenkter Titel, mehr ist das nicht.

Oliver Calm
Oliver Calm
1 Monat zuvor
Reply to  Kommentator

Hallo, Georg Meier…

Minischach
Minischach
1 Monat zuvor

Es ist doch Fakt, das die dritte Norm nicht erfüllt wurde.
Dieser geschenkte Titel ist das Papier nicht wert auf dem er geschrieben ist.
Mir stellt sich die Frage: Wieso setzt sie sich nicht ans Brett und erarbeitet sich in einem Turnier eine Dritte reguläre Norm?
Theater zu machen und Aufsehen zu erregen ist wohl der einfachere Weg, wie schon öfter geschehen.
Trotz allem wünsche ich ihr alles Gute für die Zukunft mit diesem Fake Titel.

Peter Kalkowski
Peter Kalkowski
1 Monat zuvor
Reply to  Minischach

Glückwunsch an Frau Pähtz eine der wenigen Lichtblicke im gebeutelten deutschen Sport.
Unsere sportlichen Erfolge seit Einstellung der Breitensportförderungen sind mehr als rar gesät. Es werden nur noch Almosen ausgegeben.
Ob die Umstände für den Titel glücklich oder unglücklich sind spielt für die Freude keine Rolle.
Die Bundesliga kauft auch nur erfolge und gehen für den Erfolg groß Shoppen mit geschenktem Geld.Was ist ein Deutscher-Mannschaftsmeister wert ?Spitzensport in Deutschland nur gekauft und geleast.
Von M-XXXL alles von der Stange. Daran muss sich Sport-Deutschland eben gewöhnen.

Chris
Chris
1 Monat zuvor

“Glückwunsch an Frau Pähtz eine der wenigen Lichtblicke im gebeutelten deutschen Sport. Unsere sportlichen Erfolge seit Einstellung der Breitensportförderungen sind mehr als rar gesät. Es werden nur noch Almosen ausgegeben.” Blöde Frage, ist ein GM Titel mit zwei Normen nicht auch eine Almose? Oder wie definiert du dass, das du A sie als Lichtblicks siehst und B die fehlende Leistung in Sport bemängelst die dazu führt das Almosen verteilt werden. Das ist für mich eine Teilnehmerurkunde bei dem Teilnehmer durchgestrichen und Sieger drüber geschrieben wird, oder ein Sprinter der offiziell sich als Sub 10s Läufer über die 100 meter bezeichnet wird… Weiterlesen »

Peter Kalkowski
Peter Kalkowski
1 Monat zuvor
Reply to  Chris

Naja wenn man das verbittert sieht ist das so. Ich sehe dass anders. Lichtblick in dem Frau Pähtz uns bei TV-Auftritten uns gut vertreten hat und auch andere Sportarten den Bach runter gehen. Im Gegensatz zu vielen anderen die kaum drei Sätze geradeaus über die Lippen bekommen , bei Medienauftritten. Mir haben die öffentlichen Auftritte immer gefallen. Für das Sportpolitische kann ich nichts wo wurde der Titel verhandelt in Indien ? Titel gegen Stimme ? Naja unsere Föderation hätte eh nichts entschiedenes bewältigen können , dann eben Titel mitnehmen wenn es teil eines Deal war. Für mich ist Frau Pähtz… Weiterlesen »

Chris
Chris
1 Monat zuvor

Ich denke auch nicht das Frau Pähtz Almosen brauch, sie ist IM/WGM und beste deutsche Schachspieler ‘seit ewigkeiten’ … Aber wenn sie GM bezeichnet wird hat das für mich ein Geschmäckle, da sie einfach die Normen nicht gepackt hat und das ist jetzt auch kein Riesen Geheimnis. Wenn sie jetzt immer so bezeichnet wird, regt mich das vermutlich noch länger auf und ist ein denkbar schlechter Einstieg für sie – während die oben genannten verdienten Titel ein positives Qualitätsmerkmal wären. Zur Aussendarstellung bin ich nicht ganz so begeistert, einerseits der Fehler des Schiris bei der Norm kam bei mir verbittert… Weiterlesen »

