Magnus, Menschenrechte und Säcke voll Geld

Wäre er gar nicht erst hingefahren, das hätte womöglich eine veritable sportdiplomatische Erschütterung ausgelöst. Immerhin hat Weltmeister Magnus Carlsen am Ende der Schnell- und Blitzschach-Weltmeisterschaften in Saudi-Arabien jetzt öffentlich gesagt, dass die Veranstaltung in 2018 und 2019 nicht in Saudi-Arabien stattfinden sollte, so lange nicht Spieler aus allen Ländern teilnehmen dürfen. Bei der jüngst beendeten Auflage hatten die Veranstalter Schachprofis aus Israel und Katar ausgeschlossen, indem sie ihnen Visa verweigerten.

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Ob den Schach-Weltverband FIDE der Einwand des besten Spielers interessiert? Nach Angaben der Gulf Times kassiert die FIDE 1,5 Millionen Dollar dafür, dass sie den Saudis die Ausrichtung der Weltmeisterschaften bis 2019 zugesagt hat, und es wäre erstaunlich, würde die latent klamme wie zwielichtige Schachorganisation plötzlich Menschenrechte wichtiger finden als Säcke voll Geld.

Warten wir mal ab, was passiert, und erfreuen uns so lange am Verb „to chide“, mit dem die Gulf Times unseren bescheidenen Wortschatz erweitert.

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