Zu früh gefreut?

Eine Partie wie diese bedeutet alles. Wenn du gewinnst, hast du das Turnier deines Lebens gespielt. Wenn du verlierst, willst du allein in deinem Hotelzimmer sterben.“ Das sagte Elisabeth Pähtz im Live-Stream nach der elften und letzten Partie beim Grand Swiss der Frauen in Riga. „Es ist ziemlich nervenaufreibend, so eine Partie zu spielen, die dich glücklich machen oder in Trauer versetzen kann.“

Bekanntlich hat Pähtz gewonnen, und es wurde tatsächlich das vielzitierte „Turnier ihres Lebens“. Pähtz hat sich als Zweite in einem Weltklassefeld für den weiteren WM-Zyklus 2021/22 qualifiziert, und die nur durch einen Sieg sicherzustellende Großmeister-Norm ist ihr auch gelungen.

Voreilig: Eine von Pähtz drei GM-Normen könnte sich nachträglich als ungültig erweisen.

Bekommt sie jetzt den ersehnten GM-Titel? Vielleicht. Die vom Schach-Weltverband, vom Deutschen Schachbund und in zahlreichen Medien inklusive dieser Seite verbreitete Nachricht, Pähtz werde jetzt Großmeister, ist bestenfalls voreilig. Noch steht ein Fragezeichen hinter ihrem Titel. Pähtz‘ 2016 bei der Europameisterschaft erzielte zweite GM-Norm könnte sich nachträglich als ungültig erweisen.

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Für Vincent Keymer, deutsche Nummer eins, und Elisabeth Pähtz, Nummer eins der Frauen, endeten die Grand Swiss maximal erfolgreich. Alle drei zu erreichenden Ziele haben die beiden erreicht. Keymers Chance, sich sogar direkt fürs Turnier der WM-Kandidaten zu qualifizieren, war vor der letzten Partie gegen den Engländer David Howell allenfalls theoretischer Natur.

Zum Schluss musste Vincent Keymer noch einmal 6,5 Stunden arbeiten, dann sah David Howell ein, dass er nicht mehr gewinnen kann. | Foto: Anna Shtourman/FIDE

Greifbar war die Chance, sich einen Platz im Grand Prix zu sichern, bei dem von Februar bis April 2022 in Berlin die letzten beiden Teilnehmer des achtköpfigen Kandidatenturniers ermittelt werden (aus dem Grand Swiss haben sich jetzt Alireza Firouzja und Fabiano Caruana qualifiziert).

Für dieses Heimspiel um die höchsten Weihen im internationalen Schach musste Vincent Keymer zum Schluss noch einmal 6,5 Stunden arbeiten. Howell brauchte seiner schlechteren Wertung wegen den ganzen Punkt für die Grand-Prix-Qualifikation. Aber letztlich sah er tief im Endspiel ein, dass mit seiner Dame trotz eines Mehrbauern Keymers Doppelturmfestung nicht zu durchbrechen war.

Offen ist, ob Keymer beim Grand Prix der einzige Deutsche sein wird. Der in Ungnade gefallene Ausrichter WorldChess kann bei seinem letzten FIDE-Turnier einen Freiplatz vergeben. Da das russische Unternehmen in Berlin ein Schachzentrum zu eröffnen gedenkt, wäre es naheliegend, diesen Freiplatz einem Deutschen zu geben. Allerdings muss erst einmal geklärt werden, ob es einen Deutschen gibt, der die Voraussetzungen dafür erfüllt.

Auf Twitter läuft schon die Debatte, welcher Deutsche einen Freiplatz für den Grand Prix bekommen könnte.

Anders als Keymer hatte Elisabeth Pähtz beim Grand Swiss sogar zwei Ziele zu erreichen. Für das eine, die Qualifikation für den Grand Prix der Frauen (ab August 2022, Austragungsort steht noch nicht fest), reichte ihr ein Unentschieden. Für die GM-Norm, die sie in den beiden Runden zuvor knapp verpasst hatte, brauchte sie einen Sieg. Und der gelang trotz der nervlichen Belastung, recht glatt sogar.

In den allermeisten Fällen ist die Verleihung des Titels nach der dritten Norm Formsache. Im Fall Pähtz steht eine weitere Zitterpartie bevor, die Klärung der Frage, ob ihre zweite Norm, erzielt vor fünf Jahren bei der Europameisterschaft, gültig ist. Seinerzeit hatte laut Teilnehmerinnen Schiedsrichter Werner Stubenvoll Pähtz‘ Performance aus den ersten neun Runden bei der FIDE als GM-Norm eingereicht.

