Hans Niemann versus Magnus Carlsen: 1.d4 Sf6 2.c4 1:0

Magnus Carlsen hat ein weiteres wortloses Statement abgegeben. Zur Partie der sechsten Runde gegen Hans Moke Niemann am Montagabend bei der Champions Chess Tour trat der Weltmeister an, führte einen Zug aus – und gab auf. Anschließend kappte der Norweger seine Verbindung. Der Spekulation, er werde nun aus dem Turnier aussteigen, setzte Carlsen selbst ein Ende. In der siebten Runde gegen Levon Aronian trat er an – und spielte.

Der Tag danach: Ein Versuch, 16 Stunden nach Magnus Carlsens Aufgabe das Relevante aus allem Geschrei und Getöse herauszufiltern.

Carlsen geriet auch unter den Kommentatoren seiner Play-Magnus-Gruppe in die Kritik. Jovanka Houska diagnostizierte, mit seinem kampflosen Verlust gegen Niemann gieße er “mehr Öl ins Feuer”. „Das kann er nicht einfach so tun und die Hexenjagd weiter anfachen“, sagte die britische Schachmeisterin und forderte ihn auf, Beweise vorzulegen, die sein Verhalten rechtfertigen

Alejandro Ramírez vom Saint Louis Chess Club sieht „einen klaren Hinweis, dass Magnus denkt, dass mit Hans etwas nicht stimmt.“ Ramirez fügte allerdings hinzu, dass es gar nicht um Betrug gehen könne. „Es gibt viele Möglichkeiten, vieles, das passiert sein könnte.“ Auch Ramirez stimmt in den Chor derjenigen ein, die finden, „dass Magnus etwas dazu sagen muss“.

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David Howell sieht einen Vorfall, „beispiellos in der Geschichte der Weltmeister, auch der Topspieler“. Und er versteht es nicht: „Magnus liebt es, Schach zu spielen, er hat großen Respekt vor dem Spiel und jedem Turnier. Bizarre, bizarre Zeiten. Ich wünschte, wir hätten eine Partie gesehen.“

Hier bewegte Bilder und erste Reaktionen (dieser Beitrag wird fortlaufend aktualisiert):

Mit “Hammer” ist Jon-Ludvig Hammer gemeint, norwegischer Großmeister, langjähriger Trainingspartner und Weggefährte Carlsens.

Ein Beispiel für ein Nichtantreten zu einer Online-Partie zwischen Topspielern lässt sich entgegen der Aussage von David Howell durchaus finden, ein Beispiel, das die wachsende Zahl derjenigen erstaunen dürfte, die jetzt finden, Carlsens Nichtantreten müsse mit Disqualifikation geahndet werden:

Es geschah am 9. Mai 2020 bei der Deutschen Internetmeisterschaft. Elisabeth Pähtz trat zur Partie gegen Georg Meier nicht an – und durfte danach das Turnier fortsetzen. Es folgte eine gerichtliche Auseinandersetzung zwischen diesen beiden. Am Ende der Geschichte kehrte Meier dem Deutschen Schachbund den Rücken. Er spielt jetzt für Uruguay.

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Wolfgang Kuechle
Wolfgang Kuechle
14 Tage zuvor

FIDE Regeln Artikel 11.1 in der aktuell gültigen Fassung: “Die Spieler dürfen nichts unternehmen, das dem Ansehen des Schachspiels abträglich sein könnte.”. Gilt das für Carlsen nicht? Es wird Zeit, dass da mal jemand einschreitet und ihn wieder zur Vernunft bringt. Unabhängig von eventuellem Fehlverhalten Niemanns kann er das so nicht bringen.

Schachfreund
Schachfreund
14 Tage zuvor

Genau! Die FIDE sollte Carlsen untersagen, beim nächsten WM-Kampf anzutreten.

Daniel Forster
Daniel Forster
13 Tage zuvor
Reply to  Schachfreund

Ist das eine Scherzantwort? Carlsen wird seinen Titel, wie schon vor dem Theater angekündigt hat, sowieso nicht mehr verteidigen.

Diogenes
Diogenes
12 Tage zuvor

Wenn Niemann betrügt, ob nun im Internet oder am Brett, schadet das dem Schach nicht mehr, als wenn sich einer dagegen stellt?

Joschi
Joschi
11 Tage zuvor

“Es wird Zeit, dass da mal jemand einschreitet und ihn wieder zur Vernunft bringt”.
Ich schlage Magnus’ Mama vor. Wer ruft sie an?

