Caruana und Grischuk hintendran: Matthias Blübaum brilliert beim Rapid

Matthias Blübaum hat zum ersten Mal das Viertelfinale der Chess.com Rapid Championship erreicht. Am heutigen Sonntag ab 18 Uhr wird er im K.o.-Modus als Teil eines Weltklassefelds um den Turniersieg und einen möglichst großen Teil vom 20.000-Dollar-Preisfonds streiten. Außerdem geht es um Punkte für die Gesamtwertung der seit Febraur laufenden Serie, für deren Finale Ende August sich die zwölf besten Spieler qualifizieren.

Liveübertragung ab 18 Uhr

Die mit 650.000 Dollar Preisfonds dotierte Rapid-Meisterschaft ist die Turnierserie mit dem höchsten Preisgeld, das chess.com jemals ausgeschütttet hat. Nur die Besten dürfen mitspielen: die Top 100 der Welt, die Top 10 der Frauen und die Top 10 der Junioren. Vier Deutsche erfüllen diese strengen Vorgaben: Vincent Keymer, Matthias Blübaum, Alexander Donchenko und Liviu Dieter Nisipeanu. Während die drei Erstgenannten schon an einigen Events teilgenommen haben, hat sich der dem Onlineschach wenig zugeneigte Nisipeanu bislang ferngehalten. Allen Spielern steht frei, das Turnier zu nutzen, um sich selbst ein Publikum aufzubauen, indem sie es auf ihren eigenen Kanälen streamen.

Beginnend am 12 Februar 2022, sind während des 25-wöchigen Spektakels jeden Samstag Schweizer-System-Turniere angesetzt, jeweils dotiert mit 20.000 Dollar Preisgeld. Darum spielen die acht Erstplatzierten in einem K.o.-Finale am Sonntag. Am 28. August soll das Finale steigen: Die zwölf Besten der Gesamtwertung treffen auf vier Wildcards.

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Die Schlusstabelle des Schweizer-System-Turniers am Samstag mit 39 Teilnehmern zeigt auf den ersten beiden Plätzen zwei kuriose Geschichten. Ganz oben steht mit 6,5/9 der ukrainische Großmeister Igor Kovalenko, der das Turnier aus dem unter russischem Beschuss stehenden Kyiv spielte. Punktgleich dahinter: Der Russe Dmitry Andreikin (russische Flaggen zeigt chess.com nicht an), der den Wettbewerb mit zwei Niederlagen begonnen hatte – gegen Matthias Blübaum und Alexander Donchenko. Danach punktete Andreikin durch: sechs Siege am Stück.

Blübaums Gegner am heutigen Sonntag, die acht Erstplatzierten des gestrigen Schweizer-System-Schnellturniers (zur vollständigen Tabelle).

Blübaum gewann die entscheidende Partie seines Turniers in der Vorschlussrunde gegen den Weißrussen Vladislav Kovalev, der schon seit November unter FIDE-Flagge spielt, nachdem er die weißrussische nicht mehr vertreten mochte. Mit “plus drei” hatte sich Blübaum in eine komfortable Position gebracht, die ihm und seinem Schlussrundengegner, dem Weltranglisten-Sechsten Wesley So, die Möglichkeit eröffnete, sich mit einem Remis die Teilnahme am Finale am heutigen Sonntag zu sichern.

Bis Ende August jeden Samstag die Gelegenheit, sich mit den Weltbesten zu messen: Eine glänzende Partie, die Matthias Blübaum vor einer Woche in der Rapid-Meisterschaft gegen Alexander Grischuk gespielt hat.

Wie an jedem Wochenende so blieben auch an diesem eine ganze Reihe Ausnahmekönner auf der Strecke, Fabiano Caruana etwa, Alexander Grischuk oder Schnellschach-Weltmeister Nodirbek Abdusattorov. Alexander Donchenko belegte Platz 16 mit 5 Punkten. Der in der Grand-Prix-Vorbereitung steckende Vincent Keymer nahm dieses Mal nicht teil.

Gesamtstand der chess.com Rapid Championship

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