Keymers vergrippter Start in Wijk

Vincents erste Partien beim Tata Steel Chess in Wijk waren ein wenig mysteriös. Schlechte Form passiert, zumal bei jungen Leuten, aber konnte dieses Aneinanderreihen von kleinen Patzern, diese latent grischukhafte Zeiteinteilung nur schlechte Form sein? Thorsten Cmiel schrieb auf ChessBase „…testet seine Nehmerqualitäten“, was übersetzt wohl so viel heißt wie „Ich hab‘ auch keine Ahnung, was da los ist“.

Vincent Keymer hat die Grippe überwunden. | Foto: Alina l’Ami/Tata Steel Chess

Schlechte Form war es nicht, das hat sich heute geklärt.

Vincent hatte sich eine Grippe eingefangen. Während der ersten Runden saß er krank am Brett.

Jetzt geht’s wieder. Das bekam schon gestern seine Gegnerin zu spüren, und heute stand Vincent (durch die Enginebrille betrachtet) nach 15 Zügen gegen den Fast-WM-Kandidaten David Anton auf Gewinn:

Hier muss 19.b5 Sa5 20.Se5 kommen, dann steht es so:

Die Idee ist ein tödlicher Turmschwenk. Verhindert Schwarz den mit 20…Tad8, dann macht Weiß 21.Ld3 mit der Hauptdrohung, die Dame über e2 nach h5 zu schwenken. Der schwarze König steht dermaßen im Feuer, Schwarz muss Material spucken. Aber das ist alles noch ziemlich variantenreich und keinesfalls trivial. Vincent stand auch nach seinem 19.Ld3 besser, doch es gelang Anton, seinen Laden zusammenzuhalten, Remis/32.

Toller Start von Roven Vogel ins Qualifiers! Heute wieder gewonnen, jetzt 2/2 – und auf dem Weg ins Challengers 2021?

2 Kommentare zu „Keymers vergrippter Start in Wijk

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