Mario Schmidt
Mario Schmidt
13 Tage zuvor

Ich bin sehr kritisch gegenüber Niemann, wenn ich sowas lese: “Der ukrainische FIDE-Meister Andrii Punin gehörte ebenfalls zu denen, die alte Partien von Niemann unter die Lupe genommen haben. Seine Resultate präsentierte er in den letzten Tagen in zwei ausführlichen Youtube-Videos. Sein erstaunliches Ergebnis: In “normalen” Partien spielte der US-Amerikaner meist seinem Ranking entsprechend, in besonders wichtigen Partien spielte Niemann nahezu unglaublich präzise und über seinen Verhältnissen. Der norwegische Profi Atle Grønn (International Master) wird in seiner Beurteilung der Punin-Ergebnisse deutlicher. Dass Niemann in manchen analysierten Partien reihenweise “Computer-Züge” am Stück spielte und sich keinen Fehler erlaubte, kann er schlicht und… Weiterlesen »

Holger Buck
Holger Buck
11 Tage zuvor
Reply to  Mario Schmidt

Natürlich ist das ein Beweis, zumal diese Null Wahrscheinlichkeit sich über mehrere Partien hinzieht. Ein perfekte Partie könnte vielleicht mal bei 1: 10000 oder so möglich sein, das ganze fünf mal zu produzieren, bedeutet schon 1 : 100000000000000000000 – gleichbedeutend mit Null.

Philipp
Philipp
12 Tage zuvor
Reply to  Daniel

Der ursprüngliche Iniator “DrCliche” hat sich ausführlich mit der “Gegenanalyse” von strongchess und Kritikpunkten seiner Anaylse auseinandergesetzt. Die Kurzfassung: strong chess hat eine andere Datengrundlage verwendet und bei einigen Turnieren eine Live Übertragung vorausgesetzt. Für diese Annahme lassen sich jedoch keine Belege finden. Strongchess hat außerdem Blitz- und Schnellschachspiele miteinbezogen wodurch die Ergebnisse völlig verzerrt werden. Nachdem ich mich intensiv damit auseinandergesetzt und die Datengrundlage stichpunktartig überprüft habe, empfinde ich die Daten als absolut erdrückend gegen Niemann. 67% (!!!) der Varianz in seiner Performance lassen sich dadurch erklären ob es einen Live Broadcast gab oder nicht. Zusätzlich sind die Ergebnisse… Weiterlesen »

Philipp
Philipp
12 Tage zuvor
Reply to  Philipp

Um ehrlich zu sein macht es mich sogar richtig sauer, dass eine sorgfältige und nach allen wissenschaftlichen Standards durchgeführte Analyse durch die Gegenüberstellung mit einer zweiten -und das muss in der Deutlichkeit wirklich mal gesagt werden- inhaltlich falschen und hingerotzten Analyse entwertet wird.
Es geht nicht darum, nur die Daten zu teilen die zur eigenen Meinung passen, sondern die Daten zu benutzen um sich eine Meinung zu bilden!

Joachim Rang
Joachim Rang
11 Tage zuvor
Reply to  Philipp

Was ist an der zweiten Analyse inhaltlich falsch?
Sie verwendet eine andere Datengrundlage, aber das macht sie doch nicht inhaltlich falsch, oder?

Joachim Rang
Joachim Rang
11 Tage zuvor
Reply to  Philipp

Ich habe auf Twitter Kommentare gelesen von Leuten, die bei den zweifelhaften Turnieren als Mitorganisatoren/Schiedsrichter dabei waren und schreiben es hätte definitiv eine Liveübertragung gegeben. Das finde ich schon mal einen ziemlich starken Beleg, wobei das natürlich jeder behaupten kann.

Interessant ist aber doch, dass bisher niemand Bekanntes aus der Schachwelt auf die ursprüngliche Analyse eingestiegen ist mit Ausnahme von Ken Regan, der sie für zweifehaft hält. Also wenn die sauber und gut gemacht wäre, dann würde ich doch erwarten, das der eine oder andere Streamer/Kommentator das mal näher beleuchtet.

