Respekt, Anna!

Wie umgehen mit Ländern, in denen Menschenrechte wenig zählen, in denen eine kleine Clique unabwählbar über Wohl und Wehe des Volks bestimmt, in denen das Wort nicht frei ist und die Frau unterdrückt? Wegbleiben und boykottieren oder hinfahren und konfrontieren?

Bei den Weltmeisterschaften im Schnell- und Blitzschach, die in diesen Tagen in Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad ausgefochten werden, haben sich fast alle Spitzenspieler für “hinfahren und Kohle mitnehmen” entschieden. Angesichts eines für Schach-Verhältnisse mehr als üppigen Gesamtpreisfonds von 2 Millionen Dollar zählt für die meisten Profis am ehesten die Aussicht auf einen veritablen Zahltag, weniger der Umstand, dass Israelis nicht mitspielen und Frauen ohne Schleier nicht das Spiellokal verlassen dürfen.

Umso respektabler die Entscheidung von Anna Muzychuk:

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Andere Leute sehen das nicht ganz so eng, darunter auch solche, die ausgesorgt haben es sich leisten könnten, ein Zeichen zu setzen.

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[…] Die damalige Weltmeisterin Anna Muzychuk und ihre Schwester Maria sagten das Turnier ab und verzichteten auf ein Rekord-Preisgeld, weil sie nicht in einem Land spielen wollten, in dem Frauen weniger Rechte haben als Männer. Auch […]

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[…] über der 2017er-Auflage des Turniers in Riad hatte ein Schatten gelegen, weil Israelis und Spieler aus Katar nicht erwünscht waren und obendrein Frauen in einem Land […]

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[…] 2017 in Riad hatte seine Landsfrau (und seinerzeit Weltmeisterin) Anna Muzychuk boykottiert (und auf ein Rekord-Preisgeld verzichtet), weil sie nicht in einem Land spielen wollte, in dem Frauen unterdrückt […]