Peter Kalkowski
Peter Kalkowski
1 Monat zuvor
Reply to  Chris

“Der Präsident des Deutschen Schachbundes, Ullrich Krause, betont die Vorbildwirkung dieses Erfolges: Elisabeth Pähtz ist seit Jahrzehnten die beste Schachspielerin Deutschlands und nun nicht nur die erste deutsche Frau, sondern erst die 40. Frau weltweit, die mit dem GM-Titel ausgezeichnet wird. Für das deutsche Schach ist Elisabeths GM-Titel von großer Bedeutung und sie wird hoffentlich noch mehr Mädchen und Frauen inspirieren und als Vorbild dienen!” Der DSB ist auch stolz. Geschmäckle bereitet mir jeder Wahlgang bei politischen Wahlen, da weißt du nie wer Korrupt ist. Und jede Fußball WM und Olympiade ist äußerts Korrumpiert sowie Umweltbelasten für Flora und Fauna letztendlich… Weiterlesen »

Chris
Chris
1 Monat zuvor

Und das rechtfertigt das sie einen Titel bekommt, ohne die Nötigen qualifikationen?

Und dann reitet man darauf rum, das sowenige geschafft haben – obwohl sie eigentlich nicht dazu gehört.

Würdest du jemanden der 100m in 10,2s gelaufen ist langsam nennen? Ich denke nicht, aber wenn man sie als die erste Frau nennen die in Deutschland unter 10s lief? Das ist doch lächerlich.

Peter Kalkowski
Peter Kalkowski
1 Monat zuvor
Reply to  Chris

Zitat DSB Seite1. Norm Elisabeth Pähtz 2011 in der Schachbundesliga für Hockenheim Elisabeth nahm die erste Hürde auf ihrem Weg zum GM-Titel in der Saison 2011/2012 der Schachbundesliga. Nachdem sie 2011 den Wechsel vom Schachclub Eppingen zum SV Hockenheim vollzog, konnte sie in ihrer Debütsaison für Hockenheim spielend mit sechs Punkten aus neun Partien nicht nur zur souveränen zu einer Mittelfeldplatzierung der Mannschaft beitragen, sondern sich auch ihre erste GM-Norm sichern. 2. Norm Elisabeth Pähtz 2016 bei der Einzel-EM der Frauen Im Rahmen der Einzel-Europameisterschaft der Frauen 2016 im rumänischen Mamaia spielte Elisabeth lange um den Titel mit, den sie am Ende leider knapp… Weiterlesen »

Chris
Chris
1 Monat zuvor

Normen werden durch eine Kommission vor der Titelvergabe bestätigt, oder verwurfen und vorher nur angemeldet. Derjenige der dem Bockmist veranstaltet hat kann keinen Titel verleihen. Und die Norm war eigentlich klar nicht erfüllt, und Elizabeth hat nun keine 3 Normen erfüllt. Sie ist nah dran am GM, aber auch nicht so gut das sie eine Norm nach der nächsten raushaut. Mich würde es nicht überaschen wenn sie es noch schafft, aber sicher ist das nicht. Sie ist eher ein Borderline GM, bei der schon vieles zusammenlaufen muss damit sie die fehlende Norm schafft. “Der zuständige Sachbearbeiter hätte das 2016 auch… Weiterlesen »

Peter Kalkowski
Peter Kalkowski
1 Monat zuvor
Reply to  Chris

“Dies ist nicht schön, soll aber vermutlich arbeit vermeiden von vielen spielern die nur 1 Norm erreichen … Und die Prüfungskommission, die dafür zusammenkommen muss deren Arbeit wird jetzt nicht teuer verkauft das man sich unnötige Extra arbeit aufhalst.” Wer nicht arbeiten will soll sich nicht ins Amt drängeln. Wofür zahlen wir an jedem Verband Beiträge. Im Digitalen Zeitalter könnte das ein PC ermitteln mit einem entsprechendem Programm. Kommen die nur zusammen um schön zu schwadronieren und zu Speisen. Und die Kommission sind Menschen die fehlbar sind, drei Leute drei Meinungen. “Als erstem Sprinter gelang es ihm (Armin Hary)1958, die 100 Meter in handgestoppten… Weiterlesen »

