Zu wenig Frauen im Schach-Ehrenamt: “Ein grundsätzliches Problem”

Die jüngsten Rücktritte von Frauen aus führenden Ämtern stünden “in keinem Zusammenhang zueinander”, teilt der Deutsche Schachbund nach dem Rücktritt der Vizepräsidentin Verbandsentwicklung Olga Birkholz auf Anfrage dieser Seite mit. Es sei ein “grundsätzliches Problem”, dass zu wenig Frauen Ämter im organisierten Schach ausüben.

“Dass aktuell nur noch eine Frau als Referentin für Breitenschach im Amt ist, bedauern wir. Wir möchten diese Zahl erhöhen”, sagt DSB-Sprecher Paul Meyer-Dunker. Olga Birkholz möchte sich derweil zu den Umständen ihres Rücktritts nicht näher äußern.

Olga Birkholz. | Foto: Deutscher Schachbund

Dieser Rücktritt Mitte vergangener Woche befand sich einige Tage in der Schwebe. Laut DSB war aus Birkholz’ vermeintlichem Rücktrittsschreiben nicht eindeutig hervorgegangen, ob sie die Arbeit an einer spezifischen Sache, an der sich ein neuerlicher Konflikt entzündet hatte, ruhen lässt oder generell ihre Arbeit als Vizepräsidentin. Während die DSB-Spitze nach eigenen Angaben nicht wusste, woran sie ist, war Birkholz abgetaucht. Auch die zweifache Anfrage dieser Seite war unbeantwortet geblieben.

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“Wir müssen mehr Frauen ermutigen und unterstützen, sich im deutschen Schach einzubringen und Verantwortung zu übernehmen. Und wir müssen daran arbeiten, die Landesverbände zu motivieren, dasselbe zu tun”, sagt DSB-Sprecher Meyer-Dunker. “Deswegen ist es gut, dass der Kongress im Oktober Vernetzungs-, Fortbildungs- und Ausbildungsangebote speziell zur Frauenförderung beschlossen hat. Ein weiterer wichtiger Beschluss war das Angebot von Kinderbetreuung für alle DSB-Veranstaltungen und DSB-Turniere.”

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schwichtd
schwichtd
9 Monate zuvor

Kann man nicht einfach eine Frauenquote von mind. 50% verankern? Soweit ich das verfolgen konnte, hilft sowas automatisch. Egal, wie viele Frauen in dem Bereich arbeiten oder eine Qualifikation besitzen. Sollte also auch im Schach funktionieren. kappa

Klaus Zachmann
Klaus Zachmann
9 Monate zuvor
Reply to  schwichtd

Das Problem ist doch nicht, dass zu wenig Frauen da sind, sondern doch eher, dass die gleich wieder weg sind.
Vielleicht sollte man eher der Frage nachgehen, was ist an der DSB-Organisation so unattraktiv und warum funktioniert das in anderen Sportverbänden deutlich besser?
Die Referenten und Beauftragten sind wohl eher nicht das Problem.
Was bleibt da noch übrig ? ? ? 🙂