Micha
Micha
14 Tage zuvor

Wir werden es wahrscheinlich nie erfahren, was die Beweggründe für Carlsen’s Verhalten ist. Er scheint selbst davon überzeugt zu sein, dass Niemann unsauber gespielt, dass es für ihn persönlich ausreicht nicht mehr gegen ihn zu spielen. 2 Sachen würde ich ausschließen. 1.) Die Spekulation, dass Carlsen was anderes umtreibt und es gar nicht um den Betrugsverdacht geht. Würde Carlsen mit ansehen wie Niemann unter den Bus gerät, obwohl es um wss ganz anders geht? Man kann seine Spielverweigerung kontrovers diskutiren, aber ich denke er ist immernoch Sportsmann genug und hätte diese Hexenjagd frühzeitig beendet, wenn er ganz andere Motive gehabt… Weiterlesen »

Daniel Forster
Daniel Forster
14 Tage zuvor

Warum soll man Carlsen sanktionieren? Es verstösst doch nicht gegen die Regeln, wenn er eine Partie aufgibt. Klassische Win-Win-Situation. Betrogen wird doch seit Jahren im Schach, nun hat es einfach die Hierarchiestufe des Weltmeisters erreicht. Wer sich ehrliches Schach zurückwünscht – was im Engine-Zeitalter wohl ohne hin hoffnungslos ist -, sollte Carlsen mit seinem Statement dankbar sein.

Manfred Menacher
Manfred Menacher
13 Tage zuvor

Carlsen hat nun endgültig seinen Ruf zerstört. Die Schachwelt wird sich vor allem daran erinnern in Verbindung mit seinem Namen.
Die Ethik Kommission der FIDE sollte einschreiten und Carlsen sperren.

Last edited 13 Tage zuvor by Manfred Menacher
Friedrich Lehmann
Friedrich Lehmann
12 Tage zuvor

Ich war hier selbst im Wesentlichen pro-Niemann, hatte mich aber in erster Linie an der Einmischung durch chess.com gestört. Andererseits verstehe ich schon, dass die Spieler misstrauisch sind. Niemann hat selektive Erfolge gegen die besten Spieler, z.B. in den FTX (ein einzelnes Spiel) und Sinquefield Cups gegen Carlsen, gestern gegen Aronian. Der Erfolg gegen Aronian kam direkt nach einem kritischen Interview von Aronian. Niemann hatte definitiv die Aura eines rücksichtslosen Spielers kultiviert, der vor psychologischer Kriegsführung nicht zurückschreckt. Das ist die jetzige Generation nicht gewohnt. Introvertierte Spieler wie Carlsen ziehen sich dann eben angewidert zurück. Das ist komplett normal und… Weiterlesen »

Manfred Menacher
Manfred Menacher
13 Tage zuvor

Für mich ist die Sache längst geklärt. Carlsen hat absolut nichts. Hätte er einen Beweis, dann wäre er verpflichtet diesen sofort vorzulegen um die professionelle Schachwelt, Organisatoren und Spieler, zu schützen.

Jochen
Jochen
12 Tage zuvor

Mir sagte vor Jahren ein guter Kumpel, der nicht Schach spielt, es sei ihm zu einfach, dass es nur um Remis, Gewonnen, Verloren ginge. Damals habe ich das erst nicht verstanden. Sagen wir, Schach sei moralisch unterkomplex: Dann ist ja auch vom obersten Schach- Nerd des Planeten nicht zu erwarten, dass er eine integre Vorbildsfigur ist. Solche Leute haben einen Großteil ihrer Lebenszeit und Lebensenergie, Varianten, Strukturen und Techniken gewidmet, in denen es letztlich darum ging, den Gegner fertig zu machen.

Last edited 12 Tage zuvor by Jochen
Manfred Menacher
Manfred Menacher
12 Tage zuvor
Reply to  Jochen

Ding ist ein tadelloser Sportsmann und ihn brauchen wir als Weltmeister!

MartinRieger
MartinRieger
11 Tage zuvor

Nimmt man alle verfügbaren Statements, Statistiken und Eindrücke so muss man feststellen: Nichts genaues weiß man nicht! Natürlich gibt es verdächtige Dinge bei Niemann, so zum Beispiel seine seltsame “Analyse” nach der Partie, sein manchmal absolut fehlerfreies Spiel, seine Aussagen. Jüngstes Beispiel sein glatter Sieg gegen Ivanchuk der in dieser Partie keinen Fehler begangen hat. Das alles sind keine Beweise, nicht mal Indizien. Trotzdem hat man das Gefühl: Irgendwas ist hier faul. Carlsen will sich angeblich nach dem Turnier dazu äußern.