Chris
Chris
1 Monat zuvor

Ich sag mal so die drei Prüfer sollen Fehler minimieren, wie beispielsweise hier. Der Zeitpunkt der prüfung ist klar, und ja auch die Regeln das es eigentlich nicht überascht das es falsch war … Was auch die Nachfrage und die inoffizielle falsche oder ungenaue Antwort erklärt. Ist sicherlich kein Fehler dem mann beklatschen muss, aber einen Fehler mit einen Fehler vrdecken ist auch nicht richtig. Zumal dieser Fehler auch die Leistung der ersten deutschen GM sofern diese die 3 Normen schafft oder der anderen 39 weiblichen GM entwertet da sie nun in einer Reihe mit einer Jux und Dollerei GM… Weiterlesen »

Peter Kalkowski
Peter Kalkowski
1 Monat zuvor
Reply to  Chris

Und warum genau hat sie den GM verliehen bekommen?
Wer ist der Verantwortliche war es die zuständige Kommission ?
In 10 Jahren ist der Schachsport so kommerzialisiert da kannste die Titel kaufen.
Man setzt vor den Titeln ein H (Honorar IM, Honorar GM u.s.w). Alternativ den Titel in Klammern hinter den Namen platzieren z.B Fred Schachfreund (GM).

Sind Titel eigentlich noch Zeitgemäß ? Ausschlaggebend ist doch immer die aktuelle Spielstärke woran man eben gemessen wird.

joschi
joschi
1 Monat zuvor

Sie hat 2 Normen. Der DSB weiß das, die FIDE weiß es. Sie weiß es. Wir wissen es.

Verena Meier
Verena Meier
1 Monat zuvor
Reply to  joschi

Ja, und offtopic 😉 noch eine Anmerkung zur viel gescholtenen FIFA … man stelle sich nur mal vor, Infantino wäre kein Schweizer sondern ein russischer Apparatschik und es würden nicht nur Gelder fließen sondern auch Titel 🙂 🙂

Matthias
Matthias
1 Monat zuvor

Es ist wohl so eine deutsche Eigenart, sich über jeden Kleinkram zu streiten, und sicht nicht einfach mal für jemand anderen freuen zu können. Herzlichen Glückwunsch, Elisabeth!

Domnik
Domnik
1 Monat zuvor

Elisabeth ist durchaus ein streitbarer Charakter und hat nicht nur Fans.

Zu diesem Artikel gibt es aber nur einen sinnvollen Kommentar:
Herzlichen Glückwunsch! Du bist eine großartige Schachspielerin!

Amontillado
Amontillado
1 Monat zuvor

Ich kann Kommentare, die den Titel als “unverdient” abtun, oder gar verlangen, dass Pähtz ihn nicht annehmen sollte, überhaupt nicht nachvollziehen. Nicht vor dem Hintergrund, wie viel Schindluder sonst so mit GM-Titeln getrieben wird. Normturniere, bei denen die teilnehmenden Großmeister wissen, dass sie sich lieber nicht zu viel Mühe geben sollten, wenn sie beim nächsten Mal wieder eingeladen werden wollen. Pilgerfahrten zu den fragwürdigen Normschmieden Osteuropas. Ganze Turniere, die nur auf dem Papier existieren. Alles Dinge, die bei der FIDE offenbar mit Schulterzucken abgetan werden. Und das Problem bei Pähtz ist im Vergleich dazu welches? Eine völlig belanglose Formalität war… Weiterlesen »

Thomas Richter
Thomas Richter
1 Monat zuvor
Reply to  Amontillado

Zu anderen GM-Normen mag es “Gerüchte” geben, bei Frau Paehtz wurden die formalen Anforderungen einmal eindeutig nicht erfüllt. Auch wenn einige das (bei einer weiblichen Person mit Lobby) als “völlig belanglos” bezeichnen, an sich gibt es da keinen Handlungsspielraum? Ich habe gerade einen Schiedsrichterlehrgang erfolgreich absolviert: bei Zeitüberschreitung kann der Schiedsrichter auch nicht sagen “es war der 40. Zug und es fehlte nur eine Sekunde, also weiterspielen”. Wenn Regeln zum Erwerb des GM-Titels doch “flexibel” sind, kann sich Deutschland vielleicht über drei weitere GMs freuen – alle sind oder waren auch Schachautoren: Nikolas Lubbe und Ilja Schneider hatten bereits Elo… Weiterlesen »