Ist das eine GM-Norm? Elisabeth Pähtz bei der Europameisterschaft 2016.

Schon damals war die Frage aufgekommen, ob es sich tatsächlich um eine regelgerechte GM-Norm handelt. Unter Pähtz‘ Gegnerinnen waren nur zwei GM, erforderlich sind für eine Norm drei. Aber es soll damals eine (mittlerweile abgeschaffte) Extraregel gegeben haben, nach der eine besonders gute Performance als GM-Norm gewertet werden kann, auch wenn die Gegnerschaft nicht ganz den eigentlichen Erfordernissen entspricht.

DSB: “Gehen davon aus, die Normen gelten”

Ob die Norm nun gilt oder nicht, ist nie endgültig geklärt worden – bis jetzt. Nun, da Pähtz die dritte Norm nachgelegt hat, kommt die Frage nach der zweiten erneut auf den Tisch. Und es offenbart sich, dass seitens der FIDE niemand Normen auf ihre Gültigkeit prüft, bis der Antrag eines Spielers auf seinen Titel vorliegt. Im Fall Pähtz wird sich die FIDE-Schiedsrichterkommission jetzt erst ihre erste Norm (Bundesliga 2011/12), ihre zweite (Europameisterschaft 2016) und die aktuell nachgelegte dritte (Grand Swiss 2021) genauer anschauen.

Pikant daran ist, dass nicht nur der Schachbund, auch die FIDE selbst voreilig gemeldet hat, Pähtz werde den GM-Titel bekommen. Dem Vernehmen nach glühen nun zwischen deutschen und internationalen Schachregel-Fachleuten die Drähte, um diesen Fall möglichst schnell vom Tisch zu bekommen.

„Bevor wir nicht von der FIDE etwas anderes hören, gehen wir davon aus, dass Pähtz‘ Normen gültig sind“, sagt ein DSB-Sprecher auf Anfrage dieser Seite. FIDE-Sprecher David Llada teilt auf Anfrage dieser Seite mit:

“The titles are only officially awarded at the FIDE Congress. Before that, the norms achieved are reviewed by the FIDE Qualification Commission, who has to validate them. Since Elisabeth has just achieved her third norm, this process has barely started. Yes, we are aware that there might be an issue with one of the norms, but we are unable to comment on this until all the information has been double checked.”

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Frank
Frank
28 Tage zuvor

Sowas (Norm einreichen) sollte gleich geprüft werden, damit es nicht Jahre später plötzlich zu peinlichen Überraschungen und Unstimmigkeiten kommt. Entweder ist eine Norm bereits beim Einreichen gültig oder nicht, so zumindest müsste es es laufen.

Stefan Meyer
Stefan Meyer
27 Tage zuvor
Reply to  Frank

Wenn irgendjemand in Deutschland eine Baugenehmigung beantragt und x Dokumente vorlegen muss, werden die auch nicht zeitlich versetzt separat geprüft, sondern alles auf einmal. Und warum sollte sich die FIDE damit belasten, Normen von Spielern zu prüfen, die ihr ganzes Leben nie über ein oder zwei hinauskommen und somit keinen Titel erringen? Das wäre Ressourcen-Verschwendung.

Stefan Meyer
Stefan Meyer
28 Tage zuvor

Unter Pähtz‘ Gegnerinnen waren nur zwei GM, erforderlich sind für eine Norm drei. Aber es soll damals eine (mittlerweile abgeschaffte) Extraregel gegeben haben, nach der eine besonders gute Performance als GM-Norm gewertet werden kann, auch wenn die Gegnerschaft nicht ganz den eigentlichen Erfordernissen entspricht. Man sollte meinen, dass es sich leicht überprüfen lässt, ob es 2016 so eine “Extraregel” gegeben hat. Falls nein, dann ist die Sache eindeutig, so leid es mir für Elisabeth Pähtz tut. Falls ja, dann ist die Sache ebenfalls eindeutig und dann stimmt der ganze Absatz nicht: erforderlich sind für eine Norm drei (GM-Gegner). Falsch, unter… Weiterlesen »

Kommentator
Kommentator
28 Tage zuvor
Reply to  Stefan Meyer

Die 2016 geltenden Titelbestimmungen sind immer noch bei der FIDE nachzulesen: https://handbook.fide.com/chapter/B01Regulations2014

Ich sehe keine Ausnahmebestimmung zu 1.45b: “For a GM norm, at least 1/3 with a minimum 3 of the opponents (MO) must be GMs.”

