Quel malheur

Das war ja kaum zu fassen. Keine 20 Züge gespielt, und Alexander Donchenko stand mit Schwarz auf Gewinn gegen den Weltranglistenfünften und WM-Kandidaten Maxime Vachier Lagrave. Dessen Stellung war ziemlicher Käse – und voller Löcher. Die mitfiebernden Fans des 22-Jährigen aus Gießen bereiteten sich schon auf die erste Donchenko-Twitter-Party im Lauf des Tata Steel Chess vor.

“Minus 3,5” zeigte die Maschine einige Züge lang an. “Alexander sollte den Sack jetzt bald zumachen”, mahnte Jan Gutafsson im chess24-Livestream. “Sonst dreht sich das am Ende noch.”

Dann dieser Moment:

22…Tb5. Positionell ist das nicht zu erklären, taktisch durchaus: Schwarz zwingt die unter Atemnot leidende weiße Dame nach a4, und Schwarz muss nur noch …Dc3 (mit Tempo) nebst …Ta5 folgen lassen, schon ist die weiße Dame gefangen.

Superidee, funktioniert leider nicht.

Was daran nicht funktioniert, siehe kommentierte Partie hier:

MVL vs Alexander Donchenko. Klick auf “Play” startet das Video.

Letztlich gelang es dem Franzosen, sich ein ausgeglichenes Endspiel zu erwurschteln, und in dem bekam er sogar ein bisschen Druck, als Alexander Donchenko nur noch remis wollte und das Spielen aktiver Züge verweigerte. Remis war es in der Tat, aber MVL drückte und schließlich passierte, was sich in den Stunden zuvor angekündigt hatte.

Am heutigen Donnerstag ist der letzte Ruhetag in Wijk. Freitag um 14 Uhr beginnt die elfte Runde, Donchenko hat Weiß gegen Jan-Krzysztof Duda, Liveübertragung hier.

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