Neandertaler
Neandertaler
1 Monat zuvor
Reply to  Thomas Richter

“(bei einer weiblichen Person mit Lobby)”

Genau, die berühmte Lobby der Schachspielerinnen, wer kennt die nicht…

Daniel Hendrich
Daniel Hendrich
1 Monat zuvor
Reply to  Neandertaler

In dem Fall trifft das aber absolut zu. Oder glauben Sie ernsthaft, dass FIDE und/oder DSB sich hier so ins Zeug gelegt hätten, wenn es um einen männlichen Schachspieler gegangen wäre? Im Leben nicht! Der Titelantrag wäre ohne großes Federlesen einfach abgelehnt worden und kein Mensch (mit Ausnahme vllt. des Spielers) hätte sich öffentlich dazu geäußert.

Last edited 1 Monat zuvor by Daniel Hendrich
Thomas Richter
Thomas Richter
1 Monat zuvor

Bei Männern wird Elo ca. 2500 und GM-Titel ja kaum registriert – außer man schafft es als (junger) Teenager oder vielleicht (jedenfalls lokal) in “exotischen” Schachländern. Ich habe mir mal angeschaut, welche deutschen Spieler (gendern muss man da ja nicht) zuletzt GM wurden. Registriert wurde es bei Frederik Svane, Luis Engel und Vincent Keymer – allen traut(e) man sicher noch mehr zu, wobei Luis Engel seither kaum (Elo-)Fortschritte machte. Kaum bis nicht registriert wurde es bei Lev Yankelevich, Jonas Lampert (beide *1997) bzw. den noch älteren Marco Baldauf, Hagen Poetsch, Leon Mons und Jan Michael Sprenger. Die paar Schachspieler, die… Weiterlesen »

Fred Blumentopf
Fred Blumentopf
1 Monat zuvor
Reply to  Thomas Richter

“es war der 40. Zug und es fehlte nur eine Sekunde, also weiterspielen” geht nicht, genau.
Wenn er aber sagt, es war der 41. Zug, also weiterspielen… und erst einige Zeit später klar wird, dass es doch erst der 40. war, was dann? Schiedsrichter sind auch nur Menschen, die Fehler machen können. So auch damals 2016 und 2021, wenn ich es richtig verstanden hab??

Kommentator
Kommentator
1 Monat zuvor

Der Fehler muss korrigiert werden – die Entscheidung auf Partieverlust durch Zeitüberschreitung ist zwingend.
Analog dazu muss der Fehler von 2016 korrigiert werden – kene GM-Norm, kein GM-Titel.

Reiner Voelke
Reiner Voelke
1 Monat zuvor
Reply to  Kommentator

Laut Regularien liegt es im Ermessen des Schiedsrichters nach Beendigung der Partie und Unterschriften beider Spieler, eine Korrektur vorzunehmen oder nicht. Falls die Partie allerdings noch läuft, muss korrigiert werden. Soviel zum Regelwerk. Bei Paehtz sind es 6 Jahre plus eine schriftliche Bestätigung des Chairmans Stubenvoll über die Gültigkeit ihrer Norm aus dem Jahr 2016. In diesem Fall kann man also nicht von “muss” sprechen. Es ist im Übrigen auch ziemlich feige, anonym hier seinen Frust gegenüber Elisabeth niederzuschreiben. Was haben sie denn in Ihrem Leben erreicht, außer den obigen “78 likes” Herr Kommentator?

Kommentator
Kommentator
1 Monat zuvor
Reply to  Reiner Voelke

Sehr geehrter Herr Voelke,

im Gegensatz zu Frau Pähtz habe ich in meinem bisherigen Leben niemals darauf bestanden, etwas allein aufgrund eines Fehlers eines anderen zu erhalten, anstatt die dafür erforderliche Leistung selbst zu erbringen.

