Den Perlen helfen: Autor:in gesucht

Die Nakamura/Chessbrah/Chessbae-Geschichte gipfelte jetzt nach einem wochenlangen Drama in einer öffentlichen Entschuldigung Hikaru Nakamuras: „Sorry, dass ich gelegentlich ein Arsch bin.“ Massen schachaffiner Leute haben dieses Drama verfolgt, auf r/chess stand es ständig oben, aber auf dieser Seite fand es nicht statt, obwohl es von Tausenden gelesen worden wäre. Trotzdem: Es wird hier weiterhin nicht stattfinden – außer du hilfst uns.

Der Schreiber dieser und der meisten anderen Zeilen auf dieser Seite verfolgt mit Begeisterung, in welchem Maße das Schach neue Schachspieler gewinnt, neue Medien erobert. Nur ist der Schreiber dieser Zeilen bei aller digitalen Prägung letztlich doch ein alter, analoger Sack. Wenn er als solcher abends zum Tablet greift, um noch ein bisschen Schach zu gucken, dann guckt er lieber Leko, Yermolinsky, Svidler statt Hikaru, Botez, Kugelbuch. Und so entwickelt sich da draußen eine für unser Spiel bedeutende Parallelwelt, die eine Menge Geschichten schreibt, Dramen sogar, die hier nicht abgebildet werden, obwohl sie abgebildet werden sollten.

Das Phänomen, dass hier Wichtiges aus der Twitch-Youtube-Szene nicht abgebildet wird, ist ja nicht neu. Wann erwartet der große Grieche den 100.000sten Abonnenten? Warum spricht Youtube-Huschenbeth nur in der dritten Person von sich? Warum sehen wir Kugelbuch nur von der Seite? Und was ist das eigentlich für eine Mütze? Hält sich Stefan Titze nach seinem Zugzwang-Sieg jetzt auch für ein Jahrhunderttalent? Was macht eigentlich Papaplatte? Diese Fragen hätten längst gestellt werden sollen und die Antworten hier dokumentiert. Noch ist Zeit dafür, Georgios steht bei 95.000.

Professional Chess Player? Jemand sollte ihn fragen, wie ernst er das meint.

Oder, ganz aktuell: Wer ist der Mensch hinter Chessbae? Was hat sie einst bewogen, Schach-Streaming anzuschieben? Wie viel Geld hat sie reingesteckt? Wie fühlt sie sich jetzt, nachdem ihr Hikaru und chess.com den Stecker gezogen haben? Und was sagen eigentlich Eric Hansen und Aman Hambleton dazu?

Der Schreiber dieser Zeilen würde solche Geschichten mit Interesse lesen. Schreiben wird er sie nicht, er muss ja jetzt das Kandidatenturnier verfolgen, es fehlt Kapazität – und Einblick in die Szene. Blöd nur: Anderswo werden diese Geschichten auch nicht geschrieben, obwohl sich potenziell massenhaft Leute dafür interessieren. Sie sind der ideale Stoff für unabhängige Berichterstattung. Die kommerziellen Seiten sind entweder viel zu involviert (chess.com/chess24) oder viel zu weit weg (chessbase).

Nach dieser viel zu langen Ansprache kommst du ins Spiel. Du hast bis hier gelesen, offensichtlich interessiert dich, worum es geht.

Du schaust täglich auf r/chess rein? Du guckst eher Twitch als Youtube? Viel eher Instagram als Facebook? Prima. Wie wäre es, über das zu berichten, was du dort siehst? Und ganz nah dran zu sein: die Akteure begleiten, porträtieren, interviewen. Dieses könnte das Forum für deine Werke sein.

Du hast noch nie über irgendetwas berichtet? Weißt gar nicht, wie man Leser fesselt und wie Interviewen geht? Was Leute lesen würden und was nicht? Und bei deiner Zeichensetzung bist du dir auch nicht so sicher? Kein Ding. Klopfen wir halt vorab dein Thema auf Tauglichkeit ab, schmieden vor dem Interview einen Plan und vor dem Schreiben ein Gerüst. Fehlende Kommas mischen wir rein, Stilblüten fischen wir raus. Netz und doppelter Boden sind hier inklusive.

Was du für den Job bekommst? Aufmerksamkeit, Profil, Traffic. Was du hier schreibst, wird tausend Mal gelesen, wenn es sehr gut läuft, zehntausend Mal und mehr. In deine Beiträge bauen wir Links zu deiner Website, deinem Linkedin-Profil oder sonstwohin ein und spülen Besucher dahin – deine Besucher.

Deal?

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