Herberts Histörchen

Forum – Das Wochenmagazin ist eine bemerkenswerte Publikation, herausgeben vom Unternehmer Hartmut Ostermann, der sie einerseits als Vehikel in eigener Sache betreibt, andererseits den Anspruch verfolgt, guten Journalismus zu machen. Ob das zusammenpasst? Jedenfalls hat „Forum“ sein Jahr 2020 jetzt mit einem Themenheft „Schach“ eröffnet. Das ist streckenweise interessant zu lesen, andererseits findet sich darin niemand, der im sich gerade stark wandelnden Schach von Bedeutung wäre.

Unter anderem den Ex-DSB-Präsidenten Herbert Bastian haben sie aus der Mottenkiste gekramt und ein arg ambivalentes Interview mit ihm geführt. Manches, was Bastian sagt, ist faktisch falsch und demonstriert in erster Linie Ahnungslosigkeit (Schach bei Olympia 2024). Der wahrscheinlich schachfremde Interviewer merkt das nicht, hakt nicht nach und druckt einfach so ab, was Bastian erzählt.

Anderes demonstriert eher Verstaubtheit, siehe Überschrift „Schach braucht Mäzene“. Sponsoren braucht das Schach, viel dringender als Mäzene, und um die zu bekommen, muss das Schach seinen Hintern bewegen und sich sexy machen – eine Überlegung, die in Bastians Gedankenwelt nicht vorkommt.

Als Präsident von gestern kennt sich Bastian bestens aus mit dem, was war. Die erste Frage ist kaum verhallt, da ist Bastian schon im 18. Jahrhundert und bei Ludwig XV. angekommen. Und als Histörchenerzähler ist er tatsächlich große Klasse.

3 Kommentare zu „Herberts Histörchen

  1. Ein bemerkenswert schwacher Schormann-Artikel. Kern ist eine Attacke auf den offenbsr in einer „Mottenkiste“ lebenden Schachfunktionär Bastian (so weit noch die langweiligen Heckenschützen-Gefechte im DSB).
    Enthüllt werden kann diese Attacke Schormanns Leser aber nur dann, wenn sich dieser das bisher nie gehörte Heft irgendeines Unternehmers HO zugänglich macht, im Klartet: per Kauf.
    Schormann teilt leserfreundlich mit großer Kelle aus, unterlässt es jedoch, für das somit ominös bleibende HO-Forum eine Bezugsquelle oder doch einen Link zu nennen. So wird’s wohl nichts werden mit derr HO-Werbung.
    Die vom Autor vorgegebene Empörung gegenüber des Bastians Gedanken zu Olympia-Schach (nach Meinung des hilflosen Amateurs, der hier schreibt, in der Tat für 2024 und auch 2088 eine unnütze Idee, eine Chimäre, der der DSB seit Jahren hinterher läuft) findet den falschen Aufhänger; in der kurzen Amzszeit Bastians wurden genügend andere Fehler gemaht, natürlich erst recht von den ihn umzingelnden anderen Präsidiums-Dilettanten.
    Jedenfalls: Damals hatte der DSB noch eine Schachjugend und einen Öff.-Arbeiter.
    Der nun so richtig aus dem Satttel gehende Leser möchte nur zu gern wissen, was denn nun genau „faktisch falsch“ an Bastians Überlegungen sei (hatte er sich ja vielleicht schon immer gedacht), aber auch hierzu muss man das HO-Heft kaufen. Es bleibt bisher: Ein ärgerlicher, handwerklich weit unter sonstigem Niveau bleibender Schormann-Artikel.

    1. Klick den Bastian, gelange zum Artikel. Ich baue wohl besser noch nen Link in den Text ein, damit wirklich jeder findet, worum es geht 😉

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