Thomas Richter
Thomas Richter
27 Tage zuvor
Reply to  Kommentator

Da wird auch “title performance” erwähnt (TPR 2600+ ohne dass alle anderen Voraussetzungen erfüllt sind), aber offenbar nicht was das dann bedeutet bzw. nur später “For Olympiad, a title norm counts as 20 games; a title performance counts as 13 games.” Nun geht es wohl darum, ob es auch für Frauen-Europameisterschaft eine Extraregel gab – inzwischen definitiv nicht mehr. Ende 2017 gab es einen ähnlichen Fall: Eine GM-Norm von Nino Batsiashvili wurde aus wohl ähnlichen Gründen nicht anerkannt, sie erspielte sich damals dann wenige Monate später eine vierte (und dritte gültige) GM-Norm. Paehtz hatte rechtliche Schritte angedeutet, falls ihr dasselbe… Weiterlesen »

Krennwurzn
Krennwurzn
27 Tage zuvor

Einfache Lösung: einfach noch ein starkes Turnier mit GM-Norm nachwerfen!!

schwichtd
schwichtd
27 Tage zuvor
Reply to  Krennwurzn

Kontroverser Ansatz.

Thomas Richter
Thomas Richter
27 Tage zuvor
Reply to  Krennwurzn

So machte es (siehe mein Kommentar) Batsiashvili. So machte es auch Vincent Keymer – mehrfach TPR ganz knapp unter 2600 (jedenfalls in der Bundesliga einmal 2599), bei einem Turnier in Wien zwar >2600 und genug GMs aber insgesamt zu niedriger gegnerischer Eloschnitt, neues Turnier neuer Versuch.

Aber beim bisherigen Tempo von Frau Paehtz könnte es – auch unabhängig von bzw. nach der Pandemie – nochmal fünf Jahre dauern. Vor Gericht geht das, falls erfolgreich, wohl schneller.

Krennwurzn
Krennwurzn
28 Tage zuvor

Ein Ösi könnte Schuld sein … und es ist nicht die Krennwurzn!!

(aber ein ehemaliger Vereinskollege)

schwichtd
schwichtd
28 Tage zuvor

Uff… harter Tobak… ich hoffe, es klärt sich alles zu Gunsten von Elisabeth Pähtz. Im aller schlimmsten Fall kann man auch mal Fünfe gerade sein lassen.

Eumelgnub
Eumelgnub
28 Tage zuvor
Reply to  schwichtd

Das mit den Fünfen gerade sein lassen ist so eine Sache.

Dann kommt der Willi, der leider für seine IM-Norm trotz 2890er Performance zu wenig internationale Gegner hatte, dann die Paula, die leider vor der letzten Partie Magen-Darm hatte und daher ein schnelles Remis machen musste, dann der Gerd, dem der Bus vor der Nase weggefahren ist……

Nee, Regeln müssen für ALLE gelten, sonst sind sie sinnlos.

schwichtd
schwichtd
28 Tage zuvor
Reply to  Eumelgnub

Na ja, wenn wir so verfahren möchten, dann sollte die FIDE mal schleunigst die notwendige erreichte Mindest-Elo-Zahl aufgrund von Elo-Inflation anpassen. Die letzte Anpassung war 1988 und liegt seit dem bei 2500 Elo. Wenn Regeln für alle gelten sollten, sollten sie auch für alle gleich gelten. Auch über die Zeit hinweg. Weil eine 2500 Elo in 1988 ist sicherlich schwerer zu erreichen gewesen, als eine 2500 Elo im Jahre 2021, eben wegen genannter Elo-Inflation. Und daher sind frühere Titelanwärter im Vergleich zur heutigen Generation an Titelanwärter, simpel gesagt, einfach stark benachteiligt. Ich sehe keinen Grund, diese Grenze nicht auf 2600… Weiterlesen »

schwichtd
schwichtd
28 Tage zuvor
Reply to  schwichtd

Nur um das zu Ergänzen:

Elo 2500 war in 1988 ein TOP 100 Platz.
Ein TOP 100 Platz ist in 2021 bei 2650 Elo.

