Wir müssen über Cheating reden

Den garstigen Propheten, die ein Scheitern der Online-Meisterschaft vorhergesagt haben, wollen der DSB und ChessBase nun mit Macht demonstrieren, dass es doch funktioniert. Der DSB pumpt sensationell viel Kohle rein, und ChessBase öffnet die Softwareschleusen. 7.000 Euro Preisfonds, 3.500 in Form von Software, dazu 3.500 vom Schachbund.

Die Internetmeisterschaft ist besser dotiert, als es die richtigen Deutschen Meisterschaften der Prä-Gipfel-Ära waren. Das wird reihenweise National- und Kaderspieler anlocken. Nun seien wir gespannt, was die Veranstalter tun, um Zuschauer anzulocken. Deutsche Meisterschaft unter Ausschluss der Öffentlichkeit wäre ja doof.

Warum kein Preis für den besten Streamer?

Wenn es doch an Geld und anderen Gaben nicht mangelt: warum kein Preis für den besten Streamer? Vielleicht würde ja jemand zuschauen.

Das Thema Cheating im Online-Schach hab‘ ich bislang immer klein gehalten, weil ich glaube, dass das speziell auf Lichess viel weniger ein Problem ist, als es die immer wieder aufflammende Aufregung darum vermuten lässt.

Aber nun sponsert der Schachbund mit 3.500 Euro eine PR-Aktion für die Premium-Mitgliedschaft bei playchess.com und nennt das Ganze auch noch „Deutsche Meisterschaft“.

Lassen wir die Frage nach der Gemeinnützigkeit einer solchen Veranstaltung (vorerst?) beiseite. Aber wenn so viel Geld im Spiel ist, müssen wir natürlich über Cheating reden. Auf Twitter haben wir damit schon angefangen. Mal gucken, vielleicht findet sich ja jemand für ein Interview.

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