Schach vor 50 Jahren: köstliche Lektüre

„Das Spielen der Damen mit Männern sollte man als Leistungssport anerkennen.“

Wenn du deine Website seit 1971 nicht neu gemacht hast, dann bringt das für Besucher den Vorteil mit sich, dass sie dort Dokumente aus dem Jahr 1971 finden (dem Jahr nach der Schacholympiade Siegen übrigens). Und die haben mittlerweile historischen Wert.

Wer hätte gedacht, dass damals in Deutschland der Bundespräsident Schachmeister auszeichnete? Und dass Schachfreund Zickelbein schon damals für die Schachjugend kämpfte.

Die Arbeit des DSB-Pressereferenten bestand schon damals darin, von sich aus über nichts zu berichten. Andererseits hatten sie damals einen Präsidenten, der auch ohne Genehmigung des Geschäftsführers Sachen machen durfte. Und so hielt der Mann an der Spitze in eigener Verantwortung „Kontakt zu Rundfunk und Fernsehen“, was dann zu nicht näher definierten „Maßnahmen“ führte, wenn die Presse „böswillig“ berichtet hatte.

Köstliche Lektüre.

Damals gab es wohl einen „Fall Waligora“, einen Skandal womöglich? Weiß jemand, was es damit auf sich hat?

Der Rechtsberater hatte damals nicht viel zu tun. Hat er heute zwar auch nicht, aber das liegt nur daran, dass er zu wichtigen Sachen (Jordan, Schulz) nicht mehr gefragt wird. Arbeit für einen Rechtsberater gäbe es reichlich angesichts all der arbeitsrechtlichen, gerichtlichen und staatsanwaltlichen Vorgänge, denen unser Schachbund einen erheblichen Teil seiner Kapazität widmet.

„Gemeinnützigkeit“ war damals noch ein ganz neues, großes Thema, man erkennt es an den aufgeregten, handschriftlichen Kritzeleien in der Schreibmaschinenschrift. Zum Glück ist diese Gemeinnützigkeitssache 50 Jahre später bald vom Tisch.

Wer so viel Kohle auf dem Konto hortet, wer per Amateurmeisterschaft dafür sorgt, dass es noch mehr wird, wer sich aufstellt und artikuliert wie ein Wirtschaftsbetrieb und in seinem Programm keinerlei Idee durchblicken lässt, warum er sich auf Profit trimmt außer um des Profits willen, der ist ja eher nicht gemeinnützig.

Naja, Kongressbericht 1971. Ganz wunderbar. Enjoy!

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