Von daher wäre das Heraufsetzen der Bedingung um 100 Punkte eigentlich schon großzügig gerechnet für die neue Generation an Spielern.

Eumelgnub
Eumelgnub
27 Tage zuvor
Reply to  schwichtd

Dafür ist die Spitze viel breiter und enger geworden. Ob ein 2500er von 1988 so spielte wie ein 2600er heute spielt, kann ich zwar nicht wirklich beurteilen, dafür verstehe ich zuwenig vom Schach, wage ich aber dennoch zu bezweifeln.

Auch jemand mit 2500 ELO und drei Leistungen über 2600, wenn keines davon ermogelt, ist ein “Großer Meister des Schachspiels”, ohne Wenn und Aber.

schwichtd
schwichtd
27 Tage zuvor
Reply to  Eumelgnub

Also seit 30 Jahren bestehende Regeln kann man ruhig mal überprüfen. Ist ja nicht so, als ob das Vorgestern war. Und auch gerade weil man weiß, das Elo-Inflation durchaus ein reales, nachweisbares Phänomen ist. Stell dir vor die würden die Rentenanpassung 30 Jahre ruhen lassen. Hat auch mit Inflation zu tun. Früher war man als GM quasi ein TOP 100 Spieler, heute ist man, wie im Fall Pähtz, Platz 877 der Weltrangliste. Aber hey… vielleicht ist neben der Elo-Inflation eine Titel-Inflation genau das Richtige. Ist ja nicht so, als ob die FIDE damit Geld macht und sicherlich eigene Gründe hat,… Weiterlesen »

Eumelgnub
Eumelgnub
27 Tage zuvor
Reply to  schwichtd

Ja, und?

Wenn es heute weit mehr starke Spieler auf der Welt gibt, warum dürfen sich dann nicht mehr Spieler Großmeister nennen.

Deinen Rentenvergleich müsstest Du eher so machen:

1988 gab es – erfundene Zahl – 10 Millionen Rentner in Deutschland.

Also bekommen heute auch nur die ältesten 10 Millionen Menschen Rente, die anderen dürfen weiter arbeiten………

schwichtd
schwichtd
27 Tage zuvor
Reply to  Eumelgnub

Es geht nicht darum, dass nur die TOP 100 GMs sein sollten, sondern dass das Niveau als Grundlage für den GM Titel genutzt wird. Und das liegt halt gerade über 150 Punkte von dem, was verlangt wird.

Ob weitere 3k Spieler plus minus 5 Elopunkte um den Bereich der TOP 100 spielen und sich damit auch für den GM Titel qualifizieren ist doch egal. Tatsache ist einfach, dass die zu erreichende Elo im Moment noch nie so weit entfernt von einem TOP 100 Spieler war.

Jörg Sonnenberger
Jörg Sonnenberger
26 Tage zuvor
Reply to  schwichtd

“Elo-Inflation” ist ein toller Kampfbegriff, aber nur bedingt zu rechtfertigen. Untersuchungen zeigen sogar, dass eher das Gegenteil, Deflation der Fall sein könnte. Es ist auch sehr plausibel, dass das Niveau der TOP-100 von 1988 heute von deutlich mehr Spielern erreicht wird. Es gibt wesentlich bessere Trainingsmöglichkeiten und insbesondere Zugang zu Partien, Trainern und Analysemöglichkeiten.

schwichtd
schwichtd
26 Tage zuvor

Selbstverständlich wird heute von deutlich mehr Spielern das Niveau der damaligen TOP 100 erreicht. Das bezweifelt doch gar keiner. Um genau diese Weiterentwicklung der allgemeinen Spielstärke geht es doch, wenn ich darauf anspreche, dass es vielleicht mal wieder Zeit wird, die Grundlage für eine Norm zu überprüfen. Seit 1979 gibt es eine Elo-Anforderung um den GM Titel zu erhalten. Diese Anforderung wurde das letzte Mal 1988 angepasst/heraufgesetzt. Das Ändern der Voraussetzungen ist jetzt also nichts Revolutionäres. Die Idee ist nicht neu und stammt nicht von mir. In 1988 war man mit 150 Elo Punkten mehr als die GM-Norm verlangte, bereits… Weiterlesen »