Thomas Richter
Thomas Richter
1 Monat zuvor
Reply to  Reiner Voelke

In meinem Schiedsrichterlehrgang wurde das anders dargestellt: ein Schiedsrichter MUSS ein Ergebnis korrigieren, wenn ein Vorfall zuvor im Turniersaal das verlangt (worum es da ging, nun ich sollte wohl nicht die entsprechende Examensfrage ausplaudern). Im gegebenen Fall ist der Schiedsrichter ohnehin nicht endgültig zuständig, sondern die Qualifikationskommission. Wie nun (seit heute 14:15) auch der Schachbund schreibt: Paehtz erzielte bei der Frauen-EM 2016 eine “GM performance” (TPR 2600+, Gegnerschnitt 2380+ aber weniger als drei Gegnerinnen mit GM-Titel). “Ob diese Title Performance auch als gültige Norm gewertet werden kann, wurde kontrovers diskutiert.” “Title performance” steht auch noch im Regelwerk “Applied from January… Weiterlesen »

kleineme
kleineme
1 Monat zuvor
Reply to  Thomas Richter

“Das alles wurde in meinem Lehrgang nicht behandelt – ist ja nur der Regionale Schiedsrichter. Damit darf ich nun maximal Oberliga pfeifen – da sind zwar auch Titelnormen denkbar, aber die müssen dann wohl vom Hauptschiedsrichter mit höherer Qualifikation (erst)bestätigt bzw. eingereicht werden.”

Das widerspricht den FIDE Title Regulations:

“1.1.5    The Chief Arbiter of a title tournament shall be an International Arbiter (IA) or FIDE Arbiter (FA). An IA or FA must always be in the playing venue.

Thomas Richter
Thomas Richter
1 Monat zuvor
Reply to  kleineme

Ja das habe ich auch gesehen. Tatsache ist, dass Normen in der Oberliga “nicht ausgeschlossen” sind: in einigen Ligen haben jedenfalls drei Vereine vorne GMs oder IMs gemeldet (welche Anforderungen es zu ausländischen Gegnern gibt und ob das realistisch ist – es gibt Ausländer, gibt es genug? – ist auch ein Thema). Tatsache ist auch, dass jedenfalls nationale Schiedsrichter eingesetzt werden und dass man als regionaler Schiedsrichter auch befugt ist oder wäre. Letzteres wurde im Lehrgang ausdrücklich erwähnt – auch dass man nicht “patzen” sollte und dass gepflegtes Auftreten (Hemd und Krawatte) erwartet wird. Werden die dann nur in Wettkämpfen… Weiterlesen »

kleineme
kleineme
1 Monat zuvor
Reply to  Thomas Richter

“Oder sind Titelnormen in der Oberliga deshalb nicht möglich – es sei denn man bekommt zufällig immer einen IA oder FA?”

Das dürfte mit “nicht ausgeschlossen” gemeint sein, neben den sonstigen Unwägbarkeiten wie Partienanzahl, Gegnerschnitt, Ausländer, Titelträger und ein paar Punkte muss man ja auch noch holen…

Gerhard Lorscheid
Gerhard Lorscheid
1 Monat zuvor
Reply to  Thomas Richter

Die Sache ist ziemlich einfach. Früher als Taschenrechner noch teuer waren, wurden Turniere in Kategorien eingeteilt mit 25 ELO-Punkte pro Kategorie, Dann wurden Normen pro Kategorie definiert, sodass sicher gestellt war, dass die 2600 immer erfüllt waren. Hatte man Pech, dann hat man eine Performance von 2623 erspielt aber keine Norm wenn die Performance bei der Kategorie auch 2599 sein könnte. Darum hat man die “Performancenorm” erfunden, die genauer über die ELO-Erwartung berechnet wird. Mit den anderen Bedingungen für eine Norm hat dies nichts zu tun, auch nicht mit der das drei Gegner den Titel haben müssen. Somit war immer… Weiterlesen »

Jens
Jens
1 Monat zuvor
Reply to  Thomas Richter

Sehr geehrter Herr Schiedsrichter,

erzählen Sie uns doch bitte, was Sie im Schiedsrichterlehrgang über die hier relevanten von 2014 bis 2017 gültigen FIDE Title Regulations gelernt haben – dann können wir die Frage nach der Gültigkeit der Norm alle besser beurteilen.

