Anguckbefehl: “The Queen’s Gambit”

Es spielte Real Madrid gegen den FC Barcelona, “El Clasico”, wie sie in Spanien sagen. Für David Llada, Spanier und Freund des Fußballs, ist diese Begegnung ein Pflichprogramm, selbst wenn auf anderen Kanälen Schach läuft. Aber an diesem Wochenende ließ der Marketingchef des Schach-Weltverbands FIDE den Clasico sausen. Er hatte zuvor auf Netflix die erste Folge von “The Queen’s Gambit” gesehen, und die zog ihn so in seinen Bann, dass er gleich die zweite nachlegte.

Nie ist eine Produktion mit Schachkontext in Schachkreisen so gespannt erwartet worden wie diese, die auf Deutsch “Das Damengambit” heißt. Im Zentrum der Handlung (die zum Teil in Berlin spielt) steht Schachmeisterin Beth Harmon, gespielt von Anya Taylor-Joy. Gesegnet mit einer außergewöhnlichen Gabe, gepeinigt von ihren Süchten, mischt Beth Harmon den Männerbetrieb Schach auf, bis sie am Ende dem russischen Endgegner gegenübersitzt.

Weil die Produktion so hochwertig ist, speziell das Produktionsdesign, weil die Geschichte so detailreich erzählt ist, und weil es eben um Schach geht, wird es auf dieser Seite in den kommenden Tagen eine Rezension geben. Aber weil in der Schachblase in den Sozialen Medien schon jetzt über wenig anderes als das Queen’s Gambit geredet wird, wollen wir dem vorgreifen, ein paar erste Bilder und Eindrücke von Menschen zeigen, die die Serie schon gesehen haben.

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Für den gemeinen Schachspieler ist natürlich zuallererst wichtig, ob denn schachlich alles mit rechten Dingen zugeht. Dieser Frage ist Peter Doggers im Gespräch mit dem Produzenten, Regisseur und Autor Scott Frank nachgegangen:

Doggers Schluss: “The chess is done right“.

Das wäre also geklärt. Dann schauen wir doch mal, was zur neuen Schachserie getweetet wird. Eine Auswahl:

https://twitter.com/mediawhore/status/1319949771432448001
https://twitter.com/SvEnDOSkopie/status/1319980177888333824
https://twitter.com/olimpiuurcan/status/1319603770267820033

SPOILER-ALARM

Schach-Youtuber agadmator hat schon die entscheidende Partie der Serie unter die Lupe genommen:

Ein moderner Klassiker: Der Roman von Walter Tevis, aus dem das Drehbuch für die Netflix-Serie „The Queen’s Gambit“ entstand.
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Ronny66
Ronny66
3 Jahre zuvor

Die Serie spielt zum Teil in Berlin?!
Hab ich da was verpasst?

Produktionstechnisch und schauspielerisch war die Serie gut.

Ansonsten einsame, neurotische Menschen und Frauen die zum
Trinken neigen in einem Nichts von Handlung mit teilweise unfreiwillig komischen Dialogen und Figuren (wie zb den Schach-Brad Pitt “Matt”)

“Ich hab mir meine Zähne machen lassen- wegen Dir!” Könnte aus einem
Sketch von Loriot stammen.

Werbung für das Schach macht die Serie nicht, es war viel von
Zerstören und Zerschmettern des Gegners die Rede. Die Menschen an den
Brettern schienen auch unter einer ungesunden nervösen Spannung zu stehen und wirkten unsympatisch

Gerhard Streich
Gerhard Streich
3 Jahre zuvor

Gestern hat die Sylter Rundschau einen lesenswerten Artikel über einen Komparsen veröffentlicht, der in dem Film zu sehen ist. Es handelt sich um den gebürtigen Sylter Dirk Lins. Er sei ein leidenschaftlicher Hobby-Schachspieler. Seine Aufgabe bestand darin, als russischer Soldat neben dem Schachbrett herumzusitzen, interessiert zuzugucken und Zigaretten zu rauchen. Gedreht wurde im Dezember 2019 in Berlin. Um 15:00 Uhr gingen die Dreharbeiten los und endeten im Morgengrauen. Drei Tage war er im Einsatz. Im Film ist er jeweils nur für ein paar Sekunden zu sehen.

Claus Seyfried
3 Jahre zuvor

Niemals so einen tollen Film über / mit Schach gesehen!