Der Zen-Meister

Wer unter Bluthochdruck leidet, sich gestresst, angespannt oder nervös fühlt, der sollte Betablocker nicht als erstes Mittel seiner Wahl verstehen. Womöglich hilft schon, Georg Meier ein Stündchen beim Blitzschach zuzuschauen. Auf dem Brett mag es noch so hoch hergehen, die Sekunden mögen noch so schnell zerrinnen, Meier ruht in sich. Und gewinnt.

Vor einigen Wochen ist Magnus Carlsen als erster Spieler ins Achtelfinale des Banter-Blitz-Cups von chess24 eingezogen. Als zweiter folgte ihm Alexander Donchenko. Nun hat Georg Meier sein Best-of-16-Match gegen Igor Kovalenko gewonnen und gesellt sich zu diesen beiden und einigen weiteren Achtelfinalisten.

Heute könnte es mit Matthias Blübaum ein dritter Deutscher unter die letzten 16 schaffen. Ab 21 Uhr bestreitet Blübaum sein Match gegen den russischen GM Aleksandr Schimanow (Elo 2593). Nominell ist Blübaum (2646) Favorit. Gerade erst (im Februar) hatte er seinen Elo auf das bisherige Allzeithoch von 2651 geschraubt.

Alle anderen Landsleute dieser drei sind längst ausgeschieden, die Lubbes etwa, Niclas Huschenbeth oder Ilja Zaragatski. Wollen Donchenko, Meier und Blübaum ein Match gegen den Weltmeister spielen, müssen sie bis ins Finale vorstoßen.

Donchenkos Viertelfinale ist schon angesetzt: am 12. Mai geht es gegen den indischen GM Narayanan (2618). Nominell ist das machbar, aber Donchenko sollte gewarnt sein: Es ist gut ein Jahr her, da gewann Narayanan den Titled Tuesday unter anderem vor Hikaru Nakamura, Nummer eins der Blitz-Weltrangliste, und Wesley so.

Wegweiser zu einem glücklichen Leben: Wer sein Inneres aufräumt, dem gelingt es wahrscheinlich umso besser, auf dem Brett aufzuräumen. Und wer Putzen und Aufräumen als lästige Pflichten versteht, der lernt hier, wie sich aus Alltagspflichten Glück schöpfen lässt.
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