Jörg Sonnenberger
Jörg Sonnenberger
1 Monat zuvor
Reply to  Jens

Titelnormen sind nicht Bestandteil der RSR oder NSR Ausbildung, sondern erst beim FA-Seminar. Die gültige Version der Regularien im fraglichen Zeitraum ist: https://handbook.fide.com/chapter/B01Regulations2014 Nach 0.5: Title norm is a title performance fulfilling additional requirements concerning the mix of titled players and nationalities as specified in articles 1.42 to 1.47 In Verbindung mit 1.45b: For a GM norm, at least 1/3 with a minimum 3 of the opponents (MO) must be GMs. Mir ist schleierhaft, was die Title Performance hier zu bedeuten hat, da sie für den Titelerhalt in dieser Version der Regularien vollkommen irrelevant ist… Aber letztlich gilt, dass die FIDE-Politik… Weiterlesen »

Thomas Richter
Thomas Richter
1 Monat zuvor

In dieser Version der Regularien spielte es bei Olympiade (und World Team Championship) eine Rolle: im von Jörg Sonnenberger genannten Link steht auch 1.23b For Olympiad, a title norm counts as 20 games; a title performance counts as 13 games. Und nach https://handbook.fide.com/chapter/B01DirectTitles2014: Olympiad Min 9 games GM norm – 20 game norm; Min 9 games GM performance – 13 game norm World Team as in Olympiad Das wurde dann zum 1.7.2017 abgeschafft, weiterhin gilt nur 65% in min 9 games – FM title (Gegnerschnitt egal – deshalb gibt es diverse FMs aus z.B. afrikanischen Ländern, die nie im Schachleben… Weiterlesen »

Jörg Sonnenberger
Jörg Sonnenberger
1 Monat zuvor
Reply to  Thomas Richter

In den Regeln gab es in der Tat einige Veränderungen. So waren für die Direkttitel früher keine Mindestratings notwendig, wodurch es Fälle mit 1500 Elo als FM gibt oder sowas in der Art. Die Einträge zu den Direkttiteln bei der Olympiade verstehe ich im Augenblick tatsächlich nicht, da wird tendenziell Bezug auf noch ältere Versionen der Titelregularien genommen. Ich bin nur froh, dass ich mich damit nicht rumschlagen muss.

kumagoro
kumagoro
1 Monat zuvor

sie hat es … mehr als verdient. Glückwunsch!

Chris
Chris
1 Monat zuvor

Wird ja die offizielle Prüfung der Norm eingestellt, ich meine Negativ entscheiden können sie ja nicht mehr wenn die Norm von Schiri vor Ort vermerkt wurde und der Spieler(in) somit eine falsche Erwartungshaltung hat. Elizabeth ist eine super Spielerin, sie profitiert sicher auch durch dem ganzen Wirbel und nun auch durch dem Titel weshalb man es ihr nicht übel nehmen kann das sie dort gekämpft hat … Dem Wert des GM titels zieht die FIDE damit aber herunter, wobei sie eigentlich schon erkannt hat das es aktuell eine Inflation des GM gibt und man ja eher über eine verschärfung diskutiert… Weiterlesen »

Klaus Zachmann
Klaus Zachmann
1 Monat zuvor

Ich verstehe die Aufregung nicht. Auf der DSB-Schachseite ist das alles sehr schön erklärt. Elisabeth Pähtz hat drei Normen und damit den GM-Titel zu Recht erhalten. Herzlichen Glückwunsch.

Man muss nur einmal nachlesen...
Man muss nur einmal nachlesen...
1 Monat zuvor
Reply to  Klaus Zachmann

Der DSB hat auf die Regularien verlinkt, die den Unterschied zwischen einer Title Performance und einer Title Norm erklären. Einmal mehr ist offensichtlich, dass es nur 2 Normen waren.