Ludger Keitlinghaus
Ludger Keitlinghaus
10 Tage zuvor
Reply to  MartinRieger

Ein Cheater, ein sozusagen optimaler Cheater könnte m.E. wie folgt vorgehen, Kontakt mit wie gemeintem Gerät vorausgesetzt : 1.) Er spielt sein normales Schach, er weicht aber gelegentlich, mit vorgeschlagener Wahrscheinlichkeit von 50 % dann von seinem vorgenommenen und selbst entwickelten Zug ab, wenn er gewarnt wird, dass dieser Zug nicht gut sei, er wählt dann anders, entwickelt neu. 2.) Er lässt sich, vielleicht wiederum mit der genannten Wahrscheinlichkeit Warnsignale einspielen, wenn der Gegner einen eindeutig schlechten Zug gemacht hat und passt sein Spielverhalten, besonders aufmerksam geworden, an, er versucht dann auszunutzen. 3.) Er prüft vorab, oder lässt wie gemeint… Weiterlesen »

chesshans
chesshans
14 Tage zuvor

Sollen wir uns wünschen, dass die beiden in der KO-Runde erneut aufeinander treffen? Es wäre zumindest interessant zu sehen, ob Magnus dann spielt. Sein beredtes Schweigen lässt leider nur Raum für Spekulationen, die keinem weiterhelfen. Es lässt einen aktuell ein wenig ratlos zurück, aber so ist Schach wenigstens mal wieder in den Schlagzeilen.

Chris Vorsi
Chris Vorsi
13 Tage zuvor

Carlsen handelt sehr ungeschickt. Er mag ja Recht haben, aber seine Kommunikation ist ein einziger grober Fehler, der die Partie einstellt 🙂

Ich denke, es ist für ihn sehr wichtig dass er sich mal äußert. Sonst hat er den Großteil der Schachfans gegen sich.

Ich glaube, dass Niemann auch später noch gecheatet hat, wenn man sich die Analysen von z.B. Punin dazu im Internet ansieht.

Friedrich Lehmann
Friedrich Lehmann
12 Tage zuvor
Reply to  Chris Vorsi

Für die Öffentlichkeit ist das ungeschickt. Ein Politiker würde sich aalglatt und grinsend vor die Kamera stellen und sich aus der Sache herauswinden (ohne eine richtige Entschuldigung abzugeben).

Carlsen ist hierzu aber nicht in der Lage. In Interviews sucht er nach Worten, sucht er nach der Wahrheit. Er kann nur Dinge sagen, von denen er überzeugt ist.

Alexander Remde
Alexander Remde
13 Tage zuvor

Was der Mann jetzt braucht ist viel Ruhe und einen guten Arzt. In dem Dokumentarfilm “Magnus – Der Mozart des Schachs” hatte er ja erzählt, es wären manchmal Dämonen in seinem Kopf. Er wäre nicht der erste geniale Schachspieler, der einem gewissen Irrsinn verfällt. Morphy, Steinitz, Fischer.

Ludger Keitlinghaus
Ludger Keitlinghaus
12 Tage zuvor

Sofern Magnus Carlsen sich hier nicht ganz schwer vertut, kein Irrer ist sozusagen, weiß er mehr als andere.
Ich hab selbst ein wenig geprüft, bin auch der Analyse von Kenneth Regan gefolgt, bei “Chessbase”, würde mich sehr dafür interessieren, ob Hans Moke Niemann auch, wie von einem Weltklassespieler zu erwarten wäre, über Schach reden kann, wichtiger Punkt. – Weiß jemand mehr?
Mit freundlichen Grüßen
Ludger Keitlinghaus (der sich nun das hier dankenswerterweise bereit gestellte Kommentariat durchlesen wird)

Ludger Keitlinghaus
Ludger Keitlinghaus
12 Tage zuvor

Hmja, hab mir das Kommentariat durchgelesen, hat jemand mal in die audiovisuellen Dokumente hinein geschaut, die Hans Moke Niemann anscheinend sozusagen fortlaufend bereit stellt, bei “Twitch”, so heißt dies wohl, gerne mal reinschauen.
Wie so über Schach geredet wird ….

Ich selbst werde, wenn sich keiner meldet, mir irgendwann zehn bis zwanzig Stunden “reinfahren”, hab im Moment keine Lust dazu, auch wenig Zeit.

Alexander Remde
Alexander Remde
11 Tage zuvor

Das Team Stockfish hat die besagte Partie unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: beide haben Fehler gemacht, Carlsen aber mehr als Niemann, ergo hat er die Partie verloren. Stockfish Robot Reacts on HANS NIEMANN CHEATING | Magnus carlsen vs hans niemann | Stokfish – YouTube

Friedrich Lehmann
Friedrich Lehmann
11 Tage zuvor

Team Stockfish? Soweit ich sehe, ist das ein Clickbait Kanal und die Stockfish Entwickler sind daran nicht beteiligt.

