Grand Prix in Belgrad: Dmitry Andreikin ersetzt Ding Liren

Der chinesische Großmeister Ding Liren wird nicht an der zweiten Etappe des Frand Prix in Belgrad vom 28. Februar bis 14. März teilnehmen. Die FIDE teilt mit, es gebe trotz des Willens und der Bemühungen aller Beteiligten “unüberwindbare Hindernisse”, die ihn daran hindern, zu spielen. Der einstige russische WM-Kandidat Dmitry Andreikin wird in Belgrad den Platz des Weltranglistendritten einnehmen. Andreikin sei informiert und habe sich bereit erklärt zu spielen.

Ding Liren, Unglücksrabe. | Foto: Theo Heinze

Nachdem Ding Liren vor Turnierbeginn aus dem derzeit in Berlin laufenden ersten Grand Prix ausgeschieden war, war spekuliert worden, ob er womöglich seine Chance aufs Kandidatenturnier intakt halten kann, indem er an den kommenden beiden Grand Prix teilnimmt. Mit dem Ausscheiden aus dem Belgrader Wettbewerb dürfte nun feststehen, dass das Kandidatenturnier 2022 ohne Ding Liren über die Bühne geht.

Allerdings steht die Frage im Raum, was passiert, sollte ein Spieler vom Kandidatenturnier zurückziehen. Der beim Grand Prix in Berlin überraschend stark aufspielende Hikaru Nakamura hat schon angedeutet, dass er für den Fall einer Qualifikation kein gesteigertes Interesse daran hätte, am Kandidatenturnier teilzunehmen. Er wäre bereit, seinen Platz Ding Liren abzutreten – was laut Reglement nicht möglich wäre, wie jetzt FIDE-Generalsekretär Emil Sutovsky klargestellt hat:

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Demnach wäre Ding Liren auch kein Kandidat, per Elo automatisch ins Kandidatenturnier nachzurücken: Er hat nicht genug gewertete Partien gespielt.

Eine Chance, dass der Chinese beim dritten und letzten Grand-Prix-Turnier spielt, gibt es weiterhin. “Für den Fall, dass einer der Teilnehmer aus irgendeinem Grund mehr als 15 Tage vor Beginn des Turniers zurücktreten muss, würde Ding aufgrund seines Ratings als erste Reserve gelten”, teilt die FIDE mit. Auch für den Fall, dass eine Wildcard benannt werden muss, sei Ding der erste Kandidat. “Wir sind uns jedoch bewusst, dass die Chancen, dass er dieses Jahr tatsächlich am Grand Prix teilnehmen kann, unter den derzeitigen Umständen sehr gering sind.”

Die Reisebeschränkungen hätten Dings Karriere in den vergangenen zwei Jahren dramatisch beeinträchtigt. “Das tut uns Leid. Wir freuen uns darauf, ihn so bald wie möglich wieder auf der internationalen Bühne zu sehen.”

(Titelfoto: Lennart Ootes/FIDE)

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[…] des Weltranglistendritten Ding Liren zu bewerten sein, der nun definitiv aus der Grand-Prix-Serie ausgeschieden ist. Unter der Voraussetzung, dass die FIDE nach der „Lex Radjabov“ nicht kurzfristig auch eine […]