schwichtd
schwichtd
26 Tage zuvor
Reply to  schwichtd

Vielleicht sollte ich ergänzen, dass ich die Position Eumelgnub durchaus verstehe. Das der GM Titel als Zeichen gilt, eine gewisse Spielstärke erreicht zu haben, ein gewisses Spielverständnis erreicht zu haben. Was man mit 2500 Elo selbstverständlich unter Beweis gestellt hat. Aber für mich hat der GM Titel halt abseits davon auch die Bedeutung, dass man einer der Besten im Schach ist, dass man zur erweiterten Weltspitze gehört. Und während in der heutigen Zeit der erste Teil ohne Zweifel weiterhin gültig ist, hat eine Elo von 2500, heute im Jahr 2021, einfach jeglichen Bezug zu meinem Teil der Argumentation, den Bezug,… Weiterlesen »

schwichtd
schwichtd
26 Tage zuvor
Reply to  schwichtd

Abschließend als kleine Erinnerung:

… das man eine gewisse Spielstärke, ein gewisses Verständnis erworben hat, und das man sich auch international behauptet hat…

… gibt’s dafür nicht den IM-Titel? Nach meinem Verständnis war da nie ein Bezug zur Weltspitze vorhanden.

Thomas Richter
Thomas Richter
26 Tage zuvor
Reply to  schwichtd

Dass der GM-Titel nicht mehr erweiterte Weltklasse bedeutet sondern nur minimale, aber noch nicht ausreichende Voraussetzung für ein Dasein als Schachprofi, ist ja seit vielen Jahren der Fall. Eigentlich bedeutet GM nur noch: etwas mehr Honorar als Schachtrainer oder -autor, an hinteren Bundesliga-Brettern sowie in unterklassigen deutschen oder eher schwachen ausländischen Ligen (z.B. Belgien) startgeldfrei bei Turnieren – Konditionen dabei nur bei kleinen Turnieren, die unbedingt “irgendeinen GM” haben wollen. Aber man kann Anforderungen für den GM-Titel nicht plötzlich extrem anheben, oder man müsste “gerade so GMs” nach bisherigen Regeln den Titel wieder aberkennen. In Deutschland wären es z.B. Jan… Weiterlesen »

schwichtd
schwichtd
26 Tage zuvor
Reply to  Thomas Richter

“Aber man kann Anforderungen für den GM-Titel nicht plötzlich extrem anheben, …”. Von “plötzlich” war ja gar nicht die Rede. Bisher habe ich nur die Frage gestellt, ob der GM-Titel weiterhin für das stehen soll, für das er damals eingeführt wurde, oder ob man damit einverstanden bleibt, und den Aspekt der erweiterten Weltspitzenzugehörigkeit weiterhin wegfallen lässt. Vom Anregen einer Diskussion bis zum fertigen Resultat und Umsetzung wird sowas sicherlich nicht “plötzlich” passieren. Und um Leute nicht auf den Schlips zu treten, die bereits Normen nach den jetzigen Regeln erzielt haben, kann man sicherlich eine Übergangszeit einführen, dass diese weiterhin auch… Weiterlesen »

Ilja Rosmann
Ilja Rosmann
27 Tage zuvor
Reply to  schwichtd

Es gibt nach aktuellem Stand gar keine Elo-Inflation, Deflation schein der Fall zu sein.
siehe https://de.chessbase.com/post/elo-inflation-oder-deflation

schwichtd
schwichtd
26 Tage zuvor
Reply to  Ilja Rosmann

Ja, vielen Dank dafür. Ist auf jeden Fall ein interessantes Themengebiet. Aber in dieser Diskussion sollte man vielleicht nicht so sehr darauf den Fokus legen. Im Prinzip steht ja außer Frage, dass jemand mit 2500 Elo nun wirklich nicht mehr dem Niveau der Weltspitze und auch nicht unbedingt dem Niveau der erweiterten Weltspitze angehört. Ob jetzt Elo-Inflation ein großer Faktor dafür ist, oder nicht, ist ja nur zweitrangig. Der Tatbestand, egal wie er zustande gekommen ist, bzw egal welche Gründe dafür zugrunde liegen, ändert ja nichts an dem Zustand.