Klaus Zachmann
Klaus Zachmann
1 Monat zuvor

Der letzte Satz zur 2. Norm ist eigentlich eindeutig.
Zitat:”Für den Schachbund war stets klar, dass es sich um eine vollwertige Norm handelt, so wie es auf unsere Nachfrage durch die FIDE ursprünglich auch bestätigt wurde.”
Die FIDE hatte die Norm bestätigt und damit ist die Sache klar. 🙂


Chris
Chris
1 Monat zuvor
Reply to  Klaus Zachmann

Das war eine inoffizielle Aussage, wer weiß mit wieviel Recherche nebenher.
Die Prüfung muss durch 3 Prüfer vorgenommen werden, und erst danach ist sie bestätigt. Der der die Aussage getroffen hat, konnte sie also nicht bestätigen er hat eine falsche Einschätzung abgegeben.Sich evtl auch ungünstig ausgedrückt, und gemeint das die Norm bis zur prüfung stehen bleibt – er hatte damals ja keinen Roman geantwortet.

Klaus Zachmann
Klaus Zachmann
1 Monat zuvor
Reply to  Chris

Da bringen Sie etwas durcheinander. Wenn der DSB offiziell nachfragt und die FIDE antwortet, dann ist die Antwort auch offiziell.
Außerdem wurde das jetzt nochmals hochoffiziell durch den GM-Titel bestätigt. 🙂

Chris
Chris
1 Monat zuvor
Reply to  Klaus Zachmann

Der DSB hat ihren Vertreter bei der Fide angefragt, zu einen Thema welches durch 3 Prüfer beim Normantrag gelöst werden soll.

Wenn du deinen Mann beim TüV fragst ob der neue Auspuff in Ordnung geht, und der sagt der wird schon passen und dann bei der Prüfung auffällt das der nicht zugelassen ist – reicht auch die Anfrage davor nicht aus.

Klaus Zachmann
Klaus Zachmann
1 Monat zuvor
Reply to  Chris

Bei der Prüfung durch die FIDE kam aber raus, dass der GM-Titel vergeben wird. Von daher ist alles gut. 🙂

Chris
Chris
1 Monat zuvor
Reply to  Klaus Zachmann

Aber auch das die ERFORDERLICHE norm nicht erreicht wurden ist, und sie defakto eigentlich kein GM ist.

Und zumindest mit wird sich das einbringen, und immer ein mieses Gefühl geben was ich so bisher nicht bei ihr hatte – und man konnte sie bisher auch immer groß ankündigen auch ohne GM Titel sie hat ja schon sehr viel erreicht.

Klaus Zachmann
Klaus Zachmann
1 Monat zuvor
Reply to  Chris

Offensichtlich haben Sie Ihr eigenes Beispiel nicht verstanden.
Die FIDE hat den Titel vergeben und damit entschieden, dass die Voraussetzungen erfüllt sind. Damit ist die Sache klar.

Facepalm
Facepalm
1 Monat zuvor
Reply to  Klaus Zachmann

Das höchste Organ der Fide kann willkürlich entscheiden und die eigenen fachlichen Organe ignorieren. Es könnte auch entschieden werden, Ihnen den GM-Titel zu verleihen, Herr Zachmann.

Peter Kalkowski
Peter Kalkowski
1 Monat zuvor
Reply to  Facepalm

“Das höchste Organ der Fide kann willkürlich entscheiden und die eigenen fachlichen Organe ignorieren.”
Wo die Willkür hinführt sehen wir aktuell bei dem höchsten Organ bei der FIFA. Fachlich keine Ahnung aber volle Taschen. Instrumentalisierung der Sportler für Eigeninteresse kommt nun zum Instrument dazu.

Klaus Zachmann
Klaus Zachmann
1 Monat zuvor
Reply to  Facepalm

Die höchsten Organe können immer willkürlich entscheiden, das ist jetzt kein neuer Sachverhalt. Zusätzlich ist es aber auch so, dass sich der DSB für diese Entscheidung eingesetzt hat.
Für mich ist die Sache weiterhin klar. Die FIDE steht zu ihren Fehlern aus der Vergangenheit und wird hierbei vom DSB unterstützt.
Man kann die Normenfeststellung auch vereinfachen, wie beispielsweise die Berechnung der ELO-Zahl. Das sollte recht einfach umsetzbar sein. Die Normenfeststellung macht dann ein qualifiziertes Computerprogramm. Wo ist das Problem?

Last edited 1 Monat zuvor by Klaus Zachmann