23. September: Chess for Ukraine

Weltpremiere für den guten Zweck: Ein Benefiz-Hybrid-Match zwischen der ukrainischen Stadt Lemberg (Lwiw) und der deutschen Hauptstadt Berlin am 23. September wird einige der bekanntesten Figuren des deutschen und des ukrainischen Schachs zusammenführen, ohne dass sie einander direkt begegnen. Das Match wird das erste auf elektronischen Schachbrettern gespielte Match zweier Mannschaften aus verschiedenen Ländern.

Das erste Brett der Berliner Mannschaft wird Großmeister Niclas Huschenbeth hüten, die Ukrainer sollen von Wassili Iwantschuk angeführt werden. Georgios Souleidis wird das Match auf seinem Twitch-Kanal live übertragen, unterstützt von Angelika Valkova, gebürtige Ukrainerin, die jetzt in Karlsruhe lebt und ebenfalls einen großen Twitch-Kanal betreibt.

Niclas Huschenbeth während der Schachbundesliga-Endrunde 2022 im Bremer Weserstadion. | Foto: Paul Meyer-Dunker/Deutscher Schachbund

Schon kurz nach dem russischen Überfall auf die Ukraine hatte das Unternehmen Millennium aus München, Hersteller von elektronischen Schachbrettern, vier seiner Turnierbretter nach Lwiw geschickt, ein Zentrum des ukrainischen Schachs, in dem vor Ausbruch des Kriegs mehr als 20 Schachgroßmeister gelebt haben. Auf Anregung des deutschen Journalisten Stefan Löffler war die Idee entstanden, den Ukrainern trotz des Krieges die Teilnahme an hybrid gespielten Matches zu ermöglichen.

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Seitdem gab es einige solcher Matches, unter anderem eines zwischen den Ukrainern und Magnus Carlsens norwegischem Club Offerspill, sämtliche online gespielt. Ein Match auf elektronischen Brettern wie in der Hybrid-Liga hatte sich bislang nicht ermöglichen lassen. Das wird sich nun ändern. Der Termin 23. September ist fest verabredet, die Uhrzeit ist noch nicht fix. Gespielt wird an vier Brettern doppelrundig, Schnellschach 25+10.

Beide Seiten basteln noch an ihrer Aufstellung. Auf deutscher Seite wird Niclas Huschenbeth ein Berliner Team von Schachmeistern anführen. Die Ukrainer würden dem deutschen Großmeister am ersten Brett gerne Wassili Iwantschuk vorsetzen. Der einstige Weltranglistenzweite sei sehr offen und interessiert, Hybridschach auszuprobieren, habe aber aufgrund anderer Verpflichtungen noch nicht zugesagt, heißt es aus Lemberg. „Ich arbeite daran“, sagt Mitorganisator Oleksandr Prohorov.

Das freundschaftliche Match wird einen Benefizcharakter tragen. Spenden sollen der Ukraine zugutekommen, der genaue Zweck wird in Absprache mit den Ukrainern noch festgelegt.

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