Eumelgnub
Eumelgnub
25 Tage zuvor
Reply to  schwichtd

Wir verstehen unter “Großmeister” halt etwas unterschiedliches. Du meinst, ein Großmeister müsse nahe der Weltspitze sein, für mich ist ein “großer Meister” aber schon jemand, der weit, weit, weit über dem Niveau eines durchschnittlichen Vereinsspielers spielt und das Spiel viel, viel, viel besser versteht, als es der allergrößte Teil der Menschheit jemals verstehen könnte.Und da hat sich zwischen 1988 und heute sicher nicht so viel verändert. Und dafür muss man nicht zu den besten 100 oder so der Welt gehören. Normen sind natürlich weiterhin wichtig, damit nicht Vitamin B über die Titelverleihung entscheidet. Aber ok, let´s agree to differ. Viel… Weiterlesen »

schwichd
schwichd
25 Tage zuvor
Reply to  Eumelgnub

Wie bereits gesagt, Eumelgnub. Ich verstehe deine Position. Wir definieren das anders. Aber ist ein 2500 Spieler wirklich noch ein “großer Meister”? Wie kann er so groß sein, wenn die Weltspitze so weit weg ist und diesen angeblichen “großen Meister” ohne weitere Bedenken und Vorbereitung einfach am Brett wegdominiert. Dein “großer Meister” mag zwar im Vergleich zu damals voll und ganz konkurrenzfähig sein, aber hier und jetzt halt nicht. Von daher ist er eben nicht ein “großer Meister”, sondern einfach nur Mittelmaß. Das er weit über dem Niveau eines Vereinsspielers ist, ist sicherlich korrekt definiert. Er ist mittlerweile aber auch… Weiterlesen »

Thomas Richter
Thomas Richter
25 Tage zuvor
Reply to  schwichd

Ich würde den GM-Titel grob mit dem Doktortitel vergleichen – Einstieg in akademische Karriere, nicht mehr und nicht weniger. Nicht jeder Doktor wird dann Professor “an irgendeiner Universität” (analog zu Elo 2600?). Nicht jeder wird Professor an einer Elite-Universität (Elo 2700?). Auch nicht jeder Professor an z.B. der Harvard-Universität bekommt einen Nobelpreis (Elo 2750 oder mehr?).

Eben viel unterhalb des GM-Titels, aber auch einiges oberhalb des GM-Titels.

Das ist die Realität, man kann sie akzeptieren oder nicht?

schwichd
schwichd
25 Tage zuvor
Reply to  Thomas Richter

Was du sagst ist also, wir brauchen einen Nobelpreis!?

Also doch ein neuer Titel mit 2750+ Elo, der Super-GM. Oder um modern zu sein, und die Jugend anzusprechen: Platin Rank. Legendary. Das hat Signalwirkung und ein GM Titel stinkt dagegen einfach richtig ab.

schwichd
schwichd
25 Tage zuvor
Reply to  Thomas Richter

“Das ist die Realität, man kann sie akzeptieren oder nicht?” Das das gerade die Realität ist, bezweifle ich doch gar nicht. Aber Realität kann man gestalten. Die FIDE kann das gestalten. Sie 1950 den Titel eingeführt. 30 Jahre später hat sie die Realität geändert, nochmal 10 Jahre später hat sie die Realität erneut geändert. Und jetzt, wiederum 30 Jahre später – man glaubt es kaum – kann man die Realität wieder ändern. Nur weil etwas so ist, wie es ist, muss es ja nicht so bleiben. Du unterschätzt die Menschen, wenn du denkst, das man Realität nur akzeptieren oder nicht… Weiterlesen »

Thomas Richter
Thomas Richter
25 Tage zuvor
Reply to  schwichd

Eine leichte Anpassung der Anforderungen wäre auch für mich denkbar – wenn das nicht nur für Minimum Elo sondern auch für TPR bei Normen gilt und bestehende Normen nur dann weiterhin gelten, wenn sie neue Anforderungen erfüllen, müsste Paehtz aber wohl nochmal komplett neu beginnen …. . Wenn GM wieder “erweiterte Weltklasse” bedeuten soll müsste man Anforderungen aber drastisch anpassen. Das wäre verwirrend, da bestehende Titel auf Lebenszeit gelten, und unfair gegenüber denen, die sonst vielleicht demnächst GM würden. Nur mal aus Sicht junger deutscher Spieler: Was würden IMs wie Spartak Grigorian, Ashot Parvanyan oder Roven Vogel davon halten, dass… Weiterlesen »