Alexander Remde
Alexander Remde
11 Tage zuvor

Irgendeine Meinung zur Analyse? Nein. Clickbait? Sie begeben sich auf eben jene nebulöse Ebene, auf die sich Carlsen begeben hat. Egal, die Analyse ist schlüssig.

Obst
Obst
14 Tage zuvor

In der Weltöffentlichkeit werden wir jetzt wie die Radsportler wahrgenommen: Ein Haufen Lügner und Betrüger, der Sport völlig durchseucht. Danke dafür, Magnus! Er hätte das Thema doch ( am glaubwürdigsten vor seinem Verlust) offen ansprechen können: Niemann hat wiederholt online gecheatet, man kann ihm nicht vertrauen, eine Sperre OTB ist nötig. Stattdessen verhält er sich wie ein Kind. Das ist für das Schach sehr zerstörerisch. Ein Jugendlicher hat sich früher Hoffnungen gemacht, in einem Turnier 50 Elopunkte zu gewinnen , oder eine fehlerfreie Glanzpartie zu spielen. Heute hofft er das nicht mehr , weil er sich damit verdächtig macht. Nachdem… Weiterlesen »

Benzino Napoloni
Benzino Napoloni
13 Tage zuvor

Vielleicht ist das alles nur Show ? Carlsen verteidigt seinen WM-Titel nicht. Er fand nur ein Duell gegen Firouzja interessant. Dieser konnte sich jedoch nicht durchsetzen. Mit Niemann kommt ein polarisierender, junger Spieler mit kometenhafter Entwicklung. So ein Duell kann man doch schön vermarkten. Niemann, der um seinen Online-Präsenz bzw. Anzahl seiner Follower/Streamer zu erhöhen gemogelt hat, ist sicher nicht abgeneigt. Am Ende kommt der langerwartete Showdown mit viel medialer Begleitung und Geld. Ausrichter Katar, Emirate, Dubai oder Las Vegas Spieler müssen MRT-Check machen und spielen in einen faradayschen Käfig… Cagematch = Anleihe vom Wrestling https://s.w.org/images/core/emoji/13.1.0/svg/1f609.svg Die wirkliche Fide-Schach-WM interessiert dann… Weiterlesen »

Thomas Richter
Thomas Richter
14 Tage zuvor

Zum Ende des Artikels: Selbst wenn Howell diesen deutschen Fall kannte ist es nachvollziehbar, wenn er Paehtz und Meier nicht als “Topspieler” betrachtet. Auf Englisch ist “player” geschlechtsneutral, und geschlechterübergreifend waren nur Polgar (zu Recht) und mit Hype Hou Yifan (weibliche) Topspieler.

Thomas Richter
Thomas Richter
13 Tage zuvor

Interessanter Vergleich Carlsen – Hou Yifan, es gibt Gemeinsamkeiten und Unterschiede: 1) Beide haben (oder Hou Yifan hatte) “Kultstatus” mit Fans, die sie immer verteidigen. 2) Die Auslosung in Gibraltar mit aus ihrer Sicht zu vielen weiblichen Gegnerinnen für Hou Yifan war nachweislich regelkonform – auch wenn Fans mitunter Fakten ignorieren, weil sie nicht ins Konzept passen. Bei Niemann kann man nicht definitiv sagen, dass er NICHT geschummelt hat, aber diese umgekehrte Beweislast kann es nicht sein. 3) Hou Yifans “Protest” richtete sich definitiv nicht gegen _diesen_ Gegner, nur gegen die Organisatoren (die hätten wohl zuvor Paarungen manipulieren müssen, um… Weiterlesen »

Manfred Menacher
Manfred Menacher
12 Tage zuvor
Reply to  Thomas Richter

Dass sie Herr Richter ein Problem mit Elisabeth Paehtz haben, ist seit Jahren bekannt und dokumentiert.

Thomas Richter
Thomas Richter
12 Tage zuvor

Bzw. dass Frau Paehtz ein Problem mit mir hat, da ich Fakten wie diese erwähne:
Wenn David Howell sich selbst als Topspieler bezeichnen würde würde ich das hinterfragen bzw. als “selbstbewusst und sehr großzügig” bezeichnen. Das gilt dann – unabhängig vom Geschlecht – erst recht für jemand, der/die durchgehend 150-200 Elopunkte weniger zu bieten hatte.

eisenherz
eisenherz
13 Tage zuvor

Carlsen, so scheint es, zeigt langsam aber sicher solche Wesensänderungen wie Bobby Fischer, nachdem der Weltmeister gegen Spasski geworden ist, mit der Verweigerung seinen Titel zu verteidigen und andren unerklärbaren Wesenszügen.

Matthias Ruf
13 Tage zuvor

Je mehr Zeit vergeht, desto mehr Indizien werden gefunden, dass Hans Niemann mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch im normalen Schach betrogen hat. Meine Wenigkeit fand es bereits auffällig, dass Hans Moke nach der zeitversetzten Übertragung in St. Louis keine Partie mehr gewonnen hat. Wie ein weiterer Matthias bereits hier einwendete wurde die Performance aus den letzten drei Jahren von GM Niemann bei zeitgleich online übertragenen Präsenzturnieren mit der ohne DGT-Bretter-Übertragung verglichen. Bei mehreren hundert Punkten Performanceunterschied fällt ein krasser Leistungsabfall auf. An alle Schachfreunde, die den jungen US-Großmeister weiter verteidigen und den Weltmeister schmähen, sei die Frage erlaubt, ob sie… Weiterlesen »

Joachim Rang
Joachim Rang
13 Tage zuvor
Reply to  Matthias Ruf

Die Twitter-Analyse von Hans Spielen mit und ohne Liveübertragung ist aber voller Fehler: zum Teil wurden Turniere ohne nachvollziehbaren Grund nicht berücksichtigt und mehrere Turniere mit Liveübertragung wurden fälschlicherweise als ohne Liveübertragung klassifiziert.
So wie sie gemacht wurde ist die Analyse leider ohne Wert.

Matthias Ruf
13 Tage zuvor
Reply to  Joachim Rang

Voller Fehler? Ohne Wert? In der angesprochenen Twitter-Statistik sind 19 Turniere von März 2019 bis November 2020 aufgeführt. Davon waren 10 ohne live Übertragung und 9 mit. Performance war 2404 gegenüber 2610. 10 Mal schlechte Resultate mit Elo-Einbußen und 9 Mal Ratinggewinne. Wer jetzt Zweifel säht und das Gegenteil verbreitet, ohne seine Behauptung überprüft zu haben, verbreitet Desinformationen. Atlanta Kings bekam auch keine Antwort von Kritikern auf: – Which events are miscategorized? – All classical tournaments are included. No cherry picking. Skipped rapid events (25 minutes or faster) as they are not serious (much less incentive to cheat), not FIDE… Weiterlesen »

Joachim Rang
Joachim Rang
13 Tage zuvor
Reply to  Matthias Ruf

Doch es gibt eine Antwort:

Foxwoods 2019
Philly Intl 2019
World Open 2019
US Masters 2019 (only 3 of his games on FollowChess)
North America Open 2019

sind (angeblich) in der falschen Kategorie.

Joachim Rang
Joachim Rang
13 Tage zuvor
Reply to  Joachim Rang

Hier eine ausführliche Analyse, die zu einem ganz anderen Ergebnis kommt: https://t.co/EEP7qrl4BD

2.580 Elo für Live-Partien
2.550 Elo für nicht Live-Partien.

Ich kann und will das selber nicht gegenprüfen, aber zumindest sollte man zur Kenntnis nehmen, dass es Zweifel an der ersten Analyse gibt.

Ludger Keitlinghaus
Ludger Keitlinghaus
12 Tage zuvor
Reply to  Joachim Rang

Danke für die Ergänzug zur “Twitter-Analyse”.
Ken Regan ist Experte auf diesem Gebiet (“Chess-Cheating”), auch insofern scheint eine gewisse Entlastung vorzuliegen.
“Cheating-Paranoia” gibt es wohl ebenfalls, wobei ich diese Magnus Carlsen nicht unterstelle, man weiß halt nicht, was andere wissen; es könnte ja auch sozusagen sehr sehr gute Cheater geben (die nur eines nie können : sie können nicht angemessen auf dem hohen Niveau über das Schach reden, das sie spielen).

Thomas Richter
Thomas Richter
13 Tage zuvor
Reply to  Matthias Ruf

Hast Du den Kommentar von Joachim Rang überhaupt gelesen?Offenbar stimmt nicht einmal das Grundfaktum “Liveübertragung oder nicht” – das können für Turniere in den USA am ehesten Amerikaner beurteilen. Mir ist direkt aufgefallen, dass bei einer Turnierserie nur März (schlechtes Ergebnis) berücksichtigt wurde, aber Februar (4/4) nicht. Und ich hatte in einem anderen Thread ausgearbeitet, dass es andere systematische Unterschiede zwischen den beiden Kategorien gibt.

Aber wer Carlsen vergöttert und Niemann deshalb vorverurteilt, den interessieren derlei Dinge nicht – andere erwähnen sie trotzdem.

Friedrich Lehmann
Friedrich Lehmann
13 Tage zuvor
Reply to  Matthias Ruf

Ken Regan hält die Behauptungen von Atlanta Kings ebenfalls für unwissenschaftlich:

https://www.youtube.com/watch?v=yLrzrMpf5xo

Laut diesem Video hat Regan seit September 2020 nichts auffälliges gefunden.

Leider sind andere Statistiker an der Sache nicht interessiert, also haben wir nur diese einzelne akademische Meinung.

Vincent
Vincent
13 Tage zuvor
Reply to  Matthias Ruf

1. Carlsen ist nicht der Weltmeister, im Gegenteil hat er genau an dem Punkt sein neues Hobby, sich stillos zurückzuziehen, angefangen. 2.Wer einen Teenager so feige vor den Bus wirft, während er Pilatus gleich seine Hände in Unschuld wäscht, ist derjenige der Schmäht. Deine Täter-Opfer umkehr ist insofern konsequent in den Fusstapfen deines Champions. 3.Dass Nieman nach dem Rückzug von Carlsen nicht mehr gewonnen hat sagt doch gar nichts aus. Ehrlich gesagt finde ich seine performance danach sogar noch beeindruckender als die Siege davor, bedenkt man unter welchem Druck der Teenager ab da plötzlich stand. 4. Im Us-Sport gibt es… Weiterlesen »

Matthias Ruf
13 Tage zuvor
Reply to  Vincent

Lieber Vincent (wahrscheinlich nicht Keymer), Du bezeichnest Magnus Carlsen als meinen Champion und später als mein Idol. Dazu möchte ich klarstellen, dass der Norweger aktuell noch unser aller Weltmeister ist und die höchste Elozahl aufweist. Vom Bullet bis Schnellschach zeigte neben Hikaru Nakamura der Neufranzose Alireza Firouzja die besten Resultate. Gegen das junge Ausnahmetalent, das zuletzt wieder fantastische Leistungen erbrachte, wünschte Carlsen einen Wettkampf. Das ist kein stilloser Rückzug, sondern eine wahre Einschätzung der aktuellen Kräfteverhältnisse. Nun redest Du zweimal von Pontius Pilatus, der bekanntlich auf der Suche nach der Wahrheit war. Die Wahrheit stand ihm in Person von meinem… Weiterlesen »

Vincent
Vincent
12 Tage zuvor
Reply to  Matthias Ruf

Carlsen ist genauso Weltmeister wie Angela merkel zwishen dem 26.September und dem 8.Dezemebr Kanzlerin war. Sozusagen zeitweise noch kommisarischer Weltmeister. Übrigens kritisiere ich nicht, dass er nichtmehr antritt, sondern wie er vor dem Kandidatenturnier rumgedruckst hat. Hätte er davor geschwiegen oder eine klare Ansage gemacht, fände ich das vollkommen in ordnung wenn auch schade. Und in Anbetracht der Tatsache, dass 2 der letzten3 Verteidigungen maximal ausgeglichen waren(12 Remis) scheinen die kräfteverhältnisse alles andere als eindeutig zu sein, oder? Und auch Nepo war nicht schachlich, sondern psychisch unterlegen betrachtet man alle Partien bis zu der Niederlage und dem Kollaps. Mal ganz… Weiterlesen »

Carlo
Carlo
13 Tage zuvor

Eben Giri gesehen. Setzt mit letztem Zug matt, weil Wojtaszek seinen Turm fehlzieht! Schach lebt doch nicht vom perfekten, sondern vom überraschenden Zug! Es sind die Fehler, die uns anrühren, das Scheitern und nicht die makellose Partie. Es sind die Finten, der plötzliche Überfall, eine ungesehene Kombination, die uns fesseln und keineswegs eine auf 25 Züge vorausberechnete Partie einer Maschine. Ich finde, diese Carlsen-Niemann-Geschichte bringt ein menschliches Maß in diesen Sport, das ihn wohltuend abhebt von allem Ringen um Erfolg und Status. Es ist eine große Zurechtstutzung und zeigt diese Übermenschen plötzlich eitel, kleinkariert, großspurig und verletzlich. Ich finde das… Weiterlesen »

Aljechina
Aljechina
14 Tage zuvor

Die Wahnsinnigwerdung des Magnus C. – oder nur nix Neues seit Neandertal?
Man möchte ihn jedenfalls in den Arm nehmen und ganz herzlich drücken, also das Hänschen. Selbst auf die Gefahr hin, dass dann (versehentlich) ein Engine-Zug ausgespuckt wird, was ich aber nicht glaube.

Daniel Hendrich
Daniel Hendrich
14 Tage zuvor

Carlsen ist inzwischen nur noch ein kleiner Rotzjunge. Schade eigentlich, irgendwann war er mir sogar mal sympathisch…

Thomas Miles
Thomas Miles
14 Tage zuvor

Das ist interessant, jetzt sind plötzlich alle gegen Carlsen. Stop the witch hunt!

Daniel Hendrich
Daniel Hendrich
13 Tage zuvor
Reply to  Thomas Miles

Grober Unfug.
Ich bin nicht „plötzlich“ gegen Carlsen, aber sein Verhalten in dieser Causa ist eines Weltmeisters unwürdig und einfach schlechter Stil.
Nach ausführlicher Lektüre einschlägiger Blogs/Analysen/Foren zu den Thema würde ich für Hans Niemann vielleicht nicht die Hand ins Feuer legen, aber unterm Strich sehe ich keinerlei zwingende Beweise für Cheating.

mapleleaf
mapleleaf
14 Tage zuvor

Der Typ hat nicht mehr alle Latten am Zaun. Tipp für ihn: geh nach Trömsö, einem Ort am Allerwertesten der Welt, wo nur eine Straße hinführt und denk mal drüber nach, ob du nicht gerade dabei bist, das Schach kaputtmachen.

Philipp K
Philipp K
14 Tage zuvor
Reply to  mapleleaf

Er hat wohl nicht mehr alle Figuren am Brett.
Ich hörte, Reykjavík soll ganz nett sein um diese Jahreszeit…

Last edited 14 Tage zuvor by Philipp K
Calmchess
Calmchess
14 Tage zuvor
Reply to  mapleleaf

Mal abgesehen davon, dass ich Carlsen verhalten nicht gutheiße und auch Aufklärung verlange… Aber das hier Schach “kaputt” gemacht wird halte ich doch für sehr überzogen.

Im Gegenteil: Wann gab es denn so viel Berichterstattung und ein so interessantes Storytelling?

Wie gesagt: Der Ball liegt bei Carlsen und er ist zurecht in der Kritik, aber meine Güte aufgrund diese Fehde wird keiner mit dem Schach aufhören…

mapleleaf
mapleleaf
14 Tage zuvor
Reply to  Calmchess

Der Ball liegt bei Carsen, aber er verweigert. Was das Online-Schach angeht, sind das ja düstere Aussichten. Das mit den Betrugsvorwürfen wird ja nicht aufhören. Es geht um Ruhm, Rating und um verdammt viel Kohle bei diesen Turnieren und wenn es – was chess .com nie öffentlich machen würde – stimmt, mit den Gerüchten, dann sind selbst Titelträger munter dabei. Irgendwie hat man das Gefühl, der Geist ist jetzt aus der Flasche und wird schwer wieder einzufangen sein. Was will Carlsen in Zukunft machen? Will er vor jedem Turnier zum Veranstalter sagen: Niemann oder ich!?

Daniel Forster
Daniel Forster
13 Tage zuvor
Reply to  mapleleaf

Für das selbe Startgeld würde ich auf jeden Fall Carlsen nehmen. Mag sein, dass er auch einige Ticks hat (Niemann ist nicht besser), aber er spielt wenigstens ehrlich und ist derzeit der beste Schachspieler aller Zeiten.

Vincent
Vincent
13 Tage zuvor
Reply to  Daniel Forster

In welcher Welt kann man nach den Vorfällen mit Niemann behaupten Carlsen spielt ehrlich? Schach vielleicht, was wir otb übrigens genauso sicher wissen wie bei Niemann. Aber wie er die problematik mit niemann behandelt ist vieles, aber nicht ehrlich.

Daniel
Daniel
12 Tage zuvor
Reply to  Vincent

Carlsen ist bei chess.com eingestiegen, chess.com weiss, dass Niemann kein ehrlicher Spieler ist, die sperren da nicht Leute aus Jux, die verdienen Geld mit den Leuten die auf ihrer Plattform spielen. Wie sich Carlsen verhält, ist bestimmt nicht die feine Art, aber die Mächtigen können sich nicht nur im Schach ein bisschen mehr erlauben …

Thomas Richter
Thomas Richter
12 Tage zuvor
Reply to  Daniel Forster

Für dasselbe Startgeld wie Niemann bekommt man Carlsen sicherlich nicht.