Als der Weltmeister ein Wunderkind war: Magnus Carlsen vs. Lorenz Drabke (Video)

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Lorenz Drabke. (Foto: Chessbase)

Wenn wir in Zukunft einen deutschen Schachspieler würdigen, dann wieder mit einer Gewinnpartie. Im Fall von Rasmus Svane war uns das mit seinem brillanten Sieg über Natalia Pogonina noch gelungen, danach ging es zwei Mal schief: Elisabeth Pähtz’ Vorstoß in die Top 10 der Frauen haben wir gefeiert, indem wir ihre (knappe) Niederlage gegen Hikaru Nakamura näher beleuchteten. Heute trauern wir um Lorenz Drabke – und zeigen eine Verlustpartie gegen Magnus Carlsen.

Die Nachricht vom viel zu frühen Tod Lorenz Drabkes hat vor vier Wochen auch Teile der internationalen Schachgemeinschaft erschüttert. Als Mitglied der Mannschaft der Bundeswehr hat er bei zahlreichen NATO-Mannschafts- und Einzelturnieren reihenweise vordere und manchen ersten Platz belegt und neben seinen Partien auch viele Freunde gewonnen.

Video: Magnus Carlsen gegen Lorenz Drabke

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2003 in Budapest trafen sich zahleiche junge, hungrige GM-Norm-Jäger zum “Budapester Frühling“. Lorenz Drabke war dabei – und ein gewisser Magnus Carlsen, seinerzeit 13 Jahre alt und damals noch ein großes Versprechen an die Schachwelt, das der Norweger bald einlösen sollte. Das Turnier lief mäßig für beide, aber gegen Drabke gelang Carlsen eine hübsche Kurzpartie.

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Die zeigen wir heute, weil sie unsere jüngste Eröffnungsübersicht zum Slawischen berührt. Wir mischen darum noch ein wenig ergänzendes Eröffnungswissen in die Analyse dieser kurzen Partie. Nach 1.d4 d5 2.c4 c6 3.Sf3 Sf6 4.Sc3 dxc4 5.a4 Lf5 6.Sh4 hat Schwarz ja ein halbes Dutzend plausible Möglichkeiten. Wer wissen möchte, warum Lorenz Drabkes auf den ersten Blick merkwürdig und passiv aussehendes 6…Ld7 in Wirklichkeit eine aggressive Kampfansage ist, der findet die Antwort im Video.

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