Zwanzigzwanzig

Seltsam geht das Jahr zu Ende –
Tausendfältig wusch man Hände,
Blieb auf Abstand, war für sich,
Traf sich oft bloß fernmündlich,
Saß mit Laptop in der Stube,
Mästete die Magengrube;
Lockdowns gab’s und Geisterspiele,
Eingeschränkte Ausflugsziele,

Urlaub ohne Reisepläne,
Maske, Abstand, Plan-Hygiene:
Allen hängt’s zum Hals heraus!
Mancher sitzt allein zuhaus,
Ist von Angst und Not umgeben,
Ringt nach Luft, ums Überleben,
Um das Haus, die Existenz,
Ist bedroht von Insolvenz,

Hofft auf eine bessre Lage…
Länger werden bald die Tage,
Jeder hat den Status satt,
Wünscht sich, dass ein Lichtblick naht.
Weihnacht huscht auf leisen Sohlen,
Sehnsucht keimt leicht wahrnehmbar:
Alle Welt will sich erholen,
Wartet auf das neue Jahr.

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© Martin Hahn alias Nathan Rihm, Dezember 2020


Unter seinem Pseudonym „Nathan Rihm“ hat Martin Hahn bereits zwei Gedichtbände veröffentlicht. Mehr über ihn auf der Nathan-Rihm-Fanpage bei Facebook. Kontakt: nathanrihm@gmx.de

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