Nummer sechs unter sieben Millionen

Der Beste von etwa 400.000 zu sein, ist eine Leistung, die Magnus Carlsen längst vollbracht hat: Er führt die Schach-Weltrangliste an. Jetzt schickt er sich an, in einem anderen Spiel der Beste von mehr als sieben Millionen zu werden.

In der „Fantasy Premier League“ liegt Carlsen seit dieser Woche auf Rang sechs. Während des Wochenendes war er gar die Nummer zwei, dann spülten ihn die Sonntagsergebnisse der Premier League zurück auf den sechsten Platz – den er vor etwa 7,1 Millionen Mitspielern belegt.

„Rabona“ nennen Fachleute diese Schusstechnik. (Foto via r/chess)

Bei den in Deutschland weniger als im angelsächsischen Raum verbreiteten Fantasy-Ligen stellen sich die Spieler aus den Akteuren der realen Teams ein eigenes zusammen. Dieses Team sammelt Spieltag für Spieltag Punkte, abhängig davon, ob die Akteure eingesetzt werden und wie erfolgreich sie sind. Beim Fußball zum Beispiel zählt, ob der Spieler ein Tor geschossen hat, eine Vorlage gegeben hat oder ob sein Team ohne Gegentor geblieben ist.

Wer im Fantasy-Fußball gut sein will, der muss

  • sich zuallererst mit Fußball auskennen, um Woche für Woche diejenigen Kicker zu nominieren, die am besten punkten
  • aus einem begrenzten Budget das Maximum herausholen. Ausschließlich Superstars zu akquirieren, geht nicht – zu teuer
  • langfristig planen, weil die Zahl der Umstellungen und Anpassungen des Teams von Woche zu Woche limitiert ist.

Planung und Strategie, aha! Magnus Carlsen scheint dafür auch abseits der 64 Felder ein gewisses Talent zu haben. Sein Team „Kjell Ankedal“ spielt seit Jahren oben mit (unter den ersten 5.000), 2018/19 endete es unter den ersten 1.000. So gut wie jetzt war es noch nie. Schon sechs Wochen nach Saisonstart 2019/20 stand Carlsen wieder unter den ersten 1.000, seitdem geht es Woche für Woche weiter nach oben.  

Als Fußballfan fühlt sich Magnus Carlsen am ehesten Real Madrid verbunden. Allerdings verfolgt er die Premier League viel intensiver als die spanische Liga.

Die Leidenschaft für die Premier League und die Fantasy Premier League (FPL) teilt Carlsen mit vielen Landsleuten, die in ihrer Heimat für kleines Geld britischen Fußball gucken können, anstatt ein teures Sportfernsehen-Abo kaufen zu müssen. Das führte schon 2017 dazu, dass unter den 50 besten FPL-Spielern der Welt 8